Es gibt Filme, über die man länger nachdenkt. Zumal sich erst einmal nicht wirklich erschliesst, warum dieser Krimi von Corneliu Porumboius , 2018, so heisst. Doch im Kern hat es da etwas, etwas Nostalgisches und Essentielles, welches den ganzen Film durchwebt. Das ist Melancholie, Sprachlosigkeit in der Form, dass Gesagtes gelogen ist, oder abgehört wird, und daher die Pfeifsprache, die es auf dieser Insel gibt, Symbol ist für so viel, was nicht anders gesagt werden kann. Und die Musik ebenso. Wunderbare Musik.
https://www.arte.tv/de/videos/082157-000-A/la-gomera/
Ich denke an alte Filme, nicht zuletzt weil da einiges aus der Filmgeschichte zitiert wird, was nur vielleicht der echte Kenner auslesen kann, doch an irgendwelche französischen Gaunerfilme, in denen man den Gaunern wünscht, dass sie damit wegkommen, – damals hiessen die nicht Gangster, – und ich denke an Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“, warum auch immer. Weil ich vor langer Zeit mit einem Haufen Film-und Bühnenbildstudenten in einer WG Küche in West-Berlin sass, und das dort auf einem winzigen Fernseher mit ihnen ansah, wenn die wöchentliche Folge ausgestrahlt wurde.
Es kommen in diesem Film aber auch keine Personen vor, die besonders sympathisch wären.
Man weiss auch nicht immer, wo man nun ist- auf La Gomera oder in Rumänien. Im Rückblick oder in der Gegenwart. Das ist wie in meinen Gedanken, die wandern.
Das Beste, in der Tat, für den wahren Insel-Liebenden, war die Eingangsszene, in der die Fähre auf die Insel zufährt, man diesen klobigen schroffen Felsen mitten im Atlantik auf sich zukommen sieht, und die ganze Aufregung, die ich empfinde, wenn ich sie sehe, treibt mir die Tränen in die Augen.
Die letzte Szene ist der Gegensatz dazu.
Es scheint wie eine Zukunft, total anders, aber das Bedrückende ist weg. Dieser Fimemacher lässt sich Zeit, die Bilder wirken zu lassen, und ganz sicher, es ist ein Kunstwerk, eine Kunst.
