Alt und Genug

Ich musste mich etwas aufregen, als ich etwa 30 Sekunden eines Podiumauftrittes von Autorinnen mitbekam, die über „Das Altern“ schrieben. Sie sei nun alt genug, um endlich flache Schuhe zu tragen, sagte die eine bekannte Autorin und ich würgte das Gegacker sofort wieder ab. Wenn sie jetzt erst alt genug dafür ist, dann also dann. Ist das nicht ein Begriff aus der Kindheit, wo Kinder eine Entwicklung ihrer Fähigkeiten durchlaufen….?

Habe ich ein Glück, dass ich schon sehr lange, ja schon immer alt genug dafür bin. Dieses Frauenbild war doch schon in unserer Jugend passe. Und wenn sie dann etwas länger alt ist, mal sehen was sie dann schreibt. Ich werde es aber bestimmt nicht lesen.

Das Schlank sein durfte ich auch schon abgeben, als ich aufs Land zog. Ich bin hier einfach immer schlank, es ist nicht das Schönheitsideal. Egal Egal.

Stürmisch

So schreitet der Tag voran mit heftigen Winden, im Moment sonnig. Ich habe Schüsslersalze bekommen, der Hund hatte offenbar Arthrose. Ich musste die Wirkungen erst mal recherchieren und konnte drei für mich auswählen. Was manche so alles tun…immer für die Tiere. Nun auch an mich denken. Die Menge pendele ich aus, wie immer. Es kann nicht so viel falsch sein. Arthrose nämlich ist offensichtlich. Im Zeh, wo es wirklich stört.

Nun ist dem Internet noch mehr über mich bekannt. Wo hier bei wordpress doch auch der Megakonzern Meta Kunde ist. Oder wie , das kann man nämlich lesen. Wem genau gehört jetzt diese Plattform, frage ich mich da. Auf jeden Fall kann man mir Werbung schicken, oder meine Daten sammeln und dann ein Profil erstellen. Das mache ich ja selber, praktisch. Dieser Roman „Going Zero“ hängt mir noch nach. Einfach mal was völlig Unerwartetes machen. …Oha. Die konnten sogar messen, wie viele Sekunden der Gesuchte zuerst vor seinen Lieblingskeksen stand, bevor er dann absichtlich andere kaufte, um nicht erkannt zu werden. Hatte alles nichts genützt.

Ich habe keine Kundenkarte, die Punkte für mich sammelt. Nur im Futterhaus, weil die Katzen fressen immer nur das Gleiche. Die Firma weiß genau, wie oft ich da Futter kaufe. Wenn ich mal nicht komme, schreibt man mir mit Rabattverlockungen. Schrecklich oder, diese Vorhersehbarkeit. Das Leben ist nicht mehr abenteuerlich.

Für die Katzenbande aber schon. Nachts schleicht sich der Fremdling nun durch die Katzentür, um zu fressen. Amigo hält Wache und knurrt, ich erwache sehr plötzlich …Bevor es schlimmer wird- grässliches Geschrei mit Kämpfen, muss ich einschreiten. Die „Kleinen“ treiben sich nun lieber bei den Nachbarn rum, hörte ich. Auch gut. Alles wie gehabt. Ändert sich ständig.

Hauswand

Ungemütliche Gedanken

Heute wachte ich davon auf, dass ein Kater auf den Teppich kotzte, es war sechs Uhr. Ich schmiss den Teppich aus dem Fenster. Im Traum hatte ich gerade Geschirr sortiert, in einer WG, und einem Leben, das mir ganz unbekannt war. Ich wusste aber wohl, wo das Geschirr hingehört, das sich da schon in großen Mengen stapelte.

Von Friedrichstadt gibt es noch einige Bilder, die weniger bunt sind als die Touristenmeile. Die Stadt besteht ja nicht nur aus Geschichte und schönen Kanälen. Ich war gestern noch mal da, als der Buchladen geöffnet hatte und stand lange vor den Regalen. Über einige der neuen Bücher hatte ich schon gehört, und hatte auch keine Lust auf die „Buchladenromane“- es ist wie eine Inflation. Kaum ist Evie Woods bekannt, haut sie jedes Jahr ein buntes Buch raus. Und ähnliche. Romantik für Frauen, mal Bäcker, mal Antiquariat, dann ein alter Schuhmacher und die gleiche Nostalgie wie bei den Mittelalterromanen. Ich nahm dann “ Going Zero“ von Anthony McCarten, und der hat es in sich.

Bin mittendrin nun. Es geht um die totale Überwachung ganz normaler Leute und was alles möglich ist. Im Roman will der Technikmilliardär -(sehr klar wird seine Persönlichkeit dargestellt)…dem CIA sein Programm verkaufen und zwar solche Mittel, die jenseits aller erlaubten Gesetze agieren. Er initiiert ein Experiment mit 10 normalen Menschen, die sich 30 Tage lang unter dem Radar bewegen sollen- unsichtbar werden, unauffindbar. Und nun wird es sehr interessant.

