Die Stadt gehört den Krähen, bis zu 12 Nester in einem Baum zählte ich. In anderen gar keine. Aber insgesamt sind es sicher Hunderte und das Stimmengewirr da oben recht laut. Dafür gibt es kaum Menschen, es war ja auch schon wieder Mittagspause in den Läden.
Schade, dass es mit dem video nicht geht…Ich wollte eigentlich Knöpfe kaufen, für die Jacke vom Flohmarkt, die ich leicht umgestaltet habe, schnipp schnapp.
Am Sonntag ist der erste Flohmarkt, gerade hielt das Auto vor mir, dessen Fahrerin die Plakate aufhängte. Vielleicht werde ich da fündig.
Am Ende dieser Gracht liegt die Treene mit einem kleinen Ausflugsschiff im Hafen. Die Grachtenboote waren noch nicht unterwegs. Man saß vor kleinen Cafes in der Sonne, und die italienische Familie hatte den Eisladen auch noch nicht eröffnet. Angenehme Stimmung. Einwohner mit Hunden.
Äussere Arbeit-Innere Arbeit, Energiefeld, Gruppen, Energieverlust, etc.
Das ist eine Thematik, die ich vom Interview Lars Köhne- Sonia Emila Rainbow mitgenommen habe. Wie schnell es geschieht, dass man seinen Fokus verliert. Vielleicht ist es deshalb, dass ich an diesen äußeren Formaten wie Demos, Diskussionen und Öffentlichkeit überhaupt nicht teilhaben möchte.
Mit welchen Energien verbinde ich mich, was nähre ich und was nährt mich? Das sind die wichtigen Fragen. Ich kann jede Organisation für Menschlichkeit unterstützen, aber wie arbeiten die wirklich? Wie tief geht das? Viele Begriffe berühren mich überhaupt nicht.
Gibt es Menschlichkeit, die Tiere und Pflanzen nicht ebenso wert achtet? Ab wann sind wir unmenschlich? Bestehende Strukturen wurden auseinandergerissen, getrennt, Lebensgrundlagen systematisch zerstört und die Menschen sind ab da nicht mehr ganz. Eine vollständige Seele hat Verbindung, und ist dann auch bei sich.
Alles andere sind Kopfworte, die keine nachhaltige Wirkung haben. Oder hat sich da viel getan in den letzten Jahrhunderten? Ein bisschen, im Kleinen. Aber die mächtigen Kräfte …es wird immer noch viel mehr manipuliert, auf allen Kanälen sozusagen. Menschen werden von ihrem Ursprung getrennt, und zwar mit Absichten. Ich kann Organisationen und Autoritäten nicht vertrauen. Denn bisher geht ihre Grundlage nicht mit echtem Wissen über Leben einher. Ich will damit nicht sagen, dass ich mehr weiß. Aber ich kann es fühlen. Menschen wünschen sich Sinn und Zusammenhalt und erfahren das vielleicht auch. Mir fällt es nicht so leicht.
Ich möchte nicht als gleichgesinnt eingemeindet werden, nirgendwo! Dafür sind meine Erfahrungen zu individuell, nicht vergleichbar, wo andere sehr schnell drüber hinweg gehen, weil sie keine Ahnung davon haben. Ich habe lange gebraucht, um mich wieder zu fühlen, auch die abgespaltenen Teile anzunehmen, und im Endeffekt sollte es dann keine Feindbilder mehr geben, weil du alles in dir findest anstatt es nach Außen zu projzieren. Empörungskultur macht einen zum guten Menschen? Ich hatte auch so manches, worüber ich mich empörte. Wenn Menschen die Regeln nicht einhielten, wenn sie mich verraten haben und somit die Zugehörigkeit.
Und so habe ich es nicht mit der Zugehörigkeit. Das Wort Hörigkeit steckt da drin, zuhören ist ja schön und gut. Aber das Gehören, dass ich jemandem gehöre, ist durchaus einstmals so gewesen in Gemeinden, und oft heute noch der Fall. Für Schulden werden die Angehörigen belangt.
Das klingt jetzt nicht sonderlich logisch alles, eher wie eine Abwehr…Aber Grenzen sind für mich wichtig, meine Grenzen. Um mich überhaupt wahrzunehmen. Vielleicht ist darum das Fremdsein meine Zugehörigkeit, weil ich dabei immer weiß, wo ich stehe.
Sie lag nachmittags im Sonnenstreifen quer über dem Bett, er wärmte den Nacken, obwohl noch längst keine Sommerzeit ausgerufen war. Dieser erreichte sie durch die große Fensterscheibe aus dem Südwesten, die Richtung, aus der auch der kalte Wind zumeist aufs Haus traf und den Bäumen ein struppiges Kleid schenkte. Das waren die Koniferen und Fichten, die ein wenig nach Friedhof aussahen, immergrün, und alle anderen noch kahl.
