Kristalle

Nun, ich habe natürlich noch einen Gomerakrimi gelesen, der mir besser gefallen hat. Er heißt “ Tödliche Kristalle„, von Michael Junge, auch im Selbstverlag, wenn ich das richtig sehe.

Nach den „Tödlichen Trommeln“ also die „Tödlichen Kristalle“ . Ich muss wohl vorausschicken, dass in Krimis grundsätzlich alles Esoterische als Scharlatanerie aufgedeckt wird, und solche Autoren grundsätzlich keine Ahnung haben von Heilmethoden und Kristallen und sonstigem, weil sie nicht daran glauben wollen. Immerhin werden die Menschen hier sympathisch dargestellt.

Ich denke also, grundsätzlich gibt es keine tödlichen Kristalle. Ganz im Gegenteil gibt es sehr alte Heilweisen mithilfe von Kristallen; ob die Rituale dazu richtig angewendet werden, ist natürlich nicht sicher. Soweit ich das weiß, speichern Kristalle Energie, und können Information aufnehmen, ebenso wie Wasser. Wir müssen uns an neue Denkweisen gewöhnen, nämlich dass es mehr gibt als wir bisher glauben. Das ist doch mit jeder Technologie der Fall. In anderen Fällen von Technik nehmen die Leute es alles unkritisch hin und lassen ihr Leben davon bestimmen.

Es handelt sich wieder um eine relativ einfache Geschichte, gute Krimis kommen heutzutage schon sehr viel mehr verschachtelt daher, aber trotzdem macht es Lust zu lesen, denn die Ortsbeschreibungen sind ganz nett, und es kommt sogar die spanische Sprache vor!

Wir erhalten also Informationen über die Insel auf eine spielerische Weise, was für Neuankömmlinge wie eine der Hauptpersonen sehr hilfreich ist. Und es ist nicht so furchtbar eingedeutscht, was mich zunehmend stört an Orten, wo es eine einheimische Bevölkerung gibt. Daher gibt es hier eine Deutsche mit einem spanischen Partner, so wie es auch in zahlreichen neueren Fernsehkrimis der Fall ist . (Barcelona-Krimi, The diplomat etc)

Warum fahren manche Leute überhaupt ins Ausland, fragt man sich. Ach, die Bösewichte sind dann doch Deutsche…besonders Reiche und Drogendealer. Ich weiß nicht recht, ob die gegen ebensolche Spanier eine Chance hätten…meine Lieblingsserie ist da immer noch „El Hierro“, welches auf der Nachbarinsel spielt, eine spanische Produktion, menschlich herausragend.

Nun. Je mehr man liest, je mehr man sieht und erfährt und erlebt, umso besser kann man alles erkennen, unterscheiden, und lernt etwas dazu. darum ist es auch gar nicht verkehrt, diese kleinen Krimis zu lesen.

Der Kristall-und Mineralienreichtum der Kanarischen Inseln ist eine Reise wert! Was hätte man dazu alles schreiben können…

Mineralien der kanarischen Inseln„, Rudolf Franz Ertl, Turquesa.

Peinlich

Ach. Was soll ich sagen…ich nahm den neu bestellten Gomerakrimi zur Hand. ( Brandwunden, Klaus Rose, tredition) Hätte ich doch bloß die Leseprobe angesehen wie bei den anderen. Mir wäre es peinlich, so zu schreiben, es ist ein sprachliches Desaster. Mal abgesehen von unkorrigierten Fehlern, selbst wenn jemand so redet, würde ich ihn wohl nicht kennen.

Ich gebe zu, die Insel ist für mich eine Art Heiligtum, und offenbar reklamieren das auch andere für sich, bei denen ich so gar nichts heiliges erkennen kann. „Damals“ – das ist das woran die meisten hängen und wo sie ihr Herz verloren. Die einst freie Hippiezeit, mit denen hat es der Autor aber so gar nicht. Bzw seine Figur, eine Art Protz, dem es an Sensibilität fehlt.

Die Polizei kommt hier auch wieder nicht so gut weg, wenn auch manches Wissen vorhanden ist,vor allem über echte Orte und Leute, die jeder kennt. Im Vorsatz wird ausgeschlossen, dass das etwas anderes als Zufall sei. Klar. Mit echten Namen.

Jeder Tourist schmückt sich gern damit, dass er diesen und jenen kennt. Leider wurde das Thema, nämlich der verheerende Brand, mit all dem Leid den er brachte, nicht wirklich gewürdigt.

