12 von 12 im September

nun, das ist diesmal einfach, aber da ich den ganzen Tag ausruhen will, sind das die kleinen Spaziergänge um den Block, Playa calera im Valle Gran Rey, la gomera. Vieles sieht marode aus, so als hätte es bessere Zeiten gesehen. Das stimmt aber nicht für die Insel. Es ist einfach so, dass die Natur hier Macht hat, die Hitze es auch anstrengend macht, Alte Bekannte, 15 Jahre nicht gesehen, erkennen mich auch nicht auf den ersten Blick wieder. Mancher hat sich hier am Felsen festgekrallt, fest entschlossen nie wieder weg zu gehen.

ich verstehe es, aber den Preis wollte ich nicht zahlen. Ich zahlte den anderen…das Fernweh, das Heimweh ist, nach 5 Jahren etwa siedelt man sich anderswo fest und bleibt doch…

Tee im apartamento

Viele Spanier, die derzeit noch hier Urlaub machen, sind oft komplett tätowiert….weil man viel nackte Haut tragt. Ich habe zum Glück keine einzige.

Ein Gemeinschaftsgarten am Rande, ein uralter Bus seit ewig in der Plantage, besitos … Küsschen vom deutschen Bäcker…die Flut ist da am Nachmittag.

und dann die Wandbilder aus la calera. Voller Geister .

Es macht mir Lust selber wieder zu malen, ganze Wände voller Träume oder auch Albträume. Hier ist beides, Licht und Dunkel, Feuer und Wasser. Ich lebe und atme alles ein …

wurzeln

wo enden die Wurzeln und beginnt der Stamm? Sie greifen nach Raum zum leben. Dieser Baum wurde in vielen Jahren gestutzt, beschnitten, obwohl er der einzige ist, der an der Mauer der Promenade etwas Schatten gibt. Womöglich war das aber auch der Grund. Die falschen Leute saßen in seinem Schatten.

Viele von den Hippies sind nicht mehr da, andere im greisen Alter kehren ein, um die alten Zeiten wiederzufinden. Aber sie sind weg.

Die Wetter wechseln hier schnell wie die Gezeiten, und doch geben die Erfahrungen uns die Wurzeln. Ich bin hier, um Schönheit einzuatmen und mit den Fußsohlen zu erlaufen. Schwitzen. Farben. Wasser. Was hart ist, war einmal flüssig und formte die gewaltigen Gesteine. Und immer greifen die Wellen zu und Umformung geschieht weiter. Wir können sie nicht anhalten .

Vergesslich

Natürlich wusste ich, dass es der zwölfte war. Weil es doch so eine wichtige Sonnenfinsternis gab, die genau zum Zeitpunkt unserer Meditation ihren Lauf nahm. Ich hatte keine Brille, um hineinzuschauen, und wir saßen am Kastanienbaum und trommelten. Die Tauben gurrten leise. Stimmen bei Nachbarn, irgendwo. Ein Hund bellte. Gegenwärtigkeit macht ganz glücklich.

Aber ich war auch weit gereist mit dem science fiction Roman (Haus der Sonnen) Das war nun wirklich so spannend, und so komplex und voller Überraschungen, dass man es für möglich halten könnte, die Welt zum gesamten Weltraum geworden, entweder Millionen Jahre vergangen oder noch in der Zukunft. Das mag ich, offene Möglichkeiten.

Die 12 Fotos des Tages machte ich jedenfalls nicht.

Aber jeden Tag mache ich etwa drei Fotos, habe auch einiges für die Reise vorbereitet, nur die Schuhe, das wird schwierig. Wer nimmt denn vier Paar Schuhe , wo man eher ohne laufen möchte. Aber ich weiß das schon, harte Steine und die Füße tun immer weh.

