Buch: Kulinarische Krimis

Es ist nicht neu, doch ich habe es eben erst entdeckt:

Bittere Schokolade, Ein kulinarischer Krimi, von Tom Hillenbrand.

Beim Lesen sollte man etwas Leckeres vorrätig haben, denn unweigerlich bekommt man Appetit! Der einem später dann wieder vergeht, denn in dieser sehr informativen Geschichte erfahren wir viel über den Welthandel mit Kakao, so wie in einer ganzen Reihe weiterer Krimis des Autors, der sich mit Honig, Oliven und anderen hochwertigen Lebensmitteln gut auskennt! Spannend ist es auf jeden Fall und leider wohl auch vieles wahr!

Ich liess mich dazu hinreißen, einen Lauchquiche zu backen, und inspiriert wurde ich dazu von Madame cuisine:https://www.madamecuisine.de/quiche-mit-lauch-porree-quiche/, die sich wohl auch gut mit französischen Krimis auskennt oder solchen, die in den Landschaften Frankreichs spielen.

Anders erging es mir mit: Die Nudeln meines Lebens von Giulia Melucci, die uns allerdings mit guten italienischen Rezepten direkt im Buch bereichert. Dazu muss man aber die Beschreibungen diverser Liebhaber ertragen und ich stellte mir lebhaft vor, wie ich all meine Männer mit den Gerichten in einem langen Buch zusammentragen würde, wow das wäre …Dabei haben aber eher die Männer gekocht. Irgendwas hat sie ja auch falsch gemacht, weil die immer wieder abgehauen sind, entweder weil es alles Schriftsteller waren, oder weil sie es mit dem Kochen übertrieben hat. Italienisch, ich erinnere mich, da war das wirklich wichtig und in den drei Wochen, die er hier war, hat er mehrere Flaschen Olivenöl verbraucht beim Backen und Wirken, und ich war eher fett geworden….Nun gut, dass es nicht länger war. Aber lecker. Der englische Katzensitter war seit dreißig Jahren Veganer und hielt es mit riesigen Töpfen voller Currys, die ich auch nicht vertrug. Zu scharf.

Ich koche nun wieder selber. Klassisch. Hühnersuppe.Salate. Kohl. Mein Freund ist Dithmarscher Landmann, arbeitet draußen, und einzig sowas wie Sahnetorte kriege ich gar nicht hin. Ich habe sogar zum ersten Mal im Leben eine Weihnachtsgans gemacht- und zum letzten Mal. Diesmal darf die ein Mann kochen. Vertragen habe ich die auch nicht.

Das beste Essen hatte ich vermutlich in Japan. Das kann ich aber nicht. Die Romane allerdings …großartig.

Ahnenreihen

Das Thema der Ahnen scheint in unserem Lande gerade eine große Aufmerksamkeit zu erfahren. Entweder weil etliche coaches es für sich entdeckt haben; nachdem nun alle auf den Narzissmuszug aufgesprungen waren, muss was Neues her. Oder auch weil tatsächlich viele Seelen Verstorbener noch nicht ihren Frieden gefunden haben. Da geht es um das Schuldthema, und viele empfinden, dass das Leid der Bevölkerung nicht gesehen und verdaut wurde. Gerade die aktuellen Kriege holen vielleicht manches wieder hervor, und es ist unfassbar, wie viel neues Leid da erzeugt wird für Generationen.

Es ist nur zu hoffen, dass in der neuen geistig anders wirkenden Wassermannzeit es schneller gehen wird, damit klar zu kommen.Aber leider darf ja vieles immer nicht gesagt werden.

