Flow

Flow

Ich mache gern alles im flow, das heißt es gibt keine Vorausplanung. Zwar denke ich vorher auch, so und dann werde ich jenes tun…doch mittlerweile mache ich es doch von den Bedingungen abhängig. So wie in der Natur natürliches Sein funktioniert.

Heute scheint die Sonne, ich habe keine Schmerzen und kann aufs Fahrrad steigen. Der Wind kommt woher-davon hängt die Länge der Fahrt ab. Und dann entdecke ich wunderbare Brombeeren hinter der Mühle!

Und all das auch, weil mein Internet nicht funktioniert….

Der router gab den Geist auf, wenn er einen hatte…natürlich hatte er. Alles ist aus Geist erstanden.

Ich mache diese Woche an einem wundervollen Projekt eines Vereines mit, mit anderen gemeinsam erschaffen wir jede Lichtsäulen, die dann in öffentliche Gebäude positioniert werden, um den kollektiven Menschen-Geist zu unterstützen, ins Positive zu kommen, während Vergangenes transformiert wird. Denn auch dieses hat Kraft, die gebunden ist, und die Freisetzung kann so viel neue Energie bereitstellen!

Es ist auch eine Form von Geomantie, geistiges Wirken.

Das Visualisieren bedarf vielleicht der Übung, mancher kann es einfach schon.

Es hat auch leider die andere Seite: dass man sich Schlimmes vorstellen kann, und oft auch tut, und genau das Kreisen um jenes ruft Gefühle auf, die einen auf Dauer schwächen.

Darum bin ich dankbar für diese Impulse aus unserer Mitte, es ist ja in uns selbst eine Veränderung, die ausstrahlt. Wir sehen uns nicht als Opfer. Und anders als wenn man Energie jemandem schickt, der das vielleicht nicht will, ist hier etwas vorhanden, von dem man mitnehmen kann, was man jeweils braucht. Ohne Absicht.

https://www.kristallmensch.tv/ https://www.kristallmensch.tv/ Dort findet man den Verein und die Anleitungen in vielfältiger Weise.

T.C.Boyle

T.C. Boyle

Vielleicht schrieb ich schon einmal über ihn? Ich bin lange ein Fan dieses Schriftstellers gewesen, er ist aus meiner Zeit sozusagen. Nun bekam ich das neue Buch: „Blue Skies“, der Titel wurde nicht ins Deutsche übersetzt. Und ich mochte dieses Buch überhaupt nicht leiden!

Im Grunde war es nichts Neues, ich erinnere ähnlich grandiose Beschreibungen von Katastrophen aus früheren seiner Bücher, in denen sie mich wirklich mitrissen. Dem Prozess einer Frau, die zur Alkoholikerin wird, mochte ich aus persönlichen Gründen nicht nahe kommen. Er mochte sie aber wohl auch selbst nicht wirklich. Ein bisschen boshaft und bösartig geht er ja mit ihnen um, seinen Figuren, die so realistisch sind.

Und das ist glaube ich der Punkt; früher schien so ein Szenario hyperrealistisch, und übertrieben.

Heute ist es real.

Die Realität dieser Amerikaner ist nicht die meine, aber was auf der Welt los ist, ist so viel schlimmer und unvorstellbar Gewesenes nimmt Gestalt an…ich finde, er hat sich da irgendwie drum herum gedrückt. Oder sind die Leute wirklich so ….Es gibt keine Lösung, richtig.

Vor dem Lesen sah ich noch die ausführliche Dokumentation auf arte über T.C.Boyle, wirklich interessant! Ist schon ein eigenwilliger Kauz.

Und er ist aber auch ein Star der Literatur, der sich nicht mehr anstrengen muss.

Spiegel-Bestseller, in letzter Zeit lese ich ständig solche, und wenn so viele Leute so Aufgeklärtes lesen, warum bleibt die Welt dann trotzdem so? Weil die meisten gar nicht lesen?

