Film: Beforeigners

In der ARD Mediathek gibt es derzeit eine norwegische Serie mit dem Namen „Beforeigners“ zu sehen. Auf englisch würde das sowas wie : fremd sein bedeuten. Doch der norwegische translator sagt: Vorzeichner. Also eher so etwas wie Vorfahren, oder vorherige Herrscher. Doch schon verwandt, die Sprachen.

https://www.ardmediathek.de/ard/sendung/beforeigners-moerderische-zeiten/staffel-1/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2JlZm9yZWlnbmVycw/1/

Nun, in dieser Geschichte entsteht durch das unerklärliche Auftauchen von Menschen aus älteren Kulturepochen eine sogenannte multitemporale Gesellschaft, in der diese Steinzeitler, Wikinger oder christlichen Fundamentalisten aus dem Mittelalter integriert werden sollen in die moderne Lebensweise.

Doch sind sie sich nicht unbedingt gegenseitig gewogen und unerledigte Konflikte aus der Vergangenheit flammen wieder auf. Die Idee des Filmes ist ziemlich genial, finde ich, erinnert zwar einerseits an die multikulturelle Thematik der Gegenwart mit so unterschiedlichen Kulturen, doch hier ist der Fokus eher auf den Norden gerichtet. Auf der anderen Seite denke ich natürlich gleich an die Philosophie der Inkarnationen und das damit verbundene Karma, wie es ja in großen Weltreligionen gelehrt wird. Am Ende der ersten Staffel stellt sich heraus, dass offenbar auch in die andere Richtung- die Vergangenheit -gereist werden kann durch ein ominöses Zeitloch.

Dies alles ist mir nicht so unbekannt, habe ich mich ja schon lange mit new age und schamanischen Reisen befasst, habe eigene frühere Leben und Tode gesehen, Orte an denen ich denke schon gelebt zu haben, und habe auch Jahre in Asien unter Menschen gelebt, für die das alles völlig normal ist. Ich bin offen und halte vieles für möglich. Es gibt das Werkzeug, geistig in die Vergangenheit zu reisen, um etwas zu heilen, oder die Erinnerung zu verändern, um die Gegenwart zu verbessern.

Da kommt mir der Satz von Gor in den Sinn: was nicht erledigt wird, kommt morgen wieder auf den Tisch. Im folgenden video spricht er Klartext wie immer, man muss vielleicht etwas einsteigen in die Denkweise, ich finde ihn einen guten Lehrer, auch wenn er eigene Ausdrücke prägt, was mühsam ist, aber seinen Sinn hat, um alte Dogmen zu vermeiden.

https://www.youtube.com/watch?v=kkRaXoVmj_I

Der Film aus Norwegen ist kompliziert , Spannend, bietet sehr klasse Seherlebnisse, für Alle, die Mittelalter und Steinzeit, vor allem auch wikinger lieben, sowieso! Odin hat auch wieder einige Anhänger im Norden! Bestimmt gibt es noch eine Fortsetzung. So wie für uns alle im Leben…diesem oder den folgenden.

co) Kayute 2021

mARLANS sTORY

Marlan wandert in einer unbekannten Zeit und sucht ihre Weggefährten. Dabei wendet sie an, was sie im Laufe der Jahre gelernt hat, spirituelle Lehren tauchen auf, werden beleuchtet, doch zum Überleben dient die eigene Wahrnehmung der Natur, das Vertrauen in die innere Fähigkeit des Sehens und Vertrauen in das Geführtwerden durch Situationen der Orientierungslosigkeit hindurch, und den großen Sinn hinter dem Ganzen.

Die gesamte Geschichte mit Fortsetzung findet sich jetzt auch auf https://beingalive.jimdofree.com/


Und

sie ging los, in Richtung Süden. Die Erde hatte sich geschüttelt und nicht viel war an seinem Platz geblieben. So wie die Tiere sich ihr Fell schütteln und die Tröpfchen nach allen Seiten fliegen, hat sie ein paar Winzlinge auf der Oberfläche durcheinander gebracht. Die Frau hatte graues Haar, doch sie fühlte sich jung. Es war, als sei ein neuer Morgen angebrochen, auf den sie lange im Dunkel gewartet hatte.

