Retraumatisierung

Aus einem gewissen Abstand heraus kann ich erkennen, wie das Eine zum Anderen führt.

Da alle Beteiligten traumatisiert sind durch frühere Ereignisse, und die Reaktion eine überschießende Emotion ist, die einen jeden in einen Raum jenseits der Realität katapultiert, ohne dass er in dem Moment viel dagegen machen kann. schaukelt es sich gegenseitig hoch.

Das heißt, JEDER fühlt sich bedroht. Er versucht sich Beistand zu holen.

C. fürchtet, dass ein Brand ausbrechen könnte, das hat er schon erlebt, und dringt wutschnaubend in einen Raum ein. Den geschützten Raum von A. der gerade aus dem Schlaf erwacht oder anders vollkommen überrascht wird und daraufhin eine zunächst verständliche Reaktion auf die Bedrohung und Beschimpfung zeigt, die das Ganze eskaliert.

A. weitet die Beschimpfungen aus, lässt andere daran teilhaben und jeder beschuldigt den anderen, bis hin zu Erpressungen und äußersten Androhungen. K. soll das ganze mitgeteilt werden, weil C. nicht reagiert- er beantwortet die für ihn erlebte Gewalt mit Starre. K. ist wiederum selbst traumatisiert von Beschimpfungen und früherer Gewalt und erlebt jetzt auch eine Retraumatisierung. Verständlich wird das Ausmaß der Beschuldigungen nun nicht mehr.

Es hält sich auch nicht mehr an die Wahrheit, was immer das ist. Keiner kann diese sehen. K. erlebt Schmerz wieder , der ihr früher zugefügt wurde. Sie lehnt daraufhin Kontakt zum Schimpfenden ab. Manche Leute können nicht ermessen, welchen Schaden verbale Attacken und Worte auslösen können bei jemandem, der das alles für Wahr hält. Bei jemandem, der das jahrelang ertragen hat, mit psychisch kranken Menschen, denen das ihrerseits einst angetan wurde, – wer ist Täter?

Der Auslöser ist es jedenfalls nicht. Ob man sich weiter in einem ungeschützten Umfeld bewegen möchte, wo das jederzeit wieder passieren kann, ist fraglich. Aber vermeiden kann man solche Auslöser im Leben auch nicht. Vielmehr scheint es auch so, dass sich traumatisierte Menschen um eine Auflösung des sie in einem Bann haltenden Erlebten bemühen, leider oft auf ungeeignete Weise.

Wir alle haben versucht, überschießende Emotion mit Alkohol, Drogen, mit Dissoziation und Flucht, mit Rückzug von anderen Menschen in den Griff zu kriegen. Ja auch mit jahrelanger Therapie, mit professioneller Hilfe, manche aber auch mit Wiederholung potenziell gefährlicher Situationen, um eine Lösung zu bewirken. Das ist vielen Fällen allerdings völlig unbewusst und in Unkenntnis der eigenen Betroffenheit, die ja teils abgespalten ist, oder in Panikzustände mündet.

Das kann natürlich dazu führen, dass man Unfälle oder Zerstörung unbewusst „erschafft“. Diesen Umstand sehe ich persönlich, obwohl er auch auf ganze Gruppen und die heutige Welt durchaus übertragen werden könnte.

Da ich alles gerade erlebt habe, und Tage brauchte, um wieder aus dem Angstzustand herauszukommen, denke ich, jeder muss damit bei sich und seinem Umfeld bleiben. Es nützt nichts, wenn zur Entlastung weit entfernte Feindesbilder angegiftet werden.

Als Gift empfinde ich die entsprechende Sprache, in der sich Hass ausdrückt, der sich aus Verzweiflung und Ohnmachtsgefühlen entwickelt. Denn ich spüre direkt körperliche Symptome, die krank machen auf Dauer. Auf Dauer habe ich es erlebt bis zu einer offiziellen Angststörung. Ein Bewusstwerden darüber kann man erlernen, jedenfalls manche Menschen, die das wollen. Wer aber bereits krank ist, kann nicht immer das Rad zurück drehen.