Zum anderen soll man sich nicht einmischen in die Dinge, die so laufen, vieles erfährt man im Laufe der Zeit und warum Leute nicht mehr miteinander reden oder ganz weit oben auf den Berg gezogen sind,…aber das ist auch alles „damals“. Der Stolz und die spanische Herablassung gegenüber anderen- das ist eine Sprache, die man lernen kann. Sie ist verständlich…aber nun gut, so manche Schikane hinterlässt auch etwas Wut. Leute, ihr seid auf einer Insel, wo sie euch die Hunde vergiften oder die Palmen, und manches mehr. Wer da lebt, wurde etwas stiller im Lauf der Zeit. Manchmal auch nicht mehr so glücklich auf der „magischen“ Insel.

Aber die an den Haaren herbeigezogenen Geschichten- in einem Krimi muss es ja um Mord gehen- nein, ich lese das nicht! Die Sprache ist unter der Gürtellinie, eine Sammlung der dümmsten Sprüche, schade dass das Publikum auf der Insel mittlerweile so verkommen ist. Was übrigens jeder denkt, einschließlich des Autors selbst über andere.

Nun, die Möglichkeit, bei tredition und sogar bei amazon etc. selbst Bücher herauszugeben, wen hätte die noch nicht gelockt. Ich tu es nicht- ich könnte es vielleicht besser, aber ohne Lektor und Profiblick eben auch nicht gut genug, um meinem eigenen Anspruch zu genügen.

Aber eins weiß ich- meine Lust, auszuwandern ist unter null gesunken.

Buch: Die vier Toten von Tibet

Eliot Pattison, Aufbau Verlag, 2020

Noch einmal Eliot Pattison, diesmal habe ich den neuesten Band der Krimireihe gelesen, die so viel mehr ist als Krimi. Mit China und Tibet treffen zwei total gegensätzliche Extreme aufeinander, wie er meisterhaft darzustellen versteht. Ich lerne, dass der Autor ein Anwalt ist.

Nun passieren im Buch wundersame Dinge, wie man sie sich wünschen würde im Angesicht der Ohnmacht gegenüber totalitären Systemen. Und wer weiß. Tibeter jedenfalls sind fähig, daran zu glauben. Ich bin wieder tief beeindruckt .

Zwar auf englisch, doch bietet die webseite des Autors einiges an Hintergrund und das tun die Romane übrigens auch- ich habe hier viel gelernt, was ich im buddhistischen Kontext nicht unbedingt erfahren habe, so wie er im Westen oft gelebt wird.

Es geht hier um Menschlichkeit. Es geht überhaupt bei allem um Menschlichkeit. Und der Titel des Buches, die vier Toten- nun. Es sind ja so viel mehr als Vier.

Buch: Das tibetische Orakel

von Eliot Pattison, 2002

Das Buch ist der dritte Band einer Reihe von mittlerweile 10 Tibet-Krimis, die so viel mehr sind als spannende Geschichten. Es wird uns vor Augen geführt, dass es sich hier um eine hochentwickelte Kultur handelt, die gnadenlos zerstört wird.

Fast 500 Beiträge habe ich nun auf dieser blog-Seite, und sicher habe ich bereits darüber geschrieben.

“ Das Herz der Welt“ von Ian Baker zeichnet eine Expedition in die Tsangpo-Schlucht auf den Spuren alter Prophezeiungen nach. Hier in den wilden Schluchten spielt auch der Roman von Eliot Pattison.

Die Natur dieses unvergleichlichen Landes , als Dach der Welt wird das Gebirge ja auch bezeichnet, ist die Grundlage jener speziellen Heilkunst und Vorstellungswelt, die unwiderruflich mit ihr verloren geht. Warum eigentlich wird das nicht als Völkermord bezeichnet? Weil China ja so wichtig für uns ist….und so schnell beleidigt…..man sieht es im Roman.

Ja, das ist die Gegenwart, abseits von Romanen. Man kann nur hoffen, dass der Berg sich das nicht gefallen lässt. Mir liegen Tibet und der Buddhismus dieser Ausprägung sehr am Herzen. Beides ist mächtig, sonst hätte es nicht diese Gegner.

