Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie sich künstlich Erschaffenes wieder in natürliche Strukturen verwandelt, wenn man es denn lange genug lässt. An manchen Orten passiert das einfach von selbst.
Im Grunde ist es ein großes Forschungslabor, die Erde. Ich bin sicher, so wird die Zivilisation enden, unter riesigen Pflanzen und Pilzen und von unzähligen Spezies benutzt für ihre Zwecke.
Jetzt habe ich natürlich die schönen Ecken des Hässlichen ausgewählt…Liebhaber von Lost Places machen das ja gern. Dies ist aber keiner, er ist bewohnt von Menschen, Hunden, Katzen und Hühnern. Ständig in Veränderung und doch in Zeitlosigkeit begriffen. Man kann sicher sein, dass Dinge nach Jahren noch da sind und sieht Prozesse, die einem sonst entgehen würden. Ich liebe es, zu stöbern. Nicht zu wohnen.
Das finde ich einen wirklich lesenswerten Text. Es erinnert mich an manches Erlebte, wo ich auch meine Reaktion nicht verstand und erklären konnte. Es ist ausführlich, so dass ich nichts hinzufügen möchte. Außer, gut zu wissen, dass die Autorin in Indien lebt, daher die Sache mit dem caretaker. Das ist eine spezielle Situation, wo du bei einer Familie lebst, sozusagen.
Heide gestern früh im Nebel. Der sog. Frühlingsmarkt wird aufgebaut, eine Kirmes mit ihrer ganz eigenen Ästhetik…Mittags kam dann die Sonne und alles Neblige war wie weggeblasen, als wir aus dem Reisebüro traten. Der Termin steht.
Es ist heute nebelverhangen. Nach den sonnigen Tagen, an denen es eine wahre Freude war, draußen zu sein. Gestern weihte ich mein Wasserheiligtum wieder ein mit einem Lied , und dann dachte ich, für die anderen Elemente gibt es auch Plätze im Garten. So ist es, ich verbinde mich wieder mit den Naturwesen und Hütern und da ist alles von selbst erwachsen, das kann