Ungemütliche Gedanken

Heute wachte ich davon auf, dass ein Kater auf den Teppich kotzte, es war sechs Uhr. Ich schmiss den Teppich aus dem Fenster. Im Traum hatte ich gerade Geschirr sortiert, in einer WG, und einem Leben, das mir ganz unbekannt war. Ich wusste aber wohl, wo das Geschirr hingehört, das sich da schon in großen Mengen stapelte.

Von Friedrichstadt gibt es noch einige Bilder, die weniger bunt sind als die Touristenmeile. Die Stadt besteht ja nicht nur aus Geschichte und schönen Kanälen. Ich war gestern noch mal da, als der Buchladen geöffnet hatte und stand lange vor den Regalen. Über einige der neuen Bücher hatte ich schon gehört, und hatte auch keine Lust auf die „Buchladenromane“- es ist wie eine Inflation. Kaum ist Evie Woods bekannt, haut sie jedes Jahr ein buntes Buch raus. Und ähnliche. Romantik für Frauen, mal Bäcker, mal Antiquariat, dann ein alter Schuhmacher und die gleiche Nostalgie wie bei den Mittelalterromanen. Ich nahm dann “ Going Zero“ von Anthony McCarten, und der hat es in sich.

Bin mittendrin nun. Es geht um die totale Überwachung ganz normaler Leute und was alles möglich ist. Im Roman will der Technikmilliardär -(sehr klar wird seine Persönlichkeit dargestellt)…dem CIA sein Programm verkaufen und zwar solche Mittel, die jenseits aller erlaubten Gesetze agieren. Er initiiert ein Experiment mit 10 normalen Menschen, die sich 30 Tage lang unter dem Radar bewegen sollen- unsichtbar werden, unauffindbar. Und nun wird es sehr interessant.

Mir wird da schon fast schlecht, wenn ich bedenke, was wir hier alles über uns preisgeben, und wie genau ein Algorhythmus über jede meiner Gewohnheiten Bescheid weiß. Und wenn es dann noch jemand nicht ertragen kann, keine Kontrolle zu haben, dann wird es gefährlich. Man hat derlei schon in manchen Filmen gesehen, wenn die Jagd losgeht, auch da auf Unschuldige.

Witzig ist natürlich, dass es eine ältliche Bibliothekarin ist, die die Drohnenjäger austrickst und ich bin sofort auf ihrer Seite. Die anderen Testpeople sind nicht so schlau und man kann sich merken, was alles nicht funktioniert, wenns mal gebraucht wird. Am besten nämlich- immer offline gewesen zu sein. Dann existiert man quasi nicht.

Das gelingt mir jetzt nicht mehr, nach so vielen blogs. Es gibt Themen, die ich niemals öffentlich berühre. Aber trotzdem weiß jeder, wann ich wo gewesen bin. Das Buch ist sehr spannend. Ein bisschen denkt man an T.C. Boyle, aber es ist nicht zynisch.

Der jüdische Friedhof wurde übrigens verlegt. Warum, ist mir nicht bekannt. Er ist leer.

Auch in dieser Stadt, die für Religionsfreiheit bekannt war, vorher, passierte das Gleiche wie im ganzen Land. Man soll es auch nicht vergessen.

Wobei mir ein Satz aus dem Buch hängen blieb-„hier in unserem Land können wir das nicht machen- im Ausland allerdings schon.“

https://youtu.be/YDiSxIQeCVk?si=sw59eD8s83tRl-Ny

Manchen wird in unserem Land gekündigt, im Ausland dürfen sie aber sehr wohl arbeiten. Ich fand es gut, von Ulrike Guerot die Infos über die Wahlen in Frankreich zu hören. Sie hat auch wieder eine Anstellung an einer Uni- in Frankreich. Manches ist richtig bedenklich und ungemütlich, wenn man parallel zu diesem Buch sieht, wie Leute verfolgt und verleumdet werden können, das ist keine Zukunftsmusik.

