Ich las ein Buch

Es regnet! Ich hoffe nur, es wird richtig stürmisch, damit die Nachbarn, wenn sie betrunken sind, nicht so viele Raketen und Böller abfeuern. Katze Martha will jetzt schon bei jedem Knall in den Keller, Max ist auch nervös. Meine alten Katzen hatten nie Angst. Shiva wird bei jedem Knall bellen und das ist noch schlimmer…

Und ich lebte tagelang ohne ein Buch. Dann ging ich in den Supermarkt, auch da gibt es Bücher, die ich normalerweise nicht mag. Fitzek und Konsorten, solche. Aber dann, in der Ecke mit ein paar Mängelexemplaren, fand ich das richtig gute Buch.

„DAD“ von Nora Gantenbrink, 2021,Roman, rororo.

Es ist ein trauriges Buch über einen Hippievater. Von der Tochter geschrieben. Das Thema gab es auch schon in „Yoga Town“, über das ich dann doch nicht schrieb, weil es mir nahe ging. Das war auch aus Sicht der Tochter geschrieben, noch viel komplexer, und bei beiden geht es um die Frage der Kinder, was ihre Eltern bloß an dieser Hippiezeit fanden, wie sie das erlebten, und warum sie so wurden. Es klingt ein wenig wie eine Krankheit, die natürlich durch die Drogen und so weiter auch bestand.

Aber andrerseits geht es da genau um die Leute, die ich mein Leben lang kenne. Ich weiß, dass Kinder von Hippies nicht besonders glücklich damit waren. Ich bin dann manchmal froh, dass ich keine habe.

Aber es geht auch um mehr, – das eigene Leben leben zu können. Auch die Tochter muss es lernen. Es geht um ungewöhnliche Charaktere, und vor allem das Normale in einer spießigen Provinz. Aus der auch sie entfliehen muss. Das Buch ist wirklich tief und manchmal, ja manchmal ist auch gar nicht mehr dahinter. Kein Geheimnis. Was wir erlebten, läßt sich gar nicht erklären, weitergeben, verstehen.

Diese beiden Bücher machen es ganz gut. Aber wo schreiben wir darüber,…

Wahlfamilie

Nun bin ich also die „Oma“, bei der sich alle Mühe geben, einen harmonischen Festabend zu verleben, und es hat auch geklappt. Es gab verschiedene Differenzen zu umschiffen. Ich stand zwei Tage in der Küche, Familie war übrigens nicht dabei. Keine Kinder, Eltern, Schwester. Sondern eine zusammengewürfelte Gruppe unserer Freunde, die sich jedes Jahr so wiedertreffen. Man kann das eine Wahlfamilie nennen, so wie manche auch von Wahlheimat oder zweiter Heimat sprechen. Da trifft man ja wirklich eine Wahl. Bei den Freunden, wie kommt es bloß.

Einige von ihnen hatten im letzten Jahr eine neue Liebe gefunden, die aber schon wieder passe war. Alle sind singles, bis auf c und mich natürlich, die wir uns sechs Jahre kennen und in der Zeit die verschiedensten Lebensräume zusammen versuchen zu vereinen.

Ich brauche immer jemanden, der die Unterhaltung schmeißt. Dafür gibt es eine perfekte Freundin, die allerdings nach drei, vier Stunden sehr anstrengend wird. Aber so mögen wir sie. Ihr Vater war vor drei Tagen gestorben und wir diskutieren über verschiedene Bestattungsmöglichkeiten.

Cést la vie.

Es wurde Frost, wir waren satt, alle waren froh, nicht allein gewesen zu sein. Aber hat man eine Wahl? Ich wundere mich doch immer wieder, wie ich an diese Menschen gerate, die alle so anders sind, so schwierig im landläufigen Wortsinne, und das ist schon mein Leben lang so. Mit meinen Nachbarn, die glaube ich alle ganz normal sind, habe ich nichts zu tun, Also nichts privates.

Aber man glaubt es vielleicht nur, das mit dem normal. Zumindest wundere ich mich immer, bei allen, wie sie bestimmte Dinge glauben können. Und zwar Propaganda in deutlichstem Sinne. Politisch wie religiös, böseste Hetze in meinen Augen, Unwahrheiten um zu übertreiben,…ach es ist ein Jammer. Und das haben wir an dem Abend weitgehend umschifft.

