Junge Ötzis

Nein, am Gletscher leben sie nicht. Das ist hier in Albersdorf , ganz in der Nähe in Schalkholz sind sogar Neanderthaler nachgewiesen worden. Albersdorf hat ein paar Großsteingräber oder Reste davon. Nun, immerhin wurde der Rasen gemäht für die vielen Barfußläufer.

Eine Nachgestaltung des Neanderthalerschlafplatzes…

Eine Nachgestaltung eines Rentierjägerlagers.

Überhaupt sind künstlerisch Begabte und handwerklich versierte Menschen hier, wie die Vorfahren sicher auch waren. Es hilft beim Überleben. Der workshop für Ledergerbung.

Man darf jederzeit Fragen stellen.

Kopfsteinpflaster

Man läuft viel, wenn man sich zwischen fünf Bühnen entscheiden soll. Die Touristen sind angekommen. Mir taten die Füße weh.

Ich wollte nicht die Leute fotografieren, auch wenn die kleinen Kinder schon tanzten – als einzige, ich frage mich ob das angeboren ist, und später aus Scham verlernt wird. So ein großer leerer Platz vor der Bühne…BlondÅ„ Black spielten Nena-Hits und gar nicht schlecht.

Und wenn man nicht auf die Leute guckt, obwohl auch das sehr amüsant war, dann ist Garding doch ein Ort der lost places, jedenfalls in der Altstadt. Der Kunstverein ist immer der Lichtblick für mich gewesen, aber wie Wolfgang Groß-Freitag hier seine Bilder ausstellt, nun die Bilder sind schon immer so krass gewesen.

Es gibt eben doch den ein oder anderen leerstehenden Laden, und da kann man Kunst hineinstellen. So oder so besser als ohne Bilder…

Ich mochte dieses Unperfekte immer in anderen Ländern auf Reisen, wo in wunderschöner Landschaft kaputte Plastikstühle stehen, und schiefe Häuschen und Pflasterwege, die unregelmäßig sind. Auch hier mochte ich das, in Eckernförde als es noch anders war, in Husum, oder auch Büdelsdorf, wo immer ich als Fotografin unterwegs war, die Strukturen liebte. Fünfziger-Jahre-Fassaden aus Kacheln der Vorzeit, damals wurde wohl alles gekachelt, auch die Schriftzüge waren so unmodern,…doch ich weiß, das alles wird verschwinden.

Oder wird es schlimmer?

Man hat den Eindruck, es ist kein Geld da, aber es wird auch vieles von sogenannten Investoren aufgekauft, die dann gesichtslose Neubauten errichten. In denen kann man dann klimafreundlich wohnen. Was will man denn….In feuchten Altbauten frieren, nein. Man will sie aber ansehen…

Wir befinden uns mitten im Verfall.

Junge Punkbands singen die gleichen Texte wie andere vor 66 Jahren. Sie sind genauso wütend, auf alles, das establishment und die Alten, sie sind laut und sonst nicht viel.

Aros

Das Buch ist auf englisch, es begegnet mir gerade eben durch ein Interview, das der Freund einer Bekannten mit Aros machte. https://www.youtube.com/watch?v=Z8-bIldyEDQ&t=546s

Solche Menschen sind auch mir unterwegs begegnet, ein Schatz an Erfahrungen und Lebenswegen, der spirituellen Reisen , der Mutigen die sich auf den Weg machten. Ernesto hat auch ein Buch geschrieben, auf deutsch, wenn ich es bekomme, kann ich was darüber sagen. Aros ist Schwede und spricht deutsch im Interview.

Und auf die Delphine bin ich nun auch gespannt, ob sie mir bald selbst begegnen, ich taste mich einmal vor mit den inneren Fühlern…

Schreiben

Ich habe mir ein paar videos der „Romanschule“ angehört. Nun habe ich mich so daran gewöhnt, kurze Texte zu schreiben und sie werden immer kürzer. Weil ich so viele Fotos mache, illustrieren diese auch gut und gerne diese Texte, und ersetzen quasi die Beschreibungen. Das kommt in einem Roman allerdings nicht vor. Und wenn ich höre, was für Gedanken man sich da machen muss…oder sollte, damit ein Roman überhaupt lesbar und interessant ist! Sie haben ja recht.

