Die kaputte Tasse

Ein Beitrag zur blogparade von Amorak

Auch für diese Tassen gibt es ein Plätzchen in meinem Herzen – weil sie einmal so schön waren und lange in Gebrauch. Es ist in der „heiligen“ Hütte, dem Weidentipi, um die Feuerstelle herum.

Da hat sich einiges angesammelt und wächst manchmal zu, wird aufgebuddelt, wurde zum Mäusenest, zu Natur sozusagen. Haben wir auch schon mal aus Wut eine Tasse zerschmissen. Ist vorgekommen.

Ein richtiges Mosaik ist es nicht, wie beim Nachbarkünstler, dessen einzigartigen Garten ich schon mal beschrieben habe.

Die Blechtasse

Beitrag zur Blogparade von Amorak

So eine Blechtasse muss ich immer haben, denn das ist die outdoor-Tasse, die auf Ausflüge mitgenommen wird, in Kombination mit einer Thermoskanne.

Sie hat also schon ein bisschen mehr gesehen als die anderen Tassen. Vom Steinzeitpark könnte sie erzählen, wo ich vor Jahren noch als Steinzeitfrau zu Gast war und wo die Blechtasse versteckt werden musste. Wie alles was nicht natürlich und steinzeitlich aussah. Noch gilt die Regel für das Treffen im Sommer. Andererseits gibt es ja nun auch eine Zeiteninsel, auf der ein Wikinger und ein Eisenschmiedt lagern, nur Blechtassen haben die auch nicht.

Dafür war meine Tasse schon am Meer, auf Bluesfestivals und bei Freunden zum Lagerfeuer, zur Sonnenwende, wo immer man draußen so länger sich aufhält. Längere Reisen gab es schon ein paar Jahre nicht mehr. Gefahr besteht grundsätzlich, dass die Tasse vergessen wird, sobald ich anderswo bin. Das Verrückte ist nur, dass sich alles irgendwie wiederfindet.

Als Symbol für das Reisen habe ich den VW-Bus stehen, den Mini-Hippie-Bus. Manche haben einen echten, angemalt lieber nicht mehr. Lieber nicht auffallen. Aber mit solchen Riesencampern wie die Rentner heutzutage unterwegs sind, würde ich mich nicht sehen lassen, abgesehen von den absurden Preisen und den Kosten des Unterhalts. Ich finde sie hässlich. Ich mag es einfach, wie die Blechtasse , Emilleschüsseln, Wassereimer, Ascheeimer. Und kein Plastik, so wie es bei Picknickgeschirr öfter und praktischerweise vorkommt.

Als ich auf La Gomera vor 15 Jahren einwanderte, kannte ich eigentlich alle so, die im Tal lebten. Man kam sich auf diesen Steintreppen und Wegen entgegen, sah sich schon von weitem. Und einmal trug ich so eine Regenjacke. Eine Freundin kam mir entgegen und sagte, als sie bei mir ankam: Ich dachte, du bist eine Touristin! Also die Hippiekleiderordnung hat sich seither auch gewandelt, ABER Plastikjacken, Trekkingboots, Jack Wolfskin-karierte Kurzarmhemden, die sind wirklich massenhaft zu sehen und jeder resident vermeidet die. Karierte Hemden sind dagegen hier in Norddeutschland bei Männern das ultimative Modeerlebnis.

Schneelöwen

Von Photo Dharma from Penang, Malaysia – 033 Snow Lion, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35300277

89 Snow Lion, Tibetan Temple, Bodhgaya

Von Photo Dharma from Penang, Malaysia – 033 Snow Lion, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35300277

33 Snow Lion, Tibetan Temple, Bodhgaya

Von Photo Dharma from Penang, Malaysia – 033 Snow Lion, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35300277

Photo Kayute sonnenspirit 2025

Mutters Tasse

Ein Beitrag zur Tassenparade, von Amorak für den April 25 ins Leben gerufen.

Jetzt komme ich ins Grübeln. Das Apostroph, es ist englisch. Ist das überhaupt richtig? Bei uns wird das ja oft falsch gemacht, über Blumenläden und an Cafes hängen Schilder mit Name und Apostroph, wo keines hingehört.

Jedenfalls ist dies derzeit meine Lieblingskaffeetasse, und es heißt ja auch Mother’s Coffee. Richtig, sagt mein Übersetzer. Er übersetzt das als Kaffee für die Mutter, lustig. Meiner Mutter damals war der Kaffee eine heilige Stunde. Ich selbst bin keine Mutter, und nicht wie das Bild suggeriert, Hausfrau und immer verlässlich. Ich bemuttere aber doch gerne alles, auch Männer, Katzen, Igel,und so weiter.

Mein Kaffee muss aus der spanischen Expressokanne kommen, schon wegen dem brodelnden Geräusch, ich setze sie auf einen kleinen Gaskocher, aufs Feuer wie damals. Obwohl der echt spanische Kaffee ganz anders riecht und schmeckt. Anfang des Jahres bekam ich welchen mitgebracht. Naja, ich mache ihn nur noch halbstark, sonst fängt das Herz an zu rennen.

