Holy Spirit

Wen haben wir denn da getroffen? Ein Froschkönig auf dem Silbertablett des Außerirdischen! Ach ist das schön, dass es noch ein paar versprengte alte Hippies gibt. Ja ich weiß, in Indien schon. Aber das ist mir nun doch zu weit.

Ein Trommeltreffen, das Wahnsinnswetter, gute Gespräche.

Und als ich dieses Buch „walkaway„( Cory Doctotow) weiterlas, war ich immer mehr enttäuscht. Eine Utopie? Ich glaube nicht, aber ich gehöre ja nicht zu der Generation. Da geht es zwar um ein Abwenden von der Kultur, die wenigen Reichen die Macht gibt. Aber es wird von fortwährender Zerstörung begleitet. Die “ ersten Schritte einer besseren Welt“ lassen natürlich irgendwie an die „Last Generation “ denken. Sie wollen nun die Ersten sein. Wie die „First Nations“ der Ureinwohner in Kanada, wo das Ganze spielt, die auch noch da sind. Das ganze neue System ist hochtechnisiert, hat keine Bosse, aber das Computerwissen ist alles. In Kanada gibt es genug Platz, immer wieder weiter weg zu gehen.

Dabei müssen unbedingt die server, die clouds etc gerettet werden. Roboter, Drohnen und Zeppeline machen das möglich. Mir kommt das nicht erstrebenswert vor….last not least wird erfunden, das Bewusstsein von Toten oder Lebenden auf den PC hochzuladen und so zu erhalten. Erstaunlicherweise sind auch die Gefühle dabei, und das ohne Körper, was ich wirklich nicht ganz erfassen kann. Von einer Seele wird hier nie geredet. Es gibt endlose Diskussionen, aber das ist der Weg des Überlebens? In ferner Zukunft können sie Körper erschaffen und laden sich wieder herunter. Dabei sind auch alle queer, trans und bisexuell. Ohne das wäre es genau der Traum von Elon Musk, schätze ich. Aber davon hält er ja nichts, er hat seinen Sohn deswegen verstoßen. Und Boss muss sein.

Anyway gibt es kaum einen aktuellen Roman oder Film in den öffentlichen Sendern, wo noch Mann-Frau-Beziehungen existieren. Nur über 60. Man hört nun auch im Leben von vielen jungen Leuten, die nicht sein wollen, was sie sind.

Ich wundere mich aber viel mehr noch über das Verständnis von Bewusstsein, welches ohne KI und PC-netzwerk nicht mehr existieren soll. Wo sind all die spirituellen Lehren, das Wissen, die Übungen geblieben?

Viele Bewusstseine ohne Körper wurden doch schon erfunden, gefunden, erlebt, wo wir doch gerade Pfingsten mit dem Heiligen Geist hatten, –

Ich lese außerdem “ Die unsichtbare Ordnung des Lebens“ von Jens Oertel, ein praktischer Ratgeber über energetische und geomantische Wirkungen. Fern von Aberglauben wird hier alles logisch erklärt, und endlich habe ich die Lahkovski-Spule verstanden. https://youtu.be/cY9cntfNduQ?si=g6F3Vs3btFGuwNR0

Walkaway

Cory Doctorow, Roman 2018 Heyne

Ein hochinteressantes Buch, dabei nicht einmal neu. Aber die Ideen! Es geht um die Alternative zur bestehenden Gesellschaft, die in diesem science fiction nur geringfügig „weiter“ ist als die unsere, abgesehen von der noch fortgeschritteneren Überwachung und Kontrolle. Um diesem System zu entgehen, entfernen sich junge Leute und bauen etwas eigenes auf. Auch dieses ist hochtechnisiert, gut organisiert und dennoch ein Experiment.

Ich erinnere mich an bestehende Versuche, Ökodörfer und Gemeinschaftsbildung, für die ich nie geeignet war. Aber ich weiß in etwa, wie sie funktionieren und wie nicht. Tamera ist interessant. Die Idee also weitergesponnen….ich bin erst auf Seite 190 von 736. Klar, ich bin zu alt, um da wirklich mitzukommen. Der Autor ist berühmt. https://diezukunft.de/taxonomy/term/5166

Die Maiglöckchen sind da, unter dem hohen Giersch verborgen! Wild? Wäre es wild, würde alles nur Brombeere sein. Tatsächlich ist es Arbeit, hochsensibel, auf all die Blütenpflänzchen zu achten , statt nur Grün zu sehen. Ich glaube, einen guten Gärtner macht die Erfahrung.

