Buch: Das Buch, in dem die Welt verschwand

Wolfram Fleischhauer, Roman, Droemer 2003

Ein ganz außerordentliches Buch, dessen Titel sich erst einmal nicht so leicht erschließt. Die Geschichte spielt um 1780, eine Zeit des deutschen Reiches, die uns durch manche „neue“ Reichbürger nochmal erinnert wird. Schonungslos wird die damalige Gesellschaft hier in einem spannenden plot dargestellt, in dem es um die Durchsetzung neuer Ideen geht, durch die letztendlich die bekannte Welt verschwindet. Und so ist es ja auch gekommen. Die erlaubte Welt, vielmehr, denn die war damals noch katholisch.

Heute wird die damals als neu eingeführte Gedankenwelt der Vernunft des Immanuel Kant als Wegbereiter einer rein materiellen Betrachtung und damit des Unterganges gesehen.

Im Roman dachten verschiedene Gruppierungen, das Heilige würde verschwinden und die Seele. Zum Teil ist das auch passiert. Oder ist es schon unumkehrbar?

https://www.swr.de/swr2/wissen/zurueck-zur-beseelten-natur-plaedoyer-fuer-einen-paradigmenwechsel-swr2-wissen-2024-03-31-102.html

Die damals neue Welt ist heute die Alte, die Sendung des swr ist ein Zeichen, dass auch die denkende Zunft merkt, dass da etwas nicht stimmt. Zitat:

Wenn ich das richtig verstehe, darf ich leider nicht aus dem Manuskript zitieren.

Ein Hörspiel, dessen Manuskript auch zu lesen möglich ist. Für viele Andere ist dies schon lange klar, auch wenn der Begriff lange hier relativ ist…so alt ist die Idee nämlich gar nicht! Und es gibt, auch wie anno dazumal, Gegenbewegungen und hoffnungsvolle Versuche, den Weg in die unbeseelte Menschheit aufzuhalten. Denn genau dahin führt diese Vergegenständlichung, die jetzt auch (wieder) unsere Körper zu Objekten macht, die nicht mal uns gehören sollen. Doch auch die Seele ist Objekt von Methoden geworden, die uns formen und verbessern sollen! Dieses Denken macht nirgends Halt.

Man mag denken über Alicia und Robert, was man will, sie haben sich einer authentischen alten Lehre der Maya verschrieben und geben viel, um diese am Leben zu erhalten. Die Welt braucht auch diese Ältesten, die über sie ihre Stimme erheben und gehört werden. Das Thema ist genau das. Und deshalb teile ich hier ein video, auch wenn sich der Zusammenhang nicht gleich herstellt. In meinem Denken tut er das, es ist irgendwie Multi-Strang-Denken. Oder eher ein Sehen.

https://youtu.be/-feDtsLXaxc?feature=sharedhttps://youtu.be/-feDtsLXaxc?feature=shared

Um noch mal auf das Buch zurückzukommen: Die Geschichte dreht sich um einen jungen Arzt und zeigt auch den Stand der Medizin zum damaligen Zeitpunkt recht drastisch auf. Es ist doch deutlich, dass jedes Wissen nur temporär sein kann, und dennoch jedes Neue zu verhindern gesucht wird auf Seiten etablierter Präsentanten. Die an der Macht sitzen. Doch die war in jenem Reich reichlich durcheinander.

Buch: Das letzte Bild

Roman von Anja Jonuleit, dtv

Ein so spannendes Buch wie ein Krimi, und doch eine berührende Aufarbeitungsgeschichte von Generationen. Von Deutschland bis nach Norwegen hinein. Irgendwann war dieses Buch auch ein Spiegelbestseller, wie viele, die ich in der Bücherhütte finde. Und ja, so ein Thema geht auch alle an und ist gesellschaftlich relevant, nicht nur während ein Buch aktuell ist. Doch ist es ja ein Wahnsinn, wie viele Neuerscheinungen es jährlich gibt, gerade wieder zur Buchmesse.

Und wie viele Bücher wohl nicht gedruckt werden! „Das letzte Buch“ wäre auch ein toller Titel, und das wird es hoffentlich nie geben! Gespannt bin ich noch auf “ Das Buch, in dem die Welt verschwand“, von Wolfram Fleischhauer. „Die Bücherdiebin“ habe ich schon einmal erwähnt. Viele Bücherschreiber empfinden das Buch an sich als eine Welt, über die sich Geschichten um Geschichten spinnen lassen.