Möglicherweise sind ja gerade Fremdenergien und Besetzungen, alter Unfrieden daran beteiligt, dass wieder so viel Grausamkeit herrscht. Und da vermisse ich bei all den vielen, die wieder Kerzen aufstellen und Bilder ihrer Opas rauskramen, die echte Aufarbeitung, die schon seit Jahrzehnten zB. in Familienaufstellungen stattfindet. Also ich kann nur darüber sehen, die Erfahrungen die ich machte, dass in vielen Familien diese Ahnenlinie unterbrochen war, so dass sich die Kraft der Alten nicht in die neuen Generationen fortsetzen konnte. Und dazu ist so eine Ahnenreihe ganz sinnvoll, um zu gucken und wieder zu verbinden. Manchmal finden die Seelen einfach nicht nach Hause, wenn sie in Gefangenschaft oder anderorts verstarben. Oder sie hängen sich an die Verwandten, wo sie im Grunde mehr Schaden anrichten, weil es den Lebenden behindert, seine Kraft nimmt. Er vielleicht Gedanken wahrnimmt, die nicht seine eigenen sind. Das kann man ändern, wenn man davon weiß, dass es diese Möglichkeiten gibt. Früher…also unsere Ahnen…die wussten schon darüber Bescheid, und hatten ihre Leute dafür, die Schwüre, Flüche oder Gelübde von einem nahmen. Leider natürlich auch jene, die diese aussprachen. Auch das alles wimmelt noch in der Grauzone der erdgebundenen Seelen herum.

Ich las gerade auf Empfehlung des Fantasyblogger https://fantasyblogger.wordpress.com/2024/11/15/waechter-des-wyrdwood-von-rj-barker/ein neues Buch, bestellte mir:

“ Wächter des Wyrdwood“ von R J Barker. Eine grausame, menschlich kalte und von seltsamsten Wesen bevölkerte Welt wird da erzählt, deren Namen und Eigenarten man erst mal verstehen muss. Leider sind die Folgebände noch nicht auf deutsch erschienen. Und da es schon so viele fremde Worte sind, erlasse ich mir die englische Version, und warte. Parallelen zu unserer Welt sind nicht ausgeschlossen, und vielleicht gibt es auch gute Handlungsweisen als Vorbild.

Und ich fand die durchaus nützlichen Büchlein: „Energievampire“ von Maryan Stone, sowie „Clearing“von Bianca Denise Albrecht, als Ratgeber und Therapiewegweiser, so dass diese Thematik und Aufmerksamkeit nicht nur allein der Fantasy-Literatur vorbehalten bleibt. Das sind nämlich die besten Kenner und viele Leser wissen, dass dort eine Menge echte Information versteckt ist.

Zu sagen „daran glaube ich nicht“ hat auch nichts verbessert.

Bücher

Ich habe heute einen Buchpodcast entdeckt, https://www.ardaudiothek.de/episode/buecher-ohne-gedoens-der-buchpodcast-mit-miriam-pede/warum-gehoert-in-bredstedt-der-platz-in-der-sonne-nicht-den-buechern/ndr-1-welle-nord/13888443/

Das ist schön, weil da kleine Buchläden in Schleswig-Holstein besucht werden, mitsamt den interessanten Büchern. Neulich schrieb doch jemand, sie habe sich vorgenommen, 75 Bücher im Jahr zu lesen. Das kam mir ungeheuer viel vor. Und nun musste ich überlegen. Bei 2 Büchern in der Woche sind das ja schon hundert Bücher! Die habe ich vermutlich geschafft. Aber viele davon vergesse ich auch gleich wieder. Wie einen Film. Und schreiben will ich über die wenigsten. Und die lese ich auch gar nicht so schnell. Das schönste Buch dieser Woche ist von 2005, „Willkommen im BLUE MOON CIRCUS“ von Michael Raleigh, Hoffmann und Campe. Aus dem Büchertausch.

Die Geschichte hat mich wirklich mitgenommen, aus der Sicht eines kleinen Waisenjungen, der 1919 in einem Zirkus aufgenommen wird. Die damaligen Gegebenheiten werden schonungslos erzählt, die Armut und das Reisen durch die amerikanischen Staaten. Wundervoller Humor und die Erlebnisse lassen einen bis ans Ende nicht los! Schon als Kind war mir natürlich Zirkus ein Sehnsuchtsort, für dieses Kind war das erst nicht so. Aber Zirkus ist Leidenschaft der Beteiligten selbst, die alles in die Vorstellung geben und wissen, welch eine Rolle es spielt, für jene kleinen Städte , in denen die Leute kaum eine Abwechslung kennen. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen!

