challenge

Eigentlich wollte ich ein SW-Bild auswählen für die challenge von czoczo.de.

Aber ich komme mit dem handy nicht mehr klar. Es will dies nicht und das nicht und sagt mein Speicherplatz ist aufgebraucht. Das ist also meine echte challenge. Weiter mit dem handy fotografieren oder….

Dieses Hafenbild jedenfalls wurde abends in Husum am Hafen gemacht, als wir für ein Blueskonzert anstanden. Es war warm und alle standen noch draußen, der Raum wurde gar nicht voll. Die Jesse Redwing band war klasse. Ein australischer Gast. Wir tanzten, zugegebenerweise mit Ohrstöpseln, denn es war sehr laut. Der Sänger und Bandleader ist noch jung, die meisten Fans von blues sind in unserem fortgeschrittenen Alter. Daher waren wohl Tische aufgereiht vor der Bühne. Doch der Tour manager bat darum, dass sie weggeräumt werden.

Gute Idee! Nun stehen die meisten trotzdem steif herum, wir sind ja in Nordfriesland. Aber da waren Kenner dabei. Man hört das am Applaus, wenn eine ganz und gar eigenwillige Interpretation gelingt. Wenn sie sich CDs signieren lassen. Am Ende trifft der Freund noch einen alten Kumpel, wie immer, und der erzählt angeheitert eine alte Geschichte von damals, als sie mit dem Fahrrad auf dem Dach durchs Moor fuhren und der Hund hieß Monster. Er muss legendär gewesen sein….

Ich bin ja ganz froh, dass mich hier keiner aus meiner Jugend kennt und alles weiß. Weil man will das nicht mehr alles wissen.

https://youtu.be/EStp0PLjmzA?feature=shared

https://speicher-husum.de/

Musik

Wir sind wieder mittendrin: Die Gardinger Musikantenbörse läuft seit ein paar Wochen. https://www.musik-fuer-garding.de/programm#A5 und es macht Spaß.

Gestern war der Platz an der Kirche voll, und es wurde getanzt auf dem Pflaster. Dabei sind immer bekannte Gesichter, der Verein, der all das ausrichtet und nette Begegnungen. Mir tun die Füße weh, aber was solls. Viele der Musiker haben schon die Lebensmitte überschritten, auch die Zuschauer lieben rock n roll, Blues, oldies und sixties von altgedienten Profis. Es sind fünf Bühnen, die jeden Dienstag in der Altstadt aufgebaut- und ab 23 Uhr auch wieder abgebaut werden.

Im Alten Rathaus, das in eine Kunstgalerie umgewandelt wurde, auch ein Verein, singen Liedermacher mit eigenen Texten, ebenso im Friedrichs auf kleiner Bühne. Für jeden was dabei. Es gibt eine Ausstellung mit großformatigen Bildern von Wolfgang Groß-Freytag zu sehen.

Es ist ein gewisser Kult für uns- wir lernten uns vor sechs Jahren eben dort kennen, wie auch andere Paare übrigens, Musik verbindet. Das Fest gibt es schon seit 25 Jahren und viele der lokalen Musiker spielen in wechselnden Verbindungen. Sie sind immer dabei, die anderen stehen in einer Warteschlange. Mein Leben hat sich seither verändert, ich kenne plötzlich so viele Leute, wie ich vorher niemanden kannte! Hier kennen die sich seit 50, 40, 30 Jahren…das kommt bei mir nicht vor…ich bin ständig umhergezogen. Jetzt schätze ich das Ankommen umso mehr. Mit 10 Jahren Anwesenheit ist man immer noch neu. Das ist so auf dem Dorf, aber bei den Hippies und in der Musikszene, da wird jeder aufgenommen und man merkt, das man manches gemeinsam hat. So ähnlich wie auf La Gomera. Fast jeder ist dort auch schon mal gewesen, damals, in den Achzigern oder so.

Also- nächste Woche Tom the crow und Lutz Drenkwitz! Man sieht sich.

Alter, …

Talking about high sensitivity – wird das besser mit dem Alter? Die Sinne werden nicht besser. In diesem Fall ein Gutes. Ich wundere mich, dass ich neuerdings hard rock bands zuhören kann, ohne schreiend davon zu rennen. Es kommt auch öfter vor, das anhören und tanzen, weil der ein oder andere Freund in so einer band spielt, oder singt, dann geht man da auch hin. Wir sind ja überhaupt im Lande von Wacken, und diese Musik hat hier viele Fans.

Ich glaube aber nicht, dass meine Ohren deshalb schlechter geworden sind. Ich höre immer noch eine Maus schreien. Leider, denn das tun diese, wenn eine meiner Katzen sie mit herein bringt, und vor dem Tode noch eine endlose Jagd veranstaltet. Fragt nicht, wie viele Mäuse ich schon gerettet habe….