Im Roman wird sehr deutlich eine Sichtweise gepflegt, die die Seele des Landes und die von Menschen, die die ihre noch spüren, als verbunden darstellt. Und das aus Sicht verschiedener Beteiligter. Ein sehr umfassendes und nie polemisches Mosaik. Dennoch schätze ich, der Autor dürfte Tibet nicht mehr betreten…Es wäre auch ein Denkanstoß, dahingehend dass bei uns so viele Menschen eine innere Leere empfinden oder ihr Streben auf Oberflächliches beschränken. Ich werde nun auch die anderen Bände lesen, um mehr zu lernen. Es hielt mich tagelang in Atem, was bei mir selten geworden ist, und dann weiß ich wieder, wofür mein Herz brennt.

https://www.morgenpost.de/politik/article409636070/china-staudamm-tibet-yarlung-tsangpo-klima-ausbeutung-wasser.html

Buch: Bücherberge

Der diesjährige Dorfflohmarkt- wir sind ein sehr kleines Dorf- ist gelaufen. Mit einem Freund radelte ich durch die Straßen, es zieht sich längs weil soviele Wiesen, Pferdehöfe und ein freilaufender -Hühnerstall dazwischen liegen. Und nun ziert ein sagenhafter Stapel von 13 ungelesenen Büchern mein Heim! Ich bin schon dabei, und erfreue mich an einem Klassiker des Krimis, zumindest ist er so geschrieben, er spielt in Paris, ist von einer Frau und erinnert mich an Fred Vargas, die Meisterin des Pariskrimis. „Kommando Abstellgleis“ Ein Fall für Kommissarin Capestan, von Sophie Henaff ,Penguin Verlag. 2018 .Es gibt sogar einen zweiten Band. Also gar nicht alt, aber es vermehrt die Riege verrückter, versoffener und anderer Außenseiterpolizisten, die hier in einer Einheit zusammenarbeiten sollen, bzw. einfach aus dem Weg sein.

Sonderlinge sind schon die Lieblingsprotagonisten aller Romane, nicht wahr. Was wäre auch langweiliger als das normale. Das allerbeste Buch überhaupt, tief zu Herzen gehend, ist mir ausgeliehen worden von einem sehr sensiblen Freund: „Für Polina“ von Takis Würger, in dem es eben um einen hochsensiblen Pianisten geht, aus dessen Sicht die Welt eben nicht einfach zu bewältigen ist, und die Liebe…einfach wunderschön zu lesen, sprachlich auch, und niemals nullachtfuffzehn. Dabei dachte ich erst, oh nein, so was Schweres will ich jetzt nicht….

Doch dann ist es seltsam, dass ich die beiden Bert-Hellinger – Bücher, die ich schon kenne und lange studiert habe, enorm interessant finde, und mir wieder zulegte! Eine Seltenheit, doch bei der Praxis einer Rückentherapeutin zu finden. Sie drehen sich immer um schwere Schicksale, und ungewöhnliche Lösungen. Das ist alles alt, Hellinger ist verstorben, aber ich denke, seine Saat ist aufgegangen.

„Ordnungen der Liebe“, Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Knaur, 2001

Zweierlei Glück“ von Gunthard Weber Hrsg., Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers,Auer,2001

Ja, die Themen der meisten Romane sind menschliche Verwicklungen, Entwicklungen und vor allem Bewältigungen von Schicksal. Über jedes Dorf könnte man vermutlich einen spannenden Roman schreiben. Wenn ich denn die Ausdauer hätte.

Buch: Autor

Ich bin durch den summit von Alicia Kusumitra und Robert mal wieder auf einen interessanten Autor gestoßen. Vielmehr finde ich den ziemlich genial, weil er Themen behandelt, die mich schon lange interessieren. https://mayamagik.de/#blog

Christian Köhlert vermag sachlich und analytisch höchst mysteriöse Dinge zu beschreiben und Zusammenhänge darzustellen. Darauf hofft man sonst oft vergeblich…

Damit ist er schon sehr weit im Denken, und ich komme auch nicht überall mit. Es tröstet mich aber doch, dass jemand es tut. Irgendwie fühle ich mich an Ken Wilber erinnert, der Psychologie, Buddhismus und Weltentheorie unter einen Hut brachte. Lange her, dass ich ein schwieriges Buch von ihm las, „Eros und Kosmos“ glaube ich. Ich meine, wir wollen doch verstehen, was da los ist und warum, nur dass das leider nicht so einfach ist, wie allgemein bekannt.

