Dankbarkeit

Dieses Jahr ist wirklich ganz anders. Ich dachte, ich hätte viel verloren. Es sah so aus, und tatsächlich musste ich etwas abgeben: mein Muster von Selbsttäuschung…nun gebe ich zu, dass ich gut darin bin, mir wieder neue Illusionen zu machen, denn ohne parallele Möglichkeiten lebe ich einfach nie. Eine davon wird auch wahr…Am liebsten aber war mir immer der Zustand, in dem viele Möglichkeiten vor mir lagen. Und zumindest die des Reisens, Auswanderns, an andere Orte so selbstverständlich zu gelangen wie immer, immer in meinem Leben gab es das, die war nun beschränkt.

Und es tat sich die Welt auf, die einmalige des Jetzt und Hier, und die war ganz erfüllt und erfüllend! Auch dramatisch, nicht ohne meinen Widerstand, und so fand ich Unterstützung, begab mich in die guten Hände einer Heilerin, und es fand etwas statt. Eine Verschiebung, Entwicklung und eine innere Weite statt der äusseren. Ich bin dankbar!

 

Verlorene Seelen

Das haben wir früher mal so gesagt: der ist eine verlorene Seele, oder ich bin eine solche. War ich auch mal. Es wurde für jemanden gesagt, der nirgendwo richtig hingehörte, einsam war oder einfach keinen Zugang zum Leben fand. Unsere Kultur kennt also den Begriff.

In schamanischen Strukturen -(und damit meine ich keine religiösen Komplexe oder Kontexte) -, da gibt es diesen Begriff ebenfalls, und man geht davon aus, dass eine Seele tatsächlich in anderen Schichten des Bewusstseins verloren gegangen ist, in Anderswelten oder sogar gestohlen wurde von Wesenheiten, die sich dort aufhalten.

Uns heute bekannt ist, dass dies im Falle von einem Trauma passieren kann, auch bei Drogenmissbrauch und anderen Abhängigkeiten und vielen anderen Gelegenheiten wie Gewalt und Krieg.

Heute arbeiten Schamanen vermehrt daran, solche verloren gegangenen Seelenanteile für Personen, denen es nicht gut geht, die darunter leiden, aufzuspüren und zurückzurufen. Ein Schamane ist auch eine Art Detektiv. So wie James Bond hat er seine Spezialwerkzeuge, die er allerdings in Traum und in Tranceritualen einsetzen kann, und ja sogar Bilder aus Filmen können hilfreich sein, weil diese immer archetypische Figuren zeigen und Situationen, die uns triggern. Die in uns altes Trauma wiedererleben lassen. Im Film wird es aufgelöst, meist.

Nun gibt es noch andere verlorene Seelen: im Falle dass Menschen schon ihre Körper verlassen haben und gestorben sind. Auch davon finden nicht alle nach Hause oder dahin, wo es ihnen gut ginge. Die sind nicht böse, aber sie sammeln sich oft an bestimmten Orten und das ist für die Lebenden, wie man sich vorstellen kann, nicht angenehm. Denn so manche dieser Seelen wissen gar nicht, dass sie auf der anderen Seite gelandet sind, oder wollen in jedem Falle wieder einen Körper bewohnen.

Nun sind besonders solche verloren wirkenden Lebenden, die nicht so ganz zu Hause in sich sind, sehr interessant für die zweite Art von verlorenen Seelen. Es kann sein, dass diese sich dazu begeben, und mitunter können das ganz schön viele sein. Mit einer solchen Last im Energiefeld wird der noch lebende Mensch sehr schwer und oft richtig krank.

Und einen fähigen Schamanen oder Heiler zu finden ist nicht überall so einfach. Zumal man ja nichts über diese Zusammenhänge weiss in unserer Gesellschaft und ich bin der Meinung, dass das viel bekannter sein sollte.

Es ist nicht nötig, dafür ein fremdes Glaubenssystem zu adaptieren, und man muss jetzt auch keine Angst bekommen.