Das Mütterliche bedeutet für mich nährend, wärmend und tröstend. Ganz sicher bedeutet Kaffee mir das auch. Mütterlich habe ich meine Oma Charlotte in Erinnerung, die beständig in der Küche wirkte und Nährendes herstellte. Mit Opa Hermann hatte sie einen Garten, in dem sie herrliche Blumen und Obst und Gemüse anbaute, wie schade, dass ich zu jung war, um Interesse daran zu haben.

Auch Oma Minna war mütterlich. Ganz anders, bescheiden und leise, Strümpfe für uns strickend. Sie strickte herrliche weiße Wollstrümpfe mit besonderen Mustern für uns, die wir dann zu Ostern das erste Mal trugen. Also da trugen wir Röcke, selbstverständlich, als Mädchen und mein Bruder kurze Hosen. Irgendwie gab es immer ein Drama, wenn er die Sachen anziehen sollte.

Meine Mutter habe ich nicht als mütterlich gesehen. Sie wollte etwas anders sein, schick und modern, obwohl sie kochte und nähte und alles Mütterliche tat. Nun ist sie vor fast dreißig Jahren verstorben, ihre Mutter lebte noch länger, und alles Geschichte.

An meiner Tasse mag ich besonders die Form. Ich kaufte noch zwei Tassen mit dieser bauchigen Form. Sie steht fest, statt sich unten zu verjüngen und alle Naselang umzukippen. Man kann sie mit beiden Händen halten, denn sie hat ordentliche Schwere. Zweifellos ist das Design nostalgisch und altmodisch, und eben so scheine ich auch ganz gerne zu werden. Ich tausche Erinnerungen mit alten Freunden, eine Freude beim Älterwerden, wenn man so viel erlebt hat. Alle paar Jahre mit anderen.

gelb

Das klappt ja doch noch mit der Schärfe. Meine Canon EOS ( 400 D) ist in die Jahre gekommen. Ein Glück, dass ich vor bald 20 Jahren noch gelernt habe dadurch, mit dem Pc einigermaßen umzugehen. Mein Vater, er ist 92, war immer ein Fan von neuester Technik, und auch das ist ein Glück. Heute sieht er kaum noch was und hat sich alle möglichen Vorlesegeräte angeschafft und große Bildschirme. Bei mir gibt es allerdings einen „Renovierungsstau“. Irgendwie geht das Geld immer ins Haus oder zu den Katzen.

Meine ersten Freunde fahren nun schon E-Bike, e-Roller und auch solche für Fußkranke. Ich fahre immer noch das Gebrauchtrad, bei dem nur ein Gang funktioniert. Und darüber bin ich doch froh! Wenn ich denn mal fahre, denn bei Wind und Wetter lasse ich es eher. Ich kaufe auch alte Bananen. Weil nämlich nur reife Bananen essbar sind. Da bin ich verwöhnt aus den Landen, wo es direkt von der Staude auf den Tisch kommt. Der gelbe Teller ist ein Zufallstreffer, fast wie Ostern.

Du hast nicht alle Tassen

Zur challenge der „Tasseli“ vonApril 2025.

„Du hast nicht alle Tassen im Schrank“, ein beliebtes Sprichwort, und huch, auf dem ersten Bild sind ja gar keine Tassen. Aber doch, die liegen garantiert im Garten…

Das muss ich erklären, denn der Spruch ist der Titel eines neuen Liedes von Tom the Crow, welches er neulich anlässlich des Musikerstammtisches in Albersdorf vortrug und mit seinem Humor sehr viel Applaus bekam. Es war nämlich ein sehr liebevolles Liebeslied. Und oft auch wahr, dass die Tassen im Garten herumliegen. Dennoch kann das ein sehr stimmungsvoller spannender Ort sein. Tom ist eine kleine Berühmtheit in unseren Orten, er tritt sicherlich bei der Gardinger Musikantenbörse im Sommer wieder auf.

Ja, da sind ja meine Tassen. Nicht ganz scharf, das handy habe ich anderswo vergessen und muss nun zur Kamera greifen. Da ist die Automatik kaputt. Aber was ich sagen will,im übertragenen Sinn, den der Satz wirklich hat: Im Oberstübchen, im Kopf, im Speicher des Wissens, da scheine ich manchmal und immer öfter nicht alles im Schrank zu haben. Vielleicht ist das auch ganz normal…aber so oft wie mir die Milch überkocht oder der Kaffee….oder das Teesieb in einem eleganten Schlenker in die dreckige Sauce fällt, oder oder oder.

Ich bin nämlich ganz im Hier und Jetzt. Sobald ich mich umdrehe, sehe ich etwas und habe ganz vergessen, dass hinter mir ein Topf auf dem Herd steht. Bis es zischt und qualmt. Ich könnte auch sagen, ich lasse mich super leicht ablenken. Besonders von lebenden Wesen. Die reden ja nicht mal, und trotzdem. Wenn ich Redende um mich hätte, würde ich gar nicht mehr zu mir selbst kommen. Das passiert etwa eine Woche im Jahr, wenn ich Besuch habe.

