Danke für das Wort Beat Generation. Es hört sich so viel besser an als Boomer.
Domestiziert Zivilisiert
Ist mir aufgefallen, dass meine scheinbar natürliche Umgebung doch sehr vom Menschen bestimmt ist und seiner Kultur , der Nahrungsgewinnung, dem Verständnis seiner Gesellschaft. Davon zeugen die vielen Zäune, Gräben und Straßen, auch Landgewinnung war hier an der Küste üblich. Die Menschen hier waren immer arm und hatten ein hartes Leben. Das hat sich etwas geändert, denn Tourismus ist nun am Meer sehr beliebt. Aber das stimmt nicht ganz- neulich war ein Artikel mit dem Gerichtsvollzieher in der Zeitung. Von den 20.000 Einwohnern seien 10 Prozent verschuldet, und zwar so, dass er dort in Erscheinung tritt. Was bedeutet das! Haus verpfändet, Auto gesperrt, eine jede größere Anschaffung unmöglich- (von wegen Heizungsumstellung. Viele bauen sich nun eine Schredderheizung ein, selbst natürlich, alles macht man selbst. Um das Holz zu verwenden, das sonst nicht als Brennholz genutzt wurde. )
Aber wild ist nichts. Ungezähmte Menschen? Gibt es das überhaupt, ist jede Form von Kultur und Gemeinschaft eine Anpassung? Ein Mensch, der sich in der Natur wie ein freies Tier bewegt, der wäre frei. Für den die Natur sein Element ist. Da wären wir wieder bei der Steinzeit, von der behauptet wird, es sei so gewesen, bevor die Bauernwirtschaft aufkam. In zwei Wochen macht unser Steinzeitpark wieder auf. Da wird so ein bisschen geübt und gezeigt, wie es gewesen sein könnte.
Werner Pfeifer , der lange die Pädagogik machte, führt sein jährliches Steinzeitexperiment diesmal in Südafrika durch. Er stammt aus Namibia, und hat dort mit dem Volk der San geforscht. Immer hat sich die Umgebung verändert und der Mensch musste neu lernen, mit den Umständen umzugehen. Und der Teil, dem das nicht gelang, der starb eben aus.
Wie aber überlebt man die Zivilisation, die heute herrscht? Als freier Mensch – das wünschen sich alle, davon träumen alle- und haben doch Angst vor dem Verlassen der Komfortzone. Das Auto in der Nähe wissen. Das Telefon. Statt der eigenen Kräfte…ich bin ja auch so geworden. Aber das war nicht immer so. Die Erlebnisroute der Störche ist sicher viel aufregender jeden Winter. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/weissstorch/03562.html
https://www.echt-dithmarschen.de/typisch/tour/storchen-erlebnis-route
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Naja. Was will ich meckern, – ich versuche den wilden Kater zu einem Hauskater zu machen, aber das nur, weil er unbedingt hier sein will!
Überlebensvorteil. Leider meint er , er muss alle anderen Katzen so einbauen, dass sie ihm unterlegen sind. Systematisch legt er sich in ihre Betten, eins nach dem anderen, und wer sich zu schnell bewegt, wird verfolgt und angefallen. Nein mein Bett hat er noch nicht versucht. Da liegt Martha drin, und knurrt wenn er sich nähert. Das wollte ich nachts nicht so gern.
Ein bisschen funktioniert es so, leider. Das Wilde.

Die Jüngste liebt es draußen zu jagen, auch wenn das Fell so unpraktisch ist. Ich muss also ohnehin immer hier wohnen bleiben, solange es geht, weil das nun ihr Revier ist. So lange keine Monsterkater kommen. Sie versteckt sich gern beim Nachbarn unter der Hütte, der ausnahmsweise keine Tiere hat.
Ich bin Natur. Ich bin aus den gleichen Elementen. Das ist so ein bisschen wie die Billig-Esoterik: wir sind alle Eins. Jaja, irgendwo irgendwie irgendwann.
Aber wer fühlt dieses Einswerden denn? Die Zivilisation ist in uns.
Von Dorf zu Dorf
Sage niemals nie,nun schreibe ich doch mal am Abend.
Heute habe ich etwas gemacht, was ich tatsächlich noch nie machte! ich bin ins Nachbardorf zu Fuß gegangen. Im Regen. Nasse Felder, Gestrüpp, und ich wie ein Tourist im eigenen Lande.