Ich höre Vögel singen, den Wind und Wasserhähne tropfen. Ich achte auf Geräusche, denn es ist hier nicht laut in meiner Sackgasse. Wenn es aber plötzlich kommt, so wie ein heftiger Donnerschlag oder diese unsäglichen Tiefflieger von der Bundeswehr, dann ist das so ein Schreck, dass ich schreie.

Früher habe ich zu laute Musik als Gewalt, als Angriff gewertet. Das erste Mal auf einer Goa-Party bin ich davongerannt. Ich war traumatisiert von Techno. Vielleicht haben sich meine Nerven erholt, ich weiß es nicht. Ich habe nicht mehr so viel Angst. Ich war auch mal irritiert von all den schwarz gewandeten Menschen, die das Teufelshörnchenzeichen machen, und konnte nicht annähernd begreifen, was die da tun. Nach Wacken kriegt mich trotzdem keiner, ist ja eh fast unmöglich, da Karten zu kriegen.

Nun, ich denke, diese Musik hat eine Wirkung: Man denkt an nichts anderes mehr! Vermutlich ist es das, was alle wollen, das Denken wird abgestellt für ein paar Stunden, ein Wochenende gar. Und das ist nicht schlecht. Die Menschen sind allesamt gut drauf, auch nicht abgestumpft und böse.

Mal vergleichsweise unaufgeregt, so wie alle im Norden, alle auf dem Land meistens. Emotionale Ausbrüche sind ein Zucken des Mundwinkels. Nun ist das aber nicht die coolness, die ich mir immer gewünscht habe, als ich ganz jung war. Da musste man cool wirken, unbeeindruckt, und das war nicht gerade leicht. Ich konnte aber so tun. Nein, ich glaube , durch schräge Lebenserfahrungen wird man einfach so, – gut, wieder was passiert, ach. Nun habe ich mich dran gewöhnt, und was würde ich jetzt in Spanien machen, wo aus jeder Mücke ein Elefant wird…

Kräuter, Kaffee, Buch

Den historischen Roman “ Der Kaffeehändler“ von David Liss las ich so nebenbei. Dabei ist er allerdings ganz schön schwierig, was die ganzen Börsen und Handelsgeschäfte anging. Ist einfach überhaupt nicht mein Thema. Leider kam gar nicht viel über Kaffee selber drin vor. Nur eben, wann er nach Europa zuerst importiert wurde und welch eine Goldgrube es wurde….das ist es ja heute noch.

Der Roman spielt in der Mitte des 17 Jahrhunderts, als die Ost-Indische Kompanie viel Macht hatte über den Welthandel. Die hat ihn sozusagen erfunden… Was wirklich sehr interessant war, ist die Rolle der jüdischen Gemeinschaft und auch viele Details, die mir völlig unbekannt waren. Auch damals verfolgt von der Inquisition in Spanien und Portugal, baute sich eine Art Parallelgesellschaft auf. Die Bedeutung von Amsterdam und die Besonderheiten der Stadt sind auch ausführlich dargestellt. Ich gebe zu, dass ich die Wirren der grausamen Methoden nur noch überflogen habe…Eines habe ich begriffen: Wie unredlich der Handel an der Börse vonstatten ging. Und sicher ist das noch so.

Ja, was meine ich mit nebenbei- das Lesen war als Pause gedacht zwischen Kräutertrocknen- Pfingstrosenblüten, Labkraut, Brennessel- und dem Kräuterausreißen an Stellen, die komplett zuwuchern. Brombeeren zum Beispiel, sie tauchen immer wieder auf- und das auch noch an Stellen, wo sie noch nie waren! Dann war es aber doch sehr heiß, bis zum Gewitter am gestrigen Abend, und ich musste etwas mehr sitzen als machen. Schwimmen in der Eider ging, und die Musikantenbörse in Garding wurde auch eröffnet. Das war schön, Hinz und Kunz in sommerlicher Bekleidung, der hardrock-Sänger hatte schon einen roten Kopf, aber noch alles recht verhalten. Die ganz große Stimmung war noch nicht. Nur der Bigharmonicaman schafft es natürlich, den besten blues rüberzubringen, spielte aber in einem sehr kleinen Cafe, wo man kaum einen Zeh bewegen konnte.

Ja das wars, viel mehr gibt es nicht zu sagen. ich höre nebenbei swing auf Rockradio.de, die wöchentliche Jazzsendung. Nebenbei, alles so.

Farben

Das war ein herrlicher Tag. Monika hatte zu einer Malaktion eingeladen, und sie fand in einem Garten statt. Acht Menschen pinselten fröhlich auf eine alte Tapete ein….die Farben standen mir noch abends beim Einschlafen vor Augen.