Den meisten fehlen wohl auch die passenden Worte, oder die Unaufgeregtheit, die ich hier sehr sympathisch finde. Er hat auch die Forschungen von Stefan Berndt gut zusammengefasst , dem ich ja schon lange folge. Erst durch gewisse Kontinuität kann man auch etwas begreifen.. Die größte Faszination für mich haben wohl Rätsel, Mysterien und Sinnsuche, ebenso wie schnöde Kriminalromane, von denen es ja auch mehr und weniger kunstvolle gibt.

Ein mir neuer Autor auch hier: Wimmer Wilkenloh, mit “ Eidernebel“, welches erstens auf Eiderstedt spielt, also mir alle Orte bestens bekannt sind, und zweitens einige Themen verknüpft, die gesellschaftlich relevant sind, nämlich Herztransplantationen und die Arbeitsbedingungen in großen Discountern. Zudem wird ein buddhistischer Meister zitiert, des Öfteren, und im Vorwort Bruce Lipton, was in jedem Fall für den Autor spricht! Es geht dabei um die Fähigkeit des Herzens, Erinnerung zu speichern, und das läßt die ganze Praktik, die gut erklärt wird nebenbei, doch in den Raum des Mysteriösen gleiten, es ist wohl wahr und wird von Ärzten allgemein abgestritten.

Davon abgesehen glaube ich ja sogar an Erinnerungen an frühere Leben, die also sicher nicht materiell oder körperlich abgespeichert werden. Spannend und vielschichtig, das Buch.

Was ich bei dem neuesten Tatort aus Stuttgart nicht sagen kann. Die Geschichte war derart konstruiert, völlig unglaubwürdig. Also ich gucke die ja eigentlich nie , gar nicht mehr, ich frage mich warum Millionen sich das sonntags abend antun, um gut schlafen zu können. Ein Szenario angeblich rechter Terroristen, die so an die raf erinnern, dass da alles nicht zusammenpasst. Oder ist das framing? Politisch war das schon, dabei reicht doch das reale Chaos weit aus, um Geschichten zu finden. Und klar, es war deutlich wie schnell sich Leute an Mord anpassen, solange die andern dran sind. Ja, wir haben die raf Zeit schon miterlebt und erinnern uns. Das wissen die jungen Leute natürlich nicht so. Jede Menge haben noch nicht mal was von Holocaust gehört, angeblich. Vermutlich darum bringt arte wieder eine Menge Dokus darüber. Ich erinner mich auch an eine Reihe, vor zwanzig Jahren, wo sie alte Leute interviewt hatten, das war richtig gut. Wahre Geschichten, wie man sie auch von Freunden über ihre Eltern und Großeltern hört.

Buch: Krimi oder Roman

Natürlich ist auch der Krimi ein Kriminalroman. Und auch, wenn er meisterlich geschrieben ist, was nicht immer der Fall ist, so folgt er einem Rezept. Das Geheimnis ist dann eben die Würzung beziehungsweise die Differenziertheit und, nach meiner Sicht, auch die Verteilung von Gut und Böse in nicht eindeutige Kategorien.

Und das ist meisterlich gelungen im Roman: Die Fotografin, von Anne Chaplet; Verlag Antje Kunstmann. Auf dem Buch steht Roman, und nicht Kriminalroman. Hier wird in einer ganz einfachen verschachtelten Geschichte die Thematik von Opfer und Täter mehrfach auf den Kopf gestellt. Das gefällt mir. Denn das ist etwas, was ich in der Weltgeschichte auch sehe. Die durchaus eine Rolle spielt.

Das Rezept des Üblichen langweilt sowieso. Wer einmal mehrfach an Familienaufstellungen teilgenommen hat, wird erkennen. Diese folgen ebenfalls einem Rezept, Konzept, da wird die Geschichte von allen Seiten beleuchtet, mehr noch: Sie wird erlebt. So ähnlich stelle ich mir das in einem guten Buch auch vor. Ich erkenne jedenfalls, dass Gerechtigkeit an sich ein Konzept ist, welches nicht immer wahr ist. Und dass ich, die ich so unter Ungerechtigkeit litt, oft extrem rechthaberisch wurde, in dem Wahn , gesehen werden zu wollen mit meinem Schmerz. Da vergass ich auch das Vergeben und litt so weiter….

Diese wunderbare Buch war das Einzige, welches ich auf dem Dorfflohmarkt fand, ein Nachbardorf im Norden mit wunderschönen Gärten und Garageneinfahrten, auf denen viel Kinderspielzeug und Babykleidung ausgebreitet lag. Fast passte das Dorf noch in den Roman, der auf einem französischen Dorfe stattfindet, in dem Jeder Jeden kennt.

