Mini-Urlaub

Mit Freunden einen Tag an der Eckernförder Bucht verbracht – auf jeden Fall ist das ein Urlaub von Zuhause. Auch Besuch zu haben ist sehr schön. Finden die Katzen auch, sie dürfen bei denen im Bett schlafen. Mehr Herrchen ist besser als nur ein Frauchen.

Also Eckernförde- ich wohnte da früher, daher kenne ich es. Das dachte ich. Ich war wohl zu selten da, denn die Veränderungen haben mich überrascht. Mal abgesehen von der Riesenbaustelle am Hafen, die der Sanierung dient, liegen da plötzlich Yachten statt Fischerboote…Auch die neuen Häuser entlang der Hafenkante- Eigentumswohnungen, gesichtslos…Dahinter gibt es noch die gepflasterten Gässchen mit Rosen vor den kleinen Häuschen. Diese als Ferienwohnungen natürlich auch zum Teil. Das ist der Gang der Dinge, von einem vernachlässigten Fischerhafen ins Blickfeld reicher Hamburger.

Aber immer noch schön ist die Ostsee mit den Bergen von Algen am Ufer, grün wogt es im seichten Wasser und am liebsten sind mir die steinigen Strände mit ihren Schätzen vielfarbiger Feuersteine.

Es war absolut windstill, am Himmel kleine Wölkchen und der wilde Strand, mein Geheimtipp, war fast menschenleer. Nicht mal Hunde. Nicht mal Surfer. Weit ab vom Kurstrand mit den vielen Touristen, verraten werde ich hier nichts. Aber toll am Hafen ist immer noch der große Biomarkt, in dem man Mittagstisch bekommen kann und Backwaren. Nicht ein einziges bekanntes Gesicht sah ich- das war mal anders. Und weiter draußen lagen sie dann, die alten Segelschiffe mit zwei oder drei Masten, tolle alte Holzschiffe mit Gesicht und Geschichte.

Auf der Rückfahrt, stilecht im alten VW-Bus, hielten wir dann noch an einer Tanke, um Eis zu essen. Die Preise waren echt Urlaub. Wie es sich gehört. Eine Seniorenkaffeefahrt…ich schleppte allerdings etwa zwei Kilo Steine mit. Für mich sind die Steine so wie Freunde. Verlässlich, mit Kristallen im Innern wenn man zu sehen versteht. Mit vielerlei Farben und Facetten.

Artificial

https://imeldaalmqvist.substack.com/

Imelda Almquist ist eine ernst zu nehmende schamanische Lehrerin, und seit Jahren lese ich von ihr.

Hier eine interessante Zusammenschau über AI, artifial intelligence- die KI.Und die Dimension dessen, dass immer mehr Leute glauben, hinter ihr stecken oder äußern sich fühlende Wesen. Ich selbst glaube nicht, dass man das Intelligenz nennen kann, was in der Maschine programmiert ist. Aber wie dem auch sei. Wir selbst müssen besser werden, wahr von falsch zu unterscheiden. Und in dieser Menschen welt, die das offensichtlich nicht kann und nicht will, nicht verrückt zu werden.

Wie dem auch sei, ich habe Besuch von Menschen, den ganzen Tag echte Gespräche, es ist auch anstrengend, und es lässt mir wenig Zeit für die künstlichen Wesen.

http://fassadenkratzer.de/2025/08/06/wird-ki-unsere-zukunftige-regierung-sein/http://fassadenkratzer.de/2025/08/06/wird-ki-unsere-zukunftige-regierung-sein/

Unerklärt

So ist das mit der Kunst-nicht so einfach zu verstehen, und jeder kann etwas hineininterpretieren. Darum gefällt sie mir. Ich habe wieder Hilma af Klint in der Wohnung hängen, in klein natürlich.

https://www.arte.tv/de/videos/109358-199-A/stadt-land-kunst/ In dieser Sendung fand ich ein paar gute Erklärungen dazu, die mir neu waren. Doch, dass es spirituell ist, weiß ich. Und ich male manchmal ganz ähnliche Sachen, Kreise, Wirbel, das kommt ganz von selbst aus dem Handgelenk. Wir könnten ganz naturalistisch malen, aber wozu. Dennoch- so etwas in 2×3 Meter Größe und daraus mein Leben werden zu lassen, das wäre mir dann dochzu ernsthaft. Ich bewundere solche Determination. Ein deutsches Wort dafür fällt mir nicht ein.