Und doch ist das ja erst hundert Jahre her. Hätte man sich das „Heute“ vorstellen können? Können wir uns die Welt in hundert Jahren tatsächlich ausdenken?

Darum geht es in manchen Projekten, wie können wir eine lebenswerte Zukunft manifestieren, und doch hakt es da ein wenig in alten Vorstellungen und Mustern, aus denen heraus zu denken etwas schwer ist. Dann werden erst mal wieder die ganzen Hindernisse aufgezählt, das Negative was alles weg soll…vielleicht ist das eben ein Lernort, die Erde ein Schulplanet…und erst mit der Auseinandersetzung kann man in das „bessere“ finden. Oder vermeintlich bessere. Wie viele Philosophen und Ideologen haben das schon gemacht! Aber wurde es besser?

Ich glaube, es wurde enorm vielfältiger, das Leben und manches Mal auch wie ein bunter Zirkus, zu dem luftige Nummern und schwere Wagen gehören, Menschen die alles zusammenhalten und natürlich der Zirkusdirektor.

Es ist leichter, es so zu sehen: als Vorstellung, die einmal endet und wir staunen und spenden Applaus.

Buch: Die Spuren meiner Mutter

von Jodi Picoult, Bertelsmann 2016

Das ist das schönste Buch, welches ich in diesem Jahr gelesen habe. Und ich habe viele gelesen! Vielleicht ist auch gerade mein Herz so offen, dass eine Geschichte über Trauer tief ankommt und ich sie annehmen kann. Über Trauer? Nun ja, über Elefanten und Mütter, Elefantenmütter, die mich so berührt haben, und eine Elefantenforscherin, die deren Trauer erforscht, wenn eins ihrer Kinder stirbt.

Man kann es gar nicht so einfach sagen…Die Sicht verschiedener Personen wird in den Kapiteln erzählt, mehr und mehr entrollt sich die Wahrheit, über der ein dichter Schleier liegt. Man beginnt, sie ins Herz zu schließen, und wünscht sich die bestmögliche Lösung, und auch dass die Hellseherin, die ihre Gabe verlor, wieder sehen kann….Und dass es den Elefanten gut geht….man erfährt da wirklich sehr viel Wahres über diese Riesen, nicht nur schönes über ihr Leben unter den Menschen.

Und auch über Verstorbene, die nicht wissen, dass sie tot sind. Davon gibt es einige, davon gehe ich aus und finde es ein wunderbares MIttel, welches in diesem Roman genutzt wird, auch erklärt wird, wie die Kommunikation in solchem Falle aussehen kann.

Das hört sich merkwürdig an? Nun, merkwürdig, lesenswert, bedenkenswert und zu Tränen gerührt mochte ich das Buch gar nicht beenden. Doch- im Original heißt es „Leaving Time“, und das sagt es viel besser. Wenn eine Elefantenmutter tagelang über ihrem Jungen getrauert hat, kommt die Herde, um sie wieder zum Leben zu bewegen und zu unterstützen. Wenn es genug ist, dann ist die Leaving Time, dann wendet sie sich wieder der Gemeinschaft zu. Vergessen wird sie nie.

Mich hat es tief beeindruckt, dass die Elefantenfamilie an den Knochen erkennt, wer von ihnen der Gestorbene war und diesen sowie auch fremden Elefantenknochen die Ehre erweisen und diese mit dem Rüssel streicheln.