Ich bin wirklich begeistert vom Buch, das man nicht einfach nur lesen kann, sondern man muss nachdenken über die Entwürfe und Philosophien. Das ist die spannende Frage, wie die Zukunft aussieht und wie wirken wir daran mit.

Was ist Bewusstsein?

Zwei Welten

Ich mache Blütenessenzen. Apfel, Taubnessel, Löwenzahn. Es gibt solcherlei Essenzen in großen Mengen, ich weiß. Und warum nicht selbst machen? Von jedem Ort sind die Energien anders. Ich rieche Flieder und Diesel. Trotzdem ich in eine Sackgasse wohne, höre ich die Traktoren durch das Dorf donnern.

Nicht nur das Reine und Lichte gehört in die Welt. Soll es Resonanz geben, muss ja auch die andere Seite angesprochen werden. Ich bin eingetaucht in das Buch: An das Wilde glauben. (Nastassja Martin) Dieses in uns selbst zu finden haben Viele verlernt, verlernen sollen. Die Zivilisation clasht hier zusammen mit dem Verständnis einer indigenen Kultur zur schamanischen Initiation.

Die Autorin versteht den Bärenangriff als solche, und ich verstehe das. Es ist eine erschütternde, die Identität ändernde Initiation, die lange integriert werden muss. Bei mir war es ganz anders. Aber um so tief zu tauchen, muss sich erst alles auflösen. Die Stationen sind immer gleich, und es gibt kaum Verständnis dafür in der westlichen Welt. Cambra Skade hat ein neues Buch gemacht, über die wilde Frau. Sie lehrt das. http://cambraskade.blog/2026/05/04/ein-neues-buch/

Schattenkreise auf Linien.

Die Mutter Erde schläft in Blütenträumen. Für mich ist diese Skulptur wie die Erde. Leicht und schwer, Weit und winzig, und träumen konnte ich wieder unglaubliches. Wo passiert das alles?

Ich fand doch noch ein anderes Buch, welches für junge Frauen, ganz junge Frauen, die sich noch in der Schule befinden. „Tödliche Gedanken“ von Linda Metz. Das junge Mädchen hat eine verwirrende Gabe: Sie kann in Abdrücken anderer deren Gedanken wahrnehmen. Ja nein sowas, andere üben verzweifelt um solche Fähigkeiten zu erhalten, und wenn man sie hat und es nicht weiß, kann das ziemlich schlimm sein. Das sollte unbedingt in der Schule gelehrt werden statt in fantasy-Romanen.

Aber klar, wer weiß das schon oder wer glaubt das schon. Eine Frage des Glaubens ist es aber nicht, sondern des Umgangs mit etwas, das so wie ich denke, mehr und mehr unser Aller Realität wird. Ich wusste das auch lange nicht, wie fremdbestimmt ich war. Ich lernte. Zum Glück haben wir Möglichkeiten.Es ist doch egal, was die meisten darüber denken. Wir sind Pioniere. Wir holen uns etwas zurück, was zu uns gehört. Es macht mich glücklich, das mich Verbinden.

Und wieder weg

Durch einen Riss in der Realität ist diesmal mein halber geschriebener Blog entschwunden, wer weiß in welches Zeitalter? Nun, ich hatte keine Lust mehr. Normalerweise wird das schnell gespeichert. Aber es ging um Bücher, hier die aufgereihten italienischen Krimis, die so unterschiedlich sind wie die Städte und Regionen, in denen sie spielen. Doch die Wortgewaltigkeit haben sie alle. Anders als Küstenkrimis, die sich hier auch im Norden verbreiten wie, also wie was denn nur? Es gibt auch zu jeder kleinen Stadt schon eine Serie im Fernsehen, , es liegt an der Anzahl alternder Schauspieler, die alle noch ein Kommissar werden müssen.

Fabio Nola mit „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ hat mir am besten gefallen- Neapel bietet einen großartige Kulisse. Diana Fiammetta Lama stammt auch aus Neapel: „Eine Leiche zu Ferragosto“ spielt auch mit viel Verwirrung. Und „Römische Liebe“von Andrea Isari war nicht ganz mein Fall. Manchmal langweilt es mich, wenn die Romane in der Welt der Reichen spielen, wobei sich natürlich ihre Verderbtheit zeigt, immer. Es geht ja schließlich um Verbrechen.