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Fuchs

Wann sieht man schon mal einen echten lebendigen Fuchs aus der Nähe? Ich hatte heute das Glück, denn dieser Fuchs wurde offenbar mit einem Hund aufgezogen und saß an der Leine mit Frauchen vor der Tür meines Tierarztes. Das ist übrigens ein toller Dorftierarzt, aber Füchse sind nicht so oft dort zu Gast.

Und weil es ja keinen Zufall gibt, las ich gestern doch dieses Buch, von Cornelia Funke, „Reckless“, (Steinernes Fleisch) Nach den Märchen der Gebrüder Grimm, und Grimm hiess auch , glaube ich, die danach konzipierte Fernsehserie, an die ich mir noch schwach erinnerte. Es gab da viele Wesen, Gestaltwandler und eine Frau, die sich in einen Fuchs verwandelte.

Das Buch, eine Ausgabe von 2010, hatte diese Tierfrau Fuchs als eine der Hauptpersonen und ich fand die Geschichte sehr großartig, spannend und aus Sicht einzelner Figuren vielschichtig erzählt. Der Fuchs ist in unserer Kultur ein wichtiges Wesen gewesen und davon ist leider nicht mehr viel vorhanden. Ganz im Gegenteil, ist die Jägerschaft schon viel zu lange dabei, das Tier zu eliminieren. Dieses Buch übrigens erzählt die Anderswelt, in die Jacob und Will durch einen Spiegel gelangen, so ganz und gar nicht nett wie in den bereinigten Kindermärchen. Es ist eine gefährliche und böse Welt und ohne so manches Zaubermittel wäre auch Jacob, der sich schon besser auskennt, verloren. Die Fuchsfrau ist seine Gefährtin. Das hat nichts mit der Krafttier-romantik zu tun, die heute in manch esoterisch angehauchten Stuben üblich ist. Ich denke, dies ist dem Schamanismus, dem Wilden und Authentischen sehr viel näher. Ach ja, und Schneewittchen wurde gar nicht gefunden…die liegt da noch verwelkt in ihrem gläsernen Sarg….

Fuchs weiss nicht recht, ob sie lieber um der Liebe willen ein Mensch oder doch der Sicherheit wegen ein Fuchs bleiben möchte. Sie muss sich nicht entscheiden, das ist der Vorteil. Denn Fuchssein bietet Vorteile in einer wilden Welt. Und noch etwas hat mich an dem Buch sehr fasziniert: Es gab eine Spezies aus der Inneren Erde, die Goyl, deren Haut aus Stein bestand und sie konnten Menschen in solche verwandeln. Die Metapher allein ist sehr klar, doch auch die Bilder von Jaspis und Jadegesichtern, von Onyx und anderen edlen Gesteinen machte lebendig, dass es sich bei der Mineralwelt ebenfalls um Leben handelt. Intelligentes Leben. Ich muss sagen, am Ende des Buches wäre auch ich mit dem einen Bruder in der Anderswelt geblieben, statt in die normale Menschenwelt zurückzukehren. Denn beide zugleich scheinen da nicht zu existieren. Für mich jedoch ist beides real, vorgestellte Welten sind existent. Mein innerer Film aber sieht ganz anders aus, als der realisierte im Fernsehn. Deshalb sind mir Bücher so viel lieber, solche Bücher, die Bilder hervorrufen können. Die Illustrationen der Autorin sind ganz nebenbei eine Freude. Natürlich, sie ist eine weltbekannte Bestsellerautorin. Aber doch so wie …eine Verwandte irgendwie. Und dann war da heute dieser Fuchs, so als seien die Welten wohl doch ganz nah dran…

co) Kayute 2020

Roman

Ich lese gerade „Die Heilerin von San Marco“, von Marina Fiorato. 2012.

Ein historischer Venedig-Roman, wie so viele.