Melde lernte ich heute kennen. Das ist wieder so witzig, denn in dem Roman waren die Personen einer Familie Gentian alle nach Bachblüten benannt. Und eine hieß tatsächlich Melde. Diese Familie bestand aus Klonen und man rechnete die Zeit in Millionen von Jahren, konnte sie aber auch biegen , damit lange Strecken kürzer erlebt wurden. Es gab so viel Wunderliches.

Wären sie Pflanzen gewesen, so wäre das normal! Und da hat man sicher Schwierigkeiten, mit den Erinnerungen, 6 Millionen Jahre….Und dann holen einen alte ganz alte Fehler ein, von denen man gar nichts weiß! Uns passiert es manchmal in Träumen, Menschen von ganz lange her tauchen da lebendig auf. Vielleicht ist das unser Weltraumgedächtnis.

Meins ist da stehengeblieben. Immer auf der letzten Reise, obwohl sich ja seither vieles verändert hat. Und nun zur 19 Millionen Jahre alten Insel, wobei es verschiedene Schichten jüngeren Datums gibt. 80 Prozent Steilküste. Nur ist der Reiseführer auch schon in die Jahre gekommen, und dass es dauerhafte 25 Grad celsius gäbe, ist ein Märchen. Im August hat es mancherorts ebenfalls 40 Grad.

Diese Töne werde ich dann auch aufnehmen. Einzigartig und vergißt man nie! (Pardela heißt er auf La Gomera) Ein Albatross also.

Die Bedeutung des Wassers

In diesem schönen video kann man es sehen: Wie wichtig das Wasser, die Heimat und die Landschaft ist für die Menschen, die dort leben. Der Filmemacher macht sonst Aufnahmen von den katholischen Festen und Zeremonien, die auch archaisch anmuten. Es ist kaum möglich, einem dieser Feste zu entgehen, wenn man auf der Insel weilt.

Inselfeeling

http://www.infocanaria.de/html/hautacuperche.html

Das ist ein KI erzeugtes video, welches mir gut gefällt! Shola selbst ist hier mit der Statue des Hautacuperche im Valle Gran Rey zu sehen. Es ist toll, wie in so kurzen Sekunden so viel Aussage rüberkommen kann. Es ist „nur“ eine Werbung für Kleider? Ach nein. Die Liebe und Verbindung zur Insel La Gomera, sie dauert für alle, die einst dort lebten, immer an.

Hautacuperche selbst wird in den Beschreibungen als Mörder genannt, was ja doch eine gewisse Verzerrung der Geschichte darstellt. Die Canarios haben ihren Stolz und sehen sich bis heute nicht ausschließlich als Spanier. Soweit ich weiß, haben Genetische Analysen ergeben, dass die Ureinwohner einst mit Berbern aus Nordafrika verwandt waren. Auf La Gomera besteht noch die größte Übereinstimmung mit Ureinwohnergenen.

Shola kam auf die Insel, und sie malte. Heute macht sie daraus auch wunderschöne Kleider und Seelenbilder, und sie ist so ein kreativer spiritueller Geist, der inspiriert und weitergibt.

Ich selbst würde mich nicht mit der bekannten Statue darstellen, bin aber ebenso verbunden und liebe die Berge wie das Meer sowie manches mehr…(und Sholas Bilder)

Kristalle

Nun, ich habe natürlich noch einen Gomerakrimi gelesen, der mir besser gefallen hat. Er heißt “ Tödliche Kristalle„, von Michael Junge, auch im Selbstverlag, wenn ich das richtig sehe.

Nach den „Tödlichen Trommeln“ also die „Tödlichen Kristalle“ . Ich muss wohl vorausschicken, dass in Krimis grundsätzlich alles Esoterische als Scharlatanerie aufgedeckt wird, und solche Autoren grundsätzlich keine Ahnung haben von Heilmethoden und Kristallen und sonstigem, weil sie nicht daran glauben wollen. Immerhin werden die Menschen hier sympathisch dargestellt.