Aufrecht oder Aufrichtig

So würde ich den Titel des road-movie “ Upright “ übersetzen, den ich im zdf in der mediathek anschaute. Denn darum geht es irgendwie, auch nach einem schweren Schlag und Verlust wieder aufrecht zu gehen. Und ehrlich hinzuschauen. Zwei völlig unterschiedliche Menschen haben mehr gemeinsam als sie denken, und sie sind unterwegs von Sydney nach Perth, auf einer langen Straße, an der unterwegs praktisch NICHTS ist außer australischer Busch. Dieses Nichts ist allerdings recht sperrig.

Dieser Fim hat mich sehr interessiert, weil ich selbst einmal in meiner naiven Jugend diese Strecke getrampt bin und dort unvergessliche Begegnungen hatte. Zum Glück nicht so krass wie in diesem Film, aber fast. Hier passieren eine Menge absurder und chaotischer Dinge, die man vielleicht in unserem geordneten kleinen Land nicht für möglich hält. Und die Wüste, die Stille, die roten Sonnenuntergänge. Dafür gucke ich jeden australischen Film.

https://www.zdf.de/one/upright/page-video-ard-tag-1-102.html

Ja, leider schaffe ich es mal wieder nicht, das video direkt anzuhängen.

Wenn man genau hinguckt auf seinen Fahrten, ist das Leben ein road-movie und ich muss sagen, wann immer ich Dieselabgase rieche, was hier auf dem Land durchaus vorkommt, denn die Traktoren düsen zu Zeiten durchs Dorf, dann denke ich an Busfahrten und Busbahnhöfe in Asien, Busse ohne Fenster auf nepalesischen oder philippinischen Bergstraßen , Schotterstraßen mit abenteuerlichen Abgründen und bin froh, dass ich das alles erleben durfte. Wobei das währenddessen unendlichen Stress bedeutete. Wer hätte damals gedacht, dass ich so alt werde und gern daran zurückdenke. Gerüche sind starke Erinnerer und besonders in warmer Luft wehen sie weiter. Hier rieche ich auch oft das Meer von Westen und jetzt rieche ich wieder Holzfeuer, ein ganz starker Lieblingsduft…auch ich zünde abends schon den Ofen an. Es ist ja womöglich so, dass all das verboten werden soll, die Welt ist dann eine andere als die meines erinnerten Lebens.

Zu den Übersetzungen: wörtlich sind sie nicht zu nehmen, daher finde ich gut, wenn der englische Titel gelassen wird. In meiner Spanisch-Übersetzung (siehe vorher) muss ich feststellen, dass vieles nicht wörtlich geht, weil die Sprichworte und Bilder eines jeden Volkes ganz andere sind! Sehr spannend, denn das Denken geht andersherum. So ein Übersetzer ist wahrhaft ein Wortkünstler ersten Ranges!

Buch: Das Super Geniale Rezept Der Lois Clary

von Robin Sloan, 2019, Heyne

Bücher um gutes Essen! Der zweite Roman, welchen ich las, war „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ von Petra Hülsmann, Bastei Lübbe, 2016. Ein bisschen das übliche fürFrauenbuch, welches ich an einem Tag durch habe und wo man Lust auf schönes Essen bekommt. Dieses hatte die etwas vorhersehbare Liebesgeschichte wie man es von den leichten Komödien kennt. Naja, Glück ist wenn man trotzdem liest….

Und das Buch, in dem es um Sauerteigbrot geht, ist so absolut schräg und wunderbar, von einem Mann geschrieben, aber in der ichform als Frau. Hier gibt es einfach nicht dieses Liebestralala. Diese Frau ist – wie eigentlich immer in diesen Büchern- ebenfalls schüchtern, zurückgezogen, und so weiter, und wie immer wandelt sie sich und wird zu einer selbstbewussten Persönlichkeit aufgrund eines Zufalls, eines Impulses der von außen kommt und das ist in diesem Fall das Sauerteigbrot.