So im links abgebildeten Buch, auf das ich auch keine Lust mehr habe, auch wenn es sprachlich genial ist. Bilder tun sich auf vor dem inneren Auge, aber sie sind mir zu grell und schmerzen in den Augen.

Dagegen das rechts liegende Buch: „An das Wilde glauben“ – etwas ganz Besonderes. Nastassja Martin hat eigene Erlebnisse beschrieben. Und fertig bin ich damit noch nicht, ich werde es ehren und in Ruhe lesen. Und wieder weg war meine Seite, darum lasse ich es hierbei.

„Und wieder weg“ weiterlesen

Ungemütliche Gedanken

Heute wachte ich davon auf, dass ein Kater auf den Teppich kotzte, es war sechs Uhr. Ich schmiss den Teppich aus dem Fenster. Im Traum hatte ich gerade Geschirr sortiert, in einer WG, und einem Leben, das mir ganz unbekannt war. Ich wusste aber wohl, wo das Geschirr hingehört, das sich da schon in großen Mengen stapelte.

Von Friedrichstadt gibt es noch einige Bilder, die weniger bunt sind als die Touristenmeile. Die Stadt besteht ja nicht nur aus Geschichte und schönen Kanälen. Ich war gestern noch mal da, als der Buchladen geöffnet hatte und stand lange vor den Regalen. Über einige der neuen Bücher hatte ich schon gehört, und hatte auch keine Lust auf die „Buchladenromane“- es ist wie eine Inflation. Kaum ist Evie Woods bekannt, haut sie jedes Jahr ein buntes Buch raus. Und ähnliche. Romantik für Frauen, mal Bäcker, mal Antiquariat, dann ein alter Schuhmacher und die gleiche Nostalgie wie bei den Mittelalterromanen. Ich nahm dann “ Going Zero“ von Anthony McCarten, und der hat es in sich.

Bin mittendrin nun. Es geht um die totale Überwachung ganz normaler Leute und was alles möglich ist. Im Roman will der Technikmilliardär -(sehr klar wird seine Persönlichkeit dargestellt)…dem CIA sein Programm verkaufen und zwar solche Mittel, die jenseits aller erlaubten Gesetze agieren. Er initiiert ein Experiment mit 10 normalen Menschen, die sich 30 Tage lang unter dem Radar bewegen sollen- unsichtbar werden, unauffindbar. Und nun wird es sehr interessant.

Mir wird da schon fast schlecht, wenn ich bedenke, was wir hier alles über uns preisgeben, und wie genau ein Algorhythmus über jede meiner Gewohnheiten Bescheid weiß. Und wenn es dann noch jemand nicht ertragen kann, keine Kontrolle zu haben, dann wird es gefährlich. Man hat derlei schon in manchen Filmen gesehen, wenn die Jagd losgeht, auch da auf Unschuldige.

Witzig ist natürlich, dass es eine ältliche Bibliothekarin ist, die die Drohnenjäger austrickst und ich bin sofort auf ihrer Seite. Die anderen Testpeople sind nicht so schlau und man kann sich merken, was alles nicht funktioniert, wenns mal gebraucht wird. Am besten nämlich- immer offline gewesen zu sein. Dann existiert man quasi nicht.

Das gelingt mir jetzt nicht mehr, nach so vielen blogs. Es gibt Themen, die ich niemals öffentlich berühre. Aber trotzdem weiß jeder, wann ich wo gewesen bin. Das Buch ist sehr spannend. Ein bisschen denkt man an T.C. Boyle, aber es ist nicht zynisch.

Der jüdische Friedhof wurde übrigens verlegt. Warum, ist mir nicht bekannt. Er ist leer.

Auch in dieser Stadt, die für Religionsfreiheit bekannt war, vorher, passierte das Gleiche wie im ganzen Land. Man soll es auch nicht vergessen.

Wobei mir ein Satz aus dem Buch hängen blieb-„hier in unserem Land können wir das nicht machen- im Ausland allerdings schon.“

https://youtu.be/YDiSxIQeCVk?si=sw59eD8s83tRl-Ny

Manchen wird in unserem Land gekündigt, im Ausland dürfen sie aber sehr wohl arbeiten. Ich fand es gut, von Ulrike Guerot die Infos über die Wahlen in Frankreich zu hören. Sie hat auch wieder eine Anstellung an einer Uni- in Frankreich. Manches ist richtig bedenklich und ungemütlich, wenn man parallel zu diesem Buch sieht, wie Leute verfolgt und verleumdet werden können, das ist keine Zukunftsmusik.