Hier ist das so, dass man mich nicht kennt, sondern die Vorbesitzer meines Hauses, fast wie im Roman, und dann bin ich auch noch Fotografin….Ich wohne bald 10 Jahre hier, das ist nichts, wenn sich alle aus der Schule kennen. Ich will auch nicht jeden kennen, um Himmels Willen niemals!

Ich kenne ein paar ganz schräge interessante Leute, und die machen Musik und so, von denen kennt man dann die Mütter oder so. Die sich dann auch schon Jahrzehnte kennen, und ich bin froh dass ich daran teilhaben darf.

Das nächste Buch

Und wieder Regen…da brauche ich Lesestoff. An dem einen Sonnentag, -auf den unweigerlich eine Woche Regen folgt,- habe ich dermaßen viel draußen geschafft, dass ich wirklich zufrieden abends einschlief. Ich werde nämlich Platz brauchen für die vielen Keimlinge, die Bohnen, Erbsen, Kürbisse und was da alles in den Töpfchen aufgeht. Eine Hälfte des Gartens steht nun weiterhin unter Wasser.

Und aus Neugier hatte ich „Das letzte Buch“ bestellt, ein kleiner Kriminalroman von Zoran Zivcovic, dtv Verlag 2008. Es kam spät an, auch ist es nur einer von verschiedenen Titeln, die sich „Das letzte Buch“ oder „Ein letztes Buch“ nennen. Letztendlich schreibt ja jeder Schriftsteller irgendwann einmal sein letztes Buch. Manchmal wird es nach seinem Tod noch fertiggestellt, womit auch nicht alle glücklich sind. Dieses spielt in einem Buchladen namens Papyrus. Und es spielt. Es spielt mit Realitäten und sogar damit, das eigene genre des Kriminalromans wieder aufzuheben, es spielt mit uns, den Lesern? Leser sind ja auch die Protagonisten, offenbar besessen davon, ein letztes Buch in die Hände zu bekommen. Wer es aufschlägt, stirbt leider dabei. Ja, logisch….

Für mich wird dies definitiv nicht das letzte Buch gewesen sein, welches ich aufschlage. Das nächste Buch ist schon bestellt, es kommt mit 60 Heilkarten, und ist ein Begleitbuch. Eigentlich ist ja jedes Buch ein Begleitbuch…es begleitet mich. In diesem Fall begleitet es die Karten und erklärt sie, es gibt auch videos von Felix Baritsch und Maria Blumencron, die das Kartenset erklären. Das spielt sich auch auf mehreren Ebenen ab, vielleicht werde ich noch mehr darüber berichten, wenn ich ein wenig Einblick habe.https://youtu.be/If6jmsFtQNA?feature=shared

Die Homöopathie ist für mich kein beruflicher Weg, sondern ein persönlicher Heilweg und eine Verständniserweiterung in Maßen, wie es eben zu mir kommt. Felix Baritsch hörte ich schon vor einiger Zeit in einem Homöopathiekongress. Ich bin relativ wissenslos, doch habe ich Intuition. Die tut mir gute Dienste.

Und ich habe Beziehung zu den Mitteln, die im Grunde die Welt sind. Minerale, Pflanzen, Tiermittel. Milche und Flechten, sogar unsubstanzielle Medizin wie es sie im Schamanismus und anderswo auch gibt, können das fehlende Puzzleteilchen sein, der Weg führt tief in geistige Räume und eben da eröffnet sich die Bedeutung des Wortes Medizin, wie ihn Indigene schon immer verwenden. Alles kann Medizin sein. jeder hat seine ganz eigene Medizin. Es kann ein Lied sein.

Ich bekam eine Medizin mit dem „Herzsamen“, cardiospermum Urtinktur aus einer tropischen Schlingpflanze. Auf deren Samen zeigt sich ein weißes Herz. Das ist so wunderbar, das könnte ich mir nicht mal ausdenken. Allein das Wort ist doch schon heilsam, Heilsame.

Das Fernsehen

Wir verbrachten einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher, dem sogenannten Fernsehgerät. Ein Krimi war langweiliger als der andre, und ich glaube, die sind nur noch für alte Leute. Sicher, wir sind langsam und junge Leute gucken netflix oder sonstwas. Daher frage ich mich, warum heißt es fern sehen. Und Television bedeutet auch nicht fern sehen, sondern Nah sehen. So wie bei Teleobjektiv.

