Lichterfest

Wie Wünsche manchmal wahr werden…ich schrieb doch gerade noch von asiatischen Busbahnhöfen. Vom Dieselgeruch und so….Gestern fuhr ich ahnungslos Richtung Nachbardorf, als ich in die weihnachtliche Treckerparade geriet. Ach herrlich! Hundert Menschen säumten die Straße, es blinkte und lärmte und so voll habe ich den Ort noch nie gesehen.

Zig Teilnehmer hatten ihre Gefährte bunt geschmückt, schade dass ich die videos nicht zeigen kann. Trecker sieht man viel im Einsatz, das ganze Jahr über. Man hört und riecht sie. Man muss sie überholen auf der Landstraße. Und es gibt auch Oldtimer-Treffen, davon waren auch welche dabei.

Ich hatte das noch nie miterlebt und fand es toll. Nach einer halben Stunde ging es los durch andere Dörfer und ich konnte weiterfahren zum Bauernhof, wo unser Sonnenwendfeuer stattfand. Mehr als 20 Freunde sangen schon und es gab auch eine kleine Djembe-Trommelgruppe. Man stellte sich einzeln ans Feuer , warf ein paar Reiskörner hinein und sagte, wofür man dankbar ist.

Und einen Zettel mit dem , was man hinter sich lassen will, konnte man ins Feuer geben. Den hatte ich gestern schon geschrieben und es kam doch einiges zusammen! Von oben bis unten geräuchert wurde ich. Es wird kälter und so gab es keinen Nebel auf der Rückfahrt , die Landstraße ist schon sehr schwarz und nur der Golfplatz war hell beleuchtet, sicher hat das Hotel Gäste über die Feiertage. Aber spielen die nachts Golf?? Das sah sehr krass aus, das Echte und das Künstliche liegen nah beieinander. Nicht alles ist gut oder schlecht. Es ist.

Das schlimmste Buch

Meine derzeitige Retro und Antikliebe bei Büchern…hat mich zu einem Buch geführt, das eher peinlich ist, es gelesen zu haben. Fiesta Fatal (muss es nicht fatale heißen?) spielt auf Fuerteventura, und das war auch der einzige Grund, etwas daran gut zu finden.

Es ist von 2002, aber es tranportiert- wie schon auf dem cover ersichtlich, – ein Frauenbild der 50iger Jahre. Da geht es um Heiraten und Geld. Es ist eine Aschenputtelgeschichte, mitsamt allerlei Verdrehungen und reichen Erbtanten und ach, Lest es nicht. Nur die Beschreibung der Insel ist ganz gut. Wer trifft denn einen reichen Mann dort? Na ja manchmal, habe ich von gehört. Dann aber nicht mehr jung…

Der Katzenkrimi von Mrs. Murphy- wer kennt ihn nicht!- ist immer noch so gut, dass man ihn noch einmal lesen kann! Wer Katzen kennt, wird ihn lieben. Die klugen Tiere erzählen uns nämlich, wie sie über Menschen denken, und sie haben leider ganz recht.

Besonders gefällt mir der Aufkleber von DM 12,- auf dem cover, denn auch das ist ein Stück Geschichte, fast vergessen. Dieses antike Exemplar stammt aus den Neunzigern. Damals arbeitete ich auch das letzte Mal in einem Laden, und auf dem Biomarkt, wo ich noch in D-Mark kassierte. Ich mochte es sehr, das Bargeld. Es macht einen doch unabhängig! Alles, was uns unabhängig macht, ist wichtig.

Zu Zeiten von Sklaverei und Leibeigenschaft ist den Abhängigen Vieles verboten. Glaubt ihr, das sei Vergangenheit? Vielerorts eben nicht. Es sind deutsche Firmen, die solches anderswo praktizieren, wenn auch die Hochglanzfassade anderes zeigen mag in Werbevideos. Ich will mich ja nicht mehr aufregen, nein….Lachhaft ist das Argument von „Grünem Stahl“. Es gibt ihn nicht. Da werden Flächen abgeholzt, in Brasilien, um Eukalyptusbäume hochzuziehen, die dann anschließend zu Holzkohle gemacht werden, mit der dann Stahl erzeugt wird. Das ist so unglaublich. Aber wahr, wie die Doku auf arte ( finde sie nicht mehr) es zeigt, aber keinen interessiert es! Darum glaube ich nicht an die Klimarettungsnarrative, sie sind erlogen.