Und es ist selbstverständlich so, dass sich Viele nicht mehr aus dem Fenster lehnen wollen mit ihrer Meinung. „Meinung“ . Was immer das ist, ein Gemisch aus wahren und falschen Annahmen, meistens. Ich bin schon wieder sehr genervt von solchen Diskussionen, bei denen alle bereits manipuliert sind und ein Glück, dass wir hier nur noch über Kunst und uns selbst reden. Dieses Mittendrin stehen, Dazwischen, das zehrt an meinen Nerven. Ich kann Streit oder was sich so anhört, einfach nicht mehr aushalten.

Das Zwischen den Zeilen lesen verstehen wir ja auch, im Gegensatz zu anderen. Und man soll nicht unterschätzen, wie freudig andere klammheimlich Verbotenes tun . So als sei das der wahre Antrieb, oder erlittenes Unrecht anderswo weiterzugeben. Unbewusst, zu vieles. Unerkannt, zu vieles. Ausgenutzt für Macht und Kontrollstreben.

Im März

Schreibeinladung für März 2026 | Wortspende von Irgendwas ist immer https://365tageasatzaday.wordpress.com/2026/03/01/schreibeinladung-fuer-maerz-2026-wortspende-von-irgendwas-ist-immer/

Sie lag nachmittags im Sonnenstreifen quer über dem Bett, er wärmte den Nacken, obwohl noch längst keine Sommerzeit ausgerufen war. Dieser erreichte sie durch die große Fensterscheibe aus dem Südwesten, die Richtung, aus der auch der kalte Wind zumeist aufs Haus traf und den Bäumen ein struppiges Kleid schenkte. Das waren die Koniferen und Fichten, die ein wenig nach Friedhof aussahen, immergrün, und alle anderen noch kahl.

Im Gesicht hatte sie das Gefühl, da sei noch eine Brille, obwohl sie gar nicht da war. Lange gelesen, wieder einmal. Etwas verbissen hatte sie sich in ein Thema verstrickt, und hatte gestichelt, weil ein Freund diese “ Woche gegen Rassismus“ gepostet hat. Warum geht ihr das gegen den Strich, wegen dieser verordneten offiziellen Menschlichkeit, wegen der Schlagworte und Abstraktheit? Weil er sich so stolz gibt in seinem linken Richtigkeitswahn? Viele Menschen auf dem Lande machen ihre Sprüche, die als rassistisch, altmodisch, unüberlegt gelten. Sie selbst als Zugezogene hatte sich auch als von Außen kommend definiert. Hier zählen Regionales, Plattdeutsche Sprache und Tradition noch etwas.

Jahre hatte sie im Ausland verbracht, nie wurde über Rassismus geredet. Das machen nur Gebildete, die gab es da aber auch nicht. Es gab da einen Unterschied, ganz klar. Es waren die weißhäutigen Männer, die in Manila hübsche dunkle Mädchen suchten. Ist das Rassismus, Kapitalismus, Gier, Kolonialismus…und Verachtung, auf beiden Seiten.

Und es sind die gleichen Männer, die zu Hause gegen den Zuzug zu vieler Ausländer , also Männer , die die einheimischen Frauen belästigen, oder das Land verfremden, wettern. Sie verwickeln sich in Widersprüche, doch eine Rede der Ministerin und gut gemeinte Gleichheit Aller, die es niemals gibt, die werden das nicht ändern. In anderen Völkern war sie fremd, das wusste sie und hatte sich daran gewöhnt. Niemals fühlte sie sich zugehörig, auch ihr Land war nicht Zuhause. Nur der Sonnenstreifen, das Bett, die Bäume.

Buch: Gruselig

Das Lied der Kämpferin„- schöner Titel. Gabs im Supermarkt als Mängelexemplar. Es ist eine Science- fiction-Story – von einer Frau, Thema eine Frau, mehrere. Scifi ist nur für die Harten, sagte ich noch zu jemandem. Aber das übertrifft was ich so kannte….Klar ist es Literatur. Sprachlich excellent. Wenn man die genauen Beschreibungen von Grausamkeiten mag, von perversen Umwandlungen, in einer Welt, die keine mehr ist. Ich versuche es zu vergessen, aber das geht leider nicht, wenn man es einmal im Kopf hat.