Es fördert nicht das Vertrauen in andere Menschen. Man muss nun immer „auf der Hut“ sein. Andererseits sucht man auch Menschen, die einen verstehen. Die einen akzeptieren mit diesem Schaden, den man hat. Und da findet man eben jene, denen es mehr oder weniger genauso erging und die leider weder konfliktfähig noch kommunikationsbereit sind. Leider befinden sie sich auf ständiger Flucht. Die Emotionen sind ja oft kaum auszuhalten.

Von den sogenannten Normalen ist aber auch kein Verständnis zu erwarten. Ich weiß, die Begriffe krank, normal und Schaden sind etwas abstrakt. Es gibt Leute, die völlig normal erscheinen, aber statt ihre Wut auszudrücken stattdessen ihr Auto in einen Graben lenken oder andere Katastrophen produzieren. Daran sind sie natürlich nicht schuld…Das Wort Schuld wird ohnehin völlig überbewertet. Wem nützt es überhaupt, wenn eine Schuld festgestellt wird ? Wer hat Schuld, wenn solche Menschen ganze Länder ins Unglück stürzen, weil sie sich permanent bedroht fühlen?

Verstummen ist auch keine Lösung. Es verringert aber die unmittelbare Gefahr. Angemessene Grenzen, auch in der Sprache empfinde ich als wichtig. Auch wenn man ein Virtuose in Wortgewaltigkeit und Boshaftigkeit ist, ist man kein Geigenspieler, sondern ein Panzer, der andere überfährt. Vor allem verkennt man, dass andere dieser Sprache gar nicht mächtig sind, sie auch nicht entsprechend der Absicht verstehen.

Meine Lösung befindet sich auf geistiger Ebene. Nicht Denken, sondern spirituell betrachtet gibt es dort die Energiebewegungen und nicht selten auch entsprechende Energiewesen, die für mich ebenso real sind und selbst erschaffen sein können. Von höherer Ebene, und das kann auch Beten sein, whatever, kann die niedrigere Ebene bereinigt werden. Das kann man ganz im Stillen versuchen.

Auflösen

Diese Dokumentation https://www.arte.tv/de/videos/094460-000-A/johatsu/ finde ich spannend.

„Die sich in Luft auflösen“- authentisch auf japanisch erzählt mit deutschen Untertiteln. Tatsächlich bin ich erstaunt, wie viele Menschen dort verschwinden. Sie verschwinden heimlich aus ihrem Leben und lassen alles zurück. Das hängt mit der Art der Gesellschaft zusammen, in der strenge Regeln herrschen, Hierarchien, und wer immer einen Fehler macht, wird getrieben, sich vor der Schande zu verstecken- oder sich umzubringen. Das hat eine lange Tradition aus alten Kriegerdynastien.

Nun, wer denkt nicht manchmal, wie das wäre…alles dalassen und neu anfangen. Ich habe es mal gemacht. Aus dem Grunde bin ich dann auch in Japan gelandet und habe es ein wenig miterlebt. Solange ich für Monate im Gästehaus im Stadtteil Mejiro von Tokio lebte, traf ich dort interessante Menschen. Straßenmusiker aus Europa, Vietnamveteranen, Israelische Bilderverkäufer und uns hostessen, die ihr Geld für das weitere travellerleben in Asien verdienen mussten. Legal war das nicht als Tourist. Aber wir waren nicht verfolgt. Es waren die achziger. Und im Gästehaus wurde diskutiert, über Politik und Israel, damals. Es wurde in der gemeinsamen Küche getrunken, gegessen, gefeiert. Und dabei war auch ab und an ein Japaner, Norio. Er war Übersetzer und wir tranken so manches Bier zusammen. Leider hatten wir davon oft zuviel. Weshalb er kein japanisches Leben lebte, weiß ich nicht und ob ich es jemals erfuhr.

