Zwei Welten

Ich mache Blütenessenzen. Apfel, Taubnessel, Löwenzahn. Es gibt solcherlei Essenzen in großen Mengen, ich weiß. Und warum nicht selbst machen? Von jedem Ort sind die Energien anders. Ich rieche Flieder und Diesel. Trotzdem ich in eine Sackgasse wohne, höre ich die Traktoren durch das Dorf donnern.

Nicht nur das Reine und Lichte gehört in die Welt. Soll es Resonanz geben, muss ja auch die andere Seite angesprochen werden. Ich bin eingetaucht in das Buch: An das Wilde glauben. (Nastassja Martin) Dieses in uns selbst zu finden haben Viele verlernt, verlernen sollen. Die Zivilisation clasht hier zusammen mit dem Verständnis einer indigenen Kultur zur schamanischen Initiation.

Die Autorin versteht den Bärenangriff als solche, und ich verstehe das. Es ist eine erschütternde, die Identität ändernde Initiation, die lange integriert werden muss. Bei mir war es ganz anders. Aber um so tief zu tauchen, muss sich erst alles auflösen. Die Stationen sind immer gleich, und es gibt kaum Verständnis dafür in der westlichen Welt. Cambra Skade hat ein neues Buch gemacht, über die wilde Frau. Sie lehrt das. http://cambraskade.blog/2026/05/04/ein-neues-buch/

Schattenkreise auf Linien.

Die Mutter Erde schläft in Blütenträumen. Für mich ist diese Skulptur wie die Erde. Leicht und schwer, Weit und winzig, und träumen konnte ich wieder unglaubliches. Wo passiert das alles?

Ich fand doch noch ein anderes Buch, welches für junge Frauen, ganz junge Frauen, die sich noch in der Schule befinden. „Tödliche Gedanken“ von Linda Metz. Das junge Mädchen hat eine verwirrende Gabe: Sie kann in Abdrücken anderer deren Gedanken wahrnehmen. Ja nein sowas, andere üben verzweifelt um solche Fähigkeiten zu erhalten, und wenn man sie hat und es nicht weiß, kann das ziemlich schlimm sein. Das sollte unbedingt in der Schule gelehrt werden statt in fantasy-Romanen.

Aber klar, wer weiß das schon oder wer glaubt das schon. Eine Frage des Glaubens ist es aber nicht, sondern des Umgangs mit etwas, das so wie ich denke, mehr und mehr unser Aller Realität wird. Ich wusste das auch lange nicht, wie fremdbestimmt ich war. Ich lernte. Zum Glück haben wir Möglichkeiten.Es ist doch egal, was die meisten darüber denken. Wir sind Pioniere. Wir holen uns etwas zurück, was zu uns gehört. Es macht mich glücklich, das mich Verbinden.

Domestiziert Zivilisiert

Ist mir aufgefallen, dass meine scheinbar natürliche Umgebung doch sehr vom Menschen bestimmt ist und seiner Kultur , der Nahrungsgewinnung, dem Verständnis seiner Gesellschaft. Davon zeugen die vielen Zäune, Gräben und Straßen, auch Landgewinnung war hier an der Küste üblich. Die Menschen hier waren immer arm und hatten ein hartes Leben. Das hat sich etwas geändert, denn Tourismus ist nun am Meer sehr beliebt. Aber das stimmt nicht ganz- neulich war ein Artikel mit dem Gerichtsvollzieher in der Zeitung. Von den 20.000 Einwohnern seien 10 Prozent verschuldet, und zwar so, dass er dort in Erscheinung tritt. Was bedeutet das! Haus verpfändet, Auto gesperrt, eine jede größere Anschaffung unmöglich- (von wegen Heizungsumstellung. Viele bauen sich nun eine Schredderheizung ein, selbst natürlich, alles macht man selbst. Um das Holz zu verwenden, das sonst nicht als Brennholz genutzt wurde. )

Aber wild ist nichts. Ungezähmte Menschen? Gibt es das überhaupt, ist jede Form von Kultur und Gemeinschaft eine Anpassung? Ein Mensch, der sich in der Natur wie ein freies Tier bewegt, der wäre frei. Für den die Natur sein Element ist. Da wären wir wieder bei der Steinzeit, von der behauptet wird, es sei so gewesen, bevor die Bauernwirtschaft aufkam. In zwei Wochen macht unser Steinzeitpark wieder auf. Da wird so ein bisschen geübt und gezeigt, wie es gewesen sein könnte.