Nur, dass es hier gleich darum geht, wie die Pest absichtlich in die verfeindete Stadt gebracht wird, nun das ist ja eine abscheuliche Verschwörung des Sultans ,…selbstverständlich gibt es die nur in der Fantasie, im Roman, keinesfalls kann es das in der Geschichte gegeben haben, nicht wahr. Oder warum sind solche Ideen heutzutage als absurde Theorien verfemt….dennoch ist die Geschichte tatsächlich voll von Intrigen, Lügengebilden,Kriegslisten, ja selbst das trojanische Pferd soll es doch gegeben haben und es wurde auch viel darüber geschrieben und in der Schule gelernt, damit, ja, die Menschen irgendwas draus lernen?

Buch: Drachenmeer

von Nancy Farmer, Weltbild 2004, Originaltitel: The Sea of Trolls

Dieses ist ein Jugendbuch, was ich aber erst ziemlich spät gemerkt habe. So dicht und spannend war es gleich, dass ich sofort in die Geschichte hineingezogen wurde. Man erfährt viel über die Nordmänner und wie deftig es bei ihnen zuging. Die Mystik der isländischen Welt wird grossartig eingewoben. Oder umgekehrt , ein Weg des Erwachsenwerdens wird eingewoben, indem wir am Leben und der Sicht von Jack teilhaben, der von einem alten Barden zum Lehrling ausgewählt wurde und nun mehr schlecht als recht in ein Abenteuer geworfen wird, das seine Kenntnisse weit übersteigt. Dennoch, sind wir mit ihm am Ende sehr viel klüger und mutiger und wissen, worauf es wirklich ankommt.

Das erstaunt mich immer wieder an den Jugendbüchern: Dass so viel echte Weisheit darin verborgen ist. Es geht ja nicht nur um Unterhaltung, ein solches Buch zu schreiben ist viel schwieriger und die Autoren machen sich die Mühe, mit Archetypen, die als Vorbilder gelten können. Zum Vergleich kann ich heranziehen: Drachenromane von Markus Heitz, auch grossartig und bunt, bedient sich auch alter Quellen, alle Geschichten sind im Grunde alte Mythen. Dennoch folgt Heitz nicht dem Weg des Helden, wie er z.B. im Tarot bildlich wieder gegeben wird. Alle alten Archetypen kommen auch dort vor. Sie beginnen mit dem Erwerb von Werkzeugen, dem Hineingeworfenwerden in eine Aufgabe, fremde Welt, das Durchqueren des Tunnels, der Unterwelt und der Hilfe überirdischer Kräfte, wenn man denn den Zugang zu ihnen findet. Dann wird der erfolgreiche Held oder die Heldin am Ende nach Hause zurückkehren und dort mit Respekt aufgenommen.

Allerlei gruselige Wesen säumen diesen Weg von Jack. Wir erleben seine Zweifel und Ängste mit, und wie seine Mitstreiterin von einem traumatisierten Kind ohne Freunde und Familie zu einer geheilten Persönlichkeit wird. Und das, indem jeder mit den Werten der andersartigen Gesellschaft ins Reine findet. Denn die noch andersartigere Welt von Jötunheim, dem Land der Trolle, macht es nötig.

Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Erdmagie, die dort ganz im Norden sehr stark ist, und mit der Jack umzugehen lernt, wobei es klar wird, dass zuviel davon für Menschen auch schädlich sein kann. Dieser Beruf, mit der Erdmagie als Barde oder Skalde dem eigenen Dorf oder Volkzu dienen, wird realistisch dargestellt, das kann ich aus einer eigenen Ausbildung zur Geomantin so sagen.

Im Grunde ist diese Geschichte selbst so eine Art von Ausbildung darin, aber es wird natürlich in der Reihe: „Phantastische Welten“ geführt, so dass bloss niemand auf die Idee komme, da sei was Wahres dran!

Wir müssen solche Bücher haben!

co Kayute)

Buch: Großmutters Haus

von Thomas Sautner, Roman, Picus Verlag Wien 2019

Das Buch ist ein hübsche hardcoverausgabe mit Umschlag und Lesebändchen in grün. Waldgrün. Dies ist keine große Geschichte. Es ist eine kleine Geschichte, in der es um das große Ganze geht. Das eigene Leben, die Literatur, die Wahrheit, – Gott und die Wörter.