Sich einfach auflösen- heutzutage dürfte das nicht einfach sein. Und deshalb haben diese praktischen Japaner auch eine Firma, die einem dabei hilft! Oder mehr als eine.

Ich muss immer kichern bei dem Wort „auflösen“.Es ist das Lieblingswort der Heilerszene und der Spirituellen. Die wollen nämlich auch ihr altes Ich in Luft auflösen. Die alten Traumata, die Gewohnheiten, die Bindungen. Naja, alles was einen so werden lässt, wie man ist, soll „aufgelöst“ werden. Ich weiß natürlich. dass es geht, den Schmerz zu lösen und vieles hinter sich zu lassen. Nur so, wie ich es damals gemacht habe, mit Weglaufen und Sucht, ging es natürlich nicht. Ganz im Gegenteil hatte sich da ein Haufen mehr davon angesammelt.

Man kann also davon ausgehen, dass die Menschen nicht unbedingt glücklicher dabei werden. Es sei denn, sie flüchten tatsächlich vor Gewalt. Und vor einer unerbittlichen Gesellschaftsstruktur, die einem keine Chance lässt, sich weiter oder anders zu entwickeln als vorgesehen.

Und das ist die Frage: wer hat das eigentlich vorgesehen? Die unsichtbaren Grenzen, die sind schon längst überholt. Und manchmal…ach. Es wär auch nicht schlecht, mal auf dem Jakobsweg zu laufen oder so was.

Fundbücher

Ein interessanter Fund in der Bücherecke, zwischen all den entsorgten Kochbüchern und eher alten christlichen Ratgebern: Florinda Donner-Grau? Auch das ist nicht neu, das ist mir klar. Offenbar ist sie schon in den Neunzigern verschwunden, nach Carlos Castenedas angeblichem Tode.

Ich habe immer versucht, ihn zu lesen, aber gestehe, dass mich das nur verwirrt hat. Mit ihr ist es ähnlich, obwohl die Sprache mir sehr viel verständlicher ist. es geht ja um das Gleiche, nur eben bei den Frauen. Geht es um Schamanismus? So einfach kann ich das nicht beantworten. Jedenfalls nicht um das, was uns heutzutage angeboten wird, mit Krafttiersuche und Trommelgruppe. Da handelt es sich eher um Kindergarten.

Aber was diese Tolteken da machten,- es bleibt ein Rätsel,- es ist für Eingeweihte, solche, die sich komplett in die Traumwelt hineinbegeben, weil sie die Fähigkeit dazu besitzen. Es lässt sich schwer beschreiben, und andauernd weiß sie nicht, ob sie träumt oder wach ist oder vielleicht ist sie auch auf Peyotetrip. Wer weiß das denn. Im Grunde ist es nicht wirklich interessant, wenn man das Geheimnis nicht lüftet. Da die Lehrer dieser Kunst sich teleportieren können, auf höchster Stufe von Transformation arbeiten, ist das auch nicht primitiver Schamanismus, was Leute sich so vorstellen.

Manches kann man sich auch wie eine Psychose vorstellen. Eine vollkommen anders erlebte Wirklichkeit. Ist nicht schön, wenn man da nicht mehr herauskommt. Also wenn Leute da unvorbereitet und ohne Begleitung und unter Zuhilfenahme von Drogen hineingeraten, kann das böse enden.