Im anderen Buch ist es der Koch…Wir sehen hier einen Weg des sozialen Miteinanders, der ganz unterschiedliche Menschen vereinen kann. Das amerikanische Buch befasst sich auch mit dem fastfooddilemma, aber alles in lustiger Form und ich sehe ein, dass diese Bücher für viel jüngere Menschen geschrieben sind. Es geht um die Frage von Lebendigkeit, und das kann auch auf Nahrung zutreffen. Das hört sich seltsam an….aber der Sauerteigansatz lebt…

Es wäre schade, zuviel zu erzählen. Das Vergnügen liegt in der Würze.

Und da ich gestern einige Zuccini aus heimischer Überproduktion geschenkt bekam und auch noch ein sehr gutes Öl, gab es ein Kochvergnügen. Besonders verwandelt hat mich das nicht, denn gutes Essen ist mir schon lange eine Freude, auch wenn es nicht teuer sein muss. Auf dem Land da kann man Eier von Freunden kaufen und andere Festlichkeiten.

Es w

Buch: Junge Frau,am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

von Alena Schröder, Roman, dtv,2021

Eben sah ich noch, dass in einem anderen blog ein zwei Künstler als Magier und Wortmagier bezeichnet wurden. Und ja, das sind sie auch. Auch diese beiden, die ich hier gerade gelesen habe. Dieser Titel erlaubt sich ein Bild vorzustellen. Und mit dem Bild im Kopf möchte man mehr wissen….

Das andere Buch: „Das Leben kleben“ von Marina Lewicka auch dtv , von 2010 hat eine verwandte Thematik, nämlich das Auftauchen von jüdischer Vergangenheit im Leben von jüngeren Menschen, die bisher nie damit zu tun hatten. Und somit Schicksale, die bis in die Gegenwart reichen, aufgerollt werden und uns erinnern. Die ganz persönliche Betroffenheit der jungen Frauen, die diese Leben aufdröseln und verstehen wollen, bringt die Geschehnisse viel näher als jede Dokumentation.

Wir Älteren haben noch viel in der Schule gelernt darüber, doch das scheint gar nicht mehr so zu sein.Ich erfuhr hier auch noch einiges, was ich nicht wusste.

Auch ist das zweite Buch ja kein deutsches, sondern man befindet sich in London, wo es so manches Flüchtlingsschicksal gab und gibt, und diese sich verzahnen. Dazu sind die gegenwärtigen alltäglichen Probleme gar nicht unwichtiger , denn auch sie drehen sich um Bindungen, Zuhause und Heimatgefühle.

Diese Bücher sind schön und gut, was heißen soll, dass sich ernsthaftes auch wunderbar lesbar darstellen lässt. Gute Bücher sind ja eher die, die schwer zu lesen sind, hier ist das aber anders. Es ist die Kunst der Wortmagierinnen, es auch schön und witzig und traurig zugleich zu machen und ein versöhnliches Ende zu finden.

Phantastisch

Der Flohmarkt ist wieder einmal fantastisch, das Wetter dazu ebenfalls und ich war froh, dass ich nach anfänglichen Schmerzen wieder gerade stehen konnte und los. Denn gestern haben wir einen Hänger voller Brennholz abgeladen, wobei mein Freund noch drei Stunden sägte. Tanzen gehen konnte ich danach nicht mehr, trotz Weltmusikfest, wir lagerten vor dem Bildschirm mit einem tollen alten Sci-fi namens „12 monkeys“. Und den kannte ich noch nicht. Sind die älteren Filme nicht doch die besseren? Ich habe überhaupt noch nie den hier ganz jungen Brad Pitt in einer derart guten Rolle gesehen. Auch wenn es durch die chaotische Wirrnis ziemlich anstrengend war.