Es könnte ein Klischee sein: die alte Dame, die im Wald lebt mit Kräutergarten der besonderen Art. Die moderne Hexe aus dem Bilderbuch. Wenn man nicht so genau wüsste, dass es das gibt. Das Umschlagbild des Bandes wird von Cannabisblättern geziert, so dass man durchaus annehmen könnte, es sei ein humorvoller kluger Anstupser zur Legalisierung von Drogen. Aber nein, so platt ist es nicht wie es ausschaut. Es geht nämlich um den richtigen Umgang, mit allem.

Das Intro ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Welt der Bücher, und welche Bedeutung die für manche haben kann, dem echten Leser spricht es aus dem Herzen. Dennoch, aus Sicht der Enkelin jener alten Dame im Wald erleben wir, wie es ist, sich zu sehr in der Parallelwelt anderer aufzuhalten und das eigene Leben eine Nebensache werden zu lassen.

Das eigene Leben als Wert zu erkennen, darum geht es auch. Auf wunderbare, ja märchenhafte Weise erzählt sind hier zwei Wochen, in denen sich das verändert für die junge Frau. Es ist ein mutmachendes, unaufgeregtes Buch. Und so sagt es uns, dass es auf jedes einzelne Wort ankommt, von uns, von jedem.

Es sagt uns auch, dass es heilsame Entwicklung gibt. Was mir am besten daran gefallen hat: Die Sprache.

Die Einfälle. Das Tal der Dichter. Die Beobachtung des Alltäglichen. Die Nebenfiguren. Die Pflanzennamen. Die Abwesenheit von moralischem Zeigefinger. Die Vielfalt der Welt im kleinsten Raum.

Es ist die Geschichte einer Entfaltung.

Ich habs viel zu schnell gelesen. Noch einmal mit Genuss. Zitat aus dem Buch: „Und weil ich das Leben nicht verstand, möcht ich´s einmal noch beschreiben

co) Kayute

Der Traum

vom Schreiben eines Buches, ach. Nun finde ich diese Schreibmaschine im Sperrmüll, im Nachbardorf ganz zufällig im Vorüberfahren. So wie es immer ist. Nein, Zufall ist es nicht; ich nenne das synchrone Ereignisse, Absichten, die dem Universum mitgeteilt werden und für die es die Möglichkeiten bereitstellt. Aber natürlich mache ich das bewusst. Die unbewussten werden auch verwirklicht, nicht immer zum Vorteil. Und beim Betrachten der Schreibmaschine kommen Bilder von Schriftstellern in den Sinn. So etwas von früher. Als das noch ein Beruf war, der einen Ruf hatte….einen romantischen, verwegenen, verrufenen oder auch freien und nicht immer erfolgreichen, aber das war egal. Dem Schriftsteller vermutlich nicht egal, aber dem Bild schadete das nicht. Auch die Schriftstellerinnen waren besondere Frauen, natürlich gerade! Als ich so ganz jung war, da waren sie meine Heldinnen. Ein wenig habe ich mein Leben nach ihrem Einfluss gestaltet. Geschrieben habe ich aber nie, bis vor einigen Jahren, wo ich merkte, dass ich eine ganze Menge zu erzählen hätte. Hätte. Ich beobachte. Das Ordnen der Eindrücke ist so viel schwieriger. Es gibt so viele Bücher, richtig begeistert komme ich vom Buchladen zurück, wo die neu und mit wunderbaren Coverbildern versehen, mit neuen Titeln und Geschichten aus der ganzen Welt auf Leser warten….Das ist eine Welt für sich, ich bin eine Leserin. Bücher sind Freunde. Welten, Parallelwelten, Zeitlinien, Sprünge und Familien. Ich finde Beschreibung von Landschaft wichtig, zum Beispiel. Weil in meinem Kopf alles lebendig wird. Und daran erkennt man auch das Gute an einem Buch. Aber ich sehe, dass bei anderen das gar nicht stattfindet, im Kopf. Ob diese Bahnen schon so früh angelegt werden? Da habe ich ja Glück gehabt.