Werner Pfeifer , der lange die Pädagogik machte, führt sein jährliches Steinzeitexperiment diesmal in Südafrika durch. Er stammt aus Namibia, und hat dort mit dem Volk der San geforscht. Immer hat sich die Umgebung verändert und der Mensch musste neu lernen, mit den Umständen umzugehen. Und der Teil, dem das nicht gelang, der starb eben aus.

Wie aber überlebt man die Zivilisation, die heute herrscht? Als freier Mensch – das wünschen sich alle, davon träumen alle- und haben doch Angst vor dem Verlassen der Komfortzone. Das Auto in der Nähe wissen. Das Telefon. Statt der eigenen Kräfte…ich bin ja auch so geworden. Aber das war nicht immer so. Die Erlebnisroute der Störche ist sicher viel aufregender jeden Winter. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/weissstorch/03562.html

https://www.echt-dithmarschen.de/typisch/tour/storchen-erlebnis-route

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Naja. Was will ich meckern, – ich versuche den wilden Kater zu einem Hauskater zu machen, aber das nur, weil er unbedingt hier sein will!

Überlebensvorteil. Leider meint er , er muss alle anderen Katzen so einbauen, dass sie ihm unterlegen sind. Systematisch legt er sich in ihre Betten, eins nach dem anderen, und wer sich zu schnell bewegt, wird verfolgt und angefallen. Nein mein Bett hat er noch nicht versucht. Da liegt Martha drin, und knurrt wenn er sich nähert. Das wollte ich nachts nicht so gern.

Ein bisschen funktioniert es so, leider. Das Wilde.

Die Jüngste liebt es draußen zu jagen, auch wenn das Fell so unpraktisch ist. Ich muss also ohnehin immer hier wohnen bleiben, solange es geht, weil das nun ihr Revier ist. So lange keine Monsterkater kommen. Sie versteckt sich gern beim Nachbarn unter der Hütte, der ausnahmsweise keine Tiere hat.

Ich bin Natur. Ich bin aus den gleichen Elementen. Das ist so ein bisschen wie die Billig-Esoterik: wir sind alle Eins. Jaja, irgendwo irgendwie irgendwann.

Aber wer fühlt dieses Einswerden denn? Die Zivilisation ist in uns.

Grundlagenforschung

Die experimentelle Archäologie erforscht die Wege, die Menschen in der Steinzeit und zu anderen Zeiten verwendeten, wie sie Nahrung und ihre Kulturgegenstände wie Tonkrüge und Kleidung herstellten. Ich in meiner eigenen Weise denke, vielleicht ist es auch gut für die Zukunft, daran zu forschen. Diese Pflanze, die Brennnessel, jedenfalls ist gesund und nahrhaft. Sie gibt uns auch Fasern, aus denen alles mögliche hergestellt werden kann. Ich habe auch massenhaft davon, sie vermehren sich gern. Und so sammle ich diesmal die Samen, um sie zu rösten. Erste Erkenntnis: nach dem Sieben oder vor dem Sieben liegenlassen, damit die vielen winzigen Tierchen das Weite suchen können. Brille aufsetzen! Sonst sieht man die gar nicht.

Jäger, Sammler, Gartenbau, Fischer und Hirten,- aus der Lebensweise entwickelt sich die Kultur und die Spiritualität mit der Natur. Die ist niemals von der Umgebung getrennt gewesen. Was man liebt, das ehrt man. Was man kennt, das liebt man. Man wird das, wenn es einen nährt.

Mein Leben ist ein Forschungsprojekt.

Erstaunt finde ich den Begriff Unkraut in meiner Pflanzen app. Nur der Ackerbau hat diesen hervorgebracht. Ich finde hier nur Wildkräuter, die mein Überleben sichern, Heilkräuter, die für meine Gesundheit sorgen, und die genau wissen, in welchem Umfeld sie am besten überleben.

So wie wir, mit ihnen, die Immunität, also unsere Widerstandskraft stärken. Allein das Wort Immunsystem stört mich schon. Es ist da draussen! Wir zerstören es gerade von Aussen!

Löwe

Stell dir vor, du bist ein Löwe in einem Zoo. Scharen von Besuchern strömen vorbei und viele wollen mit dir in Kontakt treten. Du erzählst ihnen dann, wie es so ist, als Löwe in einem Zoo, und berichtest von deinen Tätigkeiten.

Und von der Zeit, als Löwen nicht im Zoo, sondern frei waren. Was Löwe sein eigentlich bedeutet. Aber das macht dich ein wenig traurig, weil sie es nie verstehen werden. Zwei drei Kinder kommen, mehr. Sie verstehen es mit leuchtenden Augen. Sie verstehen im Spiel. Sie werden zu Löwen.

Es kommt der Tag, an dem du mit ihnen durch das Tor gehst und sie in die Freiheit der Löwen begleitest.

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