Bei so manchem Buch hatte ich aber schon den Eindruck, dass es entlang des Konzeptes geschrieben ist, sich nicht wirklich mit Leben füllt. Und das kann durchaus an den sprachlichen Fähigkeiten des Autors liegen. Gedruckt wurde es trotzdem. Weil wir Lesehunger haben, muss immer mehr auf den Markt….

Mein Datenlimit ist schon fast wieder erreicht , nach ein paar Monaten, durch die vielen Fotos. Da überlege ich schon, ob es noch andere Möglichkeiten gibt, ohne mehr zu bezahlen, zu schreiben, was mir Freude macht.

Oben -Weidenröschen im Vorgarten.

Weidenröschen in der Küche. Linien und Formen, Schatten, Wirrnis, Flächen. Das ist auch real, eine Sichtweise, die mit allgemeiner Schärfe von allem nicht erreicht wird.

Eine ziemlich gute kleine Serie fand sich trotz der Fußballspiele in der ARD mediathek:“ Die Diplomatin“. Da ist alles erfüllt, was Spannung erzeugt, internationales Ambiente und aktuell, mit leider klarer Sicht auf manches, was in der Politik so abläuft oder ablaufen könnte. Nun ja, die Botschafterin ist immer die Gute, und dass sie alle deutsch sprechen, ist meiner Meinung nach auch nicht nötig. Das gab es schon mal besser, mit echten Sprachen, die dann im Untertitel übersetzt waren. Es macht viel aus, die Originalsprache zu hören.

Ich habe nicht die leiseste Ahnung, worüber ich je einen Roman schreiben könnte.

Sonntag früh

Da war ich schon Brötchen holen, weil im nahen Friedrichstädtchen ein Flohmarkt angesagt war. Da es aber regnet, war das nicht sicher. Also ein paar Stände gab es und ich fand auch sogleich ein hübsches Tablett und ging zufrieden wieder nach Hause zum Frühstück.

So im Alter wäre das schon ein netter Ort, abgesehen vom Kopfsteinpflaster für den Rollator…

Apropos Alter: Da sah ich gestern ein Interview mit Mick Jagger, der nun Geburtstag hat. https://www.youtube.com/watch?v=vEb1boevBt4&t=1779s Auf englisch natürlich, ich wußte ja gar nicht, dass er so nuschelt…Ein frühes Idol von mir, und warum nicht. Er ist nun doch tatterig, kann ja immer noch Vorbild sein, und Keith Richards ist auch nicht so schlecht wie man so denkt. https://youtu.be/i83pE5-eeJo?si=aP3EscC6gGIKbiD8. Auch er hat Arthrose in den Fingern. Die Tour wurde abgesagt. Ein Fruchtbarkeitsabgott, und ein Gegenspieler aus der Unterwelt…sie machen noch Musik.

Zu erwähnen auch der tolle Sender Rockradio.de, der uns Konzerte von der jährlichen Zappanale sendet, immer spannend https://www.youtube.com/watch?v=c_FsfmHqskE

Ziemlich altes Zeug, schräges Zeug und international, Qualitätsmusiker, Jazzig, Highlights. Ein mehrtägiges Festival mit tausenden Leuten zu besuchen würde ich mir niemals antun können. Auch andere Festivals nimmt das rockradio auf, und das Bluesfest in Eutin haben wir schon überlegt, aufzusuchen, ist noch erreichbar und nett dort.

Früher mal, da war die Jazz Baltica noch in Schloss Salzau bei Kiel, und wir konnten im Schloßpark zelten! Das war toll, man konnte nur nicht schlafen, weil die Session im Schloß bis in die Morgenstunden ging, bei dicht gedrängtem Publikum am Boden sitzend, und offenen Fenstern. Nils Landgren mit seiner Trompete …

Na und heute gucken wohl alle wieder Fußball.

