Schildkröte

An Tagen, wo die Temperatur Richtung Null Grad Celsius fällt, werde ich zur Schildkröte. Einmummeln und Schlafen ist mir das Liebste. Ich gehöre ja auch zum Schildkröten-Clan, jedenfalls nach dem indianischen Horoskop, wo dieser das Element Erde repräsentiert. Heute war ich allerdings schon um 6 Uhr morgens wach. Nicht mal die Katzen wollten so früh ihr Frühstück.

Außerdem befinden wir uns im „wayeb“, den 5 Zwischentagen bevor das Neue Jahr des Mayakalenders beginnt, also das 260 Tage Venusjahr. Es gibt ja noch ganz viele Räder dazu. Jeder Tag hat also etwas Besonderes, eine eigene Art von Energie, und so geht es ja auch mit den Wochentagen. Ich mag solche Strukturen, die zwar da sind, aber nicht davon abhängen, wann man morgens aufsteht. Ich danke immer wieder dafür, dass ich das nicht muss.

Dennoch, der Februar ist ganz schön lang, wenn man schon etwas Frühling geschnuppert hat. Da kommt dann doch die Sehnsucht auf nach anderen Gefilden.

Collage

Angeregt von Gerda http://gerdakazakou.com/2025/02/03/das-ass-der-muenzen-als-februar-lernbegleiter-neurografisch/und ihren Neurografikbeispielen beschmierte ich fröhlich das Cover der neuen „Brigitte“ Zeitschrift. Die Linien waren gar zu schön, und dann noch die Augen aus dem Andre-Heller-Garten im Innenheft. Also manchmal stehen da doch interessante Dinge ; von dem Garten erfuhr ich auch vorher, weil meine Freundin gerade in Marrokko weilt.

Diese Zeitschrift ,ja, es gab sie mal für „women“, das war noch lesenswert. Aber eigentlich ist sie nicht mehr lesbar. Seit 50 Jahren kenne ich die, weil meine Mutter sie schon kaufte. Nun sind wir zurück zu damals, mit Kosmetik und Beauty, Horoskop und Rezepten. Meine Güte, muss das sein. Schönes layout. Leider bin ich lesesüchtig. Die Nachrichten machen nicht so glücklich…Und gute Hefte wie mare und Geo und so, die sind teuer! Die Bücherei ist nicht mehr mein Ding. Klein klein Kleinstadt.

Ich finde, die „Brigitte“ sollte mal Gerda in Griechenland besuchen. Von wegen interessante Frauen. Oder Extrahefte erfinden über kreative Frauen.

Buch: Das Haus des Windes

von Louise Erdrich, 2014, Aufbau Verlag Original: The Round House, 2012

Ich könnte nahtlos anschliessen an den letzten blog über die Wörter…Ein wunderbares Buch!

Warum es nicht “ Das Rundhaus“ heißt, wie im Original, sondern „Haus des Windes“, ist wieder so ein Rätsel für mich. Diese Geschichte findet statt in einem Reservat der Ureinwohner Nordamerikas und wird aus Sicht eines 13 jährigen erzählt, dessen Mutter vergewaltigt wird. Ja, es ist keine leichte Lektüre. Man erfährt viel über die Wirklichkeit eines solchen Ortes, fern jeglicher Romantik. Die Autorin ist selbst engagiert und familiär im indigenen Feld.

Das Rundhaus indes ist so ein Symbol für die alten Traditionen und auch den Zusammenhalt der Gemeinschaft angesichts von immer weiter bestehender Ungerechtigkeit. Ein Indigener im Reservat zu sein, das ist ein besonderer Zustand. Und auch ist das Rundhaus, die Schwitzhütte, ein Anker für seelische Belange, die über das Ertragbare hinausgehen.Die „Weißen“ sagen hier: „Indianer“, die Autorin legt viel Wert auf die korrekten Stammesnamen und Worte in der Stammessprache. Es ist ein Leben zwischen den Welten, immer, jede Minute. Bitter.

Das beste Buch des Jahres, und auch eines, dessen cover ich einmal würdigen möchte .

Klar, der Aufbau Verlag widmet sich solchen Themen und das Buch hat einen Preis erhalten. Es gibt einen Nachtrag über Vergewaltigungen an indigenen Frauen, und die Nichtverurteilung weißer Männer.