Die Erde ist da wie immer schon zerstört und einige haben sich vor Jahrzehnten in eine Raumstation gerettet, die wie ein Gefängnis ist. Das Leben dort verändert ihre Körper und sie werden weniger menschlich. Älter als 50 darf auch keiner werden, und es gibt keine Kinder.

Die Rückblicke drehen sich um eine besondere Frau, die magische Kräfte hatte und zwar geht es mehr oder weniger immer um Leben erschaffen. Das alles ist ebenfalls düster und erinnert an Horror, Vampirfilme oder solches Genre, das ich mir nie nie nie angucke. Die Autorin ist aber so gut- sie hat magische Kräfte, dass sie Bilder erschafft, die man nicht vergisst. Man sei also gewarnt, das ist nicht komisch. https://www.wikiwand.com/en/Lidia_Yuknavitch

Auf deutsch finde ich diese biografischen Hinweise nicht, jedoch versteht man nun bei dieser Kindheit, warum die Autorin Lidia Yuknavitch solche Dinge schreiben kann. Sie sind nicht erfunden.

Man mag an T.C. Boyle denken, der auch dazu fähig ist, groteske boshafte Dinge zu erfinden, die aber nie ganz ohne Komik sind. Sarkasmus und etwas Menschenfeindlichkeit dazu. Die spielen immer in unserer Welt und zwar recht gegenwartsnah.

Der Genesis-Plan von James Rollins ist dagegen ein klassischer Spionage-Roman, in dem nichts fehlt…alte Nazis, moderne Agenten, mutierte Tiere. Von Kopenhagen bis in den Himalaya bis Südafrika geht die Jagd, bei der man kaum zu Atem kommt. Ja manchmal weiß man nicht mehr genau, wer wer ist. Und hier werden Experimente mit Menschen gemacht, die auf den Naziplänen basieren, einen besseren Übermenschen zu erschaffen. Also im Grunde der umgekehrte Fall, bevor es nicht mehr zurück geht zum „normalen“ Menschen, was sich nämlich hinterher alle sehnlichst wünschen, wenn es zu spät ist.

Ich finde durchaus in Romanen, dass kluge Menschen sich über dieses unser Menschsein Gedanken machen, nur an entscheidender Stelle scheinen diese Klugen nicht zu existieren. Der Optimierungswahn ist immer noch im Rennen, der Wettbewerb ist grausam und es ist nur zu hoffen, dass junge Generationen dem nichts mehr abgewinnen können. Es ist nur schade, wenn sie einfach dabei so scheitern, dass sie Schaden nehmen.

Aber wer liest schon Romane….

Day By Day

Die Krötenkönigin ist not amused. Tag für Tag hockt sie nun auf diesen Steinen und wartet, dass sie wieder hinaus kann. Ihre Krone hat den Glanz verloren, ganz im Gegensatz zu derjenigen ihres Gatten, des dunklen Unterweltkönigs.

Warum überhaupt achten alle nur auf den Glanz der Krone anstatt auf wahre Weisheit. Nun, immerhin versucht sie, einen gewissen Einfluss auf ihn auszuüben, der in seiner Eitelkeit ein wenig achtlos und unbedarft erscheint. Dabei geht es ihm durchaus um Macht, wollte er nicht gar die Prinzessin ehelichen! Dass er schon eine Frau hatte, kam niemandem in den Sinn.

Haha, doch als sie dieser Prinzessin im Traum den Rat eingab, ihn einfach an die Wand zu schmeißen, da wurde gar – kein Prinz aus ihm! Jedenfalls kein Mensch. Nun gut, Jeder muss seinen Platz kennen und dort am besten wirken.

Auf der Mesa wird ein jedes Wesen geehrt, und deshalb hockt er da. Er ist ein Vertreter der Wasser Wesen, und findet es auch nicht gut, dass immer nur seine Frau als die Weise Alte gilt. Er ist ja auch so alt.

Man kann an dem Brunnen vor dem Tore auch erst mal durch das Tor gehen, vielleicht tun sich neue Welten auf.

Buch: Das Lied meines Vaters

Von Andreas Hauffe, 2014,Roman, UNIVERSO

Das bescheiden wirkende Büchlein hat es in sich. Die Superpreisleistung besteht in einem hochkarätigen Inhalt. Die Geschichte beginnt mit dem Sohn, der seinen Vater nicht kennt, und erzählt dann parallel die Geschichte des Vaters, bis sich die beiden dann begegnen.