Da gab es gar nichts zu sehen..viel seltsame Dekos in Vorgärten, die ich nicht fotografieren konnte. Sogar ein Skelett. Es roch nach Pferdemist und Schweinegülle. Die Weihnachtsbaumpflanzung. Immer wieder Haus zu verkaufen, ein Haus abgerissen, andere neu. Pflanzbottiche. Und dann der Freitagmittagverkehr. Niemand geht zu Fuß, es sei denn mal mit dem Hund. Eine lange Straße zieht sich durch den Ort, bis man endlich bei der kleinen Post angelangt. Da war noch Mittagspause bis Zwei. Und dann hatte ich nur 1,Euro 60 eingesteckt, also wirklich! Es fand sich noch der Notgroschen im handy. Der Brief ging ab. Ja ich hatte das Auto verliehen, sonst wäre ich nämlich zu bequem gewesen.



Ein echtes Erlebnis für meine Beine. Ich sollte mir öfter was Gutes tun.

Die Hühner sind noch eingesperrt, im Gegensatz zu mir.
Die Dreizehn
Die 12 von 12 habe ich verpasst, das Mitmachprojekt, wo man 12 Fotos einen jeden 12ten Tages des Monats als eine Art Erzählung einstellt. Das kann man ja erst abends machen, und abends schreibe ich nie. Dafür ist heute Freitag der dreizehnte, schon wieder.
Die dreizehn Räuber, wo kamen die vor, bei Jim Knopf und die wilde Dreizehn-genau. Mir lieber sind die dreizehn indigenen Großmütter, –
https://wiki.yoga-vidya.de/Rat_der_13_indigenen_Gro%C3%9Fm%C3%BCtter
-es ist ja eine weibliche Zahl von Bedeutung, wegen der dreizehn Monde eines Jahres. Mehr will ich gar nicht dazu schreiben, es ist eine Schwelle nach der üblichen Zwölf, die viele Räte und Gruppen bestücken. Manchmal war der dreizehnte dann der Lehrer und Anführer, wobei immer noch wunderlich ist, weshalb der Zahl so viel falscher Glauben anhängt.
Was es alles gibt. https://erdemuseum.de/de/dasmuseum/
Das bunte Auge habe ich vor vielen Jahren entworfen, es war auch eine Darstellung der Vielfalt von Blickwinkeln und vor allem des Feuerlichtkristalls. Neun Farben. Ach das war eine kreative Aufbruchszeit. Es ist mehr die Intensität der Zeit, der ich nachhänge als der Ort allein, der eben auch völlig unmagisch sein kann, je nachdem.
Im September reise ich nach La Gomera,hurra, und werde versuchen, in zwei Wochen das unterzubringen, was geht. Das ist nicht ganz einfach, wenn man aus einem mit vielen Menschen gefüllten Flieger quillt, Eindrücke, die man sonst nie hat, und dann auf die Natur zu fokussieren.
Das war jetzt ein blog der dreizehn Themen oder völlig unfokussiert . Vielleicht gehts nachher noch weiter.
Der Zahn der Zeit
Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie sich künstlich Erschaffenes wieder in natürliche Strukturen verwandelt, wenn man es denn lange genug lässt. An manchen Orten passiert das einfach von selbst.

Im Grunde ist es ein großes Forschungslabor, die Erde. Ich bin sicher, so wird die Zivilisation enden, unter riesigen Pflanzen und Pilzen und von unzähligen Spezies benutzt für ihre Zwecke.



Jetzt habe ich natürlich die schönen Ecken des Hässlichen ausgewählt…Liebhaber von Lost Places machen das ja gern. Dies ist aber keiner, er ist bewohnt von Menschen, Hunden, Katzen und Hühnern. Ständig in Veränderung und doch in Zeitlosigkeit begriffen. Man kann sicher sein, dass Dinge nach Jahren noch da sind und sieht Prozesse, die einem sonst entgehen würden. Ich liebe es, zu stöbern. Nicht zu wohnen.
Repost
Das finde ich einen wirklich lesenswerten Text. Es erinnert mich an manches Erlebte, wo ich auch meine Reaktion nicht verstand und erklären konnte. Es ist ausführlich, so dass ich nichts hinzufügen möchte. Außer, gut zu wissen, dass die Autorin in Indien lebt, daher die Sache mit dem caretaker. Das ist eine spezielle Situation, wo du bei einer Familie lebst, sozusagen.
Impressionen aus Heide
Heide gestern früh im Nebel. Der sog. Frühlingsmarkt wird aufgebaut, eine Kirmes mit ihrer ganz eigenen Ästhetik…Mittags kam dann die Sonne und alles Neblige war wie weggeblasen, als wir aus dem Reisebüro traten. Der Termin steht.