Das kann man vom Flohmarkt auch sagen. Es ist eine gute Übung. Nach etwa eineinhalb Stunden hatte ich nicht mal die Hälfte gesehen, aber meine von mir erlaubten 30 Euro ausgegeben. Es wurde auch sehr warm. Der größte Marktplatz – äh Deutschlands?- nämlich befindet sich in Heide. Schattenlos. Und die Phantastische Literatur-Reihe, herausgegeben von Jorge Luis Borges in 30 Bänden, die kannte ich auch noch nicht. Fünf davon fanden sich in einer der vielen wirklich vielen Büchergrabbelkisten, und dann mit diesen wunderschönen Buchcovern gestaltet, für 50 cent das Stück. Das bei jungen Leuten immer, die nicht so den Wert erkennen, oder jegliches Interesse daran. Tatsächlich hatten sie sonst Titel wie Yoga für Doofe, oder Kochbuch für Doofe. Die besseren Dinge werden von älteren Damen verwaltet, die frisch frisiert und blondiert wissen, was ihre Kleidung wert ist. Und der Schmuck und so weiter.

Im Moment sind die Kunstpelzmäntel der vorletzten Saison überall im Angebot, auch viel Lederjacken, oder unechte. Und so unglaublich witzige und spannende Dinge, von deren Existenz man nicht mal in Jahrzehnten geahnt hatte. Wie in der fantastischen Literatur Südamerikas, die ich schon lange liebte.

Krimisucht

Machen Krimis süchtig? Das kommt darauf an, ob sie gut sind…also ich denke, möglich ist das. Ich las in letzter Zeit einige, doch lieber sind sie mir, wenn sie auch lustig sind. Überhaupt liegt das nur an diesem unmöglichen Regen, und all that I want is drei Wochen Sonne hintereinander.

Sonne verändert alles, das gesamte Bewusstsein….wobei ich das den Drogen nicht zugestehe, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr nehme, aber ich beobachte das: die angebliche Bewusstseinserweiterung findet da ganz und gar nicht statt. Wenn schon, dann eine Wahrnehmungsverschiebung, das ist ja nicht das gleiche. Ebenso bei vielen spirituellen Angeboten: sie berühren Emotionen. Und wo alles beides geschieht, das ist Musik….für mich oft ein Sprung in andere Zustände, die der Körper erinnert. Und daher bin auch ich durch alte Musik manipulierbar. Gern habe ich das selbst in der Hand und lasse mich nicht den ganzen Tag von Radiosendern bedudeln, die für Oldies wie mich gemacht sind, mit weichgespülter Wohlfühlmusik. Im Moment stehe ich auf Krautrock.

Zum Krimi, den ich gerade genoss: Achtsam morden im Hier und Jetzt, von Karsten Dusse. In einer wahnwitzigen Geschichte wird da eine durchaus ernsthafte spirituelle Suche geschildert, wie sie viele von unseren Zeitgenossen durchlebten. Ich wurde erst viel später dazu inspiriert, denn ich war ja schon süchtig, als die anderen zu solchen Sekten gingen. Wenn man sie so nennt. Zu einer Sekte wäre ich niemals geeignet gewesen. Zu Abhängigkeit sehr wohl.

Ich weiß noch, wie mich eine neue Nachbarin fragte ob ich eine Katzenzucht hätte- ob der Anzahl meiner Haustierchen- und ich verstand jedes Mal: Haben Sie eine Katzensucht? Oh weia, ich wusste keine Antwort…wie peinlich.

Ich bewundere manche Schreiberinnen, wie sie persönliche Umstände zu schildern vermögen und ihr Inneres darlegen, was vielleicht nur durch Anonymität möglich ist. Und dadurch auch etwas geben, denn man erkennt sich durchaus wieder und nimmt Anteil. Ich mag nie so viel aus meinem früheren Leben darlegen, mein jetziges Leben ist ausnahmsweise einmal ausgeglichen und das trotz der fehlenden Sonne. Katzen sind nur noch drei! Bücher umso mehr, und das Lesen an sich macht etwas- es nimmt mich raus aus der alltäglichen Situation, die mich oft überfordert- viele Leute, viel Kommunikation und Eindrücke, die ich nicht verarbeiten kann. Ahnlich wie fotografieren- es schafft genügend Abstand um als Beobachter teilzunehmen. Aber natürlich gehe ich trotzdem zu den Stadtfesten, Konzerten und Partys! Der sogenannte Sommer ist so kurz und vollgepackt mit schönen Gelegenheiten! Draussen! Die Musikantenbörse in Garding ist wieder „on“, „live“, und ich kam in den zweifelhaften Genuss, die sogenannte „Scheisskapelle“ zu erleben, wobei man sich wie nach Mallorca (ohne Sonne) versetzt fühlt, die Massen jubeln, sie formieren sich zur Polonäse und dann hört auch bei mir der Spass auf…

