Buch: Antiquarisch

Marie Desplechin: Bis später , Prinzessin. 2000, Roman Rowohlt, Originaltitel: Sans Moi (Ohne mich)

Francoise Sagan : Der Wächter des Herzens, 1968? (Le garde du coeur)

Sue Monk Kidd: Die Bienenhüterin, Roman 2000 , Originaltitel: the secret life of bees (das geheime Leben der Bienen)

Wieder fand ich wunderbare Bücher im Dorfladen, wo diese vermutlich von einer Dame meines fortgeschrittenen Alters hingestellt wurden zum Mitnehmen, Ausleihen, Lesen.

Diese drei Bücher sind von Frauen für Frauen geschrieben, und es geht darin auch um Frauen und Mädchen, die es nicht ganz so leicht haben. Die Klassikerin darunter ist Francoise Sagan und ihr Buch heisst: Der Wächter des Herzens.

Ganz sicher haben die wenigen Schriftstellerinnen, die damals bekannt waren, alle Schriftstellerinnen von heute beeinflusst. Gerade entdecke ich hier eine Rezension im Spiegel von 1968, zeitgemäss)https://www.spiegel.de/kultur/zaertlicher-krimi-a-84a73705-0002-0001-0000-000046094021

Ich schaue immer, wie der Originaltitel heisst, denn man denkt sich hierzulande etwas aus, was sich gut verkaufen lässt, und nicht unbedingt passt.

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Buch: Die drei Lieben deines Lebens

Zwillingsflamme, Seelenpartner und karmische Liebe

von Kate Rose, Ansata Verlag, 2021

Dieses Buch ist ein Ratgeber, und es ist nicht so esoterisch, wie es scheint. Tatsächlich geistern diese Begriffe seit geraumer Zeit in der Liebeswelt herum, und auch ich fragte mich natürlich, was das wohl sein könnte. Denn jeder benutzt sie anders. Die Autorin fasst es in sehr amerikanischer Weise, sie ist Beraterin priviligierter Frauen, so scheint es, denen nur eins im Leben Probleme macht: der Partner. Das Buch richtet sich explizit an Frauen.

Doch sie bringt es auf den Punkt: Viele richten sich lange nach den Erwartungen anderer, nach der klassischen romantischen Vorstellung einer Gesellschaft, und gehen an sich selbst vorbei.

Darum geht es: Der eine bringt das Schlechteste in uns hervor, der andere das Beste. Ja, die Selbstoptimierung ist hier aber nicht gemeint. Die Autorin ist Kunsttherapeutin, und sie weiss sicherlich, was solche Ideale anrichten. Dennoch haben wir sie alle irgendwie.

Gewiss, ich hatte mehr als drei Lieben, und eine Rückschau ist nicht verkehrt. Besonders das, was karmische Liebe genannt wird- wobei es hier eine sehr praktische Sicht ist, die Karma nicht als Schicksal im religiösen Sinne betrachtet, – hat auch mich im Leben an meine Grenzen gebracht, viel wurde aufgelöst, manches hat sich wiederholt und ich möchte das gern in eine Erklärungsstruktur bringen, die sich nicht im psychologischen einengt.

Nun kann man die auch noch verwechseln, die falsche Zwillingsflamme gibt es auch, und ich glaube das ist so einigen Frauen passiert, die ich kenne. Solchen, die sich bereits länger auf dem spirituellen Wege befinden, oder es glauben zu sein , und das sind viel mehr als es Männer gibt, es sei denn sie sind aus indigenen Kulturen. Ich weiss nicht, ob die sich solche Fragen stellen…

Mir geht es immer um das, was kann ich und was muss ich noch lernen. Es hat mir geholfen, davon zu lesen, dass sie alle ihren Sinn haben, auch die schwierigen Zeiten.

Ich empfehle das Buch, auch wenn Schubladen nicht immer gut sind.

Ja, ich bin unsicher, ob es diese Zwillingsflamme gibt, und vor allem nicht auszudenken, wenn das dieser schreckliche Typ wäre…wer weiss, er hat schon Seiten in mir hervorgebracht, die ich bisher nicht kannte. Schreckliche Seiten, aber auch die Bereitschaft zu Vergebung. Und was genau ist Liebe, war das alles Liebe, ist das Liebe…im Dickicht der Prägungen.

Was wirklich zählt: die grosse Seelenfamilie.

Kartendeck: Seelen-Medizin

Das Kartendeck „Seelen-Medizin“von Lisa Biritz mit Bildern von Francene Hart enthält 44 Karten mit dem Untertitel: Zurück zu innerer Ganzheit durch schamanische Seelenrückholung. Jeder Karte ist ein Begriff zugeordnet, der im Begleitbüchlein besprochen wird und mit Übungen begleitet. Die Karten sowie die Box sind angenehm stabil. Besonders gefallen mir die Bilder, ihre fröhliche und positive Ausstrahlung sowie die Tiefe, die den Themen dadurch gegeben wird. Ich wundere mich immer, dass die Autorin groß geschrieben wird, und die Künstlerin klein darunter bei diesen Kartendecks. Klar muss jemand das Wissen reingeben, aber so wie mir scheint, muss ja auch die Malerin dieses haben und hat es auch. Es ist eine Kunst, Bilder abseits der bekannten Klischees zu erschaffen, und diese ist tatsächlich eine Medizin, so wie ich sie verstehe. Zum Thema schamanische Seelenrückholung, wie sie hier im Untertitel genannt wird, würde ich nicht ein Kartendeck verwenden. Die ist mit Erfahrung, mit inneren Bildern und Reisen verknüpft, die man üben muss, also wäre dies ein Anfang. Dennoch sind die Landschaften, in die z.B. ein traumatisierter Mensch reisen könnte, nicht ohne weiteres allein zu bewältigen und ich wäre mit dieser Praxis vorsichtig, zumindest aus meiner Erfahrung, denn ich habe das auch erst ohne Lehrer gemacht. allerdings guten Zugang zu spirituellen Helfern gehabt und das kommt zuerst. Großartig finde ich, dass solche Wege überhaupt bekannt gemacht werden, ich halte sie für die wahre Medizin und damit gebührt diesem Kartendeck auch Dank. Ich wurde durch die youtube videos von Anna Selma, der zweite Blick, darauf aufmerksam; sie hat viel im Angebot, was uns helfen kann, tiefer in unsere Heilung einzusteigen, ohne dass es in traditionelle schmanische Arbeit geht.

Diese Karten führen jedenfalls in die Selbstverantwortung, statt wie bei Tarot oder Orakel einfach abzufragen, „was kommt in der Zukunft?“, denn das ist in der heutigen Zeit nicht mehr dran. Wir erschaffen unsere Zukunftmit, immer und es ist besser, dies bewusst zu lenken. Dazu gibt es gute „tools“, Werkzeuge, wie auch die Methoden der Schamanen oft genannt werden. Jedoch sind sie nicht so wie ein Hammer, den jeder in die Hand nehmen kann, um damit einen Nagel einzuschlagen. So wie ich merke, haben nicht alle Menschen eine so reiche innere Bilderwelt wie ich, die es jahrzehntelang geübt hat, sei es durch Lesen, Träume erinnern, Malen und künstlerische Ausbildung, auch äussere Landschaften oder Kunstausstellungen erkunden, all das trägt natürlich dazu bei. Wie also kann ich anderen vermitteln, welche Welten sich auftun können. Das kann dieses Kartendeck. Manchmal schleichen sich solche Bilder in einen Traum, die Anderswelt will gern in Kontakt treten. Sie sendet dir Botschaften, wenn du darum bittest.

co Kayute 2021

Buch: Drachenmeer

von Nancy Farmer, Weltbild 2004, Originaltitel: The Sea of Trolls

Dieses ist ein Jugendbuch, was ich aber erst ziemlich spät gemerkt habe. So dicht und spannend war es gleich, dass ich sofort in die Geschichte hineingezogen wurde. Man erfährt viel über die Nordmänner und wie deftig es bei ihnen zuging. Die Mystik der isländischen Welt wird grossartig eingewoben. Oder umgekehrt , ein Weg des Erwachsenwerdens wird eingewoben, indem wir am Leben und der Sicht von Jack teilhaben, der von einem alten Barden zum Lehrling ausgewählt wurde und nun mehr schlecht als recht in ein Abenteuer geworfen wird, das seine Kenntnisse weit übersteigt. Dennoch, sind wir mit ihm am Ende sehr viel klüger und mutiger und wissen, worauf es wirklich ankommt.

Das erstaunt mich immer wieder an den Jugendbüchern: Dass so viel echte Weisheit darin verborgen ist. Es geht ja nicht nur um Unterhaltung, ein solches Buch zu schreiben ist viel schwieriger und die Autoren machen sich die Mühe, mit Archetypen, die als Vorbilder gelten können. Zum Vergleich kann ich heranziehen: Drachenromane von Markus Heitz, auch grossartig und bunt, bedient sich auch alter Quellen, alle Geschichten sind im Grunde alte Mythen. Dennoch folgt Heitz nicht dem Weg des Helden, wie er z.B. im Tarot bildlich wieder gegeben wird. Alle alten Archetypen kommen auch dort vor. Sie beginnen mit dem Erwerb von Werkzeugen, dem Hineingeworfenwerden in eine Aufgabe, fremde Welt, das Durchqueren des Tunnels, der Unterwelt und der Hilfe überirdischer Kräfte, wenn man denn den Zugang zu ihnen findet. Dann wird der erfolgreiche Held oder die Heldin am Ende nach Hause zurückkehren und dort mit Respekt aufgenommen.

Allerlei gruselige Wesen säumen diesen Weg von Jack. Wir erleben seine Zweifel und Ängste mit, und wie seine Mitstreiterin von einem traumatisierten Kind ohne Freunde und Familie zu einer geheilten Persönlichkeit wird. Und das, indem jeder mit den Werten der andersartigen Gesellschaft ins Reine findet. Denn die noch andersartigere Welt von Jötunheim, dem Land der Trolle, macht es nötig.

Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Erdmagie, die dort ganz im Norden sehr stark ist, und mit der Jack umzugehen lernt, wobei es klar wird, dass zuviel davon für Menschen auch schädlich sein kann. Dieser Beruf, mit der Erdmagie als Barde oder Skalde dem eigenen Dorf oder Volkzu dienen, wird realistisch dargestellt, das kann ich aus einer eigenen Ausbildung zur Geomantin so sagen.

Im Grunde ist diese Geschichte selbst so eine Art von Ausbildung darin, aber es wird natürlich in der Reihe: „Phantastische Welten“ geführt, so dass bloss niemand auf die Idee komme, da sei was Wahres dran!

Wir müssen solche Bücher haben!

co Kayute)

Buch: Hippie, von Paulo Coelho

Ich las jetzt die englische Ausgabe, kann also zu einer Übersetzung nichts sagen. Also, jedenfalls kenne ich Hippies, die auch heute noch Hippies sind, ich kenne junge Hippies. Die nennen sich nicht so. Das nun alles auf 1970 einzuschränken, finde ich heutzutage extrem beschränkt. Was ist doch alles daraus geworden, Gutes, weniger Gutes, eine andere Welt, in der wir jetzt leben, aber dennoch sind Ideale und auch Erfahrungen erwachsen von jenen, die diese Länder auf diese Weise entdeckten und sich selbst dabei auch. Eine Kultur in sich entstand. Die immer wieder sich verändert, kommerzialisiert wurde ohne Ende, doch die Ideale gibt es sehr wohl.

Tja, dieses Buch lässt mich ratlos und etwas enttäuscht zurück. Hippie? Dieser Roman ist nicht über Hippies. Diese Geschichte ist über den Autor selbst, dessen Reise im Magic Bus nach Nepal bereits in Istanbul endete, und das kam mir schon so vor, je mehr ich mich dem Ende des schmalen Bandes näherte. Aber jetzt mal ehrlich, die Abenteuer auf solch einer Reise begannen doch in Asien erst! Da finde ich es doch reichlich gewagt,dem Buch diesen Titel zu geben. Coelho bleibt immer der Autor, der Beobachter,- selbstverständlich auf der Suche nach Gott, wie in jedem seiner Bücher, hier sogar indem er diese Absicht in einige andere der mitreisenden Personen ebenfalls projeziert. Die er ja entwirft, also ist das seine Freiheit. Gut. Es gab gewiss viele der Hippies, die diese Suche in sich trugen. Aber dafür, dass er das Buch erst 2018 schrieb, also aus einem Altersrückblick heraus, oder etwa nicht, ist es ganz schön schwach. Was hätte man alles aus dem Thema machen können!. Nun ja, ich erinnere mich kurz an T.C. Boyle, der hatte es irgendwie besser hingekriegt….

Nö, lieber Autor, da müssen wir dann selber noch mal ran, Hippies .

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