Die innere Tafelrunde ( Peter Orban) ist bekannt als therapeutischer Weg, in dem die eigenen Persönlichkeitsanteile gespiegelt werden. In meinen Träumen tauchen auch Orte auf, innere Orte, an denen ich Begegnungen habe.
Heute träumte ich von dem alten Hotel, ein mehrstöckiges schon recht schiefes Gebäude mit langen Fluren und großen Räumen. Es zog mich dort hin zum Eingang, – ich war am Strand und wollte mich eben auf dem warmen Sand niederlassen- da hörte ich eine Kapelle spielen. Es waren ein paar Musiker am Eingang und es war eine osteuropäische Musik. Als ich hinging, hörten sie allerdings auf und verabschiedeten sich bis zum abendlichen Auftritt. Ich ging in das Haus hinein und stellte fest, dass hier alles bewohnt ist von Dauermietern. Es ist also eher ein ehemaliges Hotel.
Ich kam da nicht rein in die Wohnungen. Aber doch traf ich wieder mal einen ehemaligen Gefährten, den ich in Wahrheit 40 Jahre nicht mehr sah. Es gab immerhin keinen Stress. Aber ich hütete mich vor seiner Kälte. Vielleicht ist er gestorben. Das passiert immer wieder, dass mich vermutlich Verstorbene noch einmal „besuchen“. Im Moment sterben Viele. Viele die gerade so die sechzig erreicht haben oder auch nicht mehr.
Ich bin ja so oft umgezogen, umhergezogen, habe Jahre lang in Hotels gewohnt, und viele viele Menschen gekannt. Die meisten davon habe ich aus den Augen verloren. Vergessen aber nicht unbedingt. In meinen inneren Augen sind sie alle noch da, kommen manchmal hervor, nun um diese Zeit, wo wir ein Ahnenritual durchführten und die Verstorbenen und Vergangenen nah sind.
Wir feierten einen fünfundsechzigsten Geburtstag am Lagerfeuer. Es gab nicht einen Tropfen Regen den ganzen Abend. Das Geburtstagskind sagte: Ich werde niemals erwachsen und lachte. Ich glaube, da vereint uns etwas, das innere Kindliche, es ist wahrhaftig und es liebt das Feuer, das Wilde, das Draußen. Wir hörten Krautrock aus den Siebzigern.
Diese Woche ist eine Beerdigung.


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