Wasser in der Luft
Es ist heute nebelverhangen. Nach den sonnigen Tagen, an denen es eine wahre Freude war, draußen zu sein. Gestern weihte ich mein Wasserheiligtum wieder ein mit einem Lied , und dann dachte ich, für die anderen Elemente gibt es auch Plätze im Garten. So ist es, ich verbinde mich wieder mit den Naturwesen und Hütern und da ist alles von selbst erwachsen, das kann gar kein Gärtner für mich machen.




Haaa, die Tomate gehört nicht dazu..das ist ein Werk der Krähe, offenbar schmeckt nicht alles. Die bekommen meine Reste, ein gegenseitiges Arrangement. Nur tagsüber natürlich, andere Gäste wollen wir nicht.
Der freche Kater- er ging auf alle meine drei los! Sie trauen sich nicht mehr an ihm vorbei. Und was nun- er ist gesund und kastriert, das bringt alles durcheinander. Ständig sind die sozialen Beziehungen hier im flow….Das was immer passiert: Jetzt kommt ein neuer unkastrierter! Weil keiner das Revier hält, vielleicht war das wohl eine dumme Entscheidung von mir? Er hat nämlich auf meinen Strandkorb gepinkelt. Oder wer. Jedenfalls sah ich Schwarznase plötzlich durch meine Küchentür lugen- und das obwohl Freund mit Hund zu Besuch war.
Ich habe mich zum Dorfflohmarkt angemeldet.
Und ich bin so aufgeregt: Heute geht’s zum Reisebüro. Die Reise selbst soll erst im halben Jahr sein, aber es fühlt sich an wie morgen. Ängste kommen hoch, meine Güte das gibt’s doch nicht. Das wird ja jedes Mal schlimmer.
Buch: Gruselig
“ Das Lied der Kämpferin„- schöner Titel. Gabs im Supermarkt als Mängelexemplar. Es ist eine Science- fiction-Story – von einer Frau, Thema eine Frau, mehrere. Scifi ist nur für die Harten, sagte ich noch zu jemandem. Aber das übertrifft was ich so kannte….Klar ist es Literatur. Sprachlich excellent. Wenn man die genauen Beschreibungen von Grausamkeiten mag, von perversen Umwandlungen, in einer Welt, die keine mehr ist. Ich versuche es zu vergessen, aber das geht leider nicht, wenn man es einmal im Kopf hat.
Die Erde ist da wie immer schon zerstört und einige haben sich vor Jahrzehnten in eine Raumstation gerettet, die wie ein Gefängnis ist. Das Leben dort verändert ihre Körper und sie werden weniger menschlich. Älter als 50 darf auch keiner werden, und es gibt keine Kinder.
Die Rückblicke drehen sich um eine besondere Frau, die magische Kräfte hatte und zwar geht es mehr oder weniger immer um Leben erschaffen. Das alles ist ebenfalls düster und erinnert an Horror, Vampirfilme oder solches Genre, das ich mir nie nie nie angucke. Die Autorin ist aber so gut- sie hat magische Kräfte, dass sie Bilder erschafft, die man nicht vergisst. Man sei also gewarnt, das ist nicht komisch. https://www.wikiwand.com/en/Lidia_Yuknavitch
Auf deutsch finde ich diese biografischen Hinweise nicht, jedoch versteht man nun bei dieser Kindheit, warum die Autorin Lidia Yuknavitch solche Dinge schreiben kann. Sie sind nicht erfunden.
Man mag an T.C. Boyle denken, der auch dazu fähig ist, groteske boshafte Dinge zu erfinden, die aber nie ganz ohne Komik sind. Sarkasmus und etwas Menschenfeindlichkeit dazu. Die spielen immer in unserer Welt und zwar recht gegenwartsnah.