Die Krimilandschaft der Deutschen hat sich in unzählige Regionalserien aufgeteilt, ein Kommissar gewöhnlicher als der nächste. Und nun gibt es den Trend, atypische Personen darzustellen, um uns etwas aufzuwecken. Das machen die Schweden, und die Australier alles viel besser. Nun gut, die haben auch die Landschaft für großartige Bilder, und die verschrobenen Originale. Und die Schriftsteller.

Ich weiß es ja, das genre erfordert gewisse Strukturen, die müssen eingehalten werden. Wie im Handwerk, und eben da scheidet sich das von Kunst.

Ein Film, diesmal von den Franzosen, der noch Tage im Kopf verblieb, war : Who killed Marilyn? Da ist der die Geheimnisse aufdeckende ein Krimischriftsteller, ein bekannter, und die Fälle haben etwas mit seinen Krimis zu tun, die von allen gelesen werden. Das ist mal eine vielschichtige Idee! Da es im Juragebirge spielt, wird einem kalt beim Gucken, denn es gibt nur Schnee dort.

Ja natürlich sehe ich gar nicht fern, ich „streame“. Sonst wäre ich ja an die Uhr gebunden, und das muss ich nicht mehr, Ich lebe im flow. Ich mache alles dann, wenn es mir gerade einfällt. “ Wenn es passt“ Das geht gut wenn man allein ist, sonst eher nicht. Außer auf La Gomera, da ist der Standardsatz schon : ja mal schaun, wenns passt. Man kann sich auf nichts verlassen…man sieht sich sowieso.

Der flow und der stream, also der Strom fließt, der aus Wasser und auch der Energiestrom , dafür verbrauchen wir ihn also. Ich bin mit Schuld, dass die Strommasten und Sendetürme und Windmühlen um uns errichtet werden. Da wird die Landschaft eng, statt weit und macht auch im Film nichts mehr her. Anstatt das Echte wahrzunehmen, sind wir programmiert auf die Bilder von anderswo, auf gekünstelte plots, und wo wäre es noch anders?

E

Film: La Gomera

Es gibt Filme, über die man länger nachdenkt. Zumal sich erst einmal nicht wirklich erschliesst, warum dieser Krimi von Corneliu Porumboius , 2018, so heisst. Doch im Kern hat es da etwas, etwas Nostalgisches und Essentielles, welches den ganzen Film durchwebt. Das ist Melancholie, Sprachlosigkeit in der Form, dass Gesagtes gelogen ist, oder abgehört wird, und daher die Pfeifsprache, die es auf dieser Insel gibt, Symbol ist für so viel, was nicht anders gesagt werden kann. Und die Musik ebenso. Wunderbare Musik.

https://www.arte.tv/de/videos/082157-000-A/la-gomera/

Ich denke an alte Filme, nicht zuletzt weil da einiges aus der Filmgeschichte zitiert wird, was nur vielleicht der echte Kenner auslesen kann, doch an irgendwelche französischen Gaunerfilme, in denen man den Gaunern wünscht, dass sie damit wegkommen, – damals hiessen die nicht Gangster, – und ich denke an Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“, warum auch immer. Weil ich vor langer Zeit mit einem Haufen Film-und Bühnenbildstudenten in einer WG Küche in West-Berlin sass, und das dort auf einem winzigen Fernseher mit ihnen ansah, wenn die wöchentliche Folge ausgestrahlt wurde.

Es kommen in diesem Film aber auch keine Personen vor, die besonders sympathisch wären.

Man weiss auch nicht immer, wo man nun ist- auf La Gomera oder in Rumänien. Im Rückblick oder in der Gegenwart. Das ist wie in meinen Gedanken, die wandern.

Das Beste, in der Tat, für den wahren Insel-Liebenden, war die Eingangsszene, in der die Fähre auf die Insel zufährt, man diesen klobigen schroffen Felsen mitten im Atlantik auf sich zukommen sieht, und die ganze Aufregung, die ich empfinde, wenn ich sie sehe, treibt mir die Tränen in die Augen.

Die letzte Szene ist der Gegensatz dazu.

Es scheint wie eine Zukunft, total anders, aber das Bedrückende ist weg. Dieser Fimemacher lässt sich Zeit, die Bilder wirken zu lassen, und ganz sicher, es ist ein Kunstwerk, eine Kunst.

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