Alter, …

Talking about high sensitivity – wird das besser mit dem Alter? Die Sinne werden nicht besser. In diesem Fall ein Gutes. Ich wundere mich, dass ich neuerdings hard rock bands zuhören kann, ohne schreiend davon zu rennen. Es kommt auch öfter vor, das anhören und tanzen, weil der ein oder andere Freund in so einer band spielt, oder singt, dann geht man da auch hin. Wir sind ja überhaupt im Lande von Wacken, und diese Musik hat hier viele Fans.

Ich glaube aber nicht, dass meine Ohren deshalb schlechter geworden sind. Ich höre immer noch eine Maus schreien. Leider, denn das tun diese, wenn eine meiner Katzen sie mit herein bringt, und vor dem Tode noch eine endlose Jagd veranstaltet. Fragt nicht, wie viele Mäuse ich schon gerettet habe….

Ich höre Vögel singen, den Wind und Wasserhähne tropfen. Ich achte auf Geräusche, denn es ist hier nicht laut in meiner Sackgasse. Wenn es aber plötzlich kommt, so wie ein heftiger Donnerschlag oder diese unsäglichen Tiefflieger von der Bundeswehr, dann ist das so ein Schreck, dass ich schreie.

Früher habe ich zu laute Musik als Gewalt, als Angriff gewertet. Das erste Mal auf einer Goa-Party bin ich davongerannt. Ich war traumatisiert von Techno. Vielleicht haben sich meine Nerven erholt, ich weiß es nicht. Ich habe nicht mehr so viel Angst. Ich war auch mal irritiert von all den schwarz gewandeten Menschen, die das Teufelshörnchenzeichen machen, und konnte nicht annähernd begreifen, was die da tun. Nach Wacken kriegt mich trotzdem keiner, ist ja eh fast unmöglich, da Karten zu kriegen.

Nun, ich denke, diese Musik hat eine Wirkung: Man denkt an nichts anderes mehr! Vermutlich ist es das, was alle wollen, das Denken wird abgestellt für ein paar Stunden, ein Wochenende gar. Und das ist nicht schlecht. Die Menschen sind allesamt gut drauf, auch nicht abgestumpft und böse.

Mal vergleichsweise unaufgeregt, so wie alle im Norden, alle auf dem Land meistens. Emotionale Ausbrüche sind ein Zucken des Mundwinkels. Nun ist das aber nicht die coolness, die ich mir immer gewünscht habe, als ich ganz jung war. Da musste man cool wirken, unbeeindruckt, und das war nicht gerade leicht. Ich konnte aber so tun. Nein, ich glaube , durch schräge Lebenserfahrungen wird man einfach so, – gut, wieder was passiert, ach. Nun habe ich mich dran gewöhnt, und was würde ich jetzt in Spanien machen, wo aus jeder Mücke ein Elefant wird…

Mutters Tasse

Ein Beitrag zur Tassenparade, von Amorak für den April 25 ins Leben gerufen.

Jetzt komme ich ins Grübeln. Das Apostroph, es ist englisch. Ist das überhaupt richtig? Bei uns wird das ja oft falsch gemacht, über Blumenläden und an Cafes hängen Schilder mit Name und Apostroph, wo keines hingehört.

Jedenfalls ist dies derzeit meine Lieblingskaffeetasse, und es heißt ja auch Mother’s Coffee. Richtig, sagt mein Übersetzer. Er übersetzt das als Kaffee für die Mutter, lustig. Meiner Mutter damals war der Kaffee eine heilige Stunde. Ich selbst bin keine Mutter, und nicht wie das Bild suggeriert, Hausfrau und immer verlässlich. Ich bemuttere aber doch gerne alles, auch Männer, Katzen, Igel,und so weiter.

Mein Kaffee muss aus der spanischen Expressokanne kommen, schon wegen dem brodelnden Geräusch, ich setze sie auf einen kleinen Gaskocher, aufs Feuer wie damals. Obwohl der echt spanische Kaffee ganz anders riecht und schmeckt. Anfang des Jahres bekam ich welchen mitgebracht. Naja, ich mache ihn nur noch halbstark, sonst fängt das Herz an zu rennen.