Es scheint ja im Gegenteil so, dass Menschen geradezu fasziniert sind von düsteren Szenarien. (Man kann sich kaum ausmalen, wie viele solcher Schattenseelen aufgrund der gesamten Weltgeschichte noch im Umlauf sind, und natürlich macht ein Schamane das nicht allein, sondern mit seinen Verbündeten und Spirits)

Mir fiel auf, dass gerade sogenannte lost places in Mode gekommen sind. Alte Fabrikhallen, morbide Industriestrukturen, aber auch kahle Wüsten, verlassene Orte eben. Ich kenne diese Anziehung, die mich in meiner Jugend als Fotografin auch gepackt hatte. Gern werden diese Orte in Filmen genutzt, um düstere Szenen darzustellen. Nun, ich glaube oft ist man da nicht wirklich allein….mit anderen Sinnen nimmt man etwas wahr, wir nennen es das Energiefeld.

Das ist der Grund, warum ich es schlimm finde, dass Schulklassen zu Besuchen in KZ´s gezwungen werden, aber was bedeutet das heute noch. Kinder werden etlichen Gefahren ausgesetzt, sie sind besonders angreifbar. Aber sie haben auch einen Schutz.

Es gibt Gruppen von Geomanten, die versuchen, solchen verstorbenen Seelen in ehemaligen Lagern zu Frieden zu verhelfen. Oder Buddhisten, die an Schlachthöfen meditieren. Oder Heiler, die Seelen befragen, was sie noch brauchen. Ich kann diese Arbeit hoch anerkennen, denn das ist wirklich hart. Denn da die Sprache nicht direkt ist, sondern durch den Körper erfolgt, sieht man die Bilder und spürt auch die Schmerzen und den Tod. Ebenso kann das in Aufstellungen -constellation work- geschehen.

Und ebenso in der Rückholung der abgekapselten Seelenanteile, die einem Menschen verloren gingen. Sie lassen sich wiederfinden, dazu muss der Wissende und Mutige bereit sein, ihnen in die Welten zu folgen, wo sie sich verbergen. Es kann langsam und achtsam geschehen.

Nun habe ich viele Themen angesprochen, die gewiss noch vertieft werden müssen. Doch wie es jeder im Einzelnen macht, ist verschieden und individuell. Habt keine Angst vor Eurer Seele!

Unterwegs

Ich war unterwegs, ist ein tolles Wort überhaupt. Ich war überall oder nirgends, auf einem oder vielen Wegen, das wär mal ein guter Satz über mein Leben. Ich liebe es, unterwegs zu sein und weil dann vergleichsweise viel passiert, in meinen Augen, schreibe ich dann kaum etwas darüber. Ich sehe und höre, ich atme alles ein…Warum bin ich eigentlich so besessen von dem Wort zuhause. Weil ich mich selten zuhause fühle, aber doch heimatlich an Orten, wo ich länger lebte. Das kommt, weil ich mich dort so sehr verbinde mit dem, was wir Spiris Energien nennen. Energien sind alles. Wasser, Gesichter, Anblick eines Turmes, Möwen, Boote. Ich war mal wieder in Eckernförde, und es war herrlich. Da habe ich vor vielen Jahren bald, unter anderem an einer Geomantieausbildung teilgenommen, über ein Jahr lang, und mit dem Ort verbinde ich auch die Kraftplätze, an denen ich als Mitglied einer solchen Gruppe im Kreise stand und lauschte, dem Unhörbaren, welches durch mich spricht.

Weil es überall spricht, bin ich auch überall zuhause, aber lieb ist mir doch wenn ein mir zugetaner Mensch, Hund und Katz und die Bäume so vertraut sind wie meine Familie. Wenn ein Hahn kräht.

Bloggen

Ups, diese neue Werkzeugleiste irritiert mich. Wie immer, wenn etwas anders ist. Es war doch mal einfach.

Na und dann ist auch noch die Kaya weg. Einfach weg. Ja, das ist unsere Freiheit hier und auch im Leben. Wir dürfen uns verdünnisieren, denn wir gehören nur uns selbst. Als Autor von einem Buch möchte man das sicher auch oft, aber darf es nicht mehr so. Man muss Reaktionen zur Kenntnis nehmen. Ich gebe zu, wenn ich so viel geschrieben hätte wie sie, so persönliches und dann noch so viel Erfolg bzw. follower hätte, es würde mir auch irgendwann zu eng, zu viel und dann noch jedem auf seine Kommentare antworten. Da bin ich doch froh, dass mich kaum jemand liest….oder wie.

Manche schreiben, Tagebuch.

