Schreibetüde September 26 mit den Worten :

Wetterumschwung- abwechslungsreich- versickern

Einwohner

Der alte Fischer blickte auf das Meer hinaus. Das Licht verhieß nichts Gutes. Es versickerte einfach hinter einer Wand aus Sand, der die Luft durchsetzte. Die Sonne war nur noch eine milchige Scheibe. Der Wetterumschwung war in den Knochen zu spüren, heißer Wüstenwind trieb alles vor sich her.

Touristen hatten sich schon am Geländer aufgereiht, um in die ankommenden Boote zu blicken. Der Fang war recht abwechslungsreich, sogar große Thunfische sind dabei. Oben auf dem Kai werden die Handys gezückt.

Fisch in Kisten mit Eis verladen, Handgriffe, die ein langes Leben kannten, rauhe Worte, Lachen, Zigarettenstummel. Die Handkarren werden zur Genossenschaftskühlung geschoben. Im angrenzenden Cafe läuft der Fernseher, erhitzte Gemüter liefern sich Wortgefechte auf dem Bildschirm sowie davor.

Ganz Spanien ist auf den Beinen wegen dieses Massenansturms auf Ceuta. Und wir sind ja so nah dran auf den Kanaren. Tragödien auf der ganzen Welt. Hier bewältigt man mit stoischer Ruhe seinen Alltag, geht sonntags in die Kirche und zum Flanieren mit den Kindern.

Man kennt seine Wurzeln.

ps: Die Ureinwohner von La Gomera sollen von Berberstämmen Nordafrikas abstammen.

Nach dem Regen

Nach dem Regen ist vor dem Regen. Unser Radiosprecher bezeichnet das als nun typisch norddeutschen Sommer. Ich habe auch den Eindruck, dass man uns vieles vorenthält in diesem Sender. Zwar haben sie jeden Tag ein Thema, zu dem dann Politiker interviewt werden. Aber…

Wenn es fast regnet, sitze ich auf der Hintertreppe. Die Hintertreppe ist beliebt, bei Kindern und in Filmen. Es hat etwas privates, keiner sieht dich. Ich habe nicht mal ein Vordach, weder vorne noch hinten. Zu teuer.

Das Dach des Strandkorbes zu reparieren erwies sich als schwierig. Nun denn, Katzen freut es dennoch. Max war über eine Woche weg, und er frisst sich gerade durch den Tag.

Ich lese: „Lolita lesen in Teheran“, von Azar Nafisi, ein Buch von 2003 und man liest es anders unter dem heutigen Eindruck, was im Iran alles noch passiert ist und passiert. Es bewegt mich ungeheuer. Weil ich es als Frau lese, und weil es darum geht, wie es kam, was den Frauen damals und noch immer dort angetan wird.

Und weil ich endlich- durch die Augen dieser Literaturprofessorin, die zuvor in Amerika lebte und nun an der Universität in Teheran unterrichten soll, was ihr ziemlich schnell verboten wird, – einiges mehr verstehe.

Zumal ich zur etwa gleichen Zeit, um 1980 in Berlin studierte und dort die ersten Wochen in einem Studentenheim am Sigmundshof wohnte, auf dessen Flur im soundsovielten Stock auch viele iranische Studenten und eine Studentin wohnten. Man hatte eine gemeinsame Küche. Ích war extrem schüchtern und wusste nichts. Aber ich habe sie nicht vergessen, denn damals gingen sie zurück in ihr Heimatland, weil sie hofften, dort etwas zu bewegen. Und wie diese Hoffnungen komplett zerschlagen wurden, darüber kann die Autorin sehr genau berichten.

Die Frage stellt sich immer wieder. Ist es ein schwaches Ich, welches Leute zu politischen oder religiösen Gruppen zieht, wodurch sie eine Identität erhalten- eine künstliche meine ich, – und in diesem Falle betrifft das vor allem Männer. Wir lesen hier eine sehr gut beobachtende Analyse. Dabei wird aber auch die Literatur mit ihren Beispielen- ausgerechnet Lolita, eine Provokation und doch nicht von ungefähr, – nicht zu kurz kommen. In jener Literatur wird der amerikanische Traum seziert, und auch der fällt irgendwie auseinander.