Sommerpausenintermezzo Etüde Nr 2

Das Museum für Gletscherarchäologie feierte in diesem Sommer sein 25jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wurden Vorträge gehalten, Führungen und ein internationales Treffen der Handwerksexperten für Flint und Steinzeitkleidung und Ledergerbung geboten, bei dem die Besucher zuschauen durften.

Besonders der eingefrorene im Gletscher gefundene Altmensch- allgemein Ötzi genannt nach seinem Fundort- sollte einmal ausgestellt werden in seinem Kühlraum. Ein bisschen gruselig war das vielleicht.

Am Abend setzten sich bereits die ersten Ankömmlinge um ein Feuer und besprachen die Termine, sie grillten und bruzzelten -natürlich Fleisch. Manche aßen gar nichts anderes im Bestreben, so echt wie möglich zu sein als Mensch der Alt und Mittelsteinzeit, sowie der Vertreter des Eiszeitmuseums. Der Duft lockte die Tiere des nahen Waldes und erweckte ihren Futterneid.

Sämtliche Habe und Kleidung des Ötzi waren bereits in Kursen nachgemacht worden und insgesamt waren alle Teilnehmer gut ausgestattet. Man schlief in Rentierfellschlafsäcken.

Allerdings war der Sommer recht warm.

So begab es sich, dass in der Nacht bei tiefer Stille, abgesehen von einigen penetranten Schnarchern, im Museum selbst der Strom ausfiel. Die Mischbatterie hatte den Wechsel von Solardach zum Stromnetz nicht geschafft. Niemand merkte es. Der Kühlraum wurde wärmer und der Ötzi taute auf. Als er erwachte, war er sehr verwundert. Er sah nicht viel, und tastete sich an merkwürdigen Wänden entlang. Wer hatte ihn hier eingesperrt, er war doch auf der Flucht gewesen!?

Nun, irgendwie fand er einen Weg hinaus, und erblickte dort im Außengelände manches Vertraute, so dass er sich in einem Dorf wähnte. Sofort erweckte die glimmende Feuerstelle mit den Essensresten sein Interesse. Es erschien ihm nicht sehr gefährlich.

Manches verstand er einfach ganz und gar nicht…diese Bewohner schienen Zauberer zu sein und vielleicht sollte er sich doch erst einmal verstecken und beobachten.

Am nächsten Morgen versammelten sich verkaterte Bewohner des temporären Dorfes und teilten die Aufgaben zu. Ein Gewirr aus verschiedenen Sprachen begann und man kannte sich ja nicht immer.

Aus dem Museum ertönten Schreie: Der Ötzi war gestohlen worden! Um Himmels Willen! Die Polizei wurde sofort benachrichtigt, allerdings sollte das vor dem Publikum doch lieber geheim gehalten werden. Als um 11 Uhr die Türen geöffnet wurden, breitete sich schon ein Hitzeflimmern aus auf dem Gelände, das nicht viel Schatten bot.

Kleine Grüppchen beugten sich über ihre jeweiligen Arbeiten, trugen aber nur noch Lendenschurze , die Mädchen kurze Kittel aus Rehleder mit fantasievollen Fransen und Gürteln, wie man sie noch nie in irgendwelchen alten Gräbern gefunden hatte.

Fast sahen sie aus wie Nacktcamper auf einem naturnahen Platz.

Nun sah der Altzeitmensch im Wald den Moment gekommen, sich zu nähern. Er fiel ja gar nicht so sehr auf. Tatsächlich erreichte er einige junge Leute, die sich am Flintschlagen von Pfeilspitzen versuchten, eine sehr schwierige Kunst. Er sah eine Weile zu und ergriff dann seine Chance: Mit zwei Steinen zeigte er den anderen, wie es geht.