Gestern noch hörte ich einen Vortrag von Gabriel Cousens, der deutlich machte, dass sich dabei das Gehirn verändert und Besetzungen möglich werden von Entitäten, also Fremdseelen oder Wesen, die den Ungeschützten benutzen. Ich finde es sehr gut, dass solches in Betracht gezogen wird von Heilern und in diesem Falle ist das sicher ein selbst Eingeweihter, der über die vielen Fallen Bescheid weiß. https://frankfurter-ring.de/referenten/cousens-gabriel/

Erstaunlicherweise scheint er in der Schweiz zu praktizieren. Hätte ich ihn nicht in der MathiasBerner Akademie entdeckt, hätte ich Zweifel. Aber so bringt mir das erheblich mehr als die alten Castanedabücher. Man kann aber tatsächlich Einweihungen bekommen, die man gar nicht als solche erkennt, wenn man verwirrt ist und in seiner Kultur auf nichts vorbereitet wird. Das sage ich aus eigener Erfahrung. Dann dauert es Jahrzehnte, um das zu integrieren und ein paar Lehrer sind hilfreich. Klare Lehrer.

Spiegel

Das Sonnengesicht – es ist auf einem Khuya eingeritzt, ein heiliger Stein aus einer peruanischen Tradition, der nun auf meiner Mesa liegt. Mit anderen Steinen. Das Gesicht spricht mich natürlich besonders an. Es macht ihn persönlich. Andere mit ihren Gesichtern und Geschichten spiegeln meine Empfindungen, und durch deren Worte finde ich manchmal zu meinen eigenen. Ich lese einige Frauen, die durch schwierige Lebensbedingungen gehen, und das sind nicht die von Hunger, Durst, Kälte. Es sind innere Brüche, die bei einem Aufruf von Konflikt wieder auftauchen, alter Schmerz, der einen plötzlich überfällt. Also es ist kein Wunder, wenn man Angst vor seinen Gefühlen bekommt.

Ich kenne schon Menschen, die für alles ihre Umwelt verantwortlich machen und Rücksicht erwarten für ihren speziellen Zustand. Das lässt sich nicht realisieren. Ich war einmal so, und auch heute wähle ich sorgsam, in welche Felder ich mich begebe. Ich werde da dennoch manchmal besonders an das erinnert, was ich früher nicht so richtig gemacht habe.

Vor allem bin ich schnell verwirrt, wie denn etwas gemeint ist. Ernst oder Spaß? Für mich ist das ganz und gar nicht lustig. Denn das Gefühl ist schneller als die Frage. Solche „Späße“ können mich einen ganzen Tag aus dem Gleichgewicht bringen. Genau aus dieser Angst heraus habe ich überzogen reagiert, habe ich abgewehrt und versucht, zu kontrollieren, weil ich weiß, was mit mir passiert.

Ich bin ganz dankbar für Worte, die das beschreiben mit Ohnmachtsgefühl.

Was mir hinterher hilft: Diese kleinen ganz einfachen Rituale, die schamanische Tradition überall auf der Welt bereit hält. Manchen hilft Religion, Beten und das ist nicht ganz mein Weg. Das erfordert meist eine Anpassung an Dogmen und Verhalten, das nicht zu mir gehört. Macht wird auch da von Menschen ausgeübt.

Ich möchte im Austausch mit stärkenden Kräften sein, das sind nicht Menschen. Ehrlich, in Menschen finde ich so wenig Halt. Da bin ich wohl nicht die Einzige, deshalb gibt es wohl Wege, die zahllosen Wege, die Menschen gesucht haben, um eine andere Perspektive zu bekommen.

Es gibt Übungen, sich mit der Sonne zu verbinden und vieles mehr. Kunst, Singen, Natur. Ohne den Ehrgeiz, etwas gut zu machen, oder es für andere zu machen. Ich bin ein Sonnenkind.

Alter, …

Talking about high sensitivity – wird das besser mit dem Alter? Die Sinne werden nicht besser. In diesem Fall ein Gutes. Ich wundere mich, dass ich neuerdings hard rock bands zuhören kann, ohne schreiend davon zu rennen. Es kommt auch öfter vor, das anhören und tanzen, weil der ein oder andere Freund in so einer band spielt, oder singt, dann geht man da auch hin. Wir sind ja überhaupt im Lande von Wacken, und diese Musik hat hier viele Fans.