Der Genesis-Plan von James Rollins ist dagegen ein klassischer Spionage-Roman, in dem nichts fehlt…alte Nazis, moderne Agenten, mutierte Tiere. Von Kopenhagen bis in den Himalaya bis Südafrika geht die Jagd, bei der man kaum zu Atem kommt. Ja manchmal weiß man nicht mehr genau, wer wer ist. Und hier werden Experimente mit Menschen gemacht, die auf den Naziplänen basieren, einen besseren Übermenschen zu erschaffen. Also im Grunde der umgekehrte Fall, bevor es nicht mehr zurück geht zum „normalen“ Menschen, was sich nämlich hinterher alle sehnlichst wünschen, wenn es zu spät ist.
Ich finde durchaus in Romanen, dass kluge Menschen sich über dieses unser Menschsein Gedanken machen, nur an entscheidender Stelle scheinen diese Klugen nicht zu existieren. Der Optimierungswahn ist immer noch im Rennen, der Wettbewerb ist grausam und es ist nur zu hoffen, dass junge Generationen dem nichts mehr abgewinnen können. Es ist nur schade, wenn sie einfach dabei so scheitern, dass sie Schaden nehmen.
Aber wer liest schon Romane….
Frauentag
Was ist denn heute mit mir los? Ich bin total auf Krawall gebürstet. Die Nase läuft. Es fing an mit dem Kater, der auf die Katze losging. Ich schrie ihn an und jagte ihn nach draußen, in meinem Haus will ich keine Kämpfe! Zumal ER ja der Neue ist, und sich nun aufspielt. Ich muss doch meine Babys beschützen. Nun, er ist nicht sehr empfindlich. 10 Minuten später haben wir uns schon wieder vertragen.
Ja, toll, nun ist er gesund , kastriert, aber immer noch ein alter Streuner mit viel Kampferfahrung. Egal, das war noch vor dem Kaffee und ich bin seitdem von der Rolle. Da begannen die ersten Nachrichten einzutrudeln, eine Einladung zu: Feminismus gegen Faschismus, auf dem Marktplatz. Ich rege mich auf. Ein Benutzen des Frauentags, so empfinde ich das, von einer Gruppe. Dabei geht es doch um uns alle! Grrr. Ich schreibe dem Freund meine Ansicht.
Dann fällt mir auf, dass ich mir gestern die im Preis herabgesetzten Rosen gekauft habe, und dass die auch wegen des Frauentags angeboten wurden, was ich völlig unmöglich finde. Als sei das eine Art Muttertag! So kann man etwas Wichtiges ebenfalls „herabsetzen“. Und im Radio redet einer in Neudeutsch mit -Innen und Doppelpunkt, man kann ihm kaum folgen. Wie gesagt, mich regt alles auf.
Ich finde nicht mal mit den vertrauten Leuten einen Konsens. Das geht schon länger so. Man schickt mir videos, wo ich nicht die erste Minute überstehe. Mal abgesehen von den Außerirdischen Themen, KI-Stimme, Autowerbung, KI -BIlder, – ich bin empört. Soll ich mir von jungen Männern noch was über Spiritualität erzählen lassen? Nein danke. Und rechts stichelt gegen links, und umgekehrt, das innerhalb einer Gruppe, wo alle möglichen und unmöglichen Glaubensdinge aufkommen. Keiner mag dem anderen wirklich nachgeben, keiner weiß was wahr ist, behauptet das aber. Ich bin ja nicht mal in einer dieser sogenannten Plaudergruppen, ich halte das nicht aus. Die Sprache, die Worthülsen, Versatzstücke von Ideologen, mittelalterliche Weltbilder, und sagt es nicht, auch die flache Erde ist im Rennen. Und die einen mögen die anderen nicht, sind aber beide meine besten Freunde.
Ach ja, Frauentag. Das spielt ja gar keine große Rolle in meinem Leben. Unsere Zeitung hatte eine fette Überschrift: Der 8. März ist jeden Tag. Ich denke nur, was ist denn das für deutsch. Das ist doch verkehrt. DER achte März ist jeder Tag, Jeder Tag ist WIE der achte März. Passte wohl nicht in die Zeile. Das ist aber typisch Dithmarscher Schnack, hier wird so manches verdreht, und ich fange auch schon an.
Alles ist verdreht. Im Offiziellen, in den videos, …puh. Ruhig bleiben.

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