Blues

Ich höre den Bluessender. Das hat für mich etwas Zeitloses, doch es entspricht auch meiner Stimmung. Ich habe den Winter-Blues, wenn dieser Winter einfach nicht zuende geht.Oder ist es schon länger so, dass ich nicht mehr weiß, was ich noch wollen will. Ich habe den Mut verloren, viel zu wollen.

Da ist so oft die Enttäuschung gewesen, und dabei habe ich doch alles. Ich dürfte mich gar nicht beschweren. Grundsätzlich bin ich satt, ist es warm und sicher, soweit man davon ausgeht, dass es so etwas gibt. In Wahrheit tue ich das nicht, als gebranntes Kind. Ein kleiner Anlass kann bereits Verunsicherung auslösen, und ich freue mich auch nicht mehr richtig, aus Furcht vor Verrat oder Unverständnis, – das alles wenn ich mit Menschen zu tun habe. Allein ist es aber auch nicht toll. Nun, diese klassischen Blueslieder gehen tatsächlich oft um unglückliche Begebenheiten. Man wird verlassen und so weiter. Another man is gone-I didn`t know his name, singt sie soeben.

Aber das ist ja gar nicht passiert. Nun, wenn eine ständige Drohung im Raum schwebt, ist das nicht wesentlich besser. Vor allem, wenn gefordert wird, dass ich meinen Selbstausdruck zurücknehme. Das fällt unter ziemlich unmöglich und gelingt dann auch nicht. Neulich habe ich mal eine Liste meiner Ängste gemacht, und die war recht lang. Dann gab es die Spitzenreiter: verlassen werden, verrückt zu werden und Gewalt, böse Worte.

Dann fand ich ein Lehrvideo des Homöopathielehrers Andreas Krüger, in dem es um Lac humanum ging, schlicht und einfach Muttermilch. Homöopathisch. Lac Lupi und Lac Caninum wurden auch erklärt. Es ist so einfach, wenn das Urvertrauen fehlt, dann bleibt das lange so. Also das Vertrauen in Menschen. Es gibt ja zum Glück noch was größeres. Obwohl meine größte Angst das Unendliche ist, diese Grenzenlosigkeit. Wenn ich im offenen Meer schwimmen soll, zum Beispiel. Ich wünsche mir das, aber ich brauche Begrenzung.

Derzeitige Begrenzung langweilt mich, nämlich das nicht nach draussen können, im Garten wühlen. Ne, das steht ja alles unter Wasser. Ich habe noch ein Feuerchen gemacht, bevor der Regen wieder anfing. Und wirklich also, wer hat schon einen Garten! Das große Glück, ja. Wenn ich da nicht immer allein drin wäre. Ich bin nie allein, ich weiß, die Wesenheiten und Elfen, die Vögel und die Katzen, sie sind schon da.

https://mathiasberner.com/alize-timmerman-lac-humanum/

3 Antworten auf „Blues

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    1. doch. müsste eigentlich gehen. ich lese dies. Es dauert immer ein bisschen bis zur Freischaltung. Oben rechts ist eine kleine Glocke, da kann man antworten auf Kommentare anklicken. Jedenfalls ging es bisher bei anderen…

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