Das Mütterliche bedeutet für mich nährend, wärmend und tröstend. Ganz sicher bedeutet Kaffee mir das auch. Mütterlich habe ich meine Oma Charlotte in Erinnerung, die beständig in der Küche wirkte und Nährendes herstellte. Mit Opa Hermann hatte sie einen Garten, in dem sie herrliche Blumen und Obst und Gemüse anbaute, wie schade, dass ich zu jung war, um Interesse daran zu haben.

Auch Oma Minna war mütterlich. Ganz anders, bescheiden und leise, Strümpfe für uns strickend. Sie strickte herrliche weiße Wollstrümpfe mit besonderen Mustern für uns, die wir dann zu Ostern das erste Mal trugen. Also da trugen wir Röcke, selbstverständlich, als Mädchen und mein Bruder kurze Hosen. Irgendwie gab es immer ein Drama, wenn er die Sachen anziehen sollte.

Meine Mutter habe ich nicht als mütterlich gesehen. Sie wollte etwas anders sein, schick und modern, obwohl sie kochte und nähte und alles Mütterliche tat. Nun ist sie vor fast dreißig Jahren verstorben, ihre Mutter lebte noch länger, und alles Geschichte.

An meiner Tasse mag ich besonders die Form. Ich kaufte noch zwei Tassen mit dieser bauchigen Form. Sie steht fest, statt sich unten zu verjüngen und alle Naselang umzukippen. Man kann sie mit beiden Händen halten, denn sie hat ordentliche Schwere. Zweifellos ist das Design nostalgisch und altmodisch, und eben so scheine ich auch ganz gerne zu werden. Ich tausche Erinnerungen mit alten Freunden, eine Freude beim Älterwerden, wenn man so viel erlebt hat. Alle paar Jahre mit anderen.

Altersheimfilme

Ich weiß natürlich nicht , ob diese Filme, die ich zuletzt auf ARD sah, im Altersheim gezeigt werden. Es geht aber darin um das Thema Alter, von allerlei guten alten Schauspielern dargestellt. Der eine war mit Didi Hallervorden, und hatte fast das gleiche Schema wie der, den ich gestern sah>: https://www.ardmediathek.de/video/filme-in-der-ard/das-gewinnerlos/ard/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2Zlcm5zZWhmaWxtZSBpbSBlcnN0ZW4vMjAyMC0wNC0xMV8xMi0xNS1NRVNa

Ja, es gab eine ehrgeizige Tochter, die den Vater im Heim sehen will, weil er sich nicht angepasst benimmt. Umgekehrte Welt. Und eine superkluge, wahlweise autistische Enkelin, die gut mit dem Opa kann. Und dann findet der alte Witwer, der um seine Frau trauert, aber auch noch eine nette neue Freundin und alles wird gut.

In den Filmen mit alten Damen geht es eher darum, dass diese nun endlich die Nase voll haben, von allem, und sich entweder aus dem Heim befreien oder gleich eine Bank überfallen, und zu guter Letzt nochmal auf die Pauke hauen, was sie sich ihr Leben lang nicht getraut haben. Nun ja, es stimmt schon gewissermaßen, dass es einem egaler wird, was andere denken. Aber es scheint doch eher ein Wunschdenken aller zu spiegeln, selbst die Alten im Heim sind noch fit und gut gekleidet und gehen zur Tanzstunde. In Wahrheit sieht die wohl anders aus.

Aber die Rente reicht nicht fürs Heim. Das war glaube ich ein französischer Film. Wir lachen selbst über unsere Filmauswahl, da wir ja nicht Netflixer sind und auch nicht registriert, so dass ich die Filme für über 16 , also die spannenden vor 22 Uhr nicht sehen darf- ich werde doch nicht meine Passnummer wegen sowas in den laptop tippen! Ich habe auch keinen paybackausweis, oder eine lidl app oder weiß der Himmel womit man so alles wunderbar kontrolliert werden kann. Wir bleiben mal schön die verrückten Alten, die das nicht brauchen.