Mir wird da schon fast schlecht, wenn ich bedenke, was wir hier alles über uns preisgeben, und wie genau ein Algorhythmus über jede meiner Gewohnheiten Bescheid weiß. Und wenn es dann noch jemand nicht ertragen kann, keine Kontrolle zu haben, dann wird es gefährlich. Man hat derlei schon in manchen Filmen gesehen, wenn die Jagd losgeht, auch da auf Unschuldige.

Witzig ist natürlich, dass es eine ältliche Bibliothekarin ist, die die Drohnenjäger austrickst und ich bin sofort auf ihrer Seite. Die anderen Testpeople sind nicht so schlau und man kann sich merken, was alles nicht funktioniert, wenns mal gebraucht wird. Am besten nämlich- immer offline gewesen zu sein. Dann existiert man quasi nicht.

Das gelingt mir jetzt nicht mehr, nach so vielen blogs. Es gibt Themen, die ich niemals öffentlich berühre. Aber trotzdem weiß jeder, wann ich wo gewesen bin. Das Buch ist sehr spannend. Ein bisschen denkt man an T.C. Boyle, aber es ist nicht zynisch.

Der jüdische Friedhof wurde übrigens verlegt. Warum, ist mir nicht bekannt. Er ist leer.

Auch in dieser Stadt, die für Religionsfreiheit bekannt war, vorher, passierte das Gleiche wie im ganzen Land. Man soll es auch nicht vergessen.

Wobei mir ein Satz aus dem Buch hängen blieb-„hier in unserem Land können wir das nicht machen- im Ausland allerdings schon.“

https://youtu.be/YDiSxIQeCVk?si=sw59eD8s83tRl-Ny

Manchen wird in unserem Land gekündigt, im Ausland dürfen sie aber sehr wohl arbeiten. Ich fand es gut, von Ulrike Guerot die Infos über die Wahlen in Frankreich zu hören. Sie hat auch wieder eine Anstellung an einer Uni- in Frankreich. Manches ist richtig bedenklich und ungemütlich, wenn man parallel zu diesem Buch sieht, wie Leute verfolgt und verleumdet werden können, das ist keine Zukunftsmusik.

Und es ist selbstverständlich so, dass sich Viele nicht mehr aus dem Fenster lehnen wollen mit ihrer Meinung. „Meinung“ . Was immer das ist, ein Gemisch aus wahren und falschen Annahmen, meistens. Ich bin schon wieder sehr genervt von solchen Diskussionen, bei denen alle bereits manipuliert sind und ein Glück, dass wir hier nur noch über Kunst und uns selbst reden. Dieses Mittendrin stehen, Dazwischen, das zehrt an meinen Nerven. Ich kann Streit oder was sich so anhört, einfach nicht mehr aushalten.

Das Zwischen den Zeilen lesen verstehen wir ja auch, im Gegensatz zu anderen. Und man soll nicht unterschätzen, wie freudig andere klammheimlich Verbotenes tun . So als sei das der wahre Antrieb, oder erlittenes Unrecht anderswo weiterzugeben. Unbewusst, zu vieles. Unerkannt, zu vieles. Ausgenutzt für Macht und Kontrollstreben.

Alles so schön bunt heute

Auf dem Flohmarkt, dem ersten dieses Jahres in Friedrichstadt, war ordentlich was los heute. Gute Laune und nette Leute, ich erstand schon wieder einen Keramikfrosch. Ich hätte doch gern eine Vorgartenfigur- auf gar keinen Fall einen Buddha. Das ist ja schon inflationär, diese Buddhaköpfe aus der Serie, und keiner der einen hat, ist auch Buddhist. Dann würde da ja ein Altar davor sein mit den Opfergaben, nicht wahr.

Ich finde immer nur Frösche!

Bei dem alten Herrn mit den vielen Kisten, wo alles nur 1 Euro kostet. Knöpfe gab es auch, Bücher nichts für mich, viel zu sehen.

Bilder von der Stadt gibt es morgen, das passt nicht immer zusammen. Ich muss da noch mal hin. Strahlender Sonnenschein soll nur heute sein, viele Eisesser, viele Hunde jeder Art und Größe, und nur ein Paar paddelte mit dem Kanu durch die Kanäle. Es gibt mittlerweile etwa sieben Cafes in der gleichen Straße. Und die sagten, sie waren mittags schon mit Torte ausverkauft gestern. Das Krähenkrächzen immer im Hintergrund, man merkt es gar nicht mehr.

Was es alles gibt. Dieses Gefährt hatte ich noch nie gesehen. Eine trampelt, zwei gucken aufs handy. Wir machen doch sowieso alles nur noch, um zu bloggen. Besser als gar kein Antrieb, oder. Zu sagen hab ich ja gar nichts. Ach doch, aber das erzählte ich alles der Freundin, die ich traf, und es blieb im echten Leben. Einen Fotografen traf ich auch, der mit einer Mittelformatkamera unterwegs war und Rollfilm einlegte. Etwas, dass ich schon vergessen habe, wie es geht. Aber ich war mal gut darin, musste ich die Dinger doch im Dunkeln auf die Spulen fummeln und dann in die Dose. Das hieß Fotolabor, und beim kleinsten Lichtstrahl war der Film hinüber.