Das ist privat. Das geht keinen was an, weil ich mich damit entlaste, wenn kein Gegenüber da ist. Das schreibe ich mit Bleistift. In Hefte, die wer weiss wo mal gelagert werden müssen, auf dem Dachboden, und lange nach meinem Tode werden sie gefunden und sind einzigartige Dokumente aus einer Epoche, in der Leute noch mit der Hand auf Papier schreiben konnten…nur die Sprache kennt man nicht…

Buch: Hippie, von Paulo Coelho

Ich las jetzt die englische Ausgabe, kann also zu einer Übersetzung nichts sagen. Also, jedenfalls kenne ich Hippies, die auch heute noch Hippies sind, ich kenne junge Hippies. Die nennen sich nicht so. Das nun alles auf 1970 einzuschränken, finde ich heutzutage extrem beschränkt. Was ist doch alles daraus geworden, Gutes, weniger Gutes, eine andere Welt, in der wir jetzt leben, aber dennoch sind Ideale und auch Erfahrungen erwachsen von jenen, die diese Länder auf diese Weise entdeckten und sich selbst dabei auch. Eine Kultur in sich entstand. Die immer wieder sich verändert, kommerzialisiert wurde ohne Ende, doch die Ideale gibt es sehr wohl.

Tja, dieses Buch lässt mich ratlos und etwas enttäuscht zurück. Hippie? Dieser Roman ist nicht über Hippies. Diese Geschichte ist über den Autor selbst, dessen Reise im Magic Bus nach Nepal bereits in Istanbul endete, und das kam mir schon so vor, je mehr ich mich dem Ende des schmalen Bandes näherte. Aber jetzt mal ehrlich, die Abenteuer auf solch einer Reise begannen doch in Asien erst! Da finde ich es doch reichlich gewagt,dem Buch diesen Titel zu geben. Coelho bleibt immer der Autor, der Beobachter,- selbstverständlich auf der Suche nach Gott, wie in jedem seiner Bücher, hier sogar indem er diese Absicht in einige andere der mitreisenden Personen ebenfalls projeziert. Die er ja entwirft, also ist das seine Freiheit. Gut. Es gab gewiss viele der Hippies, die diese Suche in sich trugen. Aber dafür, dass er das Buch erst 2018 schrieb, also aus einem Altersrückblick heraus, oder etwa nicht, ist es ganz schön schwach. Was hätte man alles aus dem Thema machen können!. Nun ja, ich erinnere mich kurz an T.C. Boyle, der hatte es irgendwie besser hingekriegt….

Nö, lieber Autor, da müssen wir dann selber noch mal ran, Hippies .

Feedback

Ich werde nicht verstanden. Das ist irgendwie eine alte Geschichte. Nun benutze ich meine Sprache, aber wenn ich Kommentare und Antworten erhalte, dann scheint es als wäre der Inhalt, den ich meinte, gar nicht angekommen. Es muss an mir liegen, oder. Vielleicht liegt es auch an den Denkbahnen, die in uns ja eingefahren sind. Was ich für selbstverständlich halte, hat ein anderer noch nie gedacht, gehört, gesehen.

Er kann meine Mitteilung dann nur anders betrachten. Jetzt fange ich dann an, mühselig etwas zu erklären, verstehe selbst nicht, was der Antworter will, verzettele mich…Ich dachte es wäre einfach. Klar. In einem Satz ausgedrückt. Aber das ist offenbar eine Kunst, die man lernen muss. Nun wollen manche tatsächlich polarisieren, übertreiben, – und wenn jemand einseitig wird, versuche ich gegenzusteuern. Auch die andere Seite zu sehen. Dabei bin ich nicht auf der Seite , weder noch. Das überfordert einige Zeitgenossen.

Es geht heute um die Demo in Berlin, die verbotene. Da kochen die Emotionen hoch, und wer versucht auszugleichen, wird auch überrannt. Ist ja nicht so, dass ich gar keine Meinung hätte. Aber auf die Strasse gehen muss ich nicht mehr. Das war einmal.

So oder so, glaube ich, dass verschiedene Positionen versuchen, die Situation für sich auszunutzen. Wenn man sich in so einer Art Kampf befindet, ist die Sicht immer eingeschränkt. Das mag sich arrogant anhören.  Ich habe bloss ziemlich lange gedacht, ich kämpfe für die Freiheit. Meine persönliche Freiheit, für die von anderen auch. Gegen Dummheit kann man nicht so kämpfen. Man ist nicht frei, solange man sich von einem Gegenüber gefangen nehmen lässt. Und das gilt auch für die ganzen Schubladen, in die wir oder die anderen reingepresst werden. Manche sprechen angeblich in unserem Namen, andere diffamieren alle Andersdenkenden und machen sich das so verdammt einfach!