Ich finde es wirklich großartig, dass all diese Schauspieler noch arbeiten, tolle Ausstrahlung haben,-siehe Angela Winkler, -die ich aus ganz anderen Filmen in Erinnerung habe. Im Leben kenne ich allerlei spannende Leute, bei denen sich immer irgendein Drama abspielt, man könnte super tolle Filme darüber machen, aber das ist nicht für die Öffentlichkeit. Ich habe es mittlerweile gern ruhig und bin froh, wenn das Drama an mir vorüberzieht.

Heute habe ich zum ersten Mal im Leben eine elektrische Heckenschere benutzt, mit Mut, es wird Zeit, sich die Arbeit mit Gerät zu erleichtern. Aber trotzdem sehr anstrengend. Und das finde ich spannend.

https://www.ardmediathek.de/video/weisst-du-noch/weisst-du-noch-oder-komoedie/ard/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3dlaXNzdC1kdS1ub2NoLzIwMjUtMDEtMTBfMjAtMTUtTUVa

Noch einer!

Historisch

Ich sah gestern eine Doku, in der es um die Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ging. Das war echt merkwürdig, denn es war meine Jugendzeit. Sie wirkt so fern, dass ich nun verstehe, warum jüngere Leute dazu nicht in Resonanz sind. Aber ich, ich erinnere mich. Und ich finde es sonnenklar, wie der Freiheitsgedanke in uns dort seinen Samen hat. Wir – natürlich nicht die gesamte Generation, aber doch der damalige Zeitgeist, der Neues schaffen wollte, – wollten uns von alten Normen befreien. Das ist wohl irgendwie in die Hose gegangen. Die Achziger habe ich verpasst, da lebte ich auf fernen Inseln, und ich meine kulturmässig verpasst. Vielleicht war das auch wegführend, dass ich mit 14 schon mal LSD ausprobierte, und nein, danach nicht mehr, es war ein strenges Elternhaus. Um so freier wollte ich danach sein. Ja, ging auch in die Hose. Aber immerhin nicht ganz. Diese Doku war ein Blick von aussen. So wie wenn es um die Musiker von damals geht, ihre Biografien, sie gehen uns langsam voran ins Nirwana.

Weggefährten und Familie berichten von dieser Zeit.

Und hier ist ein Dokument von heute, frisch und lebendig. Das ist meine Zeit und meine Resonanz. Ich bin nicht dort, aber es lebt in mir dieser Geist, forever young….

Danke an alle Musiker!!!!!!!!

https://www.youtube.com/channel/UCbuV6kkWu6neoufGP1CGxsg

etwas zur Ex

In meinem Ort gibt es eine Familie mit dem Nachnamen Ex. Das ist praktisch, die können nie zur oder zum Ex werden, sie sind es schon immer. Und auch lange verheiratet. Ich bin wieder eine Ex. Ich war natürlich vorher schon mehrfache Ex , also von der Freundin zur Exfreundin, aus ausgetrunken sozusagen. Ausgeschöpft, erschöpft auch jedes Mal. Meine Karriere als Ex.

Als Ex bin ich eine gute Freundin. Aber wenn man das gerade nicht will, sondern die Liebe des Lebens, na gut des Lebensalters zumindest, kann ja noch kommen, im Alter sind die Erwartungen doch ganz anders…

Vor allem aber hat man seine Eigenart, seinen Eigensinn und die Freiheit schätzen gelernt. Das gibt keiner so schnell wieder her. Es ist also nochmal viel Mühe, sich zusammenzuraufen. Hat nicht geklappt. Und das ganze Kennenlernen und die ellenlange Lebensgeschichte, nun für nada. Aber wisst ihr was ich wirklich hasse, sind diese dating portale, auf denen sich alle vormachen, sie könnten sogleich wieder jemand anderen finden. Ja bestimmt können sie das. Aber mich nicht. Dieses sonderbare besondere Weib, das eben nicht. Wie kann ihm das egal sein. Empörung! Tata!

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