Mal abgesehen davon, dass genau dort den Einheimischen ihr Land einfach weggenommen wird. Grün ist hier gar nichts. Aber das ist ja gar nicht neu. Wie konnte das passieren, in den letzten Jahrzehnten!

Die Keksdose

Dieses Modell von VW Bus habe ich in echt nicht in Erinnerung. Aber die anderen, die seit einigen Jahren als Keksdosen im Umlauf und recht beliebt sind, schon. So tauchen diese alten Busse regelmäßig in Filmen auf, wo alte Hippies noch einmal ihren alten Träumen folgen . (Sogar im letzten Münster-Tatort, leicht ironisch natürlich) Es ist ehrlich gesagt, nicht sehr bequem in diesen Bussen. Aber als Symbol sind sie in unserer bequemen Gesellschaft nicht weg zu denken.

Mir steht der Bus für Reisen, Möglichkeiten, Freiheit. Ja, auch wir fuhren mal so ein Ding, bis Spanien. Damals kannte ich einen Autobastler. Ich muss gestehen, dass mich der Geruch von Diesel immer an Busbahnhöfe in Asien erinnert,…auch das keine bequemen Reisen. Aber aberteuerlich. Diese Pisten entlang steil abfallender Abgründe, mit Hühnern und Ziegen, in fensterlosen eiskalten Bergen.

In der Regenzeit rutschte auch mal einer ab. Das gibt es sicher immer noch, überall auf der Welt, und das ist mehr Realität als die bequeme Rentnerreise, auf der ich mich befinde. So eine Keksdose…

Drei Dinge

Diese schöne Übung habe ich bei Frau Querfühlerin gefunden, und habe sie mir für das letzte Jahr gedacht. Drei Dinge:- die mich weitergebracht haben, -die mir gut getan haben, -die mir Freude gemacht haben,- die nützlich für mich oder andere sind,- für die ich dankbar bin.

Ja. Es gefällt mir besser, als Dinge aufzuschreiben, die ich hinter mir lassen will, und dann den Zettel im Sonnenwendfeuer zu verbrennen- ein Ritual, was am Sonntag geplant ist. Ich will gar nicht so viel hinter mir lassen, da ist schon so so viel, hinter mir.

Aber auffallend ist es doch, dass mir gerade nichts einfällt- was mich weitergebracht hat. Was heißt das auch, weiter. Voran. Was Neues. Was gelernt. Ich kann zwar behaupten, das ein oder andere Buch, und der Film usw., hat mich weitergebracht, etwas zu erfahren, zu wissen…Aber dieses ganze angehäufte Wissen, was machte ich überhaupt damit?

Dinge , die mir gut getan haben, gibt es weit mehr als drei. Das ist ja auch wichtig. Sicher habe ich meinen Fokus darauf gelegt. Aber eine gewisse Unzufriedenheit hat ganz bestimmt mit dem Gefühl zu tun, nicht „weiter“ zu kommen. Da ist kein Ziel mehr, ich habe mich in Bescheidenheit eingerichtet. Freundschaft ist mir wichtig und ich achte auf meine Kontakte und den Austausch. Das habe ich früher zu oft vergessen.

Ich behaupte gern, ich habe keinen Ehrgeiz mehr. Ich will nichts erreichen, um wichtig zu sein, oder gut da zu stehen, anerkannt. Ich will reichen, wie ich bin. Das war tatsächlich ein sehr gutes Ziel. Und nun Stillstand? Hübsch aussehen, freundlich sein, das ist relativ mittlerweile…Ehrlich sein ist mir wichtig, aber nicht alles aussprechen….

Es war ein Jahr ohne Angst. Ohne große Angst so wie Retraumatisierungen oder Panikanfälle. Die kommen erst bei größeren Anforderungen. Und Einfluß habe ich darauf wenig, wenn die von Außen kommen.

Am Delver Koog. Ein Naturschutzgebiet an der Eider. So wie diese Landschaft wenig spektakulär wirkt, aber doch befreiend, weil sie nicht so voll und gewaltig ist, so ist das bescheidene Leben. Man darf da einfach stehen und gucken….

Was Verrücktes machen

Darüber sprachen wir gestern, das heißt raus aus dem alltäglichen Trott. Manche machen immer was Verrücktes, so wie Monika mit dem Straßentheater, dafür fertigt sie Kostüme und trommelt Leute zusammen und sie singt und erfindet kleine Stücke. Wir reden hier von Frauen über 60. Manche leben ja auch im Wohnmobil und eine andere Freundin hat sich nun ein Pferd gekauft, zum Reiten. Das ist nicht so verrückt, denn sie hat einen Hof und Weiden und Stall und so weiter.

