von Louise Erdrich, 2014, Aufbau Verlag Original: The Round House, 2012
Ich könnte nahtlos anschliessen an den letzten blog über die Wörter…Ein wunderbares Buch!
Warum es nicht “ Das Rundhaus“ heißt, wie im Original, sondern „Haus des Windes“, ist wieder so ein Rätsel für mich. Diese Geschichte findet statt in einem Reservat der Ureinwohner Nordamerikas und wird aus Sicht eines 13 jährigen erzählt, dessen Mutter vergewaltigt wird. Ja, es ist keine leichte Lektüre. Man erfährt viel über die Wirklichkeit eines solchen Ortes, fern jeglicher Romantik. Die Autorin ist selbst engagiert und familiär im indigenen Feld.
Das Rundhaus indes ist so ein Symbol für die alten Traditionen und auch den Zusammenhalt der Gemeinschaft angesichts von immer weiter bestehender Ungerechtigkeit. Ein Indigener im Reservat zu sein, das ist ein besonderer Zustand. Und auch ist das Rundhaus, die Schwitzhütte, ein Anker für seelische Belange, die über das Ertragbare hinausgehen.Die „Weißen“ sagen hier: „Indianer“, die Autorin legt viel Wert auf die korrekten Stammesnamen und Worte in der Stammessprache. Es ist ein Leben zwischen den Welten, immer, jede Minute. Bitter.
Das beste Buch des Jahres, und auch eines, dessen cover ich einmal würdigen möchte .
Klar, der Aufbau Verlag widmet sich solchen Themen und das Buch hat einen Preis erhalten. Es gibt einen Nachtrag über Vergewaltigungen an indigenen Frauen, und die Nichtverurteilung weißer Männer.
Das hardcover fiel in meine Hände, durch die Buchtauschregale auf dem Dorftreffpunkt. Danke dafür.


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