Im Gesicht hatte sie das Gefühl, da sei noch eine Brille, obwohl sie gar nicht da war. Lange gelesen, wieder einmal. Etwas verbissen hatte sie sich in ein Thema verstrickt, und hatte gestichelt, weil ein Freund diese “ Woche gegen Rassismus“ gepostet hat. Warum geht ihr das gegen den Strich, wegen dieser verordneten offiziellen Menschlichkeit, wegen der Schlagworte und Abstraktheit? Weil er sich so stolz gibt in seinem linken Richtigkeitswahn? Viele Menschen auf dem Lande machen ihre Sprüche, die als rassistisch, altmodisch, unüberlegt gelten. Sie selbst als Zugezogene hatte sich auch als von Außen kommend definiert. Hier zählen Regionales, Plattdeutsche Sprache und Tradition noch etwas.
Jahre hatte sie im Ausland verbracht, nie wurde über Rassismus geredet. Das machen nur Gebildete, die gab es da aber auch nicht. Es gab da einen Unterschied, ganz klar. Es waren die weißhäutigen Männer, die in Manila hübsche dunkle Mädchen suchten. Ist das Rassismus, Kapitalismus, Gier, Kolonialismus…und Verachtung, auf beiden Seiten.
Und es sind die gleichen Männer, die zu Hause gegen den Zuzug zu vieler Ausländer , also Männer , die die einheimischen Frauen belästigen, oder das Land verfremden, wettern. Sie verwickeln sich in Widersprüche, doch eine Rede der Ministerin und gut gemeinte Gleichheit Aller, die es niemals gibt, die werden das nicht ändern. In anderen Völkern war sie fremd, das wusste sie und hatte sich daran gewöhnt. Niemals fühlte sie sich zugehörig, auch ihr Land war nicht Zuhause. Nur der Sonnenstreifen, das Bett, die Bäume.
Was war hier wieder los, während ich schlief….ich hatte eine Baldrianpille eingenommen, die mich beruhigte. Aber um sechs ging das Geknurre los, Mäxchen wurde zwei mal in den Regen gejagt, und am Ende sperrte ich den Bösewicht aus. Da waren aber beide draußen, seufz.
Dann sah ich dass Chilli ganz blutig ist und draußen sind ihre weißen Haare verteilt, sie hatte also auch eine unangenehme Begegnung. Meine Güte, jeder muss sich selbst seine Position verteidigen, aber ich bin doch die Chefin und bringe damit alles durcheinander.
Ich will nämlich die „Kleinen“ beschützen, die ich schon als Welpen hatte, und die in meinen Augen wohl klein bleiben….Im Garten lag ein kopfloser Vogel, das wäre aber keine Katzenart, ausgerechnet den Kopf?…Ich glaube, der wollte sein Nest verteidigen, deshalb kreisten gestern die beiden Bussarde so nah über uns. C’est la vie. Der Fasan ist immer noch hier. Gatos Machos nerven. Kämpfe nerven.
Ein Käfig für Wassertropfen, das habe ich gefunden. Die Tropfen kommen überall durch. Wie die Seele, so leicht und durchscheinend, sich benetzt und nährt von Luft und Liebe, von Sonnenlicht und Tropfen aus Nektar, was Besseres als reines Wasser kann es kaum geben.
Das Welttheater ist auch nicht erträglich, hatte das Radio gar nicht angemacht.
Kopflos, so bin ich, wenn alles zu unklar ist und man nicht mehr weiß, was richtig ist. In blinder Verteidigung …und jetzt komme mir bloß keiner mit Tierkommunikation. Ich kann das. Aber der Olle versteht mich nicht, er verbindet das Anziehen von Socken mit mir auf die Füße treten (mit Krallen), er will alles für sich, er ist unsicher weil er die Menschenwelt nicht kennt, seit Jahren nicht kannte außer im Stall vielleicht. Die sind schon rabiat, diese Dithmarscher. Das verstehe ich als rücksichtslos. Aber das kommt davon, wenn sich wer als benachteiligt fühlt, ausgeschlossen- . Ich muss also auch rabiat werden, was mir nicht gefällt. Denn wer zu nett ist, den bestraft die Katzenwelt wirklich mit Forderungen ohne Maß. Kommt mir bekannt vor.
Ein altes Wort, das auf etwas Einfaches und Unverziertes angewendet wird. Das Schlichtinger Moor oder die Niederung , die kann so bezeichnet werden. Das Beste daran ist der Himmel! Am Wegesrand ist zuvor der Razorhead entlang gefahren, also eine riesige Rasierklinge für Büsche.
Besonders dort finden sich viele Elfenaugen, -Äste, die zusammenwachsen- die Weiden sind schlimmes gewohnt. Auch sind Flächen mit Entwässerungsgräben und Nutzrecht da. Und dennoch ein Ort für Vögel erlaubt.
Ich gehe. Das Fahrrad bleibt an der Brücke und ich gehe, Jeden Tag will ich nun gehen. Me estoy caminando. cada camino es el camino. In Barfußschuhen fühlt sich der Boden anders an. Der Moorweg so viel weicher. Sonne. Das ist fast Glück.