Also vielmehr nachts, denn dazwischen waren wir noch tanzen. Also ein Supertag mit einigen der Lieblingstätigkeiten! In Husum gab es die Disco für über 55 einhalbjährige…und es waren viele von uns da! Auch Jüngere natürlich, hoher Frauenanteil garantiert, und gute alte Musik. Mein Freund und ich schafften drei Stunden nonstop auf der übervollen Tanzfläche. Unser Fahrer hatte Frühdienst, wir sind zu dritt aus dem gleichen Dorf, und es wurde nicht so spät. Das tut einfach gut, alles durchzuschütteln, von Schmerzen nichts zu spüren- erst am nächsten Tag. Alte Musik, damit meine ich keine Schlager, sondern tanzbare 70iger und achziger Jahre. The Who kam vor, und den Rest der Namen kenne ich nie…nur mitsingen das kann ich. Allerdings gibt es mittlerweile so manche rest in peace-Radiosendung, wo all jener Musiker gedacht wird, die im letzten Monat starben oder 80 wurden. Black sabbath, Led Zeppelin, Caravan und viele mehr…

Möge ich auch mit 70 noch tanzen! Nun werden erst mal Blümchen eingebuddelt.

Goldener Fluss

Papier ist aus. Doch da stand noch eine Leinwand herum. Es ist schon angenehm, mit diesen Stiften, statt so viel Geschmiere zu veranstalten…Fast schon psychedelisch wie diese Dekorationen auf den Goa-Festivals…die sind aber sehr stereotyp und durch Drogen inspiriert. Damit habe ich nichts am Hut, auch wenn ich die Musik von trance, wenn sie gut ist, sehr zum Tanzen liebe.

https://youtu.be/SF5f8k_JkEU?feature=shared

Eine Wiederentdeckung: Ozric Tentacles aus den Siebzigern. Spielen immer noch! Ich verdanke den Tipp den Experten in Rockradio.de, https://rockradio.de/app/#/, welche Sendung weiß ich jetzt nicht mehr. Ein bisschen verwandt mit Shpongle, die mich mal einen Winter lang in der Küche tanzen machten.

Halleluhja

Es gibt ein paar schöne Filme über Leonard Cohen. https://www.arte.tv/de/videos/113063-001-A/leonard-cohen-hydra-das-paradies-in-griechenland/ Dies ist eine kleine Doku über die Insel, wo er lebte. Leider war ich nie in Griechenland, und dann noch in einem Künstlerort!

Seine Lieder haben mein Leben begleitet. Und hier kommt nun die Geschichte seines Lebens, als Serie und erklärt uns wer Marianne ist, die er so lange besungen hat.

Die Zärtlichkeit, die Traurigkeit, das alles ist so besonders und ich bin sowieso gerade nah am Wasser gebaut…wie man sagt, wenn sofort die Tränen fließen. Tränenfließen ist schön und heilsam. Auch ganz ohne Grund, wie man denkt. Wer weiß, welch alter Kummer da auftaucht mit der Musik und wegfließen darf.

https://www.ardmediathek.de/serie/so-long-marianne-leonard-cohen-serie/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS81MDI0/1

Tangoszene https://youtu.be/6lAKlYTQVKY?feature=shared Dance me to the end of love

Tiefgründig

Lebenslustig

Ich glaube, das bin ich, obwohl schon wieder der nächste Regenschauer niedergeht. Gestern passierte es, als wir gerade auf dem Stadtfest angekommen waren; es war schon voll, weil der Tag war überaus warm und sonnig. Und dann das. Man sammelte sich unter den spärlichen Dächern der Bierbuden, hörte den tapferen Musikern auf den LKw Anhängern zu und irgendwie wandelte sich die Stimmung in nettes Zusammenrücken, gemeinsam dem Leben trotzen, wie es eben ist. Ich war überrascht, wie viele Bekannte ich dort nun habe, denn ich gehe das fünfte Jahr dahin und es findet auch acht Wochen hintereinander statt. Da trifft man sich eben zufällig wieder, oder auch nicht. Alles ist frei, ohne große Verabredung, so habe ich das gern.

Mein Freund ist immer gleich verschwunden, denn er kennt noch viel mehr Leute, alle Musiker und Tontechniker, und so weiter. Anfangs fand ich das doof, weil ich ja keinen kannte.Wir lernten uns dort kennen. Zwischen den fünf Bühnen wandelt man herum, bis es einem gefällt.