Ich denke also, grundsätzlich gibt es keine tödlichen Kristalle. Ganz im Gegenteil gibt es sehr alte Heilweisen mithilfe von Kristallen; ob die Rituale dazu richtig angewendet werden, ist natürlich nicht sicher. Soweit ich das weiß, speichern Kristalle Energie, und können Information aufnehmen, ebenso wie Wasser. Wir müssen uns an neue Denkweisen gewöhnen, nämlich dass es mehr gibt als wir bisher glauben. Das ist doch mit jeder Technologie der Fall. In anderen Fällen von Technik nehmen die Leute es alles unkritisch hin und lassen ihr Leben davon bestimmen.

Es handelt sich wieder um eine relativ einfache Geschichte, gute Krimis kommen heutzutage schon sehr viel mehr verschachtelt daher, aber trotzdem macht es Lust zu lesen, denn die Ortsbeschreibungen sind ganz nett, und es kommt sogar die spanische Sprache vor!

Wir erhalten also Informationen über die Insel auf eine spielerische Weise, was für Neuankömmlinge wie eine der Hauptpersonen sehr hilfreich ist. Und es ist nicht so furchtbar eingedeutscht, was mich zunehmend stört an Orten, wo es eine einheimische Bevölkerung gibt. Daher gibt es hier eine Deutsche mit einem spanischen Partner, so wie es auch in zahlreichen neueren Fernsehkrimis der Fall ist . (Barcelona-Krimi, The diplomat etc)

Warum fahren manche Leute überhaupt ins Ausland, fragt man sich. Ach, die Bösewichte sind dann doch Deutsche…besonders Reiche und Drogendealer. Ich weiß nicht recht, ob die gegen ebensolche Spanier eine Chance hätten…meine Lieblingsserie ist da immer noch „El Hierro“, welches auf der Nachbarinsel spielt, eine spanische Produktion, menschlich herausragend.

Nun. Je mehr man liest, je mehr man sieht und erfährt und erlebt, umso besser kann man alles erkennen, unterscheiden, und lernt etwas dazu. darum ist es auch gar nicht verkehrt, diese kleinen Krimis zu lesen.

Der Kristall-und Mineralienreichtum der Kanarischen Inseln ist eine Reise wert! Was hätte man dazu alles schreiben können…

Mineralien der kanarischen Inseln„, Rudolf Franz Ertl, Turquesa.

Peinlich

Ach. Was soll ich sagen…ich nahm den neu bestellten Gomerakrimi zur Hand. ( Brandwunden, Klaus Rose, tredition) Hätte ich doch bloß die Leseprobe angesehen wie bei den anderen. Mir wäre es peinlich, so zu schreiben, es ist ein sprachliches Desaster. Mal abgesehen von unkorrigierten Fehlern, selbst wenn jemand so redet, würde ich ihn wohl nicht kennen.

Ich gebe zu, die Insel ist für mich eine Art Heiligtum, und offenbar reklamieren das auch andere für sich, bei denen ich so gar nichts heiliges erkennen kann. „Damals“ – das ist das woran die meisten hängen und wo sie ihr Herz verloren. Die einst freie Hippiezeit, mit denen hat es der Autor aber so gar nicht. Bzw seine Figur, eine Art Protz, dem es an Sensibilität fehlt.

Die Polizei kommt hier auch wieder nicht so gut weg, wenn auch manches Wissen vorhanden ist,vor allem über echte Orte und Leute, die jeder kennt. Im Vorsatz wird ausgeschlossen, dass das etwas anderes als Zufall sei. Klar. Mit echten Namen.

Jeder Tourist schmückt sich gern damit, dass er diesen und jenen kennt. Leider wurde das Thema, nämlich der verheerende Brand, mit all dem Leid den er brachte, nicht wirklich gewürdigt.