Mit fällt gar nichts Verrücktes mehr ein. Alles verschenken und auswandern hatten wir schon, dann zurück mit 10 Katzen und ohne Wohnung hatten wir schon, und all dieses Verrückte hat viel Kraft gekostet. Es brachte mich aus dem Gleichgewicht. Vor allem wandelte es sich in einen Alltag mit kranken Katzen, von denen 5 oder 6 die Zähne raus operiert kriegen mussten .

Andere Menschen werden krank, derzeit. Es ist ein Trauerspiel. Wir feiern Weihnachten mit Freunden, die gerade ihre Eltern zur letzten Ruhe bringen. Manche sind auch so verrückt, ihren Krebs nicht mit Chemotherapie zu behandeln, und ich bewundere das. Verrückt ist ja schon die halbe Welt, was soll man da noch Verrücktes Schönes machen.

Füreinander da sein ist schon das, was gerade zählt. Naja, der Jakobsweg würde mich schon reizen, ist ja nicht verrückt…und dann mit allen zusammen…Wovon träumt ihr denn noch?

Trommeln

Es gibt immer wieder workshops zum Trommelbauen. Finde ich schön. Ich mache es nicht selbst, ich habe sie aber bemalt. Das soll eine Flussseeschwalbe sein, die aber eher wie ein Geistvogel in die andere Welt für mich aussieht. In Erfde gibt es Trommelreisen auf dem Hof Sinnvoll, lese ich. Das ist hier nicht so häufig, und oft muss man weit fahren. Es interessiert mich. Zugezogene kaufen einen Riesenhof und machen ein Seminarhaus daraus. Meistens scheitern sie am fehlenden Interesse.

In letzter Zeit nehme ich die Trommelreisen aus youtube, und ich schlafe regelmäßig dabei ein. Von wegen Reisen. Ich kannte das mit Bildern wie in einem Film, und auch meine Träume waren immer lebhaft. Es gab Zeiten, in denen ich jeden Traum, vier in der Nacht, genau aufschrieb. Das ist länger her. Ich weiß, dass ich tolle Träume habe, ich erlebe immer so viel, mit Menschen, fantastisch- aber erinnern kann ich mich nicht mehr! Ich erwache von kleinsten Geräuschen hier, ein schnaufender Kater kommt rein, der Nachbar geht zur Arbeit, eine Katze frisst Trockenfutter und es knackt leise dabei…

…Und weg ist der Traum. Die ganzen Hefte, wo ich es mal aufschrieb, habe ich auch nicht mehr. Ich habe die der letzten sechs Jahre, und wären es mehr, würden sie ein ganzes Zimmer füllen. Weg, vorbei. Irgendwo im geistigen Raum wird ja alles aufbewahrt. Man nennt es Akasha-Chronik, und wer weiß, vielleicht sind meine Träume auch ein Lesen in dieser Chronik, in der Menschengeschichte und anderen Inkarnationen, auf jeden Fall aber in einer solchen Fülle, dass der kleine Verstand das niemals erfassen kann. Selbst aus wordpress kann ich nur einen kleinen Teil der Geschichten und Ideen mitnehmen. Und – wir gucken Fernsehn. Das habe ich früher nie gemacht, aber ich liebe gute Bilder. Gute Filme gibt es auch. Viele Leute sind daran beteiligt, sie umzusetzen.

Im nächsten Jahr versuche ich es mal mit echten Menschen, nehme ich mir vor.

Wintervogel

Nun, welcher das nun genau sein soll, kann ich nicht sagen. Ich habe schon Rotkehlchen und manchmal einen Gimpel. Aber dies könnte auch ein ausgedachter Fenstervogel sein, die Bilder sind nicht vom NABU. Die schicken mir auch immer mal welche, für deren Lebensraum ich spenden sollte.

Ja, aber ich mache das ja anders. Abgesehen von Katzen Nr. 1 und Hunden Nr. 2 gehört mein Herz den Vögeln. Ich habe das Glück, dass es hier so viele davon gibt, sogar Möven, Kraniche, und heute auf dem Wege durchs Dorf ließ sich ein Bussard fast vor dem Auto nieder, er hatte da etwas entdeckt.

Ich füttere, und das ist ganz schön teuer geworden! Jemand schenkte mir diese Futterstellen, die man hoch aufhängen kann, und da gehen solche Mengen hinein! Die hören erst auf, wenns leer ist….