Wer aber mit einer solchen Identität bereits aufwächst, muss kein schwaches Ich haben. Und die heutige Generation ist bereits 20 Jahre bald 40 Jahre damit aufgewachsen und dennoch haben die jungen Frauen rebelliert, gegen diese Willkür und Gefangenschaft. Sie zumindest haben trotz aller Aussicht auf Tod und Strafe ein starkes Ich entwickelt. Oder endlose Verzweiflung.

Amerika und der Westen sind nach wie vor der Feind…

Kaum vorstellbar, aber wenn man als Frau (:)) in Asien, Indien oder auch anderswo unterwegs war, kennt man es schon, die Notwendigkeit sich zu verhüllen, sich anzupassen und sich zu wehren. Oder man nutzt sie aus, die Attraktivität, um einen Job zu kriegen. Und das, wo man als Hippie auszieht, um frei zu sein….wir sind so aufgewachsen in den Siebzigern, ich wollte alles was Männer tun und tat es auch.

Eine besondere Rolle in der ganzen Geschichte um den Iran hatte die damalige Linke. Darum auch lohnt es sich, das zu lesen. Politische und religiöse Ideologie ins Extreme gebracht, voller Leidenschaft, hat nichts aber auch gar nichts Gutes angerichtet. Nirgendwo.

Vergesslich

Natürlich wusste ich, dass es der zwölfte war. Weil es doch so eine wichtige Sonnenfinsternis gab, die genau zum Zeitpunkt unserer Meditation ihren Lauf nahm. Ich hatte keine Brille, um hineinzuschauen, und wir saßen am Kastanienbaum und trommelten. Die Tauben gurrten leise. Stimmen bei Nachbarn, irgendwo. Ein Hund bellte. Gegenwärtigkeit macht ganz glücklich.

Aber ich war auch weit gereist mit dem science fiction Roman (Haus der Sonnen) Das war nun wirklich so spannend, und so komplex und voller Überraschungen, dass man es für möglich halten könnte, die Welt zum gesamten Weltraum geworden, entweder Millionen Jahre vergangen oder noch in der Zukunft. Das mag ich, offene Möglichkeiten.

Die 12 Fotos des Tages machte ich jedenfalls nicht.

Aber jeden Tag mache ich etwa drei Fotos, habe auch einiges für die Reise vorbereitet, nur die Schuhe, das wird schwierig. Wer nimmt denn vier Paar Schuhe , wo man eher ohne laufen möchte. Aber ich weiß das schon, harte Steine und die Füße tun immer weh.

Melde lernte ich heute kennen. Das ist wieder so witzig, denn in dem Roman waren die Personen einer Familie Gentian alle nach Bachblüten benannt. Und eine hieß tatsächlich Melde. Diese Familie bestand aus Klonen und man rechnete die Zeit in Millionen von Jahren, konnte sie aber auch biegen , damit lange Strecken kürzer erlebt wurden. Es gab so viel Wunderliches.

Wären sie Pflanzen gewesen, so wäre das normal! Und da hat man sicher Schwierigkeiten, mit den Erinnerungen, 6 Millionen Jahre….Und dann holen einen alte ganz alte Fehler ein, von denen man gar nichts weiß! Uns passiert es manchmal in Träumen, Menschen von ganz lange her tauchen da lebendig auf. Vielleicht ist das unser Weltraumgedächtnis.

Meins ist da stehengeblieben. Immer auf der letzten Reise, obwohl sich ja seither vieles verändert hat. Und nun zur 19 Millionen Jahre alten Insel, wobei es verschiedene Schichten jüngeren Datums gibt. 80 Prozent Steilküste. Nur ist der Reiseführer auch schon in die Jahre gekommen, und dass es dauerhafte 25 Grad celsius gäbe, ist ein Märchen. Im August hat es mancherorts ebenfalls 40 Grad.

Diese Töne werde ich dann auch aufnehmen. Einzigartig und vergißt man nie! (Pardela heißt er auf La Gomera) Ein Albatross also.