Übrigens stellten wir zufällig fest, dass sowohl Patti Smith als auch Madonna aus einem streng religiösen Elternhaus stammten, und wie unterschiedlich aber auch sehr auffällig ihre Reaktionen darauf waren. Ich bin natürlich ein totaler Patti-Fan und habe ihr neues Buch bald…

Mit Grausen lese ich von den neuen Gebets-Apps und sonstigen Machtinstrumenten, die in Amerika wieder oder immer noch aktuell sind.

Gestern sah ich dann den Anfang einer Miniserie: „Becoming Karen Blixen“, die mir nicht sonderlich gefiel, aber doch ist das interessant, wie sie ihren Weg ging als Schriftstellerin. Als Mensch so gescheitert…und aus einer Unitarierfamilie, auch streng. Die sind mir erst durch eine Freundin bekannt geworden, die auch damit aufwuchs. Offenbar bewirkt solche Strenge einen riesigen Drang nach Freiheit und ziemliche Unkenntnis, wie man damit umgeht. Auch mir ging es so. Man gerät an die Falschen. Andere werden dennoch weltberühmt! Sie leben die Freiheit inklusive der Einsamkeit für die anderen aus, die davon träumen.

Der Traum vom Leben in Afrika, in Indien und sonstiges Exotisches war damals groß en vogue, mitsamt dem ganzen kolonialen Gehabe. Und da verkauften sich eben solche Bücher gut und wurden kitschig verfilmt. Ich habe übrigens hervorragende Romane über die Kolonialzeit in Indien gelesen, von Indern geschrieben.

Die allerdings wurden damals auch in England in Internaten großgezogen und schrieben auf englisch.

Aber wir kennen ja auch Arundhati Roy, in der heutigen Zeit, die den Finger in die Wunde der Kastengesellschaft legt. Das Exotische ist mitnichten nur bunt und Malerisch. Die Welt so zu entdecken ist in unserer Zeit vorbei…aber wenn man jung ist, ist es schon ein gelebter Traum.

Und ich bin dankbar für alle, die davon geschrieben haben, sie haben mich auf die Reise geschickt.

Das schlimmste Buch

Meine derzeitige Retro und Antikliebe bei Büchern…hat mich zu einem Buch geführt, das eher peinlich ist, es gelesen zu haben. Fiesta Fatal (muss es nicht fatale heißen?) spielt auf Fuerteventura, und das war auch der einzige Grund, etwas daran gut zu finden.

Es ist von 2002, aber es tranportiert- wie schon auf dem cover ersichtlich, – ein Frauenbild der 50iger Jahre. Da geht es um Heiraten und Geld. Es ist eine Aschenputtelgeschichte, mitsamt allerlei Verdrehungen und reichen Erbtanten und ach, Lest es nicht. Nur die Beschreibung der Insel ist ganz gut. Wer trifft denn einen reichen Mann dort? Na ja manchmal, habe ich von gehört. Dann aber nicht mehr jung…

Der Katzenkrimi von Mrs. Murphy- wer kennt ihn nicht!- ist immer noch so gut, dass man ihn noch einmal lesen kann! Wer Katzen kennt, wird ihn lieben. Die klugen Tiere erzählen uns nämlich, wie sie über Menschen denken, und sie haben leider ganz recht.

Besonders gefällt mir der Aufkleber von DM 12,- auf dem cover, denn auch das ist ein Stück Geschichte, fast vergessen. Dieses antike Exemplar stammt aus den Neunzigern. Damals arbeitete ich auch das letzte Mal in einem Laden, und auf dem Biomarkt, wo ich noch in D-Mark kassierte. Ich mochte es sehr, das Bargeld. Es macht einen doch unabhängig! Alles, was uns unabhängig macht, ist wichtig.