Meine Bildchen sind Zustandsbeschreibungen, mehr wollen versetzt mich in Stress, den ich einfach nicht mehr aushalten will. Ja das kann dahin führen, dass das Leben kleiner wird und enger. Aber mir angemessen.

Nichts Besonderes, ist das erleichternd, nichts Besonderes sein zu müssen. Allen Ernstes war das in unsere Erziehung eingewoben, die Kś sind was Besonderes. Tja, da konnte ich nur noch anders werden, besonders gut jedenfalls nicht.

Ich muss sagen, seitdem mag man mich vielleicht auch. Ich finde es wunderbar irgendwo dazu zu gehören, umarmt zu werden, ohne dass ich irgendwas tolles gemacht habe. Es gibt zwar das Gegenteil, man darf nicht Herausragen, Auffallen, Angeben, usw. Das scheint im Norden und in diesen evangelisch kirchlich geprägten Gegenden wirklich unbewusstes Credo: sei bescheiden, sei arm, sei still und brav. Ich weiß das von meiner Oma. Aber Stolz, den gibt es hier auch sehr. Auf das, was und wer man ist. Fleißig auf jeden Fall, muss so. Und das war Hilma af Klint, dafür muss man große Bilder schaffen.

Musik

Wir sind wieder mittendrin: Die Gardinger Musikantenbörse läuft seit ein paar Wochen. https://www.musik-fuer-garding.de/programm#A5 und es macht Spaß.

Gestern war der Platz an der Kirche voll, und es wurde getanzt auf dem Pflaster. Dabei sind immer bekannte Gesichter, der Verein, der all das ausrichtet und nette Begegnungen. Mir tun die Füße weh, aber was solls. Viele der Musiker haben schon die Lebensmitte überschritten, auch die Zuschauer lieben rock n roll, Blues, oldies und sixties von altgedienten Profis. Es sind fünf Bühnen, die jeden Dienstag in der Altstadt aufgebaut- und ab 23 Uhr auch wieder abgebaut werden.

Im Alten Rathaus, das in eine Kunstgalerie umgewandelt wurde, auch ein Verein, singen Liedermacher mit eigenen Texten, ebenso im Friedrichs auf kleiner Bühne. Für jeden was dabei. Es gibt eine Ausstellung mit großformatigen Bildern von Wolfgang Groß-Freytag zu sehen.

Es ist ein gewisser Kult für uns- wir lernten uns vor sechs Jahren eben dort kennen, wie auch andere Paare übrigens, Musik verbindet. Das Fest gibt es schon seit 25 Jahren und viele der lokalen Musiker spielen in wechselnden Verbindungen. Sie sind immer dabei, die anderen stehen in einer Warteschlange. Mein Leben hat sich seither verändert, ich kenne plötzlich so viele Leute, wie ich vorher niemanden kannte! Hier kennen die sich seit 50, 40, 30 Jahren…das kommt bei mir nicht vor…ich bin ständig umhergezogen. Jetzt schätze ich das Ankommen umso mehr. Mit 10 Jahren Anwesenheit ist man immer noch neu. Das ist so auf dem Dorf, aber bei den Hippies und in der Musikszene, da wird jeder aufgenommen und man merkt, das man manches gemeinsam hat. So ähnlich wie auf La Gomera. Fast jeder ist dort auch schon mal gewesen, damals, in den Achzigern oder so.

Also- nächste Woche Tom the crow und Lutz Drenkwitz! Man sieht sich.

Blauer Himmel

Das ist mir einen Eintrag wert! Echte Wolken, so wunderschön, und kräftiger Wind von Westen.

