Farben

Das war ein herrlicher Tag. Monika hatte zu einer Malaktion eingeladen, und sie fand in einem Garten statt. Acht Menschen pinselten fröhlich auf eine alte Tapete ein….die Farben standen mir noch abends beim Einschlafen vor Augen.

Also vielmehr nachts, denn dazwischen waren wir noch tanzen. Also ein Supertag mit einigen der Lieblingstätigkeiten! In Husum gab es die Disco für über 55 einhalbjährige…und es waren viele von uns da! Auch Jüngere natürlich, hoher Frauenanteil garantiert, und gute alte Musik. Mein Freund und ich schafften drei Stunden nonstop auf der übervollen Tanzfläche. Unser Fahrer hatte Frühdienst, wir sind zu dritt aus dem gleichen Dorf, und es wurde nicht so spät. Das tut einfach gut, alles durchzuschütteln, von Schmerzen nichts zu spüren- erst am nächsten Tag. Alte Musik, damit meine ich keine Schlager, sondern tanzbare 70iger und achziger Jahre. The Who kam vor, und den Rest der Namen kenne ich nie…nur mitsingen das kann ich. Allerdings gibt es mittlerweile so manche rest in peace-Radiosendung, wo all jener Musiker gedacht wird, die im letzten Monat starben oder 80 wurden. Black sabbath, Led Zeppelin, Caravan und viele mehr…

Möge ich auch mit 70 noch tanzen! Nun werden erst mal Blümchen eingebuddelt.

Links

In diesem Falle Neurolinks, nicht links wie rechts und auch nie geradeaus, sondern Verbindungen im Gehirn, sind glaube ich nicht schnurgerade . Ich habe dies von der Neurographik abgeschaut, dabei mache ich so etwas schon so lange, nur nicht nach Regeln oder zur Therapie.

Doch, eines Tages habe ich beschlossen, Kunst nur noch für mich selbst zu machen, ohne Druck und Ergebnisziel. Es ist für Freude. Damals als Kind ging das noch, und es kam der Gedanke auf, dass es der ideale Beruf sei. Leider war es nicht so. Ich wurde angenommen, ich studierte an der Kunsthochschule, und es wurde nicht wirklich. Denn mir fehlte etwas, ein Teil von mir selbst.

Irgendwo las ich mal, schwarzweiß sei für die männliche und Farben für die weibliche Ausdruckskraft. Und so war es, als ich jung war: Ich konnte zeichnen ohne Ende, ich mochte aber keine Farben! Sehr merkwürdig, bis ich dann ganz aufhörte für viele Jahre.

Und dann kam nach und nach alles zusammen. In einer Kunsttherapie, Fotografenausbildung, vom Schwarzweiß- zum Farblabor, und später abstrakte Malerei, alles ausprobiert und nun spiele ich nur noch. Sehr heilsam. Ich muss auch keine Bedeutung entschlüsseln, der ganze therapeutische Kram geht mir langsam auch auf den Keks. Gefühle wahrnehmen, annehmen, aus.

Gestern fand unser erster Meditationsabend statt, mit 5 Teilnehmern, und ganz wunderbar. Da geht es genau darum, achtsam wahrnehmen. Und schöne Gespräche anschließend.

Trollblog Juli

Ich habe es doch tatsächlich geschafft, aus einer Gruppe rausgeworfen zu werden. Das heisst, ich bin so etwas wie ein Troll. Oder jemand, der Widersprüche anspricht, aufzwingt, unlösbare Konflikte erzeugt…? Na ganz so wesentlich war es nicht. Es gibt diese tollen Gruppen, in denen sich Leute treffen, die Steine bemalen und diese dann irgendwo auslegen, um anderen eine Freude zu machen. Das ist doch schön, oder. Da sind wirklich schöne Werke dabei. Manche suchen schon richtig nach diesen Steinen.

Einige schreiben dann, dass sie wieder säckeweise Steine von der Küste nach Hause geschleppt haben, um dann anschliessend Disneyfiguren oder Leuchttürme darauf zu malen. Und das finde ich richtig Scheisse und hier sage ich das noch mal laut und deutlich. Ich war nämlich mal ein paar Jahre mit einem Geologen an der Ostsee unterwegs und ich sehe, dass das Steine sind mit einer Geschichte, einer Eigenheit, und überhaupt einer Schönheit für sich selbst, die allen gehören , allen.

Auch wenn es erlaubt ist, diese mitzunehmen….es ist auch erlaubt, sich darüber Gedanken zu machen, oder nicht. Ach dann ist man fehl am Platze, nun ja. Das Malen ist eine wichtige Kunst und es ist gut für uns, etwas selbst zu machen. Aber die Natur ist nur noch eine Deko. Ich war neulich mal wieder in einer Stadt, seit langem. Und da fiel mir das auf, dass Natur nur ein bisschen was zudeckt, so wie Deko vor einer Mauer.

Menschen da kennen gar nicht richtige Natur. Was immer das ist, es ist wild und unberechenbar und der Mensch ist darin ganz klein. Es fühlt sich sehr sehr anders an. Nicht angenehm, aber echt. Voll mit der Kraft, die so viele vermissen, und nicht wissen, wie sie finden. Es macht nämlich Angst, diese Urkraft, die Leben ist und Leben zerstören kann, dabei aber doch immer Leben bleibt.

Steine sind eine solche Kraft. Das bisschen Tünche der Menschen ändert nichts daran, die Steine sind so unvorstellbar alt. Es tut gut, sich mit denen zu verbinden. Es macht mich jedenfalls glücklicher, einen Sinn in dem zu sehen, was ich da male, eine Art Dialog mit den Wesenheiten der Natur und ihren Elementen einzugehen, so wie das die verbundenen Kulturen immer gemacht haben. Es hatte Bedeutung.

 

 

 

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