“ Ach du bist sicher der Experte aus Finnland“, Ubu? “ fragte man ihn. Grmpff. Er lächelte scheu. Ubu, warum nicht. Bewundernswert geschickt stellte er diese Werkzeuge her! Ubu/Ötzi beobachtete, dass die anderen ganz ähnliche Kleidung trugen wie er, konnte sich aber an diesen Stamm überhaupt nicht erinnern. Sicher, er war immer weit gewandert, mit Schuhen , das war ein enormer Fortschritt. Hier schien man barfuß zu laufen, einen Barfußpfad gab es durch das ganze Dorf. Aber nun erschienen ganz seltsame Leute in bunten Fetzen, mit Rucksäcken die rollten, und allerlei mehr, so dass Ötzi doch zweifelte, ob er nicht in einem Traum war oder etwa schon in der Anderswelt, wo sich Gestaltwandler und Dämonen herumtreiben sollten.

Das ganze Dorf wurde bereits von Sicherheitskräften umstellt und durchsucht, während der lebendige Ötzi immer mehr Zulauf fand und bewundert wurde.

Mittags ging die ganze Truppe zur Außenküche, wo andere bereits ein Mahl zusammengestellt hatten aus Beeren und Eiern, aus Hühnerbeinchen und Brennesselgemüse, so dass Ötzi eindeutig nun das ganze Erleben einem Traum zuordnete. Nur Igel in Lehm gebacken schien man nicht zu kennen.

Herr K, der Museumsleiter, irrte verzweifelt durch die Häuser und hoffte, die Presse würde keinen Wind von der Sache bekommen, dass sie ihr wichtigstes Ausstellungsstück verloren hatten, gar einzigartig und unersetzlich. Er kannte diesen Ötzi in-und auswändig.

Und so war es gar nicht verwunderlich, dass ihm dieser Gast auffiel, der so kunstreich und wortkarg die Pfeilspitzen herstellte, einen ganzen workshop um sich versammelt. Herr K. glaubte seinen Augen nicht zu trauen!

Was sollte er tun? Man würde ihn doch glatt für verrückt halten. Aber- das konnte man sich doch nicht entgehen lassen- ein lebendiger Ötzi war tausendmal besser als so ein eingefrorener. Dieser Meinung war Ötzi auch, und er merkte schnell, dass er einen Freund gefunden hatte, der sich nun um ihn kümmerte. Besser konnte das Leben doch gar nicht sein, vor allem nicht mehr so kalt wie auf dem Gletscher.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch….-

797 Wörter

Die Geschichte wollte mir nicht mehr aus dem Kopf…https://steinzeitpark-dithmarschen.de/Ich habe schon öfter an diesem jährlichen Steinzeittreffen teilgenommen, welches Nächste Woche vom 21. bis 25. Juli wieder stattfindet. Man darf gespannt sein, ob sich dort ein echter Steinzeitjäger findet.

Buchstabensalat

Die alten Gaststätten auf dem Lande stehen oft leer, jahrelang und unwiderruflich, denn riesige kaputte Häuser mit Denkmalpflegeauflagen kann sich kein vernünftiger Mensch leisten und sich das antun. Es gibt schon tolle alte Scheunen und Höfe, die renoviert wurden, aber mit heutigen Heizungsproblemen wird es schwierig.

Abgesperrt wird es dann im Lauf der Jahre, weil etwa der Balkon herunterstürzen könnte. Ist es soweit, darf man es dann abreißen? Nun, es steht in der Altstadt von Garding. Die Bühne wurde auf einen anderen Platz verlegt. Abseits der Musikabende ist auch so gar nichts los in der kleinen Innenstadt, dennoch gibt es ein paar teure Designmöbel-und ein Kleidergeschäft mit so traumhaften Kleidern – und Preisen , dass man sich ein Haus dafür kaufen könnte.

Wohl für die reichen Hamburger, die Ferienhäuser besitzen?

Jung war die Band des Abends, 14 bis 16 Jahre alt und alle Achtung, in der prallen Sonne standen sie und gaben ihr Bestes. Ein bisschen schief, aber süß und alle waren vorher beim gleichen Friseur. Eins meiner liebsten alten Lieder spielten sie: On a horse with no name https://youtu.be/na47wMFfQCo?si=BrVSgVdsILG_tLPi (leider Werbung vor der Musik)

Das fand ich überraschend, dass nicht die alten Musiker, von denen es genug gibt, so ein Stück aussuchen, sondern die ganz Jungen! Radical Scream heißen sie, wobei es eher sanft klang.