Wie lange würde es wohl dauern, bis die Menschen vergessen haben, dass der Himmel eigentlich blau ist. Nicht lange ….man macht uns verrückt mit Meldungen über die Gefährlichkeit der Sonne, als wolle man sie abschaffen. Dabei passiert sehr viel mehr als dass Sonne unsere Haut trifft. Ich denke, ja viele Menschen in der Stadt merken das nicht mehr richtig. Im Urlaub braten sie sich dann einen über. Was man im Süden ansässig niemals tun würde. Da macht man siesta. Statt aber darüber nachzudenken, eine siesta einzuführen- wo kämen wir denn dahin, wir fleißigen Deutschen, die sich lieber krank arbeiten,- stattdessen also soll uns nun KI auf Hautkrebs abscannen und wir uns bereits in der Wiege einschmieren mit schädlichen Sonnenschutzmitteln, die gesundes Licht von uns abhalten.

Licht macht Wachstum. Licht macht glücklich. Licht macht Leben. Danke.

Buch: Bücherhütte Juli

Ich wurde wieder beschenkt mit Schätzen!

Der Roman von Alonso Cueto, er spielt in Peru, ist außerordentlich dicht und spannend, dabei geht es nur um eine Schulfreundschaft zweier Frauen…

Und das Kinderbuch von Jan Prochazka ist etwas ganz Besonderes: Ich las es als Kind. An mein Alter damals kann ich mich nicht erinnern, an das Buch sehr wohl. Es hat mich nämlich sehr stark beeindruckt, allerdings auch mit Schrecken. Geschichten des Krieges, aus Kindessicht erzählt, das nahm mich mit. Diese Grobheit der Menschen. Und andererseits kam ja meine Familie daher, aus diesem Krieg, von dem auch die Eltern und Großeltern manchmal sprachen.

Die andere Geschichte, die ich erinnere, war in unserem Lesebuch und sie hieß: Nachts schlafen die Ratten doch. Sie war ebenso erschreckend, denn die kleine Schwester eines Jungen war unter einem Schuttberg begraben, und der Junge passte auf, dass ihr die Ratten nichts tun konnten. Diese Fakten waren so ungeheuerlich für mich in meinem wohlbehüteten vielleicht zu wohlbehüteten Zuhause, in dem die Grobheit durchaus durchbrach, man war ihr ausgeliefert. Noch heute scheue ich zurück vor Büchern aus dem Krieg, weil sie mich so hineinziehen. Ganz anders bei Krimis, die kann ich lesen. Aber nicht die grausamen. Noch liegt der Roman Wolfsmond von Julio Llamazares im Regal, über die Diktatur in Spanien.

Es sind wahre Krimis, so würde ich es sagen. Nun auch Gedichte aus Südamerika sind nicht unpolitisch. Wie oft mussten die Autoren ins Exil! Diktatur, Despotentum, Machtmissbrauch, Massenmord, all das findet statt. Immer noch. Und es ist der größte Schrecken, weil man so machtlos dagegen ist wie ein Kind, ausgeliefert und eben das auch eine der größten Ängste von Menschen.

Moder

Fallobst. Feuchte Wärme, widerlich. Überall Schnecken auf Vergammelndem, Fliegen, Wespen. Die Vögel freuen sich an Bäumen voller Kirschen. Schnecken kriechen auf tote Mäuse und fressen die Augen.

Regenzeit. So war es in Asien, da sammelten sich riesige Insekten wie Skorpione und Spinnen in den Feuchträumen, die Kakerlaken waren alltäglich, die Kobras lagen im Bad oder auch mal im Bett. Oder große Schlangen klauten ein Huhn.

Schnecken tun ja nichts. Sie sind harmlose Wasserwesen und verschwinden beim ersten Sonnenstrahl. Wenn es den denn gäbe. Eine dichte weiße Wolkendecke, – soll man es so nennen?-lastet über uns und das sei dann Sommer. Normale Wolken gab es gestern, da waren wir baden in der Eider und die jungen Leute im Steinzeitpark versammelten sich zum letzten Male diese Woche, bevor sie sich nach dem experimentellen Zusammenleben wieder in alle Winde zerstreuen.

Es riecht nach Verwesung. Was tun mit den ungegessenen Mäusen.