Ist mir aufgefallen, dass meine scheinbar natürliche Umgebung doch sehr vom Menschen bestimmt ist und seiner Kultur , der Nahrungsgewinnung, dem Verständnis seiner Gesellschaft. Davon zeugen die vielen Zäune, Gräben und Straßen, auch Landgewinnung war hier an der Küste üblich. Die Menschen hier waren immer arm und hatten ein hartes Leben. Das hat sich etwas geändert, denn Tourismus ist nun am Meer sehr beliebt. Aber das stimmt nicht ganz- neulich war ein Artikel mit dem Gerichtsvollzieher in der Zeitung. Von den 20.000 Einwohnern seien 10 Prozent verschuldet, und zwar so, dass er dort in Erscheinung tritt. Was bedeutet das! Haus verpfändet, Auto gesperrt, eine jede größere Anschaffung unmöglich- (von wegen Heizungsumstellung. Viele bauen sich nun eine Schredderheizung ein, selbst natürlich, alles macht man selbst. Um das Holz zu verwenden, das sonst nicht als Brennholz genutzt wurde. )
Aber wild ist nichts. Ungezähmte Menschen? Gibt es das überhaupt, ist jede Form von Kultur und Gemeinschaft eine Anpassung? Ein Mensch, der sich in der Natur wie ein freies Tier bewegt, der wäre frei. Für den die Natur sein Element ist. Da wären wir wieder bei der Steinzeit, von der behauptet wird, es sei so gewesen, bevor die Bauernwirtschaft aufkam. In zwei Wochen macht unser Steinzeitpark wieder auf. Da wird so ein bisschen geübt und gezeigt, wie es gewesen sein könnte.
Werner Pfeifer , der lange die Pädagogik machte, führt sein jährliches Steinzeitexperiment diesmal in Südafrika durch. Er stammt aus Namibia, und hat dort mit dem Volk der San geforscht. Immer hat sich die Umgebung verändert und der Mensch musste neu lernen, mit den Umständen umzugehen. Und der Teil, dem das nicht gelang, der starb eben aus.
Wie aber überlebt man die Zivilisation, die heute herrscht? Als freier Mensch – das wünschen sich alle, davon träumen alle- und haben doch Angst vor dem Verlassen der Komfortzone. Das Auto in der Nähe wissen. Das Telefon. Statt der eigenen Kräfte…ich bin ja auch so geworden. Aber das war nicht immer so. Die Erlebnisroute der Störche ist sicher viel aufregender jeden Winter. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/weissstorch/03562.html
Naja. Was will ich meckern, – ich versuche den wilden Kater zu einem Hauskater zu machen, aber das nur, weil er unbedingt hier sein will!
Überlebensvorteil. Leider meint er , er muss alle anderen Katzen so einbauen, dass sie ihm unterlegen sind. Systematisch legt er sich in ihre Betten, eins nach dem anderen, und wer sich zu schnell bewegt, wird verfolgt und angefallen. Nein mein Bett hat er noch nicht versucht. Da liegt Martha drin, und knurrt wenn er sich nähert. Das wollte ich nachts nicht so gern.
Ein bisschen funktioniert es so, leider. Das Wilde.
Die Jüngste liebt es draußen zu jagen, auch wenn das Fell so unpraktisch ist. Ich muss also ohnehin immer hier wohnen bleiben, solange es geht, weil das nun ihr Revier ist. So lange keine Monsterkater kommen. Sie versteckt sich gern beim Nachbarn unter der Hütte, der ausnahmsweise keine Tiere hat.
Ich bin Natur. Ich bin aus den gleichen Elementen. Das ist so ein bisschen wie die Billig-Esoterik: wir sind alle Eins. Jaja, irgendwo irgendwie irgendwann.
Aber wer fühlt dieses Einswerden denn? Die Zivilisation ist in uns.
Sage niemals nie,nun schreibe ich doch mal am Abend.
Heute habe ich etwas gemacht, was ich tatsächlich noch nie machte! ich bin ins Nachbardorf zu Fuß gegangen. Im Regen. Nasse Felder, Gestrüpp, und ich wie ein Tourist im eigenen Lande.
Da gab es gar nichts zu sehen..viel seltsame Dekos in Vorgärten, die ich nicht fotografieren konnte. Sogar ein Skelett. Es roch nach Pferdemist und Schweinegülle. Die Weihnachtsbaumpflanzung. Immer wieder Haus zu verkaufen, ein Haus abgerissen, andere neu. Pflanzbottiche. Und dann der Freitagmittagverkehr. Niemand geht zu Fuß, es sei denn mal mit dem Hund. Eine lange Straße zieht sich durch den Ort, bis man endlich bei der kleinen Post angelangt. Da war noch Mittagspause bis Zwei. Und dann hatte ich nur 1,Euro 60 eingesteckt, also wirklich! Es fand sich noch der Notgroschen im handy. Der Brief ging ab. Ja ich hatte das Auto verliehen, sonst wäre ich nämlich zu bequem gewesen.
Ein echtes Erlebnis für meine Beine. Ich sollte mir öfter was Gutes tun.
Die Hühner sind noch eingesperrt, im Gegensatz zu mir.
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