Zu Zeiten von Sklaverei und Leibeigenschaft ist den Abhängigen Vieles verboten. Glaubt ihr, das sei Vergangenheit? Vielerorts eben nicht. Es sind deutsche Firmen, die solches anderswo praktizieren, wenn auch die Hochglanzfassade anderes zeigen mag in Werbevideos. Ich will mich ja nicht mehr aufregen, nein….Lachhaft ist das Argument von „Grünem Stahl“. Es gibt ihn nicht. Da werden Flächen abgeholzt, in Brasilien, um Eukalyptusbäume hochzuziehen, die dann anschließend zu Holzkohle gemacht werden, mit der dann Stahl erzeugt wird. Das ist so unglaublich. Aber wahr, wie die Doku auf arte ( finde sie nicht mehr) es zeigt, aber keinen interessiert es! Darum glaube ich nicht an die Klimarettungsnarrative, sie sind erlogen.

Mal abgesehen davon, dass genau dort den Einheimischen ihr Land einfach weggenommen wird. Grün ist hier gar nichts. Aber das ist ja gar nicht neu. Wie konnte das passieren, in den letzten Jahrzehnten!

Buch: Bonjour Agneta

Neuanfang auf Französisch, Roman von Emma Hamberg, aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn, dtv, 2024

Ich hatte nun ein paar Tage Zeit, die Geschichte in mir zu bewegen. Sie hat mich bewegt. Es ist natürlich ein typisches Frauenbuch von der Frau mit 50, die in einer lieblosen Ehe steckt und nicht verstanden wird. Sie erlebt sich in Frankreich neu und anders, und verändert ihre zu klein gewordene Welt.

Das ist schon fast ein Klischee in sich, wäre da nicht diese wirklich sarkastische Weise, über sich selbst – es ist aus Sicht von Agneta geschrieben- zu denken. Der Verlag nennt es Ironie, doch da zeigt sich wieder, dass ich all solche Ironie, Zynismus und Gehässigkeit nicht leiden mag. Es ist halt eine drastische Darstellung von depressiver Selbstsabotage, wie ich sie auch ganz gut kenne. Auch ich habe etwas Agneta in mir gehabt.

Vermutlich gibt es auch in Frankreich strenge und zwanghafte Ehemänner und Frauen, die sich klein machen, nicht verstanden werden. Die Welt, in die Agneta als vermeintliches Aur Pair Mädchen gerät, birgt jedoch eine Überraschung und hier wird es auch interessant. Es ist das exzentrische Zuhause eines homosexuellen Künstlers, der in den Achzigern seines Lebens langsam dement wird.

Es stellt sich heraus, dass Agneta gut mit Chaos zurechtkommt! Sie kommt aus sich heraus, sie darf sein wie sie ist. Es sind schwere Themen, die mit Humor gehandelt werden. Was mir nicht gefällt, aber auch realistisch ist, ist der viele Alkohol, mit dem diese Lockerheit erreicht wird. Agneta ist so sehr das typische Bild einer versteckten Frau, die zur heimlichen Alkoholikerin werden kann. Das ist aber nicht thematisiert. Sehr wohl aber ausgelebte und unausgelebte Libido: Lebensfreude sowie auch Sexualität, Sinnlichkeit bis ins Alter.

Sehr gut gefällt mir das Sprachdurcheinander aus Fränzösisch und Schwedisch, von dem der Demente mal die eine mal die andere Sprache spricht. Es wird Wert gelegt auf das Wort, auf die Mentalität, die sich auch durch Sprache zeigt. Und wichtig ist das Denken: wie sehr sich ein Künstlergehirn unterscheidet, indem wir in Metaphern und Assoziationen denken; Ideen können nur hervorkommen, wenn man die eingefahrenen Strukturen nicht verhärten lässt.

Und ich habe es ja selbst erlebt, wie Weiblichkeit in anderen Ländern anerkannt und bewundert wird. Es ist ein neues Gefühl, als Frau wahrgenommen zu werden. Das Buch ist ja nicht einmal alt. Es soll dieses Jahr einen zweiten Band geben, auf den ich eigentlich gespannt bin. Besonders gefällt mir natürlich das cover, welches mich magisch anzog auf dem Büchertisch des Flohmarktes. Ich kaufte es in der ersten Minute.

Nun habe ich die ganzen Gedanken, die inneren Selbstgespräche niedergeschrieben. Solche sind das Laster von Agneta ebenso: Sie spricht nichts aus, sondern redet mit sich selbst. Mit verschiedenen Stimmen , die verraten, dass die Fremdbestimmung bis ins Innere geht, wenn sie von Beginn des Lebens an übermächtig wird. Man glaubt , nicht richtig zu sein. Man ist überzeugt davon.