Das hardcover fiel in meine Hände, durch die Buchtauschregale auf dem Dorftreffpunkt. Danke dafür.

Die kleinen Wörter

Die kleinen Wörter sind oft Verräter. Manchmal erkenne ich plötzlich, was dahinter steckt. Nun, ich bin erschrocken, wie weit ich mich entfernt fühle vom allgemeinen Nachrichtenfluss. Noch höre ich morgens Radio, und beim NDR Info gibt es eine wöchentliche Sendung, wo man „mitreden“ darf. Das heißt, zu einem Thema kann man anrufen oder mailen , soweit man sich höflich ausdrückt. Und es sind „Experten“ dazu im Sender geladen. Was sich neutral anhört, ist aber natürlich auch gesteuert. Gesteuert hört sich doof an, ich sage ja nicht mal, dass es bewusst so ausgewählt wird.

Jedenfalls gab es das Thema Corona-Aufarbeitung. Und das war meilenweit von meiner Wahrheit entfernt. Es gibt dazu einen podcast! Was mich so erschreckt, ist diese Sicherheit, die eine Kommunikationsexpertin sagen läßt, es gab eine diverse Berichterstattung. Ohne Alternative im Internet hätte ich die wohl nicht gehabt. Schließlich lese ich nicht die Bildzeitung. Hier findet eine Zeitverschönerung statt Aufarbeitung statt.

Aufhorchen liess mich das Wörtchen „Verkommunizieren“….ich hatte es noch nie gehört. Es sagt mir, dass nicht kommuniziert werden soll, sondern etwas verbreitet werden soll, also zum Beispiel ein Wahlplakat, das verkommuniziert uns ein Image des Kandidaten. Wir haben hier Empfänger, die -natürlich auch unbewußt und ohne zu wollen – empfangen. Unser Kandidat in Megagröße auf dem Lande ist ein übergewichtiger Jurist, der neben seinem Bruder auf dem Bauernhof fotografiert wurde. Schwere Aufgabe, er wirkt unsicher, jung, weich,….es wird dazu geschrieben, er sei von hier.

Ansonsten ist das eher simpel. Bildung ist schön, Bildung macht Experten, die uns sagen, wo es lang geht. Sie benutzen eine Sprache, die voller Widerhaken ist, merken aber auch gar nicht mehr, was sie da sagen. Oder wie das ankommt. Ich könnte empört sein, aber das habe ich mir schon abgewöhnt. Ich schüttele mit dem Kopf, ich fasse es nicht. Ich habe Bildung, aber meine Leute nicht alle. Die sind mir fast lieber. Die Studierten verrennen sich in Tunnels, in Bahnen, die sie nicht mehr verlassen können.

Und ich denke nicht mal, dass das „von Oben“ so verlangt wird. Oder doch? Diese traumwandlerische Sicherheit, in der man sich wiegt, zu wissen, was richtig ist….ständige moralische Empörung und vermeintliche Überlegenheit….diese peinlichen Veranstaltungen …

Ich sage nichts mehr.

Schriftstellerfilme

Davon gibt es sicherlich einige , denn Schriftsteller schreiben nun mal gerne über Schriftstellerleben. Manchmal können sie sich auch gar nichts anderes vorstellen. In vielen Romanen ist die Hauptfigur Buchhändlerin, auch sehr beliebt bei uns Leserinnen. Ich fand gerade zwei sehr unterschiedliche Filme zum Thema, oder war das Thema eher doch das Liebesleben von Frauen, die älter werden, Vielmehr verheirateten Frauen, irgendwie scheint es da doch ein Problem zu geben, das fast immer auftaucht.

Absolut lächerlich war der folgende Film: https://www.ardmediathek.de/video/filme/der-vamp-im-schlafrock/hr/NGE2OTNiZGYtNzM1OC00ZjJjLWI2NzctMjAzYjU5NjQ0MWQ0

Deutsch, deutscher, am schlimmsten Klischee kommt keiner vorbei. Ich meine, der ist von 2001 und nicht von 1960! Nicht zu fassen, wie eine Ehe dargestellt wird. Ich kann da ja nicht mitreden, habe aber eine Lösung für die Frauen um die 50. Ausbrechen aus Gewohnheit immer, den passenden Mann mit 60 kennenlernen und ein wunderbares Altersleben haben. Vielleicht hatte ich einfach Glück, denn die meisten sind ja schon vergeben oder Alkoholiker.