Buch: Hippie, von Paulo Coelho

Ich las jetzt die englische Ausgabe, kann also zu einer Übersetzung nichts sagen. Also, jedenfalls kenne ich Hippies, die auch heute noch Hippies sind, ich kenne junge Hippies. Die nennen sich nicht so. Das nun alles auf 1970 einzuschränken, finde ich heutzutage extrem beschränkt. Was ist doch alles daraus geworden, Gutes, weniger Gutes, eine andere Welt, in der wir jetzt leben, aber dennoch sind Ideale und auch Erfahrungen erwachsen von jenen, die diese Länder auf diese Weise entdeckten und sich selbst dabei auch. Eine Kultur in sich entstand. Die immer wieder sich verändert, kommerzialisiert wurde ohne Ende, doch die Ideale gibt es sehr wohl.

Tja, dieses Buch lässt mich ratlos und etwas enttäuscht zurück. Hippie? Dieser Roman ist nicht über Hippies. Diese Geschichte ist über den Autor selbst, dessen Reise im Magic Bus nach Nepal bereits in Istanbul endete, und das kam mir schon so vor, je mehr ich mich dem Ende des schmalen Bandes näherte. Aber jetzt mal ehrlich, die Abenteuer auf solch einer Reise begannen doch in Asien erst! Da finde ich es doch reichlich gewagt,dem Buch diesen Titel zu geben. Coelho bleibt immer der Autor, der Beobachter,- selbstverständlich auf der Suche nach Gott, wie in jedem seiner Bücher, hier sogar indem er diese Absicht in einige andere der mitreisenden Personen ebenfalls projeziert. Die er ja entwirft, also ist das seine Freiheit. Gut. Es gab gewiss viele der Hippies, die diese Suche in sich trugen. Aber dafür, dass er das Buch erst 2018 schrieb, also aus einem Altersrückblick heraus, oder etwa nicht, ist es ganz schön schwach. Was hätte man alles aus dem Thema machen können!. Nun ja, ich erinnere mich kurz an T.C. Boyle, der hatte es irgendwie besser hingekriegt….

Nö, lieber Autor, da müssen wir dann selber noch mal ran, Hippies .

Schlüssel Wörter

Damit meine ich nicht die Wörter, die in den täglichen Nachrichten zur allgemeinen Gehirnwäsche wiederholt werden. Ich meine auch nicht die zeitgeistigen Modewörter. Ich meine damit ganz alte Wörter.

Wenn ich so nachsinne, dann scheint mir, ein Wort wie UR haben die in englisch nicht….

Urzeit. Urvertrauen. Urlicht. Uralt.

Es muss ein wirklich altes Wort sein, Hiess nicht eine der drei Nornen so ähnlich? Sie hiess Urd, die Bezeichnung für das Schicksal. Verdandi und Skuld waren die anderen.

In anderen Momenten kommen mir englische oder spanische Wörter , die bedeutsam sind. Ich meine Wörter, die eine Geschichte, eine Erinnerung heraufbeschwören. Oder der Klang. Und solche Wörter sie wurden und werden in der Magie und in Gebeten gesprochen, solche Wörter sind auch die Mantras welche in sanskrit gesungen werden. Oder auf tibetisch. Oder in Stammessprachen der ganzen Welt.  Wörter, die noch eine Verbindung haben oder sie hervorbringen, da die Linie ihrer Herkunft so alt ist.

Wörter oder Worte?

Manche Sprachen haben bildhafte Ausdrücke und für jemanden, der alles bildhaft sieht, ist das angenehm. Sogar in der Übersetzung bleiben dann die Bilder erhalten, es war in Romanen des magischen Realismus, dass mir das besonders gefiel.

Zuletzt habe ich viel gelesen, von Alberto Villoldo, einem schamanischen Lehrer, leider aber aus dem Amerikanischen übersetzt, das mir fast nie wirklich gefällt. Das Spanische hat viel mehr Ausdruckskraft. Dennoch ist er von Bedeutung!

Dazwischen kam mir ein Island-Krimi, „Das gefrorene Licht“, von Yrsa Sigurdardottir. Er spielt in einem Esoterikhotel auf Island…gruselig! Hier haben es mir die Namen angetan! Sieh nur, der Name der Autorin schon! Alles noch nie gehört. Ich glaube mal, das sind auch alte Worte.