Dichter und Denker

Der Ausdruck schwirrt schon länger in meinem Kopf herum…so wird er doch oft in Bezug auf unser Land benutzt. Oft auch um zu behaupten, das war einmal. Nun, gewiss wurden immer nur Dichter und Denker aus der Vergangenheit belobigt und herangezogen, um die vermeintliche deutsche Besonderheit zu benennen. Ich glaube, wir sind ebenso ein Volk aus vielen Quellen wie ebenso eines der guten Landwirte und Handwerker, der Erdverbundenheit, und keineswegs hatten Dichter und Denker die gleichen Ziele.

Und vor allem sind Dichter nicht von anderen Dichtern geboren worden, sondern hatten es ziemlich schwer in ihrer Zeit . Ich glaube, Rilkes Vater wollte etwas anderes aus ihm machen.

Man darf auch nicht vergessen, dass eine etliche Zahl von Dichtern, Künstlern und unliebsamen Denkern auswandern musste oder umgekommen wurde. Sie sind sowieso über die ganze Welt verteilt und keine Kultur ist ohne eigene .

So wie die Kaktusfrüchte, die man auch an unliebsamen Gewächsen ernten kann, und plötzlich hat man sie hierzulande entdeckt und verkauft sie im Supermarkt. Sie haben ganz ganz feine Stacheln, die zuvor irgendwie entfernt werden. Beim selber Ernten ist das nicht der Fall und sie gehen oft tagelang nicht aus der Haut raus.

So ist das auch mit manchen Gedanken.

In manchen Kreisen wird viel gedacht über die sogenannte Matrix- die echte und die falsche, also eine künstliche und allerorten wird gefordert: wir müssen raus aus der Matrix…

Es gibt viel Verwirrung durch das Denken. Wie schön, dass die KI da noch mal Ordnung rein bringt durch das Klären von Ursprüngen der Ideen…Nun gut, ich blicke da nicht durch. Ich hole noch einmal das Buch: „Der Realitätscode“ von Gregg Braden hervor, den sollte doch jeder kennen. Ein Denker.

Die Gnostiker sprachen also von der falschen Matrix? Und heute wird das als neues Schreckgespenst benutzt….Nichts als unser eigenes Denken hindert uns daran, uns mit der echten Quelle von Allem Leben zu verbinden. Wir sind Leben.

https://www.mystikum.at/wp-content/themes/Mystikum-Magazin/ausgaben/Mystikum_August_2026.pdf

Ein paar vielleicht durchgeknallte Denker? Vielleicht aber auch für die Zukunft wichtig? ich kann da nicht ganz mithalten, bin aber neugierig.

Hier https://t.me/PhilosSophia_PerIchMitMir folge ich Ilmarin, der sich mit seiner KI unterhält, und man lernt in jedem Fall etwas dazu. Auch wie man seine KI beeinflusst, so dass sie in der eigenen Sprache antwortet. Das Denken erhält eine neue Dimension, und ich weiß nicht- auf ein Land jedenfalls lässt es sich nicht beschränken. Die Zukunft ist wirklich vieldimensional.

„Zufällig“ fällt mir noch ein Science Fiction Roman in die Hände ( aus dem Regal im Bioladen!)

“ Das Haus der Sonnen“ von Alastair Reynolds, der ein echter Astrophysiker war, und Welten beschreibt, die noch sehr ungewohnt für meine Vorstellung sind.

Neue Geschichte(n)

Ich habe wieder Bücher gefunden, die ich lesen mag. Es gibt zwar einen Stapel ungelesener, die ich ja auch mitgenommen hatte, aber sie mag ich jetzt gerade nicht.

„Entlang der Inka-Straße“ von Karin Muller ist natürlich ein erstklassiger Road-trip, ein Reisebericht besonderer Art (2001) Und da geht es natürlich auch um Geschichte. Auf leichte Art. Ebenso ist der Roman „Mondlaub“ von Tanja Kinkel über die letzten Mauren in Granada ein Juwel an Geschichtsunterricht, auf sehr spannende Weise. Ich lese beide gleichzeitig, man kann den ersten kapitelweise lesen, sich die Orte dieser unglaublich langen Inka-Straße langsam entdecken.