Ich habe zwölf Gläser Apfel-Mirabellenmus geschafft. Und das war erst der Anfang. Sehr früh eigentlich. Die Bäume hängen voll dieses Jahr, auch Birnen kommen noch. Brombeeren. Hagebutten.

Ich mag es trocken. Wenigstens einen Windhauch. Ich würde ja nichts sagen, wenn es eine Ausnahme wäre. Aberdas ist es nicht. Ab und zu wird uns ein Tag mit Sonne gegönnt. Der nächste ist dann schon wieder so, eine Art Nichtwetter. ich will ja nicht behaupten, das wäre Absicht. Aber wer weiß schon, wie sich die kilometerlangen solarAnlagen auswirken oder die hohen Windräder. Es weiß nämlich keiner, weil es keiner wissen will. Wir sind an der Küste, hier ist normalerweise Wind!

Das Glück

Die Zeitschrift happinez bietet uns eine Schreib-challenge an. Teile dein Glück. Und zwar das Glück, das durch die Zeitschrift ausgelöst wurde, glaube ich. Es ist eine hochwertige, schön gestaltete Zeitschrift mit teils interessanten Beiträgen, in denen es mehr oder weniger um Spiritualität und Selbstfindung geht. Das ist ja nicht das Gleiche.

Na jedenfalls versuchte ich über Glück zu schreiben- das ist eine echte challenge. Ich könnte tagelang über Unglück schreiben, wie so Viele. Das scheint auch zu helfen. Aber Glück – es hört sich so klischeehaft an…wie so manches in dieser Zeitschrift, ach in allen vermutlich.

Ich hatte Glück, immer wieder.

Aber das tolle Glückgefühl, das ich erinnere, war auf dem Schiff nach Teneriffa, 2010, als zwei Hippies auf ihren Gitarren spielten, das Schiff war voller Portugiesen, die nach Madeira fuhren, wir waren auf dem Weg und fast angekommen.

Das Glück war die Freiheit.

Die Hippies betrunken.

Der Schlaf wenig.

Danach dann Nervenzusammenbruch- der Katzensitter hatte monatelang weder den Garten begossen noch die Katzen gefüttert, überall lag dreckiges Geschirr herum, und gleich nach unserer Ankunft brachte die Katze drei Babies im Wandschrank unter.

Die Rückfahrt ein halbes Jahr später mit dem gleichen Schiff war nicht glücklich.

Unsere Katzen kletterten verzweifelt in den Käfigen umher, in die sie auf dem Fahrzeugdeck mussten, ich weiß nicht wie Tierschützer die Transporte aushalten. Völlig voller Schrecken war das Alles. Und lange kein Glück, nur Freude, viel Angst. Natürlich war das Finden einer Wohnung an sich ein Glück. Aber glücklich war ich damit nicht.

Nun kann das auch nicht sein, wenn nur das Dazwischen, die Freiheit das wahre Glück ist. Das ist eben genau wie im Spirituellen- nicht ganz in dieser Welt, sondern mit dem Blick in andere, mit Aussicht auf höhere schönere und wärmere Welten, mit einem Bein im Paradies, dass uns nach wie vor versprochen wird. Und man kann einen Hauch davon erhaschen.

Jetzt steh ich aber mit beiden Beinen hier rum, unter sogenannten bodenständigen Leuten, und bin ganz froh. Ich koche Apfelmus. Die Katzen von damals sind alle schon im Paradies, in den ewigen Jagdgründen und ich hoffe, dass sie dort wieder Zähne haben.

Diese Sehnsucht nach paradieshaften Zuständen kann einen weit von sich weg bringen. Das habe ich erlebt, das ist gut und richtig. Das müssen nicht alle. Wer hat’s gesagt: Einer von den bekannten Lehrern, Alberto Villoldo: Jeder Traum verwandelt sich irgendwann in einen Albtraum.

Richtig. Eine Vision ist etwas anders.

Spirituelle Touristen

Nun ja, was zeichnet Touristen aus? Sie wollen für kurze Zeit Entspannung und Abenteuer erleben, meist in einer extra für sie angelegten künstlichen Komfortzone, in der ihnen nichts passieren kann.