Ich glaube aber nicht, dass meine Ohren deshalb schlechter geworden sind. Ich höre immer noch eine Maus schreien. Leider, denn das tun diese, wenn eine meiner Katzen sie mit herein bringt, und vor dem Tode noch eine endlose Jagd veranstaltet. Fragt nicht, wie viele Mäuse ich schon gerettet habe….

Ich höre Vögel singen, den Wind und Wasserhähne tropfen. Ich achte auf Geräusche, denn es ist hier nicht laut in meiner Sackgasse. Wenn es aber plötzlich kommt, so wie ein heftiger Donnerschlag oder diese unsäglichen Tiefflieger von der Bundeswehr, dann ist das so ein Schreck, dass ich schreie.

Früher habe ich zu laute Musik als Gewalt, als Angriff gewertet. Das erste Mal auf einer Goa-Party bin ich davongerannt. Ich war traumatisiert von Techno. Vielleicht haben sich meine Nerven erholt, ich weiß es nicht. Ich habe nicht mehr so viel Angst. Ich war auch mal irritiert von all den schwarz gewandeten Menschen, die das Teufelshörnchenzeichen machen, und konnte nicht annähernd begreifen, was die da tun. Nach Wacken kriegt mich trotzdem keiner, ist ja eh fast unmöglich, da Karten zu kriegen.

Nun, ich denke, diese Musik hat eine Wirkung: Man denkt an nichts anderes mehr! Vermutlich ist es das, was alle wollen, das Denken wird abgestellt für ein paar Stunden, ein Wochenende gar. Und das ist nicht schlecht. Die Menschen sind allesamt gut drauf, auch nicht abgestumpft und böse.

Mal vergleichsweise unaufgeregt, so wie alle im Norden, alle auf dem Land meistens. Emotionale Ausbrüche sind ein Zucken des Mundwinkels. Nun ist das aber nicht die coolness, die ich mir immer gewünscht habe, als ich ganz jung war. Da musste man cool wirken, unbeeindruckt, und das war nicht gerade leicht. Ich konnte aber so tun. Nein, ich glaube , durch schräge Lebenserfahrungen wird man einfach so, – gut, wieder was passiert, ach. Nun habe ich mich dran gewöhnt, und was würde ich jetzt in Spanien machen, wo aus jeder Mücke ein Elefant wird…

Medizinrad

Gerade am Samstag nahm ich an einem workshop teil, in dem mit Hilfe des Medizinrades und der Geburtsdaten , mit inneren Reisen noch wichtige Themen bewusst werden und wenn möglich auch bearbeitet.

Da kommt es also: Das Schuldthema. Vielmehr das Schuldgefühl-Thema, das ich ständig mit mir herum trage und welches mich dazu bringt, viel für andere zu tun, mehr zu geben als zu nehmen, – was wiederum anderen Schuldgefühl erzeugen kann…

Bei kranken Tieren ist es so eine Sache: Ich bin hilflos, doch aus Erfahrung ist es meist der Tierarzt auch. Er tut nur anders und es kostet viel Geld, zu wissen, warum man jetzt nichts mehr machen kann.

Gestern sah ich dann noch einen guten Film, “ Die Tote vom Jakobsweg“, in welchem das Thema Schuld eine große Rolle spielte. Besonders das katholische Umfeld in Santiago de Compostela war meisterlich dargestellt, ein interessanter Ort für so einen düsteren Film. Zwar mit deutschen Schauspielern, doch gut gemacht. https://www.tittelbach.tv/kritiken/die-tote-vom-jakobsweg/ (Echte spanische Filme thematisieren oft Dramen, familiäre Dramen, und es kommt dem sehr nah)

Auch auf dem Jakobsweg zu pilgern, ist für viele ein Weg um Vergebung zu bitten und kann mit echter Schuld einhergehen. Aber wie lässt sich diese definieren. Selbst wenn uns von Kindheit an Schuldgefühle antrainiert werden, sicher ist das mit narzisstischen Elternteilen, dann haben diese auch nur bedingt Schuld- wenn sie ihre eigenen Schuldgefühle komplett nicht ertragen können und sie projezieren nach Außen. Sie wissen es nicht und lernen es nicht.