T.C. Boyle schreibt, um zu schreiben. Das glaube ich ihm, dass er das braucht,und daher ist es unerheblich, ob ich das Buch mag. Für Viele ist das Buch vermutlich wichtig, weil die die anderen seiner Wälzer nicht kennen, und hier vielleicht in angenehm aufbereiteter Form das äußerst Unangenehme unserer Realität – serviert bekommen.

Warum denke ich immer an Schlammlawinen, und Dummheit, ich werde manche Szenen nie vergessen, obwohl ich die Titel gar nicht mehr weiß.

Blaue Himmel übrigens…haben sie die in Kalifornien und Florida,….hier sehe ich die eher selten.

2023.

Ole Schriewerie

„Die alte Schreiberei“ auf Norddeutsch- so steht es am Haus der Volkshochschule, in einem Dorf.

Hier nahm ich nun an einer echten Schreibwerkstatt teil, es ware ein wunderbare Erfahrung. Wir befanden uns im Ortskern, nebenan eine wirklich alte Kirche, die Katharinenkirche in Nordhastedt, und wir hatten die Aufgabe, unsere Eindrücke und Farben einzusammeln…

Später entstand ein Gedicht und alles war so liebevoll, spielerisch und wertschätzend gestaltet, das gegenseitige Zuhören macht Vertrautsein, auch wenn frau sich nie zuvor gesehen hatte. Ein bisschen war es auch wie früher , sehr lange her, in der Schule. Ich hatte diese nur in schlechter Erinnerung, doch dies hat mich wie in die erste Klasse zurückkatapultiert und da war etwas sehr Schönes: Das Wahrgenommensein und die Anerkennung für mich, die ich bin.

Zugleich waren die Themen ernst und heiter.

Dieses Ehrenmal vor der Kirche regte mich an, die Worte“die treuen Toten“ warfen einige Fragen auf…

Die treuen Toten

blicken in das blaue Glasfenster

Rennradfahrer überholen

die treuen Toten,

und die Lindenbäume

die treuen Toten

blicken in das blaue Glasfenster.

Da geht es um Zeitlosigkeit und Eile…und zurück bleibt der Stein, das uralte Element inmitten der neuen Zeit…

Übersetzungen

Ich bin keine Übersetzerin, aber ich habe ein paar Fremdsprachen erlernt, mehr oder weniger. Lange genug war ich auf englisch unterwegs, und ich wunderte mich sehr über die künstliche Aufregung in den „Medien“, Radio und so weiter, über ein Wort namens bullshit. Ja, der Herr der es benutzte, ist mir nicht sympathisch, wie jeder, der andere nicht respektiert. Aber dass bullshit „Scheiße“ bedeutet, nun ist einfach nicht ganz richtig…Nach meiner Erfahrung würde es eher als „Blödsinn“ oder „Unsinn“ benutzt, und ich glaube so wird das auch in Filmen übersetzt.

Für den Ausruf: „Scheisse“ wird viel öfter das Wort „fuck“ verwendet, welches eigentlich ja etwas ganz anderes bedeutet, man stelle sich vor er hätte das gesagt! Interessanterweise wird das meist gar nicht mehr übersetzt, sondern in deutschen Krimis entfährt den Schauspielern häufiger dieses Wort…weil sie ja sicher nicht Scheisse sagen sollen.

Ganz herrlich wird es, wenn wir das Spanische nehmen.In einer wunderbaren kleinen Serie namens :Mein Glückstag, welche in Chile spielt, hatte eine der Personen ständig die Worte: „Beim Arsch meiner Mutter! “ auszurufen. Den Spruch gibt es bei uns nicht wirklich, und ich fand das eine gute Lösung, denn im Original wäre möglicherweise das Wort Hure vorgekommen, was ja aber auch nicht das bedeutet, sondern eben wiederum – wie „Scheisse“ gebraucht wird. Alles völlig unkorrekt natürlich. Wie die Leute so reden.

https://www.arte.tv/de/videos/RC-024068/mein-glueckstag/

Briefe

Es gab einmal eine Zeit, in der Menschen noch richtige Briefe schrieben, auf Papier.