Morgen darf ich wieder ein paar bands miterleben, ein echte Geschenk! Denn die Musiker sind echt, sie spielen aus Leidenschaft. Und ich habe gelernt, das alles ganz nüchtern mitzunehmen und mich von Musik verzaubern zu lassen.

Buch: Neue Beute

Das Buch heißt nicht so..Die „Beute“ bezieht sich auf meine neuen alten Fundstücke aus der Bücherhütte. Und zwar besonders erfreut hat mich hier der Märchenband mit den wunderbaren Illustrationen. Zwei ähnliche Bände habe ich schon, und ich erinnere mich dass damals die tschechischen Illustratoren als die allerbesten galten. Damals studierte ich selbst Grafik-Design und wurde nie eine solche, seither hat sich viel geändert. Doch auch die Geschichten sind es wert und ich kann wohl nicht anders, ich werde älter und halte es mit Klassikern und traditionellen Werten- aus meiner Jugend. So mit der Musik, wir besuchten ein Wochenende lang ein kleines Bluesfestival mit Gleichgesinnten. Da fühle ich mich wohl.

Mit den Optionen hier bin ich nicht so vertraut, ich kann neuerdings kein Beitragsbild mehr einfügen. Dafür ein Bild des ganzen Stapels, der hier nun zu lesen ist. Die rechte Seite sind solche, die schon lange bei mir, von verehrten spirituellen Lehrern stammt, Tenzin Wangyal Rinpoche und Lama Anagarika Govinda, die entscheidend halfen, mein Weltbild zu stärken.

Links sind die Romane und Skandinavien ist stark vertreten: Yrsa Sigurdardottir: „Das gefrorene Licht“, Island; Jan Costin Wagner: „Eismond“ spielt in Finnland, Ebba Ibbotson: „Die Morgengabe“, in London; und „Zum Licht“ von Dr. med. Melvin Morse und Paul Perry ist überhaupt kein Roman, sondern über die Erforschung von Nähetoderfahrungen von Kindern, und das fand ich ungeheuer spannend, so dass ich es als erstes lese. Es ist allerdings keine leichte Lektüre. Weil- es ist wahr. All diese Kinder gab es. Das Buch ist nicht mehr neu aber so hoffnungsgebend.

Das Leben nach dem Tod betrachte ich als Selbstverständlichkeit, siehe Lehrer auf der rechten Seite, ob mir Gott dann begegnet sei dahingestellt. Bücher überleben ihre Autoren, wenn auch in der Schenkhütte, wo jemand offenbar mal wieder den Nachlass einer Person meiner Generation entsorgt hat.

Als nächstes bestellte ich sogar ein relativ neues Buch, aus gegebenem Anlass, nämlich möchte ich wieder mehr wissen von Sibylle Berg, an deren Namen ich mich wohl erinnere…schrieb sie nicht mal in der „Brigitte“ und ist mir als schräg in Erinnerung, und hochintelligent, (was man von der Zeitschrift weiß Gott nicht sagen kann, so mainstream ist schon peinlich) und mich interessiert, was Frau Berg in den nächsten Jahren aus der Zeit bei der EU in Brüssel machen wird…

Mainstream ist ohnehin langweilig, die wahren Denker leben in Nischen, und abgelegenen Ecken, ich fürchte das ist immer so. Doch gut, wenn es Verlage für sie gibt. Oder wordpress. Oder womöglich Parteien…

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