Gefallen hatte mir auch Proper Tea, wegen des Gesanges, der ganz eigenwillig und rhythmisch klang. Manchmal geht das unter, bei den vielen Gesprächen drumherum.

Und es war heiß. Musik draußen finde ich am besten, weil man die Entfernung selbst bestimmen kann….

Schwarzer Sand

Sommerpausenintermezzo-Etüde


Alljährlich füllten die Urlauber jeden space des dunklen Strandes, bedeckten diesen mit bunten
Tüchern und Taschen und massigen Körpern, auf denen die Sommergraffity ihrer zahlreichen
Tattoos sichtbar wurden.
Bedeutungsvoll schienen diese gar nicht unbedingt zu sein, da es sich meist um verschnörkelte Muster handelte, die einem Kleidungsstück erstaunlich nahe kamen. Sie waren nackt – ohne nackte Haut.
Kleine Kinder durften hier nackig umherlaufen.
Hanni und Wanni, ein deutsches Ehepaar in mittleren Jahren , quälten sich mit Flip Flops den heißen Sand entlang, in dem man tief einsank. Das füllige Paar schlurfte mühsam vorwärts, beladen mit allerlei Zeug, um in den Schatten eines der Felsen zu gelangen. Die besten Plätze aber waren bereits besetzt, in einer Reihe drängten sich die Nacktcamper des Tages, die sich früh am Morgen niedergelassen hatten.


Es half ein starker Wind, der die Gischt des wilden Atlantiks hoch aufspritzen ließ, allerdings
wirbelte er auch trockenen Sand in die Luft, der sich überall drauf setzte und kleben blieb.
Allerfeinste Körnchen gerieten in die Obststücke, die Hanni gleich nach dem Erreichen eines leeren Halbrunds aus Steinen ausgepackt hatte. Dieses Mäuerchen sollte eigentlich schützen vor dem Wind. Vergeblich versuchten sie ihre Badetücher als schattiges Dach zu errichten.
Es flog einfach alles davon.
Das leckere Obst indes hatte offenbar den Futterneid jeglicher Seevögel aus den nahen Felswänden geweckt. Während Wanni eine Spalte der roten Melone von Kernen und Sand zu säubern versuchte, stürzte sich eine riesig erscheinende Möwe mit einem Schrei herab und Wanni ließ alles fallen, um erschrocken den Angriff abzuwehren.
Sogleich schnappte die nächste Möwe das Melonenstück mit dem scharfen Schnabel und segelte flach in Richtung des Wassers davon, die anderen Vögel jagten hinterher.
Zeternd und schimpfend sowohl die Vögel als auch die Menschen, erkannten die letzteren, dass Unsportlichkeit sich in der Natur grausam rächt.


Allein das Aufstehen vom Boden strengte die ältere Dame sichtlich an, vor lauter Hitzeflimmern wurde ihr gleich schwummerig.
Da erscholl ein lautes Aua aua -Geschrei über ihren Köpfen, wie es den Pardelas zu eigen ist, die in der hohen Bergwand nisten. Keiner der Tagesgäste rührte sich, man wurde einfach zu träge und die gnadenlose Sonne stand im Zenit.


„Ich glaube, wir gehen lieber wieder an den Pool im Hotel“, sagte Hanni, und kämpfte mit dem
Badeanzug. Ein bunter pareo sollte den dicken Hintern verschleiern. Trotz des allgemeinen
Wassermangels auf der kleinen Kanareninsel hielten mehrere Hotels wohl gefüllte saubere
swimming pools sowie Duschen bereit.
Sie wollten an der Wasserkante entlang, wo der Sand etwas fester war. Einmal mit den Füßen ins Meer. Sie brachen ihre Zelte ab und stapften mit den gepackten Taschen zur Brandung, die zischte und brodelte und erfrischende Gischt über sie sprühte. Die Möwen hatten sich weiter draußen zu einem Fischerboot begeben und umkreisten dieses.