Eigentlich wollte ich wieder in die Steinzeit heute, aber der Himmel …ich bin eine sonnenverliebte Steinzeitlerin…zwar ist da auch Geschichte, aber es ist doch immer das gleiche…Das stimmt gar nicht.Ich bin ja schon wieder anders als vor ein paar Jahren. Nur will ich nicht jedes Jahr wieder Körbe flechten.

Nun schaute ich eben mal , weil mir das vorgeschlagen wird, in meine älteren Texte und finde, ich habe mich verändert. So ernsthaft war ich. Irgendwie fühle ich mich leichter. Wollte ich noch was beweisen, oder ernst genommen werden? Alles war so wichtig, mitzuteilen. Meine Fotoapp will mir auch immer alte Fotos zeigen. Das ist nicht immer schön! Katzen, die schon unter der Erde weilen, sind nicht immer nur niedliche Katzencontentfotos.

Wie gesagt zuvor, will ich mich an alles erinnern? Muss ich noch mein Leben aufschreiben? Ich denke nicht. https://www.youtube.com/watch?v=LP6kF2UctgM

Hier im video hat es eine Frau sehr schön gemacht, Ich habe das gerne angeschaut, und ja auch ich war mal in Indien, und so weiter. Den Hippies immer verbunden. Die Welt war noch eine andere. War da nicht mal Hoffnung auf eine „bessere“ Welt? Wir wollten besser sein…nun ja. Heutzutage ist ja jeder ein Klimaretter, angeblich. Genau da setzt die Werbung an, alle großen Agenden sind Manipulation.

Besser ist nichts geworden. Aber diese Frau zum Beispiel hat etwas aus ihrem Leben gemacht, etwas Positives, Kreatives. Sie ist im Frieden mit ihrer Vergangenheit. Und ich finde, das ist es, worauf es ankommt. Es gibt unzählige Bücher und Filme, die ähnliches erzählen wie das, was ich oder sie erlebte. Es war schon krass, der gelungene Versuch, Jahre in Asien zu überleben.Für jeden, der es schaffte, sah man Viele, die es nicht taten. Die Dummheiten machten, nicht das Notwendige.

Aber angesichts heutiger Fluchtgeschichten, sowie der Auswanderer früherer Zeiten, waren wir doch freiwillige Flüchtige. Wie mans nimmt. Die meisten von uns flüchteten vor einer unerträglichen Innenwelt, in die Erziehung und Familie uns geworfen hatten. Diese Möglichkeit aber hatte der Großteil der Erdbewohner nicht, wie wir dann erfuhren und lernten, auf unseren Road Trips. Romane sind immer über Menschen, die etwas an ihrer Situation verändern. Oder an ihrer Sichtweise.

Sommerwelle

Nach dem plötzlichen Sommerausbruch- alle sagten Hitzewelle dazu- kam viel Wind auf und der Himmel ist wieder von Wolken bedeckt. Eigentlich ist es eine endlose Wolke. Vielleicht kann man nicht mehr stur auf Sommer und Winter bestehen, sondern erfindet allerlei Jahreszeiten dazu. Oder ist das Wetter künstlich gemacht? ich fürchte, die Kontrolle steht dem Menschen nicht zu und ist aus dem Ruder gelaufen.

Die Rosenbüsche strecken wieder lange Arme aus, wie oft habe ich sie schon abgeschnitten? Es gibt fette Schnecken, aber sie halten sich zurück. Erstaunlich viel Salbei und Katzenminze und auch Koriander ziert die Töpfe.

Die Beerenernte muss ich sortieren nach reif und unreif. Stachelbeeren sind noch hart und sauer. Sauerkirschen werden rot, sie hängen nun so hoch und sind den Vögeln vorbehalten. Das gibt ein Fest.

Für mich ein Leckerbissen ist der Fantasy-Roman von David und Leigh Eddings. Es macht mir immer Mut zu lesen, dass der Autor schon über fünfzig war, als er sein erstes Buch veröffentlichte….