So wenig Sachlichkeit habe ich selten gesehen in diesem Lande. Die wird in offiziellen Nachrichten versucht zu vermitteln, so anhand der üblichen Sprachrobots und Zahlen, aber es geht ja um etwas anderes. Ganz zwischen den Zeilen wird uns gesagt, wir seien keine guten Menschen, wenn….und jeder Dummbax kann uns das jetzt vorwerfen, wenn wir nur ansatzweise etwas denken, was verboten ist. Dann wird mit dem „Aluhut“gewunken…den wir uns angeblich aufsetzen. So viel dazu. Feingeistig, feinstofflich, hochsensibel, das ist nicht möglich in der Welt der Wissenschaftsgläubigen, die übrigens vergessen, ihr sogenanntes Wissen täglich zu aktualisieren.

Ehrlich gesagt, ich habe noch nie etwas von jemandem gelesen, der „Corona“ hatte, der es beschreibt und ich kenne auch niemanden in meinem grossen Bekanntenkreis. Daher kann ich nicht objektiv sein, mir fehlt die Erfahrung dazu. Es sei denn, es ist das, was ich im Januar durchlebte, und das war nicht so lustig. Klar. Das weiss ich aber nicht.#Ich leugne nichts. Ausser den Aluhut, den hatte ich echt noch nie!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

reblogged : Eine wirre Zeit — NO-PROJECT

Nichts wissen und keine Antworten haben, das ist nachwievor der Zustand, den ich in diesen seltsamen Zeiten unserer Weltengemeinschaft erkunden darf in Bezug auf Wahrheit und die Woher-Wohin-Geschichten, auf das „was tun, was lassen, wie unterwegs sein“. Es ist ein Tanz zwischen irrlichternd und ganz still, tastend und behutsam, im Versuch Gleichgewicht zu halten. Der […]

über Eine wirre Zeit — NO-PROJECT

Schlüssel Wörter

Damit meine ich nicht die Wörter, die in den täglichen Nachrichten zur allgemeinen Gehirnwäsche wiederholt werden. Ich meine auch nicht die zeitgeistigen Modewörter. Ich meine damit ganz alte Wörter.

Wenn ich so nachsinne, dann scheint mir, ein Wort wie UR haben die in englisch nicht….

Urzeit. Urvertrauen. Urlicht. Uralt.

Es muss ein wirklich altes Wort sein, Hiess nicht eine der drei Nornen so ähnlich? Sie hiess Urd, die Bezeichnung für das Schicksal. Verdandi und Skuld waren die anderen.

In anderen Momenten kommen mir englische oder spanische Wörter , die bedeutsam sind. Ich meine Wörter, die eine Geschichte, eine Erinnerung heraufbeschwören. Oder der Klang. Und solche Wörter sie wurden und werden in der Magie und in Gebeten gesprochen, solche Wörter sind auch die Mantras welche in sanskrit gesungen werden. Oder auf tibetisch. Oder in Stammessprachen der ganzen Welt.  Wörter, die noch eine Verbindung haben oder sie hervorbringen, da die Linie ihrer Herkunft so alt ist.

Wörter oder Worte?

Manche Sprachen haben bildhafte Ausdrücke und für jemanden, der alles bildhaft sieht, ist das angenehm. Sogar in der Übersetzung bleiben dann die Bilder erhalten, es war in Romanen des magischen Realismus, dass mir das besonders gefiel.

Zuletzt habe ich viel gelesen, von Alberto Villoldo, einem schamanischen Lehrer, leider aber aus dem Amerikanischen übersetzt, das mir fast nie wirklich gefällt. Das Spanische hat viel mehr Ausdruckskraft. Dennoch ist er von Bedeutung!

Dazwischen kam mir ein Island-Krimi, „Das gefrorene Licht“, von Yrsa Sigurdardottir. Er spielt in einem Esoterikhotel auf Island…gruselig! Hier haben es mir die Namen angetan! Sieh nur, der Name der Autorin schon! Alles noch nie gehört. Ich glaube mal, das sind auch alte Worte.