Schönen Film gesehen

https://www.arte.tv/de/videos/119365-001-A/sonntagnachmittagsblues-1-8/

Dieser Film hat kurze Folgen, doch ich habe sie an einem Stück gesehen, in der Mediathek. Ein Parisfilm, ein Film über Film, ein vielschichtiges emotional reiches Stück Geschichte. Es hat mich mitgenommen in positiver Hinsicht. Die alles zusammenbindende Figur ist Louise, die junge Filmemacherin,der rote Faden, die ihren roten Faden sucht für ihren ersten Film.

Ältere Mentoren tauchen auf und es wäre kein französischer Film, wenn es nicht um Liebe ginge, in ganz vielen Zwischentönen. Unsere Vorstellung von Liebe. Alte Filme, bei denen die Tränen laufen dürfen, Sonntagsnachmittags. Ich werde doch nicht den Inhalt erzählen, das finde ich immer schade, weil dabei so viel weggenommen wird.

Die Schauspielerinnen fand ich großartig, es gibt so viel Mimik, die weder amerikanisch noch deutsch ist….Stil haben sie auch….Ich glaube ich habe zu viele Rentnerfilme gesehen in letzter Zeit, und Krimis. Die wahre Spannung ist im Finden des eigenen Weges und im Miteinander. Wie all diese Fragmente hier zusammengebunden sind, hat mir wirklich wirklich sehr gefallen.

Und der Klassiker wird zitiert.https://christian-erdmann.com/2024/06/14/francoise-hardy/ Bestimmt habe ich nicht alles erkannt. Ich war mit 14 in Paris bei einer katholischen Familie zu Gast. Danach rauchte ich Gitanes und hörte so einen Chansonsänger, dessen Name ich nicht mehr weiß. Paris ist ein besonderer Kraftort, oder.

Stinteck

Gestern fuhr ich mit zum Abbau auf einem Campingplatz nahe der Nordsee, der verkauft werden soll. Nun müssen alle Camper runter. Der Platz ist etwas in die Jahre gekommen, aber das macht auch einen gewissen Charme aus. Nun, ich konnte nicht viel tun und ging mit dem Hund einen Deichspaziergang.

Stinteck kannte ich vorher gar nicht. Es war noch völlig leer, was sich wohl während der Ostertage ändern wird. ich vermeide Touristen. Die Leute im Imbiß waren sehr nett. Jeder grüßt, wie hier üblich.

Einen Immobilienaushang gab es auch…ansonsten finde ich es am Deich eher langweilig , bis auf das glitzernde Wasser im Sonnenschein, die Schafe mit ihren neuen Lämmchen, irgendwas findet sich immer zu gucken. Aber Strände in Dänemark gefallen mir besser, da können wir aber mit diesem Hund nicht hin. Es ist auch zu weit, und wir haben selbst keinen Wohnwagen, der fährt. Jede Menge, die nur noch stehen können.

Der ehemalige Campingplatz heißt Nordseeburg, den Preis dafür weiß ich nicht…auf dem Weg zurück durch den Wesselburenerkoog sah ich noch viele Lämmchen, und einige andere Häuser, ein kleiner road movie wie ich es mag.

Aber eins verstehe ich gut- dass die Leute ans Wasser wollen. Ich versuchte mal zwischendurch, bei Hannover zu wohnen, aber ohne das Meer und so,…das geht auf Dauer nicht. Nur fahre ich relativ selten hin ans Meer. Es war lebenslang der Traumort, der Gegensatz zum Alltag, der mit freier Zeit verbunden war. Hat man Alltag, hat man auch eine Struktur, und sorgt für Haus und Garten. Und 10 Euro zum Parken am Strand, das sehe ich auch nicht ein. Hier wohnen ja gar nicht so reiche Leute. Das sieht man auch.

Brillenbilder

Durch welche Brille schaust du?-könnte die Frage bei jeder Begegnung sein. Den Meisten ist es gar nicht bewusst, dass sie durch eine Brille schauen. Man kennt da die rosa Brille, bei der weiß jeder Bescheid, was gemeint ist. Doch die sind ausverkauft.

Brillen machen Leute. Besonders Sonnenbrillen sind beliebt, um die eigenen Augen zu verstecken. Und oft sieht man das in Filmen, die wirklich so klischeehaft arbeiten,. Lachen musste ich, dass in einem Zürichkrimi der reiche Anwalt, immer bestens gekleidet, mit seiner roten Billigbrille von Rossmann hantiert.

Und ich liebe ja auch die Sonnenbrillen, die mich zur Diva machen. Je größer, desto besser, keine Augenringe, kein Alter-kein Gesicht.

Heute schaute ich ins Gegenlicht, mein liebstes magisches Licht.

Guten Morgen!

Zur Antwort auf meine Frage im Bild, warum welches Wort in den Nachrichten verwendet wird. Zitat Wikipedia:“Im allgemeinen Sprachgebrauch findet ‚Regime‘ mit abwertender Konnotation vor allem für nicht demokratisch gebildete und kontrollierte Herrschaftsformen, etwa für Diktaturen oder Putschregierungen, Verwendung.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Regime

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