Der nächste Film ist französisch und sehr viel interessanter.“ Zwischen den Zeilen“ ist der Titel. Und da geht es auch wirklich um Bücher! Hochkarätig besetzt und intellektuell. https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNmY4YzE2MzYtMmQ1OS00Mjc3LWE3ZDAtNzdiZmQ0NjEyNzc3

Weiterhin empfehlen muss ich : “ Die Kommune“,“ und der geht nun wirklich sehr zu Herzen. Wo bei den Franzosen alles leicht und spielerisch ist, endet das im dänischen Retrofilm nicht glücklich.

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMTBhODNjNTQtYTc1ZC00ZWU5LTlhYjQtOTgzMDQ1Zjk4YTVj

Eigene Wege gehen hilft , auch einen Seitensprung zu vergessen. Scheint so. Wie, das ist für mich selbst ein Wunder. Aber langweilige Ehen sind keine Lösung. Allein bleiben eigentlich auch nicht.

Altersheimfilme

Ich weiß natürlich nicht , ob diese Filme, die ich zuletzt auf ARD sah, im Altersheim gezeigt werden. Es geht aber darin um das Thema Alter, von allerlei guten alten Schauspielern dargestellt. Der eine war mit Didi Hallervorden, und hatte fast das gleiche Schema wie der, den ich gestern sah>: https://www.ardmediathek.de/video/filme-in-der-ard/das-gewinnerlos/ard/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2Zlcm5zZWhmaWxtZSBpbSBlcnN0ZW4vMjAyMC0wNC0xMV8xMi0xNS1NRVNa

Ja, es gab eine ehrgeizige Tochter, die den Vater im Heim sehen will, weil er sich nicht angepasst benimmt. Umgekehrte Welt. Und eine superkluge, wahlweise autistische Enkelin, die gut mit dem Opa kann. Und dann findet der alte Witwer, der um seine Frau trauert, aber auch noch eine nette neue Freundin und alles wird gut.

In den Filmen mit alten Damen geht es eher darum, dass diese nun endlich die Nase voll haben, von allem, und sich entweder aus dem Heim befreien oder gleich eine Bank überfallen, und zu guter Letzt nochmal auf die Pauke hauen, was sie sich ihr Leben lang nicht getraut haben. Nun ja, es stimmt schon gewissermaßen, dass es einem egaler wird, was andere denken. Aber es scheint doch eher ein Wunschdenken aller zu spiegeln, selbst die Alten im Heim sind noch fit und gut gekleidet und gehen zur Tanzstunde. In Wahrheit sieht die wohl anders aus.

Aber die Rente reicht nicht fürs Heim. Das war glaube ich ein französischer Film. Wir lachen selbst über unsere Filmauswahl, da wir ja nicht Netflixer sind und auch nicht registriert, so dass ich die Filme für über 16 , also die spannenden vor 22 Uhr nicht sehen darf- ich werde doch nicht meine Passnummer wegen sowas in den laptop tippen! Ich habe auch keinen paybackausweis, oder eine lidl app oder weiß der Himmel womit man so alles wunderbar kontrolliert werden kann. Wir bleiben mal schön die verrückten Alten, die das nicht brauchen.

Ich finde es wirklich großartig, dass all diese Schauspieler noch arbeiten, tolle Ausstrahlung haben,-siehe Angela Winkler, -die ich aus ganz anderen Filmen in Erinnerung habe. Im Leben kenne ich allerlei spannende Leute, bei denen sich immer irgendein Drama abspielt, man könnte super tolle Filme darüber machen, aber das ist nicht für die Öffentlichkeit. Ich habe es mittlerweile gern ruhig und bin froh, wenn das Drama an mir vorüberzieht.

Heute habe ich zum ersten Mal im Leben eine elektrische Heckenschere benutzt, mit Mut, es wird Zeit, sich die Arbeit mit Gerät zu erleichtern. Aber trotzdem sehr anstrengend. Und das finde ich spannend.

https://www.ardmediathek.de/video/weisst-du-noch/weisst-du-noch-oder-komoedie/ard/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlaXNzdC1kdS1ub2NoLzIwMjUtMDEtMTBfMjAtMTUtTUVa

Noch einer!