„Mogador“ von Martin Mosebach fand ich noch, ein geniales Innenbild , welches in die Lebenswelt von Marokko versetzt die Fremdheit der Welten quasi seziert…sprachlich genial. So hat meine Dorfgemeinschaft mich mit Worten versorgt über die Feiertage. Dazu hatten wir ein wunderschönes Osterfeuer, da wurde ein wenig gesungen und man sah sich endlich wieder nach dem Winter. Und zu guter Letzt der Einstandsspaziergang im Steinzeitpark, in dem die Museumspädagogen seit gestern wieder im Einsatz sind. https://steinzeitpark-dithmarschen.de/veranstaltungen/ Neu dazu gekommen ist die Rolle des Schamanen, von einem klugen Medizinhistoriker ausgeführt, der uns wirklich in den Bann zog. Und neu dazu gekommen ist das Cafe mit dem guten Kuchen.

Das letzte Bild wird es hoffentlich auch nie geben, und wie im erstgenannten Buch ist eine alte Kamera mit einem nie entwickelten Film manchmal das, was alles erklärt….für mich sind es die stetig geführten „Fototagebücher“, die sich zwar in seltsam benannten Ordnern verstecken und vergessen werden, aber eines Tages -hoffentlich- ein Bild unserer Tage zeichnen, für wer weiß welche späteren Historiker.

PS.: Das letzte Buch gibt es tatsächlich schon. Und zwar mehrfach!

Schrulle

Ja, ich bin eine alte Schrulle, ist das ein schönes Wort!

Schreckschraube war auch so ein Wort, welches wir als Kinder gebrauchten. Vermutlich für unfreundliche alte Damen. Aber herrlich, wenn frau sich endlich erlauben kann, unfreundlich zu wirken. Ich muss ja nicht allen gefallen. Außerdem scheine ich nur mit anderen Schrullen in Wortgefechte zu geraten. Meist geht es dann um unterschiedlich verstandene Begriffe, die ich erklären will, so zum Beispiel “ Karma“ In welcher Weise das heutzutage gebraucht wird, nenne ich mal Desinformation. Dabei bin ich gar nicht so dogmatisch noch gehöre ich einem festen Glauben an. Aber hier wird ja alles durcheinandergewürfelt und das Gesetz von Ursache und Wirkung ist nun mal keine Strafe, wie es oft verstanden wird.

Mir fiel auch ein etwas dümmliches Büchlein in die Hände, namens „Mieses Karma“. Bestimmt ist es eine Satire, solche verstehe ich ja nie. Aber es stimmt schon, es gibt ein buddhistisches Sprachrepertoire, dessen man sich untereinander bedienen kann, und andere Leute will man gar nicht darüber belehren. Außer wenn die daherkommen und mich belehren wollen, aber gar nichts wissen. So gar nichts! Hat mich doch geärgert, klar. Über mein Karma mache ich mir gar keine Gedanken. Oder ob ich noch mal wiederkommen will. Ich mache auch keine Übungen, damit ich bloß nicht wiederkomme auf diese Erde. Eigentlich finde ich die trotz aller Schrecken und Schrullen ganz wunderschön.

Gartentage

Wir haben hier richtiges Aprilwetter, der Boden ist nass und die Sonne warm. Starker Wind. Meist von Westen, wo die Nordsee nicht weit ist. An manchen Tagen bin ich draußen und bereite den nächsten Versuch vor, Gemüse zu ziehen. Das ging mal gut und mal weniger in den letzten Jahren. Es liegt an meinem jeweiligen Einsatz, an den Schnecken, oder an den Fehlern, die ich machte.

Als erstes schauen die Köpfe der Feuerbohnen aus den Töpfen. Und wie auf dem Foto ersichtlich, werden diese geschützt mit einem „Steinzeitkorb“vor etwaigen Pinkel-und Kratz-Attacken der Katzen. Diese Art Korb aus Zweigen herzustellen wie anno dazumal vor 6000 Jahren lernte ich bei Werner im Steinzeitpark, natürlich ohne die Wollfäden. Praktisch sind sie, nur nehmen sie im Innenraum zu viel Platz ein. Ob ich die Weidenrinde als Heiltee nehmen kann? Ich muss jemand fragen, der sich auskennt.

Die Erdbeerpflänzchen kommen jedes Jahr wieder, das Bohnenkraut, der Frauenmantel und die Minze. Die Brennesseln sowieso, auch sehr viel Moos- angeblich kann man auch alle Moose essen, falls es mal hart kommt- ich habe es nicht versucht. Der junge Kater erlebt seinen ersten Frühling und haut die Bienen aus den Krokussen. Mit Begeisterung genießt er sein Leben! Und der Giersch ist überall. Der blüht nachher schön und sieht gut aus mit den Rosen. Auch wenn dann die Sauerkirschen blühen und der Weißdorn ..das ist die allerbeste Zeit.

Kalifornischer Mohn und Vergissmeinnicht kommen vorher. Sie säumen die Terasse wie sie wollen.