Wir haben nun beschlossen, die Medizinradreise zu einer Jahresgruppe zu machen, eine gute Gelegenheit, viele Aspekte über die Steine zu beleuchten und sich zu kennen. Der Steinkreis ist in der Ponywiese eingelassen. Die Gastgeber machen selber mit, unermüdliche coworker für unsere Gruppen.

Sogar eine Jurte wird nun angebaut.

Das Bild vom dem Büchlein entspricht nicht ganz dem unseren Rad, ist aber ein schönes Zusatztool.

Dein persönliches Indianerhoroskop„, Kenneth Meadows, Flechsig, 2004. Wir arbeiten auch noch mit dem Aszendenten. Die Struktur wird hier gut erklärt und wunderschöne Illustrationen machten einen Klassiker daraus.

Buch: Bücherberge

Der diesjährige Dorfflohmarkt- wir sind ein sehr kleines Dorf- ist gelaufen. Mit einem Freund radelte ich durch die Straßen, es zieht sich längs weil soviele Wiesen, Pferdehöfe und ein freilaufender -Hühnerstall dazwischen liegen. Und nun ziert ein sagenhafter Stapel von 13 ungelesenen Büchern mein Heim! Ich bin schon dabei, und erfreue mich an einem Klassiker des Krimis, zumindest ist er so geschrieben, er spielt in Paris, ist von einer Frau und erinnert mich an Fred Vargas, die Meisterin des Pariskrimis. „Kommando Abstellgleis“ Ein Fall für Kommissarin Capestan, von Sophie Henaff ,Penguin Verlag. 2018 .Es gibt sogar einen zweiten Band. Also gar nicht alt, aber es vermehrt die Riege verrückter, versoffener und anderer Außenseiterpolizisten, die hier in einer Einheit zusammenarbeiten sollen, bzw. einfach aus dem Weg sein.

Sonderlinge sind schon die Lieblingsprotagonisten aller Romane, nicht wahr. Was wäre auch langweiliger als das normale. Das allerbeste Buch überhaupt, tief zu Herzen gehend, ist mir ausgeliehen worden von einem sehr sensiblen Freund: „Für Polina“ von Takis Würger, in dem es eben um einen hochsensiblen Pianisten geht, aus dessen Sicht die Welt eben nicht einfach zu bewältigen ist, und die Liebe…einfach wunderschön zu lesen, sprachlich auch, und niemals nullachtfuffzehn. Dabei dachte ich erst, oh nein, so was Schweres will ich jetzt nicht….

Doch dann ist es seltsam, dass ich die beiden Bert-Hellinger – Bücher, die ich schon kenne und lange studiert habe, enorm interessant finde, und mir wieder zulegte! Eine Seltenheit, doch bei der Praxis einer Rückentherapeutin zu finden. Sie drehen sich immer um schwere Schicksale, und ungewöhnliche Lösungen. Das ist alles alt, Hellinger ist verstorben, aber ich denke, seine Saat ist aufgegangen.

„Ordnungen der Liebe“, Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Knaur, 2001

Zweierlei Glück“ von Gunthard Weber Hrsg., Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers,Auer,2001

Ja, die Themen der meisten Romane sind menschliche Verwicklungen, Entwicklungen und vor allem Bewältigungen von Schicksal. Über jedes Dorf könnte man vermutlich einen spannenden Roman schreiben. Wenn ich denn die Ausdauer hätte.