Das wird von kapriolenhaften „Zufällen“ begleitet wie ein choreografierter Tanz. Und richtig spannend! Mir ging sie nahe, diese Geschichte. Sie spielt in Köln, meiner Heimatstadt, und zwar in den Siebzigern, als der Vater Musiker in einer band war. „The dark side of luck“ heißt das Lied, welches er komponiert hat und das so erfolgreich wurde. Nur war ihm das nachher ganz egal, denn die Liebe spielt ein komplizierteres Lied, und so weiß zunächst der Sohn gar nichts von alledem. Erst als er selbst mit achtzehn Vater wird, macht er sich auf die Suche.

Das Buch reiht sich ein in die Erzählungen, von anderen über die Hippiezeit, es geht aber eher um Musik. Und zugleich werden politische Ereignisse der damaligen Zeit am Rande sichtbar, wodurch einem klar wird: Damals gingen die Berufsverbote gegen die Linken- einen Kunstlehrer von mir traf es auch- , es gab Terrorismus und Proteste und wilde Zeiten!

Uns wird im Laufe des Lesens immer mehr Verständnis für die Personen gegeben, ebenso wie sie dieses füreinander entwickeln. Das ist ein Prozess, und auch der Titel des Liedes könnte fast der Buchtitel sein. „Luck“ ist nicht das gleiche wie „happiness“, auch wenn beides mit Glück übersetzt wird.

Oder ist „luck“ das Schicksal, der glückliche Zufall, der eben auch Tragisches in Gang setzen kann. Kein Leben kommt vermutlich ganz ohne beides aus. Immerhin beschert der Erfolg des Liedes einen gewissen Geldsegen.

Ha, es gibt noch mehr Bücher dieses Autors! Schwupp, habe ich mir wieder eines bestellt…gebraucht, alt, egal. Superpreisleistung. Und Kinderbücher hat er auch geschrieben-. Der entsprechende leise vielleicht auch ganz leicht dunkle Humor stellt sich einfach im Roman viel eher ein als im echten Leben…

Schreib-Etüden

Februar 2026, initiiert von Christiane, mit der Wortspende Putzmacher- spitzfindig-abkupfern

Charlotte

Charlotte wurde geboren als eine von fünf Schwestern. Die Eltern hatten ein Milchgeschäft. Das Mädchen bekam einen edlen Namen, der alsbald zu Lotte abgekürzt wurde, ebenso wie Grete, Klärchen und Martha und Liese. Im Alter von acht Jahren wurde Lotte zu einer unverheirateten Tante gegeben, die einen Putzmacher -Laden führte. Das hat mit dem Putzen, wie wir es heute sagen, nichts zu tun. Sie stellten Hüte her und allerlei Tand, mit dem sich Damen zu schmücken pflegten. Schöne Stoffe und Glitzerwerk fanden sich dort. Spitzfindig wurden die Entwürfe aus den ersten Modemagazinen abgekupfert, um immer auf dem neuesten Stand zu sein, auch wenn man dem Stand der Reichen und Adeligen nicht angehörte.

Dann starb die Tante.

Lotte, wie sie ihr späterer Mann Hermann immer nannte, musste wieder Kühe melken. Doch sie wusste ihr erworbenes Können anzuwenden und nähte…wunderschöne Kleider, mit denen sie sich des Abends heimlich fortstahl, um auf den Dorftanz zu gehen. Zum Melken musste sie in der Frühe wieder zurück sein, nach einem langen Fußmarsch im Dunkeln.

So begegnete sie dem Müllergesellen Hermann, der noch auf Wanderschaft durch die Lande war, die schöne Charlotte aber nicht vergaß und sie heiratete, als er eine Mühle zur Anstellung bekam.

Zeit ihres Lebens nähte Charlotte Kleider und brachte dies auch ihren beiden Töchtern bei. Die Jüngere, Elsa, nähte für ihre beiden Töchter noch viele Jahre die Kleidchen, bis dies aus der Mode kam. Die trugen dann Jeans und nie mehr Kleider.

Charlottes Schwestern blieben in Wuppertal und die Familie widmete sich der Bordürenweberei, die zum Aufputzen beitrug. Viele Röckchen wurden nach Familienbesuchen mit Litzen und Spitzen verziert.

PS: Auf den Fotos meine Oma Charlotte und Opa Hermann, sowie Oma mit mir und meiner kleinen Schwester

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