Ich kenne jemand, der nur eine Tasse benutzt. Das ist praktisch, und er hat keinen Abwasch. Natürlich ist es ein Mann. Doch es würde mir leid tun um all die schönen anderen Tassen, die passend zum Getränk und zur Stimmung genau wie die Kleider ausgewechselt werden können.

Morgen gibt es wieder scharfe Bilder.

Töpfertasse

Katrin Garbers aus Hamburg-Moorburg heißt die Töpferin. Ich finde ihre Arbeiten toll.Sie ist die Freundin meiner Freundin und ich hatte auch schon mal eine sehr schöne Tasse von ihr.

Dies ist ihr Stand bei dem Kunsthandwerkermarkt, an dem auch Ellie teilnahm. Aber Ellie macht Filzen und Wolle, so kommt sie in einem anderen blog vor.

Kürbistasse

Nun bin ich also dabei, jeden Tag eine Tasse zu zeigen, wie von Juzicka-Jess (Amorak) für den April als Blogparade angeregt. Wenn ich mal so viele Tassen finde. Dieses schöne Ding ist eine Tasse aus einem Kürbis gefertigt, vermutlich in Mexiko. In Gebrauch sind solche Tassen für Matetee, mit dem dazugehörigen Strohhalmlöffel, durch den man trinken kann ohne Teeblätter einzusaugen. Ein metallener Löffelstrohhalm.

Ich benutze sie selten, doch ich freue mich an Natürlichem und Handwerkskunst.

Mir wurde von einer Freundin gezeigt, wie man den Mate richtig trinkt, allerdings ist er mir so viel zu stark. Sie wuchs auf in Chile und fährt dort auch jährlich hin. Es ist so eine Art Nationalgetränk dort, ebenso in Argentinien. Ich bin ja schon dem Kaffee verfallen, und daher ist noch zusätzliches Koffein nicht zuträglich für meine Nerven.

Ach sieh mal genau hin, im Hintergrund gibt es noch eine Tasse auf einem Foto. Ein Reisefoto, während des Wartens auf die Fähre auf Teneriffa entstanden, im Cafe.Im Hafen von Los Christianos. Da fotografiere ich praktisch alles, was ich freudig wiedererkenne, auf jeder Reise in vertraute Gefilde. Es ist leider schon 2 Jahre her.

Kurios

Kuriositäten, sind das Seltsamkeiten, die Neugier erzeugen? Vielleicht. So geht es mir auf dem ersten großen Flohmarkt, der nicht gut besucht war, weil einzig an diesem Sonntag vormittag – es regnete. Das ist allerdings auch sehr gut gewesen für die Pflanzen. Hier wurden alle Dinge nass. So auch- siehe da- die Weihnachtstassen, von denen ich gerade erst sprach.

In Wahrheit waren es zwei Flohmärkte, nur dass der in Friedrichstadt nur etwa 5 Stände hatte, dafür hatten aber die Geschäfte geöffnet, weil dies Touristeneinzugsgebiet ist, oder wie sagt man. Ein Freund, der in Büsum arbeitet, muss nun auch sonntags im Laden stehen.

So wie Minniemaus. Überhaupt viel Spielzeug, einige hatten ganze Plastikinseln ausgebreitet, andere die alten Versionen, solche wie wir sie hatten.

Ich weiß noch sehr gut, wie meine Schwester und ich mit 5 und 6 Jahren eben solche riesig wirkenden Puppen unter dem Weihnachtsbaum entdeckten, mitsamt dem Puppenwagen dazu. Ich war so überwältigt, dass ich völlig verstummte, während meine kleine Schwester die hübschere Puppe auswählte. Die meine hatte so krause Haare, wie die Dauerwelle meiner Oma. Ich mochte die Puppe nie.

Kuriose Dinge hat die kleine Stadt allerdings auch abseits des Flohmarktes zu bieten. Ein bisschen Kitsch kommt aus Dänemark rüber, so wie die Hot dogs.

Wer allerdings Schafe in Gummistiefeln verbrochen hat, kann ich nicht nachvollziehn. Man sollte meinen, das kauft keiner von hier…ich muss leider erkennen, dass meine alteingesessenen Nachbarn vom Dorfe den Garten nach und nach mit derlei bestücken. Im Moment sind es große Plastikostereier, Schafe mit Schubkarren und ähnliches. Die echten Schafe kommen dann bald auf der anderen Seite dazu.

Was aber wirklich keiner von hier kauft , ist die Klönschnackbank, auf der Klönschnackbank draufsteht. Vermutlich ist sie auch viel zu teuer. Sowas macht man hier selber und das Wort Klönschnack—ist das nicht aus Hamburg? Jedenfalls haben hier sowas die Zugekauften aus Hamburg stehen, die nur an Wochenenden da sind, und niemals mit Eingeborenen schnacken. Wobei , worüber auch.

Ich habe gerade die ersten 10 Jahre voll, und erhebe mich schon als zugehörig…nanana.

Dabei genieße ich die Selbstverständlichkeiten als Kuriositäten wie eine Reisende oder eine Touristin, die alles knipst.

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