Wenn ich zu den Naturwesen spreche, mache ich das oft auf englisch. Ich habe keine Ahnung warum. Das Platt hier aus dem Norden und das Englische haben ja auch einen gemeinsamen Ursprung. Und singen….singen ist toll. Einfach so, wie die Amazonasleute icaros singen. In Trance singen, in einen anderen Zustand fallen, durch Klang. Lieder, die aus dem Spontanen kommen, Lieder die sich reimen, Dank für das was ist. Dank für mein Leben, für Frieden, für die Erde und ihr gesamtes Leben. Gracias a mi vida. Gracias a la tierra, gracias al sol.

 

 

Über einen Film

Über das Buch kann ich nichts sagen. Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt von Sven Regener (2013) wurde zu einem Film gleichen Titels (2016). Es geht darin um jemanden, der „abgestürzt“ war,  in der Psychiatrie gewesen war und sich nun aus dem Milieu der Beschädigten wieder ein Leben zurückholt. Genau wird nichts über die Krankheit ausgesagt. Nur dass vermutlich Drogenmissbrauch dazu geführt hat.

Es ist ja eine Komödie. Soweit das möglich ist. Mit wirklich plattem Humor.

Erst denke ich, der Film hat das Thema verschenkt. Karl trifft auf seine alten Kumpels, die immer noch wie die Irren weiterfeiern, und er wirkt dazwischen wie ein Fels in der Brandung. Es stellt sich heraus, dass er das auch ist, denn die anderen werden immer irrer und hüpfen wie die Deppen auf Trip durch die Nächte. das Ganze spielt sich ja in der Szene der Technomusik und ihrer DJs ab.

Charly Hübner spielt den Karl, und durch die prägnanten Sätze kommt doch etwas Tieferes durch die Nebel der oberflächlichen künstlichen Fröhlichkeit um ihn herum. Einerseits will er wieder dazugehören, andererseits hat er mit dem Leiden zu kämpfen, muss auf sich aufpassen und  merkt, was er dazugewonnen hat durch diese Erfahrung.

Leider aber – und so ist es – ist sein Status in der Gesellschaft grundsätzlich abgewertet , als verrückt gelten ja die, welche nicht mehr klarkommen. Deutlich sieht man die „normal Verrückten“, die akzeptiert werden, egal ob Alkohol oder andere Drogen auf dem Tablett stehen. Doch nun sind es diese, die ihn wieder aufnehmen; wie er sagt: die nehmen jeden mit, sogar ein Meerschweinchen, und sogar einen wie mich. Der Satz trifft ins Herz.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, das Selbstbewusstsein braucht lange, um sich zu erholen. Die Selbstverständlichkeit der Identität wurde gebrochen. Das Bild von Realität wurde erschüttert. Aber in der Zerbrochenheit kann man nicht bleiben, man muss versuchen, sich wieder zusammenzusetzen. Und das scheint hier im Film als nicht einfach, aber gelingend, und kann ja durchaus Mut machen.

Die Frage ist, warum will man Mitglied im Deppenzirkus sein….

Die von Sozialarbeitern betreute WG wird als Team vorgestellt, sehr echt,…doch auch die miteinander arbeitenden DJs werden als Team vorgestellt, und der Spielraum der Freiheit ist da recht groß. Ich glaube das ist der Schlüssel. Den Betreuten wird die  Freiheit entzogen. Sie wird ihnen nicht zugetraut.

Sie trauen sie sich selbst nicht mehr zu. Die anderen fangen nicht immer Sinnvolles mit ihrer Freiheit an.

Und jetzt schlage ich doch nicht etwa die Parallele zu unserer aktuellen Entmündigungssituation, nein. Ich bin da halt sehr hellhörig, weil ich durch einen solchen Prozess gegangen bin. Die üblichen Kategorien von verrückt und normal sehe ich anders, vielleicht weil ich ernsthaft versucht hatte, wieder normal zu werden.

Man kann nur noch auf sein eigenes Gespür für die Wahrheit vertrauen.

Und der soundtrack, by the way, der war richtig gut. Musik ist die beste.

Der Film ist noch für eine Woche in der Mediathek von arte zu sehen.

 

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