Die kleinen Wörter

Die kleinen Wörter sind oft Verräter. Manchmal erkenne ich plötzlich, was dahinter steckt. Nun, ich bin erschrocken, wie weit ich mich entfernt fühle vom allgemeinen Nachrichtenfluss. Noch höre ich morgens Radio, und beim NDR Info gibt es eine wöchentliche Sendung, wo man „mitreden“ darf. Das heißt, zu einem Thema kann man anrufen oder mailen , soweit man sich höflich ausdrückt. Und es sind „Experten“ dazu im Sender geladen. Was sich neutral anhört, ist aber natürlich auch gesteuert. Gesteuert hört sich doof an, ich sage ja nicht mal, dass es bewusst so ausgewählt wird.

Jedenfalls gab es das Thema Corona-Aufarbeitung. Und das war meilenweit von meiner Wahrheit entfernt. Es gibt dazu einen podcast! Was mich so erschreckt, ist diese Sicherheit, die eine Kommunikationsexpertin sagen läßt, es gab eine diverse Berichterstattung. Ohne Alternative im Internet hätte ich die wohl nicht gehabt. Schließlich lese ich nicht die Bildzeitung. Hier findet eine Zeitverschönerung statt Aufarbeitung statt.

Aufhorchen liess mich das Wörtchen „Verkommunizieren“….ich hatte es noch nie gehört. Es sagt mir, dass nicht kommuniziert werden soll, sondern etwas verbreitet werden soll, also zum Beispiel ein Wahlplakat, das verkommuniziert uns ein Image des Kandidaten. Wir haben hier Empfänger, die -natürlich auch unbewußt und ohne zu wollen – empfangen. Unser Kandidat in Megagröße auf dem Lande ist ein übergewichtiger Jurist, der neben seinem Bruder auf dem Bauernhof fotografiert wurde. Schwere Aufgabe, er wirkt unsicher, jung, weich,….es wird dazu geschrieben, er sei von hier.

Ansonsten ist das eher simpel. Bildung ist schön, Bildung macht Experten, die uns sagen, wo es lang geht. Sie benutzen eine Sprache, die voller Widerhaken ist, merken aber auch gar nicht mehr, was sie da sagen. Oder wie das ankommt. Ich könnte empört sein, aber das habe ich mir schon abgewöhnt. Ich schüttele mit dem Kopf, ich fasse es nicht. Ich habe Bildung, aber meine Leute nicht alle. Die sind mir fast lieber. Die Studierten verrennen sich in Tunnels, in Bahnen, die sie nicht mehr verlassen können.

Und ich denke nicht mal, dass das „von Oben“ so verlangt wird. Oder doch? Diese traumwandlerische Sicherheit, in der man sich wiegt, zu wissen, was richtig ist….ständige moralische Empörung und vermeintliche Überlegenheit….diese peinlichen Veranstaltungen …

Ich sage nichts mehr.

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