Hoch hinaus

Hoch hinaus wie die Vögel möchte ich gern. Am liebsten fliege ich in inneren Reisen. Mit dem Flugzeug aber auch. Der Himmel so blau. Doch auf dieses Rad wage ich mich nicht.

Andi ist gestorben, wir vermissen ihn. Isma ist ebenfalls gestorben, und wir bekamen es erst ein halbes Jahr später mitgeteilt. Und wir bleiben noch ein bißchen. Wir schätzen um so mehr, was ist.

Quellen

Ingrid Raßelenberg

Diese Frau ist wirklich erstaunlich. Für mich neue Ideen, so klug vorgetragen.

Zitat: „Worte als Trägerinnen der Schöpfungs-Intelligenz“

Leider verpasse ich ihre Sonntags-Stammtische auf zoom, weil meine alten laptops den neuen zoom Update nicht installieren wollen, aber dies ist wieder so ein Leckerbissen der Sprache, an dem wir teilhaben können.

Vor allem, wenn in der Realwelt so viel Verwirrung vorgetragen wird, mit vollster Überzeugung, sowas wie „Naturgesetze sind Anarchie“, und ich an mich halten muß, nicht mehr zu antworten, weil es nur Energie abzieht. Von diesen Leuten habe ich genug. Im doppelten Wortsinn. Sie verstehen mich grundsätzlich falsch, nehmen alles persönlich und besonders meine Weigerung, zu diskutieren. Dabei sind die Voraussetzungen einfach nicht gegeben, denn wenn ich sage, der Buddha hat das auch schon gewollt, mit der Freiheit, – dann ist das für mich klar, dass es um eine ganz andere Ebene geht. Manche fühlen sich von so einem Satz nur verarscht.

Nun gespannt auf die Quellen!

Buch: Freiheitsgeld

von Andreas Eschbach, 2022 Lübbe

Das Buch ist ein science fiction Roman, da er in der Zukunft von 2064 spielt. Er zeigt eine durchtechnisierte und überwachte Gesellschaft, in der das bedingungslose Grundeinkommen zum sog. Freiheitsgeld umbenannt wurde, und vielen Leuten der Sinn abhanden gekommen ist. Es handelt sich um eine sehr wahrscheinliche Zukunft, meiner Meinung nach. Die Handlung findet in Deutschland statt, und entgegen den amerikanischen narratives gibt es hier keinen Helden, der alle vor dem bösen System rettet. Es ist zu spät! Für uns könnte das ein deutlicher Hinweis sein, denn die Anzeichen gehen bereits in diese Richtung.

Bargeld wurde abgeschafft, die Autos fahren selbstständig-oder auch nicht, – und eine Arbeit zu finden ist ein Privileg, für das man einen hohen Preis zu zahlen bereit ist. Nun, ganz glaube ich nicht, dass solche Perfektion erreicht wird, und auch in jener Gesellschaft gibt es Wege, die Technik zu umgehen. Also der echte Freiheitswille der Menschen findet immer einen Weg, auch wenn es wohl nicht so viele Menschen sind, die es durchschauen und auch noch den Mut haben, sich gegen die, die angeblich es gut mit uns meinen, aufzulehnen. Ein bisschen Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Und der Roman ist spannend sowie kurzweilig zu lesen, hier schreibt ein Autor und nicht ein Sendungsbewusster .

Aufräumen

Gestern habe ich einen Aufräum-Ratgeber durchgeblättert. Magic Cleaning von Marie Kondo. Nun ja, sie ist Japanerin und sie hat vermutlich auch eine Zwangsneurose. Sie machte einen Beruf daraus. Doch ich erinnere mich sehr gut, in Japan geht man achtsam mit den Dingen um, und es ist üblich, schöne Dinge sparsam und kostbar zu verwenden. Mein Traum. Ich folgte ihrem Rat nicht, mit der Kleidung zu beginnen…aber ich sortierte drei Kisten Bücher aus. Wie komme ich zu 200 Büchern? Ich bin zu lange nicht mehr umgezogen. Dabei gebe ich die meisten eh schon weiter, in die Tauschhütten, zu Freunden. Leider gehe ich auch gern auf Flohmärkte, aber nicht zum Verkaufen. In Japan trägt man keine gebrauchte Kleidung, das hat mit dem Glauben zu tun, den Ehren der Verstorbenen. Darum ist die Ratgeberin so besessen vom Wegwerfen. Wenn man Platz hat, also solange man Platz hat, findet sich für all das erst mal eine Ecke. Das ist der Fehler. Und gebrauchte Kleidung ist so billig, dass sogar ich mir viel davon leisten kann.