Die Geschichten anderer können das zurechtrücken, und deutlich machen, dass die eigene Entscheidung für das Glück verantwortlich ist. Glück hatte vor allem jener alte Mann, der aus dem engen Leben zwangsweise herausgeworfen wurde, als er jung war- „so einer“ war völlig indiskutabel als Vater seines Sohnes, – er erlebt eine lebenslange große Liebe, doch wartet er auch jede Woche auf seinen Sohn, der ihn nun endlich kennenlernen will, „bevor es zu spät“ ist.

Nicht jeder hat das große Glück, aber das kleine Glück 42 Käsesorten zu probieren, und schöne Unterwäsche zu tragen,…nun das ist gar nicht zu verachten. Coming-of-age nennt man die Filme, wo es vom Teenager zum Erwachsen werden geht…aber wie nennnt man diese anderen Phasen? Becoming your self? Gibt es das in diesem Zeitgeist?

Buchrezept

Diese gut lesbaren Bücher sind nach dem gleichen Rezept gebacken. Und es kommt an. Immer gibt es eine Liebesgeschichte einer enttäuschten Frau, die noch jung und auf dem Weg ist, zu sich selbst zu finden. Es gibt dann wieder einen Mann, von dem sie Enttäuschendes erwarten. Aber es gibt auch diese zeitlichen Sprünge in eine Vergangenheit und Familiengeschichte, Zeitzeugen, und aufgedeckte Geheimnisse. Das ist, besonders in den französischen und irischen Romanen, eine Historie aus den letzten Weltkriegen. Man bekommt den Eindruck, dort sei manches nicht so vergessen, auf ganz andere Art als hier bei uns mit den offiziellen Gedenkpflichten. Und diese Bücher vermitteln das sehr gut. Es ist keine Romantisierung wie in manch einem Mittelalterroman.

Und dass es eine America-first Bewegung bereits zur Zeit des zweiten Weltkrieges gab, lernte ich bei Barbara Davis, wo man auf den Spuren der Familiengeschichte entdeckt, dass so manche keine Einmischung in diesen Krieg wünschten. Diese Geschichten so leicht zu schreiben, ist sicher nicht so leicht. Es gibt auch einen großen Respekt vor den Künsten und den Wegen der Vorfahren. Dazu aber auch meist eine klar wahrgenommene Frauengeschichte, mit all den Nachteilen, denen Frauen ausgesetzt waren, die als selbstverständlich galten. Ich mag diese Zusammenstellung von heute und damals, und wie oft wir lernen müssen., uns von dem Übernommenen zu lösen.

Licht

Eine verlassene Stadt- so wirkt Friedrichstadt ohne Touristen – und wie angenehm! Grachten ohne vollbesetzte Boote, leere Parkplätze, nasse Straßenpflaster. Da tanzen die bunten Lichter ganz ohne Aufwand über dem Wasser.

Ich trat gerade aus dem kleine Buchladen, um die Sonne untergehen zu sehen. Im Westen liegt hier die Nordsee, nicht weit, aber doch so weit, dass ich nicht hinfahre, um es am Meer zu sehen.

Und ich hatte ein Buch unter dem Arm, ein wunderschönes. Da macht man sich ein bisschen Gedanken um weibliche Leser, und ja, ich werde von schönen covern angezogen. Es ist ein winziger Buchladen, und er ist zum Glück noch da. Das Buch heißt nämlich: Der verschwundene Buchladen“ ( Evie Woods, Adrian Verlag) und ist natürlich ein Genuss für Buchliebhaber. Das wirkt so heimelig und gemütlich, aber es geht auch um Gewalt an Frauen, damals wie heute, es werden parallel zwei Zeitabschnitte erzählt. Ich bin gespannt, ob sie den Buchladen finden. Ob sie sich selbst finden.

In zwei Wochen beginnt die „Grachtenweihnacht“, da wird es funkeln und die Besucher werden strömen. Als historisches Städtchen muss man die Kulisse doch ausnutzen. Die Stadt wird begrenzt von zwei Flüssen, der Eider und der Treene. Das Wasser macht sie so besonders. In einem strengen Winter sah ich Kormorane in der Stadt unter der Brücke, Es ist übrigens eine Schande, dass wilde Vögel getötet werden, die angebliche Vogelgrippe bringen, um die krankhaften Geflügelbetriebe zu schützen. Eine Schande ist das alles für den Menschen.