Und es ist selbstverständlich so, dass sich Viele nicht mehr aus dem Fenster lehnen wollen mit ihrer Meinung. „Meinung“ . Was immer das ist, ein Gemisch aus wahren und falschen Annahmen, meistens. Ich bin schon wieder sehr genervt von solchen Diskussionen, bei denen alle bereits manipuliert sind und ein Glück, dass wir hier nur noch über Kunst und uns selbst reden. Dieses Mittendrin stehen, Dazwischen, das zehrt an meinen Nerven. Ich kann Streit oder was sich so anhört, einfach nicht mehr aushalten.

Das Zwischen den Zeilen lesen verstehen wir ja auch, im Gegensatz zu anderen. Und man soll nicht unterschätzen, wie freudig andere klammheimlich Verbotenes tun . So als sei das der wahre Antrieb, oder erlittenes Unrecht anderswo weiterzugeben. Unbewusst, zu vieles. Unerkannt, zu vieles. Ausgenutzt für Macht und Kontrollstreben.

Alles so schön bunt heute

Auf dem Flohmarkt, dem ersten dieses Jahres in Friedrichstadt, war ordentlich was los heute. Gute Laune und nette Leute, ich erstand schon wieder einen Keramikfrosch. Ich hätte doch gern eine Vorgartenfigur- auf gar keinen Fall einen Buddha. Das ist ja schon inflationär, diese Buddhaköpfe aus der Serie, und keiner der einen hat, ist auch Buddhist. Dann würde da ja ein Altar davor sein mit den Opfergaben, nicht wahr.

Ich finde immer nur Frösche!

Bei dem alten Herrn mit den vielen Kisten, wo alles nur 1 Euro kostet. Knöpfe gab es auch, Bücher nichts für mich, viel zu sehen.

Bilder von der Stadt gibt es morgen, das passt nicht immer zusammen. Ich muss da noch mal hin. Strahlender Sonnenschein soll nur heute sein, viele Eisesser, viele Hunde jeder Art und Größe, und nur ein Paar paddelte mit dem Kanu durch die Kanäle. Es gibt mittlerweile etwa sieben Cafes in der gleichen Straße. Und die sagten, sie waren mittags schon mit Torte ausverkauft gestern. Das Krähenkrächzen immer im Hintergrund, man merkt es gar nicht mehr.

Was es alles gibt. Dieses Gefährt hatte ich noch nie gesehen. Eine trampelt, zwei gucken aufs handy. Wir machen doch sowieso alles nur noch, um zu bloggen. Besser als gar kein Antrieb, oder. Zu sagen hab ich ja gar nichts. Ach doch, aber das erzählte ich alles der Freundin, die ich traf, und es blieb im echten Leben. Einen Fotografen traf ich auch, der mit einer Mittelformatkamera unterwegs war und Rollfilm einlegte. Etwas, dass ich schon vergessen habe, wie es geht. Aber ich war mal gut darin, musste ich die Dinger doch im Dunkeln auf die Spulen fummeln und dann in die Dose. Das hieß Fotolabor, und beim kleinsten Lichtstrahl war der Film hinüber.

Schönen Film gesehen

https://www.arte.tv/de/videos/119365-001-A/sonntagnachmittagsblues-1-8/

Dieser Film hat kurze Folgen, doch ich habe sie an einem Stück gesehen, in der Mediathek. Ein Parisfilm, ein Film über Film, ein vielschichtiges emotional reiches Stück Geschichte. Es hat mich mitgenommen in positiver Hinsicht. Die alles zusammenbindende Figur ist Louise, die junge Filmemacherin,der rote Faden, die ihren roten Faden sucht für ihren ersten Film.

Ältere Mentoren tauchen auf und es wäre kein französischer Film, wenn es nicht um Liebe ginge, in ganz vielen Zwischentönen. Unsere Vorstellung von Liebe. Alte Filme, bei denen die Tränen laufen dürfen, Sonntagsnachmittags. Ich werde doch nicht den Inhalt erzählen, das finde ich immer schade, weil dabei so viel weggenommen wird.

Die Schauspielerinnen fand ich großartig, es gibt so viel Mimik, die weder amerikanisch noch deutsch ist….Stil haben sie auch….Ich glaube ich habe zu viele Rentnerfilme gesehen in letzter Zeit, und Krimis. Die wahre Spannung ist im Finden des eigenen Weges und im Miteinander. Wie all diese Fragmente hier zusammengebunden sind, hat mir wirklich wirklich sehr gefallen.