Die Lust am Steinchen legen

…lässt sich auch auf Kaffeebohnen und anderes ausweiten. Vielleicht sind alle meine Bilder in Wahrheit Steineformen, so wie sie überall herumliegen. Nur hier nicht. Dafür müsste ich rüberfahren an die Ostseeseite, gar nicht allzu weit. Nur das Wetter hält mich davon ab. Also Gold und die neuen Metallic-Stifte finde ich auch verlockend, dieses Glitzern! Eben was draußen am Himmel fehlt.

Buch: Autor

Ich bin durch den summit von Alicia Kusumitra und Robert mal wieder auf einen interessanten Autor gestoßen. Vielmehr finde ich den ziemlich genial, weil er Themen behandelt, die mich schon lange interessieren. https://mayamagik.de/#blog

Christian Köhlert vermag sachlich und analytisch höchst mysteriöse Dinge zu beschreiben und Zusammenhänge darzustellen. Darauf hofft man sonst oft vergeblich…

Damit ist er schon sehr weit im Denken, und ich komme auch nicht überall mit. Es tröstet mich aber doch, dass jemand es tut. Irgendwie fühle ich mich an Ken Wilber erinnert, der Psychologie, Buddhismus und Weltentheorie unter einen Hut brachte. Lange her, dass ich ein schwieriges Buch von ihm las, „Eros und Kosmos“ glaube ich. Ich meine, wir wollen doch verstehen, was da los ist und warum, nur dass das leider nicht so einfach ist, wie allgemein bekannt.

Den meisten fehlen wohl auch die passenden Worte, oder die Unaufgeregtheit, die ich hier sehr sympathisch finde. Er hat auch die Forschungen von Stefan Berndt gut zusammengefasst , dem ich ja schon lange folge. Erst durch gewisse Kontinuität kann man auch etwas begreifen.. Die größte Faszination für mich haben wohl Rätsel, Mysterien und Sinnsuche, ebenso wie schnöde Kriminalromane, von denen es ja auch mehr und weniger kunstvolle gibt.

Ein mir neuer Autor auch hier: Wimmer Wilkenloh, mit “ Eidernebel“, welches erstens auf Eiderstedt spielt, also mir alle Orte bestens bekannt sind, und zweitens einige Themen verknüpft, die gesellschaftlich relevant sind, nämlich Herztransplantationen und die Arbeitsbedingungen in großen Discountern. Zudem wird ein buddhistischer Meister zitiert, des Öfteren, und im Vorwort Bruce Lipton, was in jedem Fall für den Autor spricht! Es geht dabei um die Fähigkeit des Herzens, Erinnerung zu speichern, und das läßt die ganze Praktik, die gut erklärt wird nebenbei, doch in den Raum des Mysteriösen gleiten, es ist wohl wahr und wird von Ärzten allgemein abgestritten.

Davon abgesehen glaube ich ja sogar an Erinnerungen an frühere Leben, die also sicher nicht materiell oder körperlich abgespeichert werden. Spannend und vielschichtig, das Buch.

Was ich bei dem neuesten Tatort aus Stuttgart nicht sagen kann. Die Geschichte war derart konstruiert, völlig unglaubwürdig. Also ich gucke die ja eigentlich nie , gar nicht mehr, ich frage mich warum Millionen sich das sonntags abend antun, um gut schlafen zu können. Ein Szenario angeblich rechter Terroristen, die so an die raf erinnern, dass da alles nicht zusammenpasst. Oder ist das framing? Politisch war das schon, dabei reicht doch das reale Chaos weit aus, um Geschichten zu finden. Und klar, es war deutlich wie schnell sich Leute an Mord anpassen, solange die andern dran sind. Ja, wir haben die raf Zeit schon miterlebt und erinnern uns. Das wissen die jungen Leute natürlich nicht so. Jede Menge haben noch nicht mal was von Holocaust gehört, angeblich. Vermutlich darum bringt arte wieder eine Menge Dokus darüber. Ich erinner mich auch an eine Reihe, vor zwanzig Jahren, wo sie alte Leute interviewt hatten, das war richtig gut. Wahre Geschichten, wie man sie auch von Freunden über ihre Eltern und Großeltern hört.

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