Kunst auf dem Land

Am Wochenende gab es viel zu bestaunen, Flohmarkt ist ja immer irgendwo und diesmal erstand ich einen Mittelalterumhang für den Freund. Die für Männer sind nämlich nicht ganz lang, und er hat eine Zipfelmütze weil für Elfen gedacht. Es findet in der Stadt Heide regelmäßig ein großes Mittelalterevent statt, dieses Jahr waren wir nur zu Besuch in der Arche Warder, wo Freunde lagerten, und er hatte nichts richtiges anzuziehen.

Dann gibt es in diesen Wochen den jährlichen Kunstgriff, bei dem Künstler der Region Ausstellungen machen und einiges andere mehr.

http://KUNSTGRIFF 30/2024: Skulpturengarten in Hägen 14. September 2024 – 14:00 – 19:00 Uhr Veranstaltungsort: Atelier Elke Schadwell, 25779 Hägen, Dorfstraße 9 Veranstalterin: Atelier Elke Schadwell, Dorfstraße 9, 25779 Süderheistedt-Hägen, Telefon: 04836/1231, Mobil: 0152-02792195, E-Mail: Schadwell@web.de, Internet: www.elke-schadwell.com

Diese schöne Ausstellung von Elke Schadwell habe ich besucht und bin sehr begeistert. Ich kannte Elkes Atelier schon, es befindet sich zwei Dörfer weiter. Der Garten ist wie eine große Parkanlage, mitten in einem Dorf mit Kuhställen und Biogasanlagen, ist ja klar, dass diese Leute aus der Stadt zuzogen. Und in diesem Garten wiederum die kleinen wundersüssen Figuren, die sich wie Naturwesen einfügen und ganz sicher sind diese ebenfalls entzückt von dem Raum, der ihnen hier gegeben wird.

Wir aus der Stadt haben einen anderen Blick für die Umgebung als die Menschen, die hier aufwachsen. Mit der Zeit versteht man das auch, denn sie sorgen für Ernährung und müssen unglaublich vieles im Blick haben. Manchmal ist auch jemand dabei, der hellsichtig ist, und die Naturwesen erkennen kann, wie mein früherer Geomantielehrer Hans Hansen aus Nieby an der Geltinger Bucht, der 40 Jahre lang Biobauer war, bis er sich mit über 60 entschloss, sein Wissen weiterzugeben und Geomantie zu unterrichten.

Wenn Städter zuziehen, machen sie erstmal alles falsch. Die Jahreszeiten kennen, die einzelnen Elemente, und sich langsam eintunen, das braucht Zeit.

Ob diese Künstlerin an die Naturwesen wirklich glaubt, weiß ich nicht, aber – sie werden sichtbar in ihrer tiefgründigen Arbeit.

Die Lesung von Heiner Egge im Atelier war gut besucht und wurde von der Trommelgruppe im Garten eingerahmt. Aus „49 Geschichten“ las er vor .

Bauernland

Heute früh erwachte ich vom Hupen des Treckerkonvois, der unser Dorf durchquerte. Es klang ein wenig wie rollende Panzer. Doch, Bundeswehr gibt es hier auch, die manchmal so zu Übungzwecken Konvois durchs Land rollen lässt. Doch diese Woche sind es die Bauern, die protestieren. Hier ist jeder für die Bauern. Wir leben auf dem Land der Bauern. An jedem Ortsschild hängt ein Paar Gummistiefel, mit etwas Absperrband, welches auch viele Autofahrer ans Auto binden, um ihr Einverständnis zu zeigen. Ich bin auch für die Bauern. Seit ich hier lebe, habe ich viel über ihre Arbeit gelernt, welche harte Anforderungen hat. Da ist nichts mit Vier-Tage-Woche, wie sie jetzt die Handwerker bekommen, damit auch der Nachwuchs bleibt. Ich bin auch für Tierschutz, für Umweltschutz und andere Sachen, die die Bauern nicht gut finden. Es kann sein, dass sie mehr Sachverstand haben und tatsächlich vier Prozent eines jeden Hofes ein Unsinn ist, der gar keinen Umweltschutz hervorbringt. Wir sind am Wattenmeer, hier sind Seevögel und Naturschutz ohnehin ein großes Thema. Hier sind die Fischer mit im Boot, die ebenfalls durch Beschränkungen erdrückt werden. Natürlich sind diese auf dem Papier sinnlos, nicht der Realität entsprechend. Die Umwelt macht schon auch reichlich Probleme. Mal steht alles unter Wasser, oft sogar, und es kann nicht ausgesät werden. Auch der Mais konnte nur geerntet werden, im Herbst, in völlig vernässten Feldern und zurück blieb ein Riesenmatsch.

Ja , dass da über den Dürresommer gelacht wird, verstehe ich. Ich erkenne sehr wohl mancherlei Manipulation in den Medien, Achtung böse Theorie, und verstehe das Misstrauen. Ich bin für die Bauern, weil sie Menschen sind. Ehrliche Menschen, und solche die große Verantwortung tragen.

Ich bin nicht gegen jemanden. Immer für die Tiere. Die Bauern wollen das Alte, sie wollen das Subventionssystem erhalten. Das besteht ja nun aufgrund der billigen Auslandsimporte, nicht wahr, an denen die Bauern keine Schuld tragen. Es beruht auf der Ausbeutung anderer ärmerer Länder, dadurch dass dort wo viele unserer Produkte herkommen, von deutschen Firmen ausgelagert, unter menschenunwürdigen Bedingungen gearbeitet wird, ein Sklavensystem, jawohl, genau das.

Leider sind unsere Bauern auch für Glyphosat, sie haben Verträge für Mengenabnahmen ganzer Ernten und anderes. Es ist nicht so einfach.Aber sie verstehen sich als freie Menschen. Dass in einem Artikel geschrieben wurde, hier gebe es den Spruch: Lieber tot als Sklave- klingtda etwas missverständlich. Auf plattdeutsch gibt es diesen Satz seit ein paar Hundert Jahren und zwar aus einer Zeit, in der die Bauern hier ausgepresst wurden ebenso wie die im Ausland heute. Von den Herren . Heute beschäftigen sie Bulgaren und Polen, weil viele Deutsche diese Arbeit gar nicht können. Aber identitätsbildend ist dieser Satz schon. Wer tagtäglich auf dem weiten Land unterwegs ist, im freien Raum, der denkt anders als jene Herren in den klimatisierten Büros.

Webseite erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