Althalus ist ein so gehaltvoller, ideenreicher und – weiser – Roman. Das Alter des Autoren und die Zusammenarbeit mit seiner Frau trägt reife Früchte. Die starre Ordnung von Gut und Böse wird aufgebrochen, denn Althalus ist zunächst ein Dieb, und das ist sein Beruf. Dann wird ihm eine Aufgabe zugeteilt und Gefährten…ein road movie durch viele Länder und zum Rand der Welt. Es geht um ein geheimnisvolles Buch von Gott, Deiwos, das sein Widersacher Daeva in die Hände bekommen will. Ach, und eine Hauptfigur, die Schwester des Gottes, kann sich in eine sprechende Katze verwandeln.

Ich glaube, mein inneres Kind – – meine Hauptfigur – ist sehr davon angesprochen.

Der „rote Coyote“ auf dem Foto ist mein Logo. Er steht für den Trickster-Betrüger aus vielen Geschichten , dem manches aus dem Ruder läuft. Das ist der Stoff, aus dem Geschichten gewebt werden. Oh schon Juli!

12 von 12 im Juni 26

Auf dem blog „Draußen nur Kännchen“ werden alle Beiträge zum 12. Juni gesammelt https://draussennurkaennchen.blogspot.com/2026/06/12-von-12-juni-2026.html?m=1

Der Tag beginnt gesund mit Obst zum Frühstück, Haferbrei, Magen-und Darmtee.

Heute wird ein Nesthockertag, nicht viel zu berichten. Der Himmel ist weißlich und dicht, kalt ist es und daher beschließe ich einen kleinen Abstecher in ein Nachbardorf, Delve. Das ist viel größer als meines, und hat einen kleinen Laden in der Alten Schule, wo man sich an Büchertauschregalen bedienen darf. Mal finde ich nichts, mal ist es so toll wie heute. Sechs Bücher, die mich interessieren

Außerdem ein update zu den aufkommenden Veranstaltungen. Ich fahre noch ums Eck zur Eider, wo man die kleine Fähre gegenüber sieht, die Anlass für die Musikzug und Sportevents gibt. Ein bisschen Kult hat jedes Dorf. Dieses hat sogar einen Campingplatz und ist fast ein Geheimtipp, angesichts der vollen Strände im Sommer ist es hier regional gemütlich an der Badestelle. Aber nicht heute. ich fahre gern Auto. Ich hatte das nicht immer, und dachte darüber nach, wie sehr unsere Sprache davon geprägt ist, „einen Gang runter zu schalten“ oder „ordentlich Gas zu geben“ und so weiter. Wie werden die elektrischen Sprüche, wenn das gar keiner mehr versteht?

Next Imbiss mit selbstgemachtem Ghee auf dem glutenfreien Brötchen.

Und die Zeitung , da ist noch der Artikel über das Chemiewerk in Brunsbüttel, eines der größten Deutschlands. Ich gebe zu, ich wußte gar nichts davon. Ein bisschen ekelig, die Jubiläumssprüche. Gerade sind wir an einer Batteriefabrik vorbeigeschrammt; nachdem viele Hektar Ackerland bereits betoniert wurden, ging die Betreiberfirma pleite. Seither beherrscht das Northvoltthema diese Zeitung, die Politiker werfen sich gegeseitig Fehler vor, und die Heider waren wieder die Dummen, die sich rein legen ließen in ihrer Gier nach Geld und Arbeitsplätzen…

Man sieht zu, wie aus einer landwirtschaftlich dominierten Landschaft etwas Industrielles wird. Leer, tot, unangenehm. Nein, mein Fortschritt ist das nicht, dazu müsste es mehr Bewusstsein geben, wie wesentlich die Vögel, das saubere Wasser , die Freiheit sind.

Nelkenwurz, lerne ich heute, breitet sich zwischen den Erdbeeren aus und ist aber auch ein gutes Heilkraut, so dass ich davon einen Tee mache.

Nun aber zu den Büchern, von denen ich gleich drei auf einmal beginne und mich über Schüsslersalze informiere, und dann weiterschmökere in einer historischen Zeit- in der ich selber jung war. Krass, „Damals“ Wir sind Geschichte….Für mich ist Damals die Zeit von der Gräfin Dönhoff, über die ich auch gern lese. Wie viele der Eltern meine Freunde und die Familie meiner Mutter ist sie aus Ostpreussen geflüchtet, sehr bekannt da sie darüber geschrieben hat in der ZEIT, die ich früher mal las. Früher.