Und der Klassiker wird zitiert.https://christian-erdmann.com/2024/06/14/francoise-hardy/ Bestimmt habe ich nicht alles erkannt. Ich war mit 14 in Paris bei einer katholischen Familie zu Gast. Danach rauchte ich Gitanes und hörte so einen Chansonsänger, dessen Name ich nicht mehr weiß. Paris ist ein besonderer Kraftort, oder.

Stinteck

Gestern fuhr ich mit zum Abbau auf einem Campingplatz nahe der Nordsee, der verkauft werden soll. Nun müssen alle Camper runter. Der Platz ist etwas in die Jahre gekommen, aber das macht auch einen gewissen Charme aus. Nun, ich konnte nicht viel tun und ging mit dem Hund einen Deichspaziergang.

Stinteck kannte ich vorher gar nicht. Es war noch völlig leer, was sich wohl während der Ostertage ändern wird. ich vermeide Touristen. Die Leute im Imbiß waren sehr nett. Jeder grüßt, wie hier üblich.

Einen Immobilienaushang gab es auch…ansonsten finde ich es am Deich eher langweilig , bis auf das glitzernde Wasser im Sonnenschein, die Schafe mit ihren neuen Lämmchen, irgendwas findet sich immer zu gucken. Aber Strände in Dänemark gefallen mir besser, da können wir aber mit diesem Hund nicht hin. Es ist auch zu weit, und wir haben selbst keinen Wohnwagen, der fährt. Jede Menge, die nur noch stehen können.

Der ehemalige Campingplatz heißt Nordseeburg, den Preis dafür weiß ich nicht…auf dem Weg zurück durch den Wesselburenerkoog sah ich noch viele Lämmchen, und einige andere Häuser, ein kleiner road movie wie ich es mag.

Aber eins verstehe ich gut- dass die Leute ans Wasser wollen. Ich versuchte mal zwischendurch, bei Hannover zu wohnen, aber ohne das Meer und so,…das geht auf Dauer nicht. Nur fahre ich relativ selten hin ans Meer. Es war lebenslang der Traumort, der Gegensatz zum Alltag, der mit freier Zeit verbunden war. Hat man Alltag, hat man auch eine Struktur, und sorgt für Haus und Garten. Und 10 Euro zum Parken am Strand, das sehe ich auch nicht ein. Hier wohnen ja gar nicht so reiche Leute. Das sieht man auch.

Brillenbilder

Durch welche Brille schaust du?-könnte die Frage bei jeder Begegnung sein. Den Meisten ist es gar nicht bewusst, dass sie durch eine Brille schauen. Man kennt da die rosa Brille, bei der weiß jeder Bescheid, was gemeint ist. Doch die sind ausverkauft.

Brillen machen Leute. Besonders Sonnenbrillen sind beliebt, um die eigenen Augen zu verstecken. Und oft sieht man das in Filmen, die wirklich so klischeehaft arbeiten,. Lachen musste ich, dass in einem Zürichkrimi der reiche Anwalt, immer bestens gekleidet, mit seiner roten Billigbrille von Rossmann hantiert.

Und ich liebe ja auch die Sonnenbrillen, die mich zur Diva machen. Je größer, desto besser, keine Augenringe, kein Alter-kein Gesicht.

Heute schaute ich ins Gegenlicht, mein liebstes magisches Licht.

Guten Morgen!

Zur Antwort auf meine Frage im Bild, warum welches Wort in den Nachrichten verwendet wird. Zitat Wikipedia:“Im allgemeinen Sprachgebrauch findet ‚Regime‘ mit abwertender Konnotation vor allem für nicht demokratisch gebildete und kontrollierte Herrschaftsformen, etwa für Diktaturen oder Putschregierungen, Verwendung.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Regime

Crow City

Die Stadt gehört den Krähen, bis zu 12 Nester in einem Baum zählte ich. In anderen gar keine. Aber insgesamt sind es sicher Hunderte und das Stimmengewirr da oben recht laut. Dafür gibt es kaum Menschen, es war ja auch schon wieder Mittagspause in den Läden.

Schade, dass es mit dem video nicht geht…Ich wollte eigentlich Knöpfe kaufen, für die Jacke vom Flohmarkt, die ich leicht umgestaltet habe, schnipp schnapp.