Wenn ich zu den Naturwesen spreche, mache ich das oft auf englisch. Ich habe keine Ahnung warum. Das Platt hier aus dem Norden und das Englische haben ja auch einen gemeinsamen Ursprung. Und singen….singen ist toll. Einfach so, wie die Amazonasleute icaros singen. In Trance singen, in einen anderen Zustand fallen, durch Klang. Lieder, die aus dem Spontanen kommen, Lieder die sich reimen, Dank für das was ist. Dank für mein Leben, für Frieden, für die Erde und ihr gesamtes Leben. Gracias a mi vida. Gracias a la tierra, gracias al sol.

 

 

Die Geister

An Corona scheiden sich die Geister. Immer wieder erlebe ich ungläubiges Staunen darüber, dass jemand anders denkt als vorgeschrieben. Oder als es der Mehrheit vermittelt wird. Und ganz plötzlich ist das offenbar sehr bedrohlich, so dass man diese verrückten Menschen aus der Mitte der Braven ausschliessen möchte, beschimpfen, abwerten, verachten. „Die Geister“ weiterlesen

Über einen Film

Über das Buch kann ich nichts sagen. Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt von Sven Regener (2013) wurde zu einem Film gleichen Titels (2016). Es geht darin um jemanden, der „abgestürzt“ war,  in der Psychiatrie gewesen war und sich nun aus dem Milieu der Beschädigten wieder ein Leben zurückholt. Genau wird nichts über die Krankheit ausgesagt. Nur dass vermutlich Drogenmissbrauch dazu geführt hat.

Es ist ja eine Komödie. Soweit das möglich ist. Mit wirklich plattem Humor.

Erst denke ich, der Film hat das Thema verschenkt. Karl trifft auf seine alten Kumpels, die immer noch wie die Irren weiterfeiern, und er wirkt dazwischen wie ein Fels in der Brandung. Es stellt sich heraus, dass er das auch ist, denn die anderen werden immer irrer und hüpfen wie die Deppen auf Trip durch die Nächte. das Ganze spielt sich ja in der Szene der Technomusik und ihrer DJs ab.

Charly Hübner spielt den Karl, und durch die prägnanten Sätze kommt doch etwas Tieferes durch die Nebel der oberflächlichen künstlichen Fröhlichkeit um ihn herum. Einerseits will er wieder dazugehören, andererseits hat er mit dem Leiden zu kämpfen, muss auf sich aufpassen und  merkt, was er dazugewonnen hat durch diese Erfahrung.

Leider aber – und so ist es – ist sein Status in der Gesellschaft grundsätzlich abgewertet , als verrückt gelten ja die, welche nicht mehr klarkommen. Deutlich sieht man die „normal Verrückten“, die akzeptiert werden, egal ob Alkohol oder andere Drogen auf dem Tablett stehen. Doch nun sind es diese, die ihn wieder aufnehmen; wie er sagt: die nehmen jeden mit, sogar ein Meerschweinchen, und sogar einen wie mich. Der Satz trifft ins Herz.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, das Selbstbewusstsein braucht lange, um sich zu erholen. Die Selbstverständlichkeit der Identität wurde gebrochen. Das Bild von Realität wurde erschüttert. Aber in der Zerbrochenheit kann man nicht bleiben, man muss versuchen, sich wieder zusammenzusetzen. Und das scheint hier im Film als nicht einfach, aber gelingend, und kann ja durchaus Mut machen.

Die Frage ist, warum will man Mitglied im Deppenzirkus sein….

Die von Sozialarbeitern betreute WG wird als Team vorgestellt, sehr echt,…doch auch die miteinander arbeitenden DJs werden als Team vorgestellt, und der Spielraum der Freiheit ist da recht groß. Ich glaube das ist der Schlüssel. Den Betreuten wird die  Freiheit entzogen. Sie wird ihnen nicht zugetraut.

Sie trauen sie sich selbst nicht mehr zu. Die anderen fangen nicht immer Sinnvolles mit ihrer Freiheit an.

Und jetzt schlage ich doch nicht etwa die Parallele zu unserer aktuellen Entmündigungssituation, nein. Ich bin da halt sehr hellhörig, weil ich durch einen solchen Prozess gegangen bin. Die üblichen Kategorien von verrückt und normal sehe ich anders, vielleicht weil ich ernsthaft versucht hatte, wieder normal zu werden.

Man kann nur noch auf sein eigenes Gespür für die Wahrheit vertrauen.

Und der soundtrack, by the way, der war richtig gut. Musik ist die beste.

Der Film ist noch für eine Woche in der Mediathek von arte zu sehen.

 

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