Stimmt oder nicht

Menschen, die „nicht stimmen“, sind neuerdings ganz schnell wieder weg bei mir. Sie behaupten zwar, dass etwas mit mir nicht stimmt, aber glücklicherweise gibt es doch stimmige Kreise, in denen ich passe, und sie nicht. Oder so. Es ist wohl wie mit dem Instrumente stimmen. Es hat gar nicht so viel damit zu tun,die gleichen Lieder zu singen. Beim Singen geht es, wir tönen nämlich oder singen Mantras, die jeder kann. Es gibt sehr eindrucksvolle Stimmen, die beim Singen überzeugen, doch wenn es um Belehrungen geht und Politik, dann tönen sie schief. Oder sind ganz still. Das ist auch nicht verkehrt! Ich muss keinen mehr überzeugen von irgendwas, aber ich stehe fest und höre sehr genau, ob wo was nicht stimmt.

Manchmal macht so ein gemeinsames Erlebnis von Stille und von Musik gleichermaßen richtig erfüllt und glücklich! So ein Kreis kann auch schützen und hat ja einen eigenen Geist, einen Raum und dafür bin ich so dankbar.

Die andere Musik, die zum Tanzen, wild und progressive, von früher zu Zeiten, als wir dachten, alles sei uns noch möglich, die Freiheit lag vor uns- die macht, dass ich mich jung fühle! Nun war ich damals als ich jung war, keineswegs besonders glücklich, und mit der heutigen Erinnerung daran kann vieles heilen, neu aufgeladen mit der besseren Erfahrung, die Musik reicht in Räume des Unbewussten, Nicht Denkens, und tut dort ihre Wirkung. Ich schätze diese Wege sehr, die ohne Worte Heilung tun.

Labyrinth

Da einige hier ihre Bilder der Energie und Bewältigung zeigten, mag ich auch noch mein letztes zeigen. Es ist eine Art Labyrinth geworden, ohne Planung. Daher versuchte ich mit dem Bleistift zu sehen, ob es überhaupt einen Weg zur Mitte gibt. Von außen fand ich ihn nicht! Aber vom Zentrum aus kam ich heraus. Das ist sinnbildlich ganz sinnvoll. Das Gewirr und die vielen toten Enden von richtig erscheinenden Wegen in der derzeitigen Weltlage…

Nach der Colorierung des Bildes erinnert mich die Mitte aber auch an eine Gebärmutter, Geburt, ein geschützter Raum, etwas in Entstehung. Es wird genährt. Das alles sehe ich hinterher, nach dem Zeichnen. Das freie Meer außen herum , es würde wenn ich weiter machte, alle Formen ausfüllen. Von daher ist es eigentlich nicht ganz fertig. Aber das soll so sein.

Ich denke auch, die Entstehung neuer Welten ist noch nicht fertig, ist nie fertig.

Wie schön, dass wir hier im Kleinen – wie oben so unten- das nach und mitgestalten können und wie tief es nach Innen reicht in unseren Innenraum.

Das neue Jahr soll ja manche Wirren mehr bringen, damit Menschen das Wahre erkennen,- eigentlich ein Widerspruch. Ein Feng-Shui Master kann es besser erklären. Sicher wüsste er auch in welche Himmelsrichtung mein Bild am besten passen würde.

Ich suche noch die Einhandrute, mal wieder verlegt, ich verbringe viel Zeit mit Suchen und Finden.

https://youtu.be/6OV3hc7BgTc?feature=shared

Wiki:Labyrinth bezeichnet ein System von Linien oder Wegen, das durch zahlreiche Richtungsänderungen ein Verfolgen oder Abschreiten des Musters zu einem Rätsel macht. Labyrinthe können als Bauwerk, Ornament, Mosaik, Pflanzung (u. a. Maislabyrinth), Zeichnung oder Felsritzung ausgeführt sein. Darüber hinaus wird der Begriff im übertragenen Sinne verwendet, um einen Sachverhalt als unüberschaubar oder schwierig zu kennzeichnen.

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