Am Sonntag ist der erste Flohmarkt, gerade hielt das Auto vor mir, dessen Fahrerin die Plakate aufhängte. Vielleicht werde ich da fündig.

Am Ende dieser Gracht liegt die Treene mit einem kleinen Ausflugsschiff im Hafen. Die Grachtenboote waren noch nicht unterwegs. Man saß vor kleinen Cafes in der Sonne, und die italienische Familie hatte den Eisladen auch noch nicht eröffnet. Angenehme Stimmung. Einwohner mit Hunden.

Am Klev

Das Klev markiert den Übergang von der Marsch zur höher gelegenen Geest.

Hier stehen die winderprobten Baumwesen.

Hier sind zwei Graugänse drauf…und gleich zwei Eichhörnchen. Mir begegnete ein junger Mann mit einem schlafenden Baby unter der Jacke.

Zugehörigkeit.

Äussere Arbeit-Innere Arbeit, Energiefeld, Gruppen, Energieverlust, etc.

Das ist eine Thematik, die ich vom Interview Lars Köhne- Sonia Emila Rainbow mitgenommen habe. Wie schnell es geschieht, dass man seinen Fokus verliert. Vielleicht ist es deshalb, dass ich an diesen äußeren Formaten wie Demos, Diskussionen und Öffentlichkeit überhaupt nicht teilhaben möchte.

Mit welchen Energien verbinde ich mich, was nähre ich und was nährt mich? Das sind die wichtigen Fragen. Ich kann jede Organisation für Menschlichkeit unterstützen, aber wie arbeiten die wirklich? Wie tief geht das? Viele Begriffe berühren mich überhaupt nicht.

Gibt es Menschlichkeit, die Tiere und Pflanzen nicht ebenso wert achtet? Ab wann sind wir unmenschlich? Bestehende Strukturen wurden auseinandergerissen, getrennt, Lebensgrundlagen systematisch zerstört und die Menschen sind ab da nicht mehr ganz. Eine vollständige Seele hat Verbindung, und ist dann auch bei sich.

Alles andere sind Kopfworte, die keine nachhaltige Wirkung haben. Oder hat sich da viel getan in den letzten Jahrhunderten? Ein bisschen, im Kleinen. Aber die mächtigen Kräfte …es wird immer noch viel mehr manipuliert, auf allen Kanälen sozusagen. Menschen werden von ihrem Ursprung getrennt, und zwar mit Absichten. Ich kann Organisationen und Autoritäten nicht vertrauen. Denn bisher geht ihre Grundlage nicht mit echtem Wissen über Leben einher. Ich will damit nicht sagen, dass ich mehr weiß. Aber ich kann es fühlen. Menschen wünschen sich Sinn und Zusammenhalt und erfahren das vielleicht auch. Mir fällt es nicht so leicht.

Ich möchte nicht als gleichgesinnt eingemeindet werden, nirgendwo! Dafür sind meine Erfahrungen zu individuell, nicht vergleichbar, wo andere sehr schnell drüber hinweg gehen, weil sie keine Ahnung davon haben. Ich habe lange gebraucht, um mich wieder zu fühlen, auch die abgespaltenen Teile anzunehmen, und im Endeffekt sollte es dann keine Feindbilder mehr geben, weil du alles in dir findest anstatt es nach Außen zu projzieren. Empörungskultur macht einen zum guten Menschen? Ich hatte auch so manches, worüber ich mich empörte. Wenn Menschen die Regeln nicht einhielten, wenn sie mich verraten haben und somit die Zugehörigkeit.

Und so habe ich es nicht mit der Zugehörigkeit. Das Wort Hörigkeit steckt da drin, zuhören ist ja schön und gut. Aber das Gehören, dass ich jemandem gehöre, ist durchaus einstmals so gewesen in Gemeinden, und oft heute noch der Fall. Für Schulden werden die Angehörigen belangt.

Das klingt jetzt nicht sonderlich logisch alles, eher wie eine Abwehr…Aber Grenzen sind für mich wichtig, meine Grenzen. Um mich überhaupt wahrzunehmen. Vielleicht ist darum das Fremdsein meine Zugehörigkeit, weil ich dabei immer weiß, wo ich stehe.

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