Gestern habe ich zum ersten Mal eine richtige Yanantin-Despacho gemacht, soweit das nach meiner Anleitung und den Zutaten so ging. Das Anrufen von Spirits mache ich ja schon viel länger.




Es dauerte eine Zeit, bis ich genau wusste, was ich denn wünsche. Denn es handelt sich um eine Wunsch- oder eine Dankeszeremonie. Und man überlegt besser zweimal, um den Wunsch nicht allzu sehr einzugrenzen. Doch die Absicht ist hier nicht, eine Art Bestellung abzugeben, wie es in manchen Büchern heisst. Die Absicht ist das Eingebundensein im Universum, eine Kommunikation mit allen Elementen, mit Natur in ihren Formen und Namen. Eine Würdigung. Bei diesem despacho werden Blätter verwendet, in diesem Fall einfach aus dem Garten. Da liegen eben gerade so viele herum…es ist November. Am Ende wird alles zu einem Bündel geschnürt, und heute früh habe ich es in der kleinen Feuerhütte verbrannt. Auch das dauert. Erst qualmt es und ich muss raus aus der engen Hütte. Die Nachbarn nebenan bauen an einem carport, da wars etwas laut.
Sehen konnten sie mich nicht. Auf die Idee wären die nie gekommen, was das wohl soll…Ich mache da öfter mal Feuerchen an, auch um steinzeitliche Töpferversuche zu brennen, im offenen Feldbrand, wie es heisst. Da braucht man besseres Holz, als die paar Äste, die ich eingesammelt hatte.
Am Feuer ist immer so ein gutes Gefühl, es wird mal richtig heiß und die Flammen tanzen so lebendig. Die schrillen Sägen, das Baustellenradio, das entlockte mir nur ein Lächeln. Wir sind ja nicht allein auf der Welt. Obwohl ich schon fast am Ende davon lebe.
Mittendrin im Leben.

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