Musik

Wir sind wieder mittendrin: Die Gardinger Musikantenbörse läuft seit ein paar Wochen. https://www.musik-fuer-garding.de/programm#A5 und es macht Spaß.

Gestern war der Platz an der Kirche voll, und es wurde getanzt auf dem Pflaster. Dabei sind immer bekannte Gesichter, der Verein, der all das ausrichtet und nette Begegnungen. Mir tun die Füße weh, aber was solls. Viele der Musiker haben schon die Lebensmitte überschritten, auch die Zuschauer lieben rock n roll, Blues, oldies und sixties von altgedienten Profis. Es sind fünf Bühnen, die jeden Dienstag in der Altstadt aufgebaut- und ab 23 Uhr auch wieder abgebaut werden.

Im Alten Rathaus, das in eine Kunstgalerie umgewandelt wurde, auch ein Verein, singen Liedermacher mit eigenen Texten, ebenso im Friedrichs auf kleiner Bühne. Für jeden was dabei. Es gibt eine Ausstellung mit großformatigen Bildern von Wolfgang Groß-Freytag zu sehen.

Es ist ein gewisser Kult für uns- wir lernten uns vor sechs Jahren eben dort kennen, wie auch andere Paare übrigens, Musik verbindet. Das Fest gibt es schon seit 25 Jahren und viele der lokalen Musiker spielen in wechselnden Verbindungen. Sie sind immer dabei, die anderen stehen in einer Warteschlange. Mein Leben hat sich seither verändert, ich kenne plötzlich so viele Leute, wie ich vorher niemanden kannte! Hier kennen die sich seit 50, 40, 30 Jahren…das kommt bei mir nicht vor…ich bin ständig umhergezogen. Jetzt schätze ich das Ankommen umso mehr. Mit 10 Jahren Anwesenheit ist man immer noch neu. Das ist so auf dem Dorf, aber bei den Hippies und in der Musikszene, da wird jeder aufgenommen und man merkt, das man manches gemeinsam hat. So ähnlich wie auf La Gomera. Fast jeder ist dort auch schon mal gewesen, damals, in den Achzigern oder so.

Also- nächste Woche Tom the crow und Lutz Drenkwitz! Man sieht sich.

Kräuter, Kaffee, Buch

Den historischen Roman “ Der Kaffeehändler“ von David Liss las ich so nebenbei. Dabei ist er allerdings ganz schön schwierig, was die ganzen Börsen und Handelsgeschäfte anging. Ist einfach überhaupt nicht mein Thema. Leider kam gar nicht viel über Kaffee selber drin vor. Nur eben, wann er nach Europa zuerst importiert wurde und welch eine Goldgrube es wurde….das ist es ja heute noch.

Der Roman spielt in der Mitte des 17 Jahrhunderts, als die Ost-Indische Kompanie viel Macht hatte über den Welthandel. Die hat ihn sozusagen erfunden… Was wirklich sehr interessant war, ist die Rolle der jüdischen Gemeinschaft und auch viele Details, die mir völlig unbekannt waren. Auch damals verfolgt von der Inquisition in Spanien und Portugal, baute sich eine Art Parallelgesellschaft auf. Die Bedeutung von Amsterdam und die Besonderheiten der Stadt sind auch ausführlich dargestellt. Ich gebe zu, dass ich die Wirren der grausamen Methoden nur noch überflogen habe…Eines habe ich begriffen: Wie unredlich der Handel an der Börse vonstatten ging. Und sicher ist das noch so.

Ja, was meine ich mit nebenbei- das Lesen war als Pause gedacht zwischen Kräutertrocknen- Pfingstrosenblüten, Labkraut, Brennessel- und dem Kräuterausreißen an Stellen, die komplett zuwuchern. Brombeeren zum Beispiel, sie tauchen immer wieder auf- und das auch noch an Stellen, wo sie noch nie waren! Dann war es aber doch sehr heiß, bis zum Gewitter am gestrigen Abend, und ich musste etwas mehr sitzen als machen. Schwimmen in der Eider ging, und die Musikantenbörse in Garding wurde auch eröffnet. Das war schön, Hinz und Kunz in sommerlicher Bekleidung, der hardrock-Sänger hatte schon einen roten Kopf, aber noch alles recht verhalten. Die ganz große Stimmung war noch nicht. Nur der Bigharmonicaman schafft es natürlich, den besten blues rüberzubringen, spielte aber in einem sehr kleinen Cafe, wo man kaum einen Zeh bewegen konnte.

Ja das wars, viel mehr gibt es nicht zu sagen. ich höre nebenbei swing auf Rockradio.de, die wöchentliche Jazzsendung. Nebenbei, alles so.

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