So ähnlich sieht es auch aus, wenn man hier im Westen spirituelle Angebote aufsucht. Ich fragte mich selbst immer wieder, ob ich ernsthaft bin. Aber bin ich Buddhistin? Wenn ich die wirklichen Religiösen erlebe, die sich strikt an Regeln halten, habe ich gar nicht die gleichen Ziele. Ich will diese Welt nicht unbedingt verlassen, um an der Seite Amithabas wiedergeboren zu werden. Aber dennoch wurde darum jahrelang in einer Meditationsgruppe gebetet. Vielleicht liegt mir diese Welt doch sehr am Herzen. Die Buddhas und erleuchteten Meister kann ich ja auch anders anrufen. Ich mache meine kleinen Feuerzeremonien, singe und rufe die vier Winde, die Hüter der Elemente, den Schöpfergeist.

Ich bin nicht für ein Durcheinander, aber anscheinend haben manche, die seit Jahrzehnten die spirituellen Angebote geprüft haben, doch eine gewisse Freiheit erlangt, um selber mit Spirit in Kontakt zu treten. Es gab mächtige und wichtige Werkzeuge auf dem Wege. Gruppen über Gruppen, Lieder, Mantras, und auch Einweihungen. Ich finde es nicht gut, viel Geld bezahlen zu müssen, aber auch nicht, wenn man ohne Erlaubnis von Ureinwohnern ihre Götter und Zeremonien benutzt.

Über Alberto Villoldo bin ich mir nicht ganz klar, denn er hat die Erlaubnis, Riten weiterzugeben und ich wurde darin eingeweiht. Das wichtigste scheint mir, dass sie zum Wohle Aller und vor Allem für die Erde eingesetzt werden. Wir verändern uns mit der Praxis, das gilt für alle Wege. Wenn wir sie gehen.

Ich achte auf die Zeichen. Es kann sein, dass ich ein starkes Herz brauche, um Rituale durchzuführen, dass die Zukunft nicht die Komfortzone bereit hält, die für Touristen angenehm ist.

Und auch für die wird es wohl nicht leicht, wenn , wie auf Fuerteventura geschehen, sie plötzlich nicht mehr auf ihre Zimmer dürfen, weil der Reiseveranstalter pleite ist. Welch ein Erwachen!

Buch: Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena, Roman, 2008, Kiepenheuer & Witsch

Nun habe ich doch wieder ein Buch gelesen. Mir war nicht mehr danach gewesen, mein Hiersein war bedeutungsvoller. Dieses Buch lag schon länger da, und es war genau der richtige Moment. Es kommt ja nicht so oft vor, dass ich am Ende über eine Geschichte weinen muss, doch diese Woche bin ich nah am Wasser gebaut. Und es geht ja gut aus Deshalb weine ich ja. Weil man es so hoffte, nachdem so viel so dicht erzählt wurde, aus einem norddeutschen Dorf, wie ich es nun auch kenne. Die Autorin haut da Sätze raus- die treffen richtig . Es geht hier um drei Generationen,zwei Schwestern, dann drei Schwestern und anschließend zwei Kusinen. Diese Verflechtung, die sich zu einem Drama entwickelt, ganz subtil, ganz kühl und zurückhaltend, nimmt mich wirklich sehr mit.

Wie man sich verhält, wenn man als Heranwachsende ein Trauma erlebt hat, ohne dass je darüber gesprochen wird, ohne dass dieses Wort überhaupt jemals vorkommt, und auch anderes wie Demenz und Heimweh und Bücher und Freundschaft…darüber wird erzählt. Meisterinhaft, und das Norddeutsche schimmert überall durch wie die goldenen Ballkleider der Tanten, die die Mädchen sich überziehen, um zum Schwimmen im See zu radeln. Die Bilder sind wunderbar.

Und es tut auch weh. Denn in welcher Familie gibt es nicht solche unausgesprochenen Verwerfungen, und auch die unterschiedlichen Schwestern…ein altes, geerbtes Haus…Erinnerungen. Und etwas daraus machen, ein eigenes Leben erschaffen, dennoch.

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