Aber nun habe ich endlich das, was ich mir schon so oft erarbeitet hatte und dann wieder fortging. Angekommen sein, mich nicht allein oder verlassen fühlen. Beziehungsfähig unter bestimmten Bedingungen eben. Denn was anderes ist mir aufgefallen: ich hatte diese lockere Verabredung mit jemand, der da noch nie war, und er wich mir den ganzen Abend nicht mehr von der Seite. Also …so beziehungsfähig bin ich dann auch wieder nicht. In solchen Situationen kann ich schroff und unhöflich werden, ich fühle mich bedrängt. Es nimmt mir Freiheit. Ja, einfach bin ich wohl nicht. Aber jedenfalls bin ich nun froh, dass mein Freund nicht so ist.

Wir fuhren dann zu dritt wieder zurück, es dunkelt abends auch wieder , und die Füße taten so weh vom tanzen in Turnschuhen auf dem Kopfsteinpflaster. Früher bin ich gefahren, weil ich ja immer nüchtern bin. Ich trinke seit 36 Jahren nicht mehr, und auch sonst nichts.

Die anderen Mitfahrer sind nun aber auch nüchtern, merken nun auch mal, wie es so ist, …auf einmal ist die Musik zu laut, der Bass stört, und so was.

Wit tun mal so als wäre Sommer. Ab morgen soll es drei Tage schön werden!!!!

Krimisucht

Machen Krimis süchtig? Das kommt darauf an, ob sie gut sind…also ich denke, möglich ist das. Ich las in letzter Zeit einige, doch lieber sind sie mir, wenn sie auch lustig sind. Überhaupt liegt das nur an diesem unmöglichen Regen, und all that I want is drei Wochen Sonne hintereinander.

Sonne verändert alles, das gesamte Bewusstsein….wobei ich das den Drogen nicht zugestehe, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr nehme, aber ich beobachte das: die angebliche Bewusstseinserweiterung findet da ganz und gar nicht statt. Wenn schon, dann eine Wahrnehmungsverschiebung, das ist ja nicht das gleiche. Ebenso bei vielen spirituellen Angeboten: sie berühren Emotionen. Und wo alles beides geschieht, das ist Musik….für mich oft ein Sprung in andere Zustände, die der Körper erinnert. Und daher bin auch ich durch alte Musik manipulierbar. Gern habe ich das selbst in der Hand und lasse mich nicht den ganzen Tag von Radiosendern bedudeln, die für Oldies wie mich gemacht sind, mit weichgespülter Wohlfühlmusik. Im Moment stehe ich auf Krautrock.

Zum Krimi, den ich gerade genoss: Achtsam morden im Hier und Jetzt, von Karsten Dusse. In einer wahnwitzigen Geschichte wird da eine durchaus ernsthafte spirituelle Suche geschildert, wie sie viele von unseren Zeitgenossen durchlebten. Ich wurde erst viel später dazu inspiriert, denn ich war ja schon süchtig, als die anderen zu solchen Sekten gingen. Wenn man sie so nennt. Zu einer Sekte wäre ich niemals geeignet gewesen. Zu Abhängigkeit sehr wohl.

Ich weiß noch, wie mich eine neue Nachbarin fragte ob ich eine Katzenzucht hätte- ob der Anzahl meiner Haustierchen- und ich verstand jedes Mal: Haben Sie eine Katzensucht? Oh weia, ich wusste keine Antwort…wie peinlich.

Ich bewundere manche Schreiberinnen, wie sie persönliche Umstände zu schildern vermögen und ihr Inneres darlegen, was vielleicht nur durch Anonymität möglich ist. Und dadurch auch etwas geben, denn man erkennt sich durchaus wieder und nimmt Anteil. Ich mag nie so viel aus meinem früheren Leben darlegen, mein jetziges Leben ist ausnahmsweise einmal ausgeglichen und das trotz der fehlenden Sonne. Katzen sind nur noch drei! Bücher umso mehr, und das Lesen an sich macht etwas- es nimmt mich raus aus der alltäglichen Situation, die mich oft überfordert- viele Leute, viel Kommunikation und Eindrücke, die ich nicht verarbeiten kann. Ahnlich wie fotografieren- es schafft genügend Abstand um als Beobachter teilzunehmen. Aber natürlich gehe ich trotzdem zu den Stadtfesten, Konzerten und Partys! Der sogenannte Sommer ist so kurz und vollgepackt mit schönen Gelegenheiten! Draussen! Die Musikantenbörse in Garding ist wieder „on“, „live“, und ich kam in den zweifelhaften Genuss, die sogenannte „Scheisskapelle“ zu erleben, wobei man sich wie nach Mallorca (ohne Sonne) versetzt fühlt, die Massen jubeln, sie formieren sich zur Polonäse und dann hört auch bei mir der Spass auf…

Morgen darf ich wieder ein paar bands miterleben, ein echte Geschenk! Denn die Musiker sind echt, sie spielen aus Leidenschaft. Und ich habe gelernt, das alles ganz nüchtern mitzunehmen und mich von Musik verzaubern zu lassen.

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