Ich habe noch so eine kleine Schatzkiste, in der ich Briefe eines Künstlers aufbewahre, die er mir zehn Jahre lang schrieb. Sie sind einmalige Dokumente. Etwa 40 Jahre alt nun. Diese Briefe sind weitgereist, ebenso wie ich damals. Doch besonders erstaunt war ich doch, als ich plötzlich Briefe von mir selbst entdeckte, die ich vor 40 Jahren an meine Mutter schrieb! Sie kamen auf Umwegen aus dem Nachlass, lagen schon 25 Jahre seit ihrem Tode irgendwo aufbewahrt und was ich da las, war ja mein eigenes Leben, dass mittlerweile zu einer Art Mythos in meiner Erinnerung wurde. Also wie ich selbst damals war, das kann ich nicht mehr nachfühlen. Die Wahrheit war es jedenfalls nicht, die ich schrieb. Es gab diese faltbaren hellblauen Luftpostbriefe aus besonders dünnem Papier, auf den Phillippinen. Fotos aus jener Zeit gibt es auch kaum, denn nicht einmal mit Kamera bin ich gereist.

Am liebsten war es mir, dass meine liebe Mama weit weg war. Vielleicht bin ich jetzt ein alter Drachen geworden, und sollte mich erinnern, dass ich auch nicht immer so klug gehandelt hatte, bevor ich andere jüngere Menschen beurteile . Man kann sie nicht vor ihren Fehlern bewahren, wenn diese überhaupt solche sein sollten. Es könnte sich um wichtige Erfahrungen handeln, die einen an den Rand der Verzweiflung bringen, in den Abgrund schauen lassen, die Welt erkennen und schön war das nicht. Gar nicht schön. In meiner Erinnerung bleiben die Landschaften, die schönsten der Welt, und dass ich da nie glücklich war.

Warum bin ich bloss so intolerant. Ich habe ja nicht einmal Kinder, an denen ich herumkritisieren kann. Ein Freund formulierte es so: nun sind wir alt genug, dass wir keinem mehr gefallen müssen! Es will aber auch keiner mehr wissen, was ich denke….dafür gibtÅ› ein Tagebuch, wo immer das nachher aufbewahrt wird. Und wieder zum Vorschein kommt. Es mag ja in 40 Jahren jemanden interessieren.

Gesichter

Am kommenden Wochenende sind die Regionalwahlen, und auch hier auf dem Dorfe wurden ordentlich große Plakate aufgehängt. Und dort prangen die Gesichter, die man gern nicht so genau gesehen hätte….

Sie sehen aus wie meine Nachbarn, sicher. Meist etwa älter und wie es eben so ist, sieht man den Gesichtern ihr Leben über die Jahrzehnte an. Wer kam nur auf die Idee, dass das von Vorteil sei. Aber auch die Jüngeren sind nicht so präsentabel, in meinen Augen. Was sie politisch wollen, sieht man ihnen sowieso nicht an. Man sieht ihnen die Arbeit an. Das sind nicht Leute, die im Büro saßen. Das sind hier die Großbauern, Handwerksmeister und Baugewerbetreibende.

Praktisch denkende Leute, schätze ich. Aber der Blick über den Tellerrand ist auch nicht so weit.

Man stellt sich auf wie ein Fussballverein, da wird ja auch die Politik gemacht, und vielleicht liegts ja auch am Fotografen.

Zum Glück gibt es parteilose Wählergemeinschaften, da ist eine für und eine gegen die Windparks. Ganz einfach.

Der Bürgermeisterin haben sie eine Clownsnase verpasst, des Nachts im Dunkeln, und den Herren Heiligenscheine. Tja, das entspricht womöglich auch der Wahrheit.

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