Mein Versuch draußen zu sitzen, war zum Scheitern verurteilt. Immer wieder Regen.

Ob es jemals möglich ist, den Strandkorb zu reparieren, wir werden sehen. Es ist ein schweres Ding, ich kann es nicht. Artha Martha hätte noch unter die Plane gepasst, aber…

Für heute Abend bleibt mir das Radio, im Retrodesign manches, und morgen ein Besuch im Steinzeitdorf, wo das Bogenschützenturnier der Zeitreisenden stattfindet.Wikinger, Mittelalter, Modern times, Steinzeitjäger (alle im passenden outfit) Sonntag ein Flohmarkt, Montag ein Frauenkreis. Da komme ich genug unter Leute. Aber ich habe nur ein Steinzeitoberteil umgenäht.

Holy Spirit

Wen haben wir denn da getroffen? Ein Froschkönig auf dem Silbertablett des Außerirdischen! Ach ist das schön, dass es noch ein paar versprengte alte Hippies gibt. Ja ich weiß, in Indien schon. Aber das ist mir nun doch zu weit.

Ein Trommeltreffen, das Wahnsinnswetter, gute Gespräche.

Und als ich dieses Buch „walkaway„( Cory Doctotow) weiterlas, war ich immer mehr enttäuscht. Eine Utopie? Ich glaube nicht, aber ich gehöre ja nicht zu der Generation. Da geht es zwar um ein Abwenden von der Kultur, die wenigen Reichen die Macht gibt. Aber es wird von fortwährender Zerstörung begleitet. Die “ ersten Schritte einer besseren Welt“ lassen natürlich irgendwie an die „Last Generation “ denken. Sie wollen nun die Ersten sein. Wie die „First Nations“ der Ureinwohner in Kanada, wo das Ganze spielt, die auch noch da sind. Das ganze neue System ist hochtechnisiert, hat keine Bosse, aber das Computerwissen ist alles. In Kanada gibt es genug Platz, immer wieder weiter weg zu gehen.

Dabei müssen unbedingt die server, die clouds etc gerettet werden. Roboter, Drohnen und Zeppeline machen das möglich. Mir kommt das nicht erstrebenswert vor….last not least wird erfunden, das Bewusstsein von Toten oder Lebenden auf den PC hochzuladen und so zu erhalten. Erstaunlicherweise sind auch die Gefühle dabei, und das ohne Körper, was ich wirklich nicht ganz erfassen kann. Von einer Seele wird hier nie geredet. Es gibt endlose Diskussionen, aber das ist der Weg des Überlebens? In ferner Zukunft können sie Körper erschaffen und laden sich wieder herunter. Dabei sind auch alle queer, trans und bisexuell. Ohne das wäre es genau der Traum von Elon Musk, schätze ich. Aber davon hält er ja nichts, er hat seinen Sohn deswegen verstoßen. Und Boss muss sein.

Anyway gibt es kaum einen aktuellen Roman oder Film in den öffentlichen Sendern, wo noch Mann-Frau-Beziehungen existieren. Nur über 60. Man hört nun auch im Leben von vielen jungen Leuten, die nicht sein wollen, was sie sind.

Ich wundere mich aber viel mehr noch über das Verständnis von Bewusstsein, welches ohne KI und PC-netzwerk nicht mehr existieren soll. Wo sind all die spirituellen Lehren, das Wissen, die Übungen geblieben?

Viele Bewusstseine ohne Körper wurden doch schon erfunden, gefunden, erlebt, wo wir doch gerade Pfingsten mit dem Heiligen Geist hatten, –

Ich lese außerdem “ Die unsichtbare Ordnung des Lebens“ von Jens Oertel, ein praktischer Ratgeber über energetische und geomantische Wirkungen. Fern von Aberglauben wird hier alles logisch erklärt, und endlich habe ich die Lahkovski-Spule verstanden. https://youtu.be/cY9cntfNduQ?si=g6F3Vs3btFGuwNR0

Walkaway

Cory Doctorow, Roman 2018 Heyne

Ein hochinteressantes Buch, dabei nicht einmal neu. Aber die Ideen! Es geht um die Alternative zur bestehenden Gesellschaft, die in diesem science fiction nur geringfügig „weiter“ ist als die unsere, abgesehen von der noch fortgeschritteneren Überwachung und Kontrolle. Um diesem System zu entgehen, entfernen sich junge Leute und bauen etwas eigenes auf. Auch dieses ist hochtechnisiert, gut organisiert und dennoch ein Experiment.

