Der Himmel über Garding

Auch ich habe Kunst gesehn und Musik gehört…Leider kann ich kein eigenes video hereinstellen.

Die Musikantenbörse öffnete die Tore der Stadt Garding, mit neuer Musikanlage, wie dankend an die Sponsoren vermittelt wurde. Im Alten Rathaus entdeckte ich einen Liedermacher mit besonderer Stimme und klugen Worten- Mimi Wohlleben und Band. https://youtu.be/_m662TtCYUU?si=xYcxlhi6htoaYqcQ

Im Raum stellte der Künstler Summershamma aus, auch das wäre mir fast entgangen. Ein sehr umtriebiger und vielseitiger Künstler, der im Kunstverein von Garding aktiv ist. https://fke-eiderstedt.de/summer-shamma-retrospektive/#comment-104 Plakativ und sehr selbstbewusst.

Ach Garding. Von Hinten ist alles beim Alten, die Bauplätze verwaist, mit wunderbaren Blumen bewachsen. Da konnten wir mit dem Hund spazieren gehen. Von Garding sind es gerade mal 15 Minuten an die Nordsee, daher auch Touristen im Ort. Aber kein touristischer Ort.

Man kennt Menschen nur von hier, die die auch mal tanzen, grüßen sich erfreut, auch wenn man die Namen nicht mehr weiß. Ich freue mich schon auf nächsten Dienstag.

Am Koog

Was ist ein Koog? Nach Kaiser-Wilhelm oder Auguste-Victoria benannte Gegend an der Nordseeküste, mit endlosen geraden Straßen an endlosen grünen Deichen entlang. Da gibt es diese Sonnenuntergänge.

Es gab auch einige Blues-Konzerte, relaxed, bis es gestern Abend für uns in einem Wolkenbruch endete und wir die langen Straßen wieder nach Hause fuhren.

Baumlos, Mühlenvoll, und auch viele Schafe in großen Herden.

Viel „Nichts“, auf dem endlose Reihen von Kohlköpfen wachsen. Wer hier lebt, ist an viel Raum um sich gewohnt. Pferde, die wild und kraftvoll rennen, und sich nicht von lauter Musik irritieren ließen. Nebenan am Busenwurth fand auch etwas statt, eine Art dark gothic festival , wo es sicherlich interessantere Bilder gibt, denn die Besucher sind da speziell gekleidet. Man weiß das aus der Zeitung.

Nun, kann man ohne Abo nicht angucken. https://www.lucy-fair.com/ Aber man sieht es an den Namen, hier wird der Unterwelt gehuldigt, die hat schließlich auch ihre Rechte. Hässlich schlägt Schön, vielleicht gab es ein Ungleichgewicht zur einen Seite? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Durchaus kann ich Selbstzerstörung nachvollziehen, die aus Fremdeinwirken entsteht, unbewusst und sich hinterher selbst vervielfältigt. Aber die Lust daran, böse zu sein, ja auch das. Leider ist es nicht immer so offensichtlich oder nur Darstellung.

Ich glaube ja, die Kirche selbst hat die ganzen kleinen Teufel hervorgebracht, die es so vorher gar nicht gab. Vorher waren sie rein menschlich….insofern ist Provokation mittlerweile überflüssig, denn Macht ist nicht mehr auf ihrer Seite. So empfinde ich das. Mancher Christ glaubt allerdings sehr an das Teufelswerk.

Schade, diese Polarisation.

Stinteck

Gestern fuhr ich mit zum Abbau auf einem Campingplatz nahe der Nordsee, der verkauft werden soll. Nun müssen alle Camper runter. Der Platz ist etwas in die Jahre gekommen, aber das macht auch einen gewissen Charme aus. Nun, ich konnte nicht viel tun und ging mit dem Hund einen Deichspaziergang.

Stinteck kannte ich vorher gar nicht. Es war noch völlig leer, was sich wohl während der Ostertage ändern wird. ich vermeide Touristen. Die Leute im Imbiß waren sehr nett. Jeder grüßt, wie hier üblich.

Einen Immobilienaushang gab es auch…ansonsten finde ich es am Deich eher langweilig , bis auf das glitzernde Wasser im Sonnenschein, die Schafe mit ihren neuen Lämmchen, irgendwas findet sich immer zu gucken. Aber Strände in Dänemark gefallen mir besser, da können wir aber mit diesem Hund nicht hin. Es ist auch zu weit, und wir haben selbst keinen Wohnwagen, der fährt. Jede Menge, die nur noch stehen können.

Der ehemalige Campingplatz heißt Nordseeburg, den Preis dafür weiß ich nicht…auf dem Weg zurück durch den Wesselburenerkoog sah ich noch viele Lämmchen, und einige andere Häuser, ein kleiner road movie wie ich es mag.

Aber eins verstehe ich gut- dass die Leute ans Wasser wollen. Ich versuchte mal zwischendurch, bei Hannover zu wohnen, aber ohne das Meer und so,…das geht auf Dauer nicht. Nur fahre ich relativ selten hin ans Meer. Es war lebenslang der Traumort, der Gegensatz zum Alltag, der mit freier Zeit verbunden war. Hat man Alltag, hat man auch eine Struktur, und sorgt für Haus und Garten. Und 10 Euro zum Parken am Strand, das sehe ich auch nicht ein. Hier wohnen ja gar nicht so reiche Leute. Das sieht man auch.

Eine blaue Stunde

Und dann fuhr ich ans Meer.

Es war windstill gestern, heute auch, Morgenfrost. Mir war gar nicht kalt, das Wasser spiegelglatt, die ripples im Sand mit langen Schatten, und dann ging auch schon die Sonne unter, um 16.00 Uhr nachmittags, und gegenüber der Mond auf. Der Leuchtturm blinkte. Der berühmte Leuchtturm von Westerhever, ich war weit weg, und er ist kaum zu sehen.

Das war pures Glück. So was Schönes zu sehen, so viel Raum um mich herum, also so was von schön! Nur zwei, drei Leute mit Hunden waren da. Die Cafes zugesperrt, keine Touristen erlaubt, – wir sind im lockdown.

Und die, die ich sah, lächelten, und waren froh, draussen zu sein. Vogelschwärme. Eine Schar Kibitze, glaube ich, flog über mich hinweg. Die ganze Zeit hörte ich die Wildgänse, aber sie waren auf der anderen Seite des Deichs. Tausende Nonnengänse sind da, und sie unterhalten sich gern. Das Wasser floss langsam ab und enthüllte den Wattboden mit einem Spiel von Pfützen, Rinnsalen und Himmelsspiegelungen. Das Licht wurde blauer.

Als ich zurückfuhr, wurde der Mond deutlicher sichbar, und bei der Brücke von Tönning blickte ich auf die Eider bei Ebbe: auch hier das wunderbare letzte Licht auf dem Wasser, und ein zerfurchter, glänzender Sandboden freigelegt, doch nun war es mir zu kalt um noch mal auf die Brücke zurückzulaufen. Rechts die Sonne, links von mir der Mond.

Während ich noch im Supermarkt etwas einkaufte, grelle Laternen und Maskenpflicht auf dem Parkplatz, Freitag abend, wurde es dunkel. Das letzte Wegstück legte ich auf einer schnurgeraden Straße zurück, den Mond direkt vor mir, und zu allen Seiten dichter Nebel – die Lundener Niederung, ein Feuchtgebiet mit Vogelschutz.

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