Zum anderen soll man sich nicht einmischen in die Dinge, die so laufen, vieles erfährt man im Laufe der Zeit und warum Leute nicht mehr miteinander reden oder ganz weit oben auf den Berg gezogen sind,…aber das ist auch alles „damals“. Der Stolz und die spanische Herablassung gegenüber anderen- das ist eine Sprache, die man lernen kann. Sie ist verständlich…aber nun gut, so manche Schikane hinterlässt auch etwas Wut. Leute, ihr seid auf einer Insel, wo sie euch die Hunde vergiften oder die Palmen, und manches mehr. Wer da lebt, wurde etwas stiller im Lauf der Zeit. Manchmal auch nicht mehr so glücklich auf der „magischen“ Insel.

Aber die an den Haaren herbeigezogenen Geschichten- in einem Krimi muss es ja um Mord gehen- nein, ich lese das nicht! Die Sprache ist unter der Gürtellinie, eine Sammlung der dümmsten Sprüche, schade dass das Publikum auf der Insel mittlerweile so verkommen ist. Was übrigens jeder denkt, einschließlich des Autors selbst über andere.

Nun, die Möglichkeit, bei tredition und sogar bei amazon etc. selbst Bücher herauszugeben, wen hätte die noch nicht gelockt. Ich tu es nicht- ich könnte es vielleicht besser, aber ohne Lektor und Profiblick eben auch nicht gut genug, um meinem eigenen Anspruch zu genügen.

Aber eins weiß ich- meine Lust, auszuwandern ist unter null gesunken.

Gebrauchte Bücher

Das ist eigentlich klasse, dass Bücher beim Gebrauchen nicht verbraucht werden, so wie andere Dinge. Sind sie überhaupt Dinge? In meinen Augen nicht, sie sind lebendig bleibende Geschichten und untrennbar mit ihren Autoren verbunden. Ich habe wieder eine Rundfahrt gemacht zum Markttreff Delve und ein wenig die Stapel sortiert, die jemand dort abgelegt hatte. Richtig gefreut habe ich mich über Francoise Sagan, “ Ein bisschen Sonne im kalten Winter„, ein Klassiker, der in meiner Jugend schon einer war. Und mittendrin bin ich in einer spannenden Geschichte von Claude Gallay: „Die Brandungswelle„. Die Französinnen, -welche Erholung von diesen amerikanischen Frauenromanen, die immer in Amerika spielen. Werden davon zehnmal so viele übersetzt oder gibt es so viele? Da ist mehr Handwerk dabei als echte Kunst.

Ach ist das arrogant….aber ich liebe nun mal ausführlichere Beschreibungen, die eine Stimmung erzeugen. Schließlich SEHE ich das vor dem inneren Auge beim Lesen. Reichtum von dem, was der Autor sieht. Andere sehen weniger. Und ein bisschen gebrauchtes Sehen bestellte ich auchin Form von Gomerakrimis…besonders gespannt bin ich auf “ Brandwunden“ von Klaus Rose- kenne ich den? Ich weiß nicht. ( Anmerkung : Den kann ich nicht kennen. Das Buch ist ein sprachliches Desaster) Jedenfalls spielt das Buch an einem echten Ort, den ich sehr gut kenne, und zwar nach dem großen Waldbrand von 2012, der mir sehr unter die Haut ging, obwohl ich ein Jahr zuvor wegzog. Ich könnte sagen, zum Glück. Denn Freunde wie alle anderen Anwohner des Tales wurden evakuiert und verloren zum Teil alles. Noch heute gibt es Ruinen von damals, obwohl das Grün wieder über die Wunden wuchs. Aber nicht alle.

Auch aus Portugal hörte ich von persönlichen Tragödien, Brände betreffend.

Da ich gestern wieder Blätter fegen durfte, die Eichen vom Ehrenmal, mir heute die Knochen weh tun, muss ich einen Lesetag einlegen…trotz Sonnenschein. Der Frühnebel sah wunderbar aus.

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