Ein nackter junger Mann stand im Weg, schön anzusehen mit gebräunter Haut und langem Haar. Er hatte Fußstapfen im nassen Sand hinterlassen wie einen Barfußpfad, dessen Abdrücke sogleich von strudelnden Wellen gefüllt wurden.
Der Junge hielt die Arme ausgestreckt und die Augen geschlossen. Er sang ein monotones Lied, eine Art Mantra aus zwei Worten, die sich immer wiederholten.
Und da kamen sie: die Delphine!!
Unsere schnaufenden Urlauber blieben stehen und schauten nun endlich auf das unendliche Meer hinaus, das in der Sonne glitzerte, sahen die glänzenden Rücken auftauchen und springen und riefen voller Aufregung über dieses Bild der Freiheit, welches sie in einem Pool niemals entdecken würden. Der junge Mann war in eine echte lebendige Freiheitsstatue verwandelt, ein Bild von wildem Leben im Einklang mit den Elementen.
Hanni ließ die Taschen fallen und stürzte sich mit einem lauten Klatschen ins Wasser. Und sie fühlte sich viel viel leichter. Die wahre Freiheit ist doch Bewegung, wie bei den Delphinen.

12 von 12 im Juli

Alle Beiträge bei Caro https://draussennurkaennchen.blogspot.com/2026/07/12-von-12-juli-2026.html

Heute ist Sonntag. Ich kam nach 12 ins Bett, und sortierte vorher noch die Fotos, die ich auf der wunderbaren Musikerparty machte, wo ich in der Hängematte lag und den Bands lauschte, etwas tanzte und auch mit dem Hund am Kohlfeld spazieren ging. Manche wohnen so weit draußen, dass sie da so was alles machen können.

Einen Kaffee brauchte ich dann schon heute morgen, um in die Pötte zu kommen, und schickte einige der Musikvideos an Freunde, blickte in den seltsamen Himmel, spielte mit Chilli im Garten und musste wieder zur Rosenschere greifen, um unliebsame Triebe zu kappen.

Es wird doch recht warm, aber ans Wasser wollen heute alle…ich beschließe, mich doch auf dem großen Flohmarkt am Heider Marktplatz umzusehen. Mit dem Auto, welches mir seit 16 Jahren treu dient, muss ich ja mal sagen, wo die Firma nun immer in den Nachrichten erscheint…Ja, das ist ein Stück Freiheit. Witzig war die junge Frau , die mit ihrem Elektroauto den Flohmarkt verlassen wollte, das aber immer von selbst stoppte, sobald jemand dahinter vorbei lief. Da waren viele Leute….da war keine Freiheit mehr, selbst zu entscheiden.

Und Massen von Dingen, Ständen, so viele kleine Hunde. die in die Sonne geschleppt werden…mich verließ bald die Lust, aber dann fand ich doch ein Paar Sandalen, die ich dringend brauche.

Ich nähte sie zuhause um, weil sie etwas zu groß waren.

Von der Stadt Heide kommen hier zwei Bilder: der Hinterhof , und der unsägliche Neubau- ein Hotel!- am alten Busbahnhof. Man fragt sich, wer hier so ein Hotel braucht? Schön wird es jedenfalls nicht.

Zuhause wieder angekommen, unter den Sonnenschirm mit diesem Buch, welches ein alter esoterischer Schauerroman ist, den man wirklich mit gemischten Gefühlen liest, wenn man sich einmal die Biografie der Autorin zu Gemüte geführt hat. Wer weiß, was sie selbst erlebt hat…https://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Zimmer_Bradley Eindeutig geht es nicht nur um Missbrauch und schwarze Magie, sondern auch um deren Faszination.

Interessant deshalb, weil ihre Romane Welterfolge waren.

Der Tag wird ruhig ausgehen, Freund und gutes Essen.

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