Ich erinnere mich an bestehende Versuche, Ökodörfer und Gemeinschaftsbildung, für die ich nie geeignet war. Aber ich weiß in etwa, wie sie funktionieren und wie nicht. Tamera ist interessant. Die Idee also weitergesponnen….ich bin erst auf Seite 190 von 736. Klar, ich bin zu alt, um da wirklich mitzukommen. Der Autor ist berühmt. https://diezukunft.de/taxonomy/term/5166

Die Maiglöckchen sind da, unter dem hohen Giersch verborgen! Wild? Wäre es wild, würde alles nur Brombeere sein. Tatsächlich ist es Arbeit, hochsensibel, auf all die Blütenpflänzchen zu achten , statt nur Grün zu sehen. Ich glaube, einen guten Gärtner macht die Erfahrung.

Ich bin wirklich begeistert vom Buch, das man nicht einfach nur lesen kann, sondern man muss nachdenken über die Entwürfe und Philosophien. Das ist die spannende Frage, wie die Zukunft aussieht und wie wirken wir daran mit.

Was ist Bewusstsein?

Zwei Welten

Ich mache Blütenessenzen. Apfel, Taubnessel, Löwenzahn. Es gibt solcherlei Essenzen in großen Mengen, ich weiß. Und warum nicht selbst machen? Von jedem Ort sind die Energien anders. Ich rieche Flieder und Diesel. Trotzdem ich in eine Sackgasse wohne, höre ich die Traktoren durch das Dorf donnern.

Nicht nur das Reine und Lichte gehört in die Welt. Soll es Resonanz geben, muss ja auch die andere Seite angesprochen werden. Ich bin eingetaucht in das Buch: An das Wilde glauben. (Nastassja Martin) Dieses in uns selbst zu finden haben Viele verlernt, verlernen sollen. Die Zivilisation clasht hier zusammen mit dem Verständnis einer indigenen Kultur zur schamanischen Initiation.

Die Autorin versteht den Bärenangriff als solche, und ich verstehe das. Es ist eine erschütternde, die Identität ändernde Initiation, die lange integriert werden muss. Bei mir war es ganz anders. Aber um so tief zu tauchen, muss sich erst alles auflösen. Die Stationen sind immer gleich, und es gibt kaum Verständnis dafür in der westlichen Welt. Cambra Skade hat ein neues Buch gemacht, über die wilde Frau. Sie lehrt das. http://cambraskade.blog/2026/05/04/ein-neues-buch/

Schattenkreise auf Linien.

Die Mutter Erde schläft in Blütenträumen. Für mich ist diese Skulptur wie die Erde. Leicht und schwer, Weit und winzig, und träumen konnte ich wieder unglaubliches. Wo passiert das alles?

Ich fand doch noch ein anderes Buch, welches für junge Frauen, ganz junge Frauen, die sich noch in der Schule befinden. „Tödliche Gedanken“ von Linda Metz. Das junge Mädchen hat eine verwirrende Gabe: Sie kann in Abdrücken anderer deren Gedanken wahrnehmen. Ja nein sowas, andere üben verzweifelt um solche Fähigkeiten zu erhalten, und wenn man sie hat und es nicht weiß, kann das ziemlich schlimm sein. Das sollte unbedingt in der Schule gelehrt werden statt in fantasy-Romanen.

Aber klar, wer weiß das schon oder wer glaubt das schon. Eine Frage des Glaubens ist es aber nicht, sondern des Umgangs mit etwas, das so wie ich denke, mehr und mehr unser Aller Realität wird. Ich wusste das auch lange nicht, wie fremdbestimmt ich war. Ich lernte. Zum Glück haben wir Möglichkeiten.Es ist doch egal, was die meisten darüber denken. Wir sind Pioniere. Wir holen uns etwas zurück, was zu uns gehört. Es macht mich glücklich, das mich Verbinden.

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