Ich kenne ein paar echte messies, viel schlimmer als ich. Aber den Sammeltrieb habe ich auch. Wie meine Eltern. Besondere Steine, besondere Hölzer, Kristalle, Pyramiden, Kartendecks, eigentlich ist die ganze Wohnung ein Altar. Aber man verstopft sein Leben…mit Erinnerungen. Das Interessante ist, dass mein Gedächnis nicht besser wird, ganz im Gegenteil. Es ist gar nicht mehr so wichtig, mich an alles zu erinnern. Es war nämlich zu viel.

Und ja, bei Dingen wie Schmuck und anderen, da ist schon Energie der Vorbesitzer drin, auch in den Häusern selbst, das ist ja eine der Aufgaben von Geomanten, die unschönen Seelenabdrücke und ähnliches abzulösen. Im feng shui-die chinesische Geomantie – ist auch für alles eine bestimmte Himmelsrichtung vorgesehen und nach Elementen sortiert. Es ist kompliziert, finde ich. Aber die Grundidee habe ich im Seminar von Sabine Wolf- Die dritte Haut- gelernt.

Verflixte Idee

Ich habe keine Idee, worüber ich schreiben will. Ich habe keine Idee, wenn die Sonne nicht scheint. Dabei erschaffen wir doch die Realität mit unseren Ideen. So sollte es sein. Sitze am Ofen und gucke ins Feuer. Ab und zu einen Scheit nachlegen. Das Radio läuft mit irgendwelchen Hits von damals. Es ist immer noch zu kalt. Da kommt keine Frühjahrsstimmung auf, bei 6 Grad mit Ostwind. War letztes Jahr genauso, Ostern eisig.

Da war ich aber auf einer Reise gewesen, wo es richtig schön warm gewesen. Ging aber alles so schnell vorüber wie ein Traum. Die Fotos sehe ich jeden Tag an seither, und träume weiter.

Das wird dann wohl auf meiner Visitenkarte stehen,die ich demnächst machen muß, wenn ich meine Bilder ausstelle auf so einer Veranstaltung der Stadt. Was für eine verflixte Idee. Wie stelle ich mich dar, was bin ich? Zwar im sachlichen ist Fotografin und Geomantin richtig. Aber in Wahrheit bin ich Träumerin. In anderen Kulturen ist das ja auch ein echter Beruf, ich horche und durch Wahrnehmung aller möglichen Realitäten kommen sie ins Leben. Die, die sonst keiner sieht. Dafür bin ich da, und manchmal finden sie auf mein Zeichenpapier.

Andere Menschen nennen sich Visionäre, Erschaffer und Co-Creatoren, und setzen Projekte um. Ich habe da viele nicht beendete, nicht zu Ende gelebte Ideen, und bin ganz froh, dass ich nicht bei einer hängenblieb. Ich hatte immer viel Lust auf neues, um die nächste Ecke gucken. Da guckte ich dann so lange, bis ich es erfaßt hatte, und dann weiter. So wird man natürlich nicht erfolgreich. Wer will das schon….

Jetzt habe ich so viel angehäuft, dass ich nicht mehr leichtfüßig davon schweben kann. Katzen, Holz und Geräte, mehr als notwendiges, die nächste Ecke habe ich schon tausendmal gesehen, Ich bleibe hängen, ohne dass es eine Idee gibt! Jeden Tag Katzenklo und fegen. Das wäre woanders genauso…

Flagge zeigen

Und das ist für mich die Flagge von Tibet.

https://www.arte.tv/de/videos/111739-000-A/tibet-china-das-stille-verschwinden/?utm_source=pocket-newtab-de-de

Eine gute Geschichtsdoku über das, was mit Tibet passiert ist. Eine ungeheure Tragödie, die kein Ende findet.

Dazu der Roman von Federica De Cesco: „Die Tochter der Tibeterin“, ausgesprochen realistisch, von 2004. Den ersten Band „Die Tibeterin“ las ich vor langer Zeit. Ich folgte tibetischen Lehrern des Buddhismus. Die Geschichte von Gewalt und Exil, von unbeirrbarem Glauben und Widerstand eines Volkes berührt mich tief, die Landschaft unvergleichlich. Als ich in den achzigern in Asien weilte, war es zum ersten Male möglich, nach Tibet zu reisen. Ich tat es nicht. Wer weiß. warum das besser war. Doch ich hörte die Geschichten von anderen Reisenden im Hostel in Hongkong, wenn diese zurückkehrten. Die Ersten. Ich las viele andere Bücher.

Buddhistin war ich erst später, ich glaube aber sicher schon in früheren Leben. Ich fand zu dem Karmapa, zu Zen und der Bön-Tradition. Ich las über versteckte Schatztexte, und den Ursprung von Zhangzhung vor 20000 Jahren. Der sehr schamanistische Ursprung. Auch einem tibetischen Arzt begegnete ich. Seit 2001 hängt die grüne Tara über meinem Bett.

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