Meisen, Spatzen, Kleiber, ein Eichhörnchen kommt vorbei. So oft bedauere ich, von den hohen Bäumen umgeben zu sein, im Schatten und quasi wie eingesperrt mein Blick. Ich hätte so gern eine offene Landschaft vor der Nase. Ich bin lieber am Wasser als am Wald. Aber das ist nun mal der Lebensraum der Vögel. Und es gibt immer etwas zu sehen. Ein Fasan schleicht sich herbei. Bei der kleinsten Bewegung rennt er laut schimpfend durch die Luft, bis er endlich abhebt.

Die Hühner aber müssen offenbar drinnen bleiben, in ihrem Waggon. Da drängeln sie sich viel zu eng, sonst sind sie immer draußen. Es gibt da so ein Häuschen, wo man ihre Eier kaufen kann, am Automaten! Die sind gut, frisch. Ich würde niemals mehr Eier im Supermarkt kaufen.

Max am kleinen Katzenfriedhof. Ein bisschen sieht es ja auch so aus, mit all den Koniferen. Das war vor 10 Jahren alles schon da. Aber irgendwie-kleiner.

Max ist so glücklich draußen. Besonders wenn ich den Staubsauger zücke, ist er weg- wie alle anderen auch.

„Rund um Weihnachten“

Päckchen packen! Ich reise nicht zur Familie. Ein Teil davon ist in Köln, der andere in Berlin, und meine Schwester um die Ecke. Wir feiern hier vielleicht noch die Sonnenwende am Feuerplatz mit. Es gibt da eine Singgruppe und da wird immer gesungen. Weihnachtlich wird es nicht bei mir, aber freundschaftlich. Wir rätseln noch am Menu herum. Eigentlich kommen da am Heiligen Abend immer nur Männer und alle essen Fleisch. Die Frauen haben Kinder und Enkel und sind ausgebucht. Ich habe keine. Alleine habe ich diese Tage auch schon verbracht, das war nicht immer schön. Aber schöner als bei meinem alten Vater doch. Er war mir schon immer zu anstrengend, das hat mit Alter nichts zu tun.

Er ist ja nicht allein. Man kann das schwer beschreiben, aber das Weihnachtsfest dort war mir immer schrecklich. Mit Überforderung hat das wohl zu tun. Mit Unehrlichkeit und Getue, Schauspielerei und Materiellem. Ich bin denen jedenfalls auch zu anstrengend, und so akzeptiert man mein Wegbleiben seit Jahrzehnten…Die Einzige, die wirklich in die Kirche ging und an Jesus glaubte, war seine Mutter und das ist nun schon 50 Jahre her.

Ich weiß noch sehr gut, als ich 5 oder 6 jahre alt war, da waren wir ja noch sehr aufgeregt und durften dann ins Wohnzimmer, wo der Weihnachtsmann zwei große Puppenwagen gebracht hatte mit großen Riesenbabys und ich war offenbar so überwältigt, dass ich verstummte und an die Decke guckte. Oma meinte, das Kind ist krank! Ich hatte wochenlang Puppenwagen gezeichnet und konnte wohl nicht glauben, dass das Wünschen gewirkt hatte!

So etwas vergesse ich nicht. Und auch später: immer war alles etwas zu groß, zu schwer, zu teuer, …und nie das, was ich gewollt hätte…Doch auch gab es schöne Pullover, selbst genähte Kleider, gute Bücher. Als ich schon über dreissig war, bekam ich ein Paket und brach in Tränen aus. Weil es zu viel war, für meine Nerven.

Ich machte die Fotografenlehre und alle Wünsche drehten sich um Kameras. Und da kam dann eine an- mit mindestens fünf Objektiven dabei- damals war nichts digital. Ich hätte mich so gefreut über eine Kamera mit einem Objektiv. Und mehr konnte ich nicht bewältigen. Kann man das verstehen? Ich habe die auch nie benutzt….

Große Wünsche und große Geschenke machen mir Schuldgefühle. Denn nichts ist umsonst. Immer muss ich klar stellen, dass ich nicht nice bin. Ich bin zu ehrlich. Das muss sein. Ich kann mich aber unendlich freuen über kleine schöne Gesten und davon gibt es mittlerweile auch genug . Ich mache auch gerne kleine Geschenke. Wenn ein paar Katzenleckerli mit im Päckchen sind, freut mich das so! Es ist Aufmerksamkeit.

Wenn dann noch jemand Katzensitter spielen würde, damit ich mal verreisen kann, das wäre das Beste.

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