Es gibt gar keine Entschuldigung für diese Art der Tierhaltung. Und sie bringt uns das Verderben. Wilde Vögel leiden genug unter dem Rest der insanen Menschenwelt. Windräder, rund um den Nationalpark, mehr und mehr, und nun ist das Solarpfründeparadies im Kommen. Eine Schande.

Schön ist, dass die Stadt ihre Krähenkolonien duldet, die sich allabendlich zu den hohen Bäumen im Stadtpark begeben, die mit einem vielstimmigen Gekrächze und am bewölkten wilden Himmel den Anschein wecken, es sei alles Natur und wunderbar…

.https://www.friedrichstadt.de/die-stadt-entdecken/veranstaltungen/grachtenweihnacht

Peinlich

Ach. Was soll ich sagen…ich nahm den neu bestellten Gomerakrimi zur Hand. ( Brandwunden, Klaus Rose, tredition) Hätte ich doch bloß die Leseprobe angesehen wie bei den anderen. Mir wäre es peinlich, so zu schreiben, es ist ein sprachliches Desaster. Mal abgesehen von unkorrigierten Fehlern, selbst wenn jemand so redet, würde ich ihn wohl nicht kennen.

Ich gebe zu, die Insel ist für mich eine Art Heiligtum, und offenbar reklamieren das auch andere für sich, bei denen ich so gar nichts heiliges erkennen kann. „Damals“ – das ist das woran die meisten hängen und wo sie ihr Herz verloren. Die einst freie Hippiezeit, mit denen hat es der Autor aber so gar nicht. Bzw seine Figur, eine Art Protz, dem es an Sensibilität fehlt.

Die Polizei kommt hier auch wieder nicht so gut weg, wenn auch manches Wissen vorhanden ist,vor allem über echte Orte und Leute, die jeder kennt. Im Vorsatz wird ausgeschlossen, dass das etwas anderes als Zufall sei. Klar. Mit echten Namen.

Jeder Tourist schmückt sich gern damit, dass er diesen und jenen kennt. Leider wurde das Thema, nämlich der verheerende Brand, mit all dem Leid den er brachte, nicht wirklich gewürdigt.

Zum anderen soll man sich nicht einmischen in die Dinge, die so laufen, vieles erfährt man im Laufe der Zeit und warum Leute nicht mehr miteinander reden oder ganz weit oben auf den Berg gezogen sind,…aber das ist auch alles „damals“. Der Stolz und die spanische Herablassung gegenüber anderen- das ist eine Sprache, die man lernen kann. Sie ist verständlich…aber nun gut, so manche Schikane hinterlässt auch etwas Wut. Leute, ihr seid auf einer Insel, wo sie euch die Hunde vergiften oder die Palmen, und manches mehr. Wer da lebt, wurde etwas stiller im Lauf der Zeit. Manchmal auch nicht mehr so glücklich auf der „magischen“ Insel.

Aber die an den Haaren herbeigezogenen Geschichten- in einem Krimi muss es ja um Mord gehen- nein, ich lese das nicht! Die Sprache ist unter der Gürtellinie, eine Sammlung der dümmsten Sprüche, schade dass das Publikum auf der Insel mittlerweile so verkommen ist. Was übrigens jeder denkt, einschließlich des Autors selbst über andere.

Nun, die Möglichkeit, bei tredition und sogar bei amazon etc. selbst Bücher herauszugeben, wen hätte die noch nicht gelockt. Ich tu es nicht- ich könnte es vielleicht besser, aber ohne Lektor und Profiblick eben auch nicht gut genug, um meinem eigenen Anspruch zu genügen.

Aber eins weiß ich- meine Lust, auszuwandern ist unter null gesunken.

Beobachtung

Ich zitiere gleich aus der Geschichte „Marlans Story“, die ich oben auf meiner Seite angeheftet habe. Ich habe da nämlich gestern drin gestöbert, weil ich mich kaum erinnere. 2018 fertig geschrieben, und nie wirklich gedruckt, weil mir das zu viel wurde.

Ich bin erstaunt, dass ich das alles geschrieben habe. So geht es manchmal.

„Die Antwort ohne Worte aus dem Herzen. Salzig wie das Wasser. Sie musste die Algen, die Uralten, waschen. Im Weiterwandern käme sicherlich wieder ein Bach in Sicht, der hier in das Meer floss. Da wo das süße und das salzige Wasser sich vereinen, war es, als wenn die Luft und Silber tanzen. Die Oberflächen der Wasser waren immer in Bewegung, sie spiegelten den Himmel und zerteilten die Flächen in winzige Fragmente. Ein Wunder, alles. Dass Wasser noch trinkbar war, wäre wohl ein Wunder über allen anderen. Und wieder sprach der Stein in ihrer Hand:“ Die Alten wussten es noch, dass mit dem schwarzen Feuerstein das Wasser gereinigt wird.“ Oh. Und dafür war dann ein Gefäß von Bedeutung. Hier und da lagen Muschelschalen in Mengen am Saume. Doch diese waren klein. Marlan wanderte langsam, den Boden abtastend mit den Augen, und zugleich ein inneres Gefühl befolgend, welches sie hier und dorthin lenkte. Erst einmal suchte sie schwarzen Feuerstein zu sichten, dies war nicht schwierig. Oftmals waren die rundgewaschenen und organisch geformten Stücke mit weißer Rinde aus Kalk überzogen, unter dem an den Bruchstellen der schwarze Innenkern sichtbar wurde.“

Meine Fotos von heute illustrieren aber doch, wie gern ich die Natur beobachte.

Denk mal

Heute ist der Tag des offenen Denkmals https://www.denkmalschutz.de/denkmale-erleben/tag-des-offenen-denkmals.html. Das weiß ich nun von einer Freundin, die im Museum arbeitet . Heute wird sie dort sein https://www.lueneburger-heide.de/service/sehenswuerdigkeiten/253/moisburg-muehlenmuseum-moisburg.html

in der Wassermühle und sie bietet dort Mitmachaktionen rund um Wolle an, Filzen, Spinnvorführung und anderes. Einmal werde ich über die tolle Ellie Beyer schreiben, was sie alles macht.

Ich bin aber weiter nördlich- und werde heute eine Lesung besuchen mit Ausstellung. Ach, zuerst noch der Straßenflohmarkt in Tellingstedt. Dann geht es weiter nach Nordhastedt ins Gemeindehaus. Das Besondere ist, dass es eine wordpressfreundin ist, die dort ihre Geschichten und Bilder vorstellt, gemeinsam mit ihren Mitkünstlerinnen. http://blauefederhome.wordpress.com/

Normalerweise sind diese ja über die halbe Welt verteilt, Griechenland, Indien und England, und ich lese gern, wie sie anderswo leben. Doch hier eine so ganz in der Nähe zu finden, ist auch schon toll. Natürlich gibt es hier eine Menge Künstlerinnen, wie wir auf der Eröffnung des diesjährigen Kunstgriff sehen konnten, etwa 150 Anwesende, schätze ich. Doch von ihr wußte ich ja nun schon, was sie macht. Und für mich ist das Besondere, dass sie den spirituellen Hintergrund in ihrer Kunst übermittelt. Und so wunderbar Natur und Stoffe/Textilien einwebt und überhaupt alles zusammenwebt mit dem Schreiben und den Geschichten.

Na, also witzig war das schon, dass sie mich gleich auf dem Parkplatz erkannte.

Ich bin hier wie Viele eher anonym und mit Künstlername unterwegs, aus gutem Grunde nennen manche nicht ihren Wohnort, denn wir schreiben viel privates und aus unserem Innersten. Den Menschen aus meiner Nähe gebe ich den link nicht oft. Denn ich bin ehrlich und brauche diesen Raum, um das zu äußern, was ich nicht jedem erzählen will….und dann aber doch wiederum jedem, der es wissen will.

Ich weiß, wie mutig es ist, sich mit seinen Werken zu präsentieren. Meine letzte Ausstellung ist lange her und ich schlief die ganze Nacht nicht vorher, obwohl Freunde die Rede hielten …diesen Stress muss ich meiden, deshalb lasse ich es. Doch der Traum vom eigenen Buch- wer hat den nicht geträumt von uns….ich freue mich schon auf Blaue Feder und will gerne ein paar Fotos machen.

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