Buch: Hippie, von Paulo Coelho

Ich las jetzt die englische Ausgabe, kann also zu einer Übersetzung nichts sagen. Also, jedenfalls kenne ich Hippies, die auch heute noch Hippies sind, ich kenne junge Hippies. Die nennen sich nicht so. Das nun alles auf 1970 einzuschränken, finde ich heutzutage extrem beschränkt. Was ist doch alles daraus geworden, Gutes, weniger Gutes, eine andere Welt, in der wir jetzt leben, aber dennoch sind Ideale und auch Erfahrungen erwachsen von jenen, die diese Länder auf diese Weise entdeckten und sich selbst dabei auch. Eine Kultur in sich entstand. Die immer wieder sich verändert, kommerzialisiert wurde ohne Ende, doch die Ideale gibt es sehr wohl.

Tja, dieses Buch lässt mich ratlos und etwas enttäuscht zurück. Hippie? Dieser Roman ist nicht über Hippies. Diese Geschichte ist über den Autor selbst, dessen Reise im Magic Bus nach Nepal bereits in Istanbul endete, und das kam mir schon so vor, je mehr ich mich dem Ende des schmalen Bandes näherte. Aber jetzt mal ehrlich, die Abenteuer auf solch einer Reise begannen doch in Asien erst! Da finde ich es doch reichlich gewagt,dem Buch diesen Titel zu geben. Coelho bleibt immer der Autor, der Beobachter,- selbstverständlich auf der Suche nach Gott, wie in jedem seiner Bücher, hier sogar indem er diese Absicht in einige andere der mitreisenden Personen ebenfalls projeziert. Die er ja entwirft, also ist das seine Freiheit. Gut. Es gab gewiss viele der Hippies, die diese Suche in sich trugen. Aber dafür, dass er das Buch erst 2018 schrieb, also aus einem Altersrückblick heraus, oder etwa nicht, ist es ganz schön schwach. Was hätte man alles aus dem Thema machen können!. Nun ja, ich erinnere mich kurz an T.C. Boyle, der hatte es irgendwie besser hingekriegt….

Nö, lieber Autor, da müssen wir dann selber noch mal ran, Hippies .

Buch: confessions of a Hope fiend

Was kann das nur bedeuten…der Übersetzer sagt: Hoffnungs Unhold. Ach ja, wirklich, ein Unhold. Das war er wohl für die damalige Gesellschaft: Timothy Leary. Eine Hoffnung aber auch für andere. Soweit ich weiss, war er der Vorreiter einer Alternativkultur, die mit der Hilfe von Drogen wie LSD andere Seiten der Wirklichkeit erkannte. Die sogenannte Wirklichkeit ist ja immer eine Art Übereinkunft. Wie sehr sich diese überhaupt gewandelt hat, seit 1973, als „confessions of a hope fiend“ erschien, wie sehr diese Erforscher der Welten, von denen Viele andere Länder bereisten, Fortbildungen und Erfahrungen bei Urwaldschamanen oder in buddhistischen Klöstern erhielten und unsere Bewusstseinswelt erweiterten, indem sie Kunst und Bücher schufen, Filme und Sichtweisen, unsere Bewusstseinswelt tatsächlich beeinflussten- ist das nicht klar? Auch die Wissenschaft interessiert sich ja mittlerweile dafür, Gehirnforschung usw. und natürlich wird alles genutzt- wenn nicht zur Erweiterung, dann zur Beeinflussung und Programmierung unserer Gehirne.

Ich lese es auf englisch, wie er aus dem Knast entweicht, wohin die amerikanische Gesellschaft damals unweigerlich Leute wie ihn aus der Gesellschaft entfernen wollte.  Bücher schreiben durfte er dort nicht. Er schrieb heimlich, wie so viele.

Eine Erinnerung, dass es Mut braucht und vor allem den Willen, sein Gehirn selber zu programmieren. Wir tun es ja täglich, ganz ohne Absicht.

Lassen wir uns nicht verrückt machen von anderen! Wenn Leary durch seine Drogen unfähig geworden wäre, hätte er das nicht geschafft. Er hat Meditation und Techniken genutzt. Er war Schriftsteller , hat alles hinterfragt und in Sprache gebracht.

Drogen sind nicht alle gleich, sind gefährlich in den falschen Händen, vor allem wenn man schon verwirrt ist. Das lässt sich vorher nicht absehen, ich kenne viele Geschichten von Psychosen und Psychiatrie. Drogen werden heute zum Tanzen einfach so genommen, um sich ins Unbewusste zu katapultieren, in eine Trance, durch die man im schlimmsten Fall ohne Landkarte taumelt. Diese Welten wollen gelernt werden.

Ich bin gespannt, heute abend um 20.15 gibt es auf arte tv einen Spielfilm zu sehen, der dies zum Thema hat:

„Magical mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt.“

Erwähnt werden muss: der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sven Regener, 2013

c0) 15.07.2020 Ky

 

 

Buch: Die wandernde Erde, von Cixin Liu

Buch: Die wandernde Erde, Cixin Liu, Heyne2019

Selten lese ich ein neu herausgekommenes Buch, dazu noch einen Bestseller. Doch als ich diesmal einen Buchladen betrat, wurde mir das Ausmass des Kommerzes, einer Buchindustrie  erst bewusst. Ich schritt durch die Abteilungen: Liebeswerke, Deichkrimis, fantasy, science fiction. Dort blieb ich stehen.

Ich wurde neugierig.

Die Titel der laut aufgemachten Taschenbuchreihe von Cixin Liu erinnerten mich an etwas. Die drei Sonnen, die wandernde Erde…mir kamen Szenarien in den Sinn, die ich zu anderer Zeit in den sog. channelings von Medien gelesen hatte. Medien, also die Art von Menschen, die Botschaften empfangen, in diesem Falle Botschaften Ausserirdischer. Eines dieser Bücher nannte sich „Der Photonenring“, von Virginia Essene und Sheldon Nidle in Gesprächen mit Sirianern niedergeschrieben. ( ch-falk-Verlag, Im Original „You are becoming a galactic human, 1994, Amerika, auf jeden Fall das ältere der beiden Bücher, auch wenn „Die wandernde Erde“ bereits in China 2008 erschien, 10 Jahre früher als bei uns!)

Und aus diesem Grunde erstand ich den dicken Erzählband von Cixin Liu mit dem Titel: Die wandernde Erde. Ich denke, dass die meisten Bestseller nicht zu solchen werden, weil sie erhabene Literutur zu bieten haben. Sie werden an die Spitze gepuscht, weil sie gesellschaftlich relevante Themenkomplexe aufwerfen, und diese im Sinne wichtiger Leute beantworten.

Das tun sie natürlich auf subtile Weise. Cixin Liu ist tatsächlich ein Meister darin. Die überwiegend gewaltigen zukünftigen Weltgesellschaftsprobleme, die bei ihm beschrieben werden, kann ich kaum lesen, ohne die Geschichte Chinas und die Strukturen, die Traumata, Ideale und Ziele jenes Volkes ebenfalls im Hinterkopf zu haben. Ich sehe, allerdings, so gut wie alle aktuellen science fiction Romane des Verlages, die beworben werden, befassen sich mit dem Ende der Welt. Immer sind die Bedrohungen übermächtig, der Einzelne geht unter.

Das scheint in der aktuellen Gegenwart oft vorzukommen.

Es sei denn, Einzelne werden zu Helden des Volkes stilisiert, aus einfachen unbedeutenden Einzelnen kann jemand werden, der alle rettet oder zumindest das Ganze voranbringt. Soweit ist uns die Ideologie und die Propaganda bekannt. (Jedes Konzept, nicht nur sog. Kommunismus) Das ist der Aufhänger, um den Leser, Kunden, Jedermann/frau mitzunehmen. Jeder träumt von Bedeutung.

Beim Lesen dieser groß angelegten Geschichten von Cixin Liu beschleicht mich als Leserin dennoch ebenso wie jenen Protagonisten nicht selten der Zweifel, ob der Sinn und der Weg der Richtige sei. Als Zuschauer einer möglichen Weltenzukunft dürfen wir die Antwort miterleben.

Es ist also doch ein Effekt zu erwarten, wenn wir uns Vorstellungen hingeben, wie die Erde aus dem Sonnensystem bewegt werden soll, weil die Sonne zu explodieren droht,wenn Ausserirdische landen, die behaupten, uns einst erschaffen zu haben ( herrlich, wie eine Fabel: Um Götter muss man sich kümmern), wenn gigantische Flutwellen und Meteoriteneinschläge zum Alltag gehören und vieles mehr.

Alle Szenarien sind technisch gekonnt  unterlegt, das gehört sich auch so in einer „Wissenschaftsfiktion“.

Nun, es reizt mich nun doch, „Die drei Sonnen“, das wohl bekannteste Buch dieses Autors auch noch in den Händen zu halten. Denn, der Titel erinnert mich seltsam an eine andere Prophezeiung, waren das nun die Sirianer oder andere, deren Visionen uns durch Einzelne vermittelt wurde, welche aus dem Verständnis ihrer Gesellschaft, in den 70igern, 80zigern und noch immer, völlig herausfallen.

Eines ist klar: Niemals würde ich selbst in einer solchen baumlosen von Technik völlig unterworfenen Welt leben wollen. Und doch sind wir auf dem Wege dahin. Ich werde es vermutlich nicht erleben. Weil ich alt bin, nicht weil ich glaube, dass alles gut wird.

Einzelne Helden werden es wohl nicht schaffen, die mächtigen Interessen aufzuhalten. Sie dienen nur dem Gewissen, in der Illusion es werde etwas getan, Das sehe ich ebenso radikal wie mancher science fiction Autor, dessen Fiktion längst Wirklichkeit ist, und zu seiner Zeit schon war. Wir lasen sie in der Schule, George Orwells „1984“und „Schöne neue Welt“!

Gewiss sind geköpfte Störche und Raubvögel, die unter den Windmühlen der angeblichen Energiewende liegen, und heimlich entsorgt werden, das geringere Problem. Zwischen den Zeilen liegt so oft die Wahrheit. Jeder muss sie suchen.

co) Kayute

Buch: Wo drei Flüsse sich kreuzen

Buchrezension: Wo drei Flüsse sich kreuzen – The Good People von Hannah Kent, droemer 2017
Was ist Aberglaube, was ist Irrglaube, Glauben oder Wissen? Dass alle Rothaarigen Hexen seien, wäre schon mal die erste Kategorie. Der grossartig geschriebene und gut recherchierte Roman von Hannah Kent erzählt die Geschichte einer alten Heilerin im Irland von 1825. Sowohl deren Wissen als auch deren Grenzen werden eindrucksvoll in ein Gesellschaftsbild der damaligen Zeit eingewoben. Dass Feen existieren, ist für die Dorfbewohner gar keine Frage, trotz aller Mühen des neuen Pfarrers, sie von diesem Glauben abzubringen. Die Handlung dreht sich um ein leidendes behindertes Kind, und den verzweifelten Versuch, es zu heilen – bzw. diese Version des Kindes den Feen zurückzubringen, damit sie das gesunde Kind wieder hergeben. „Buch: Wo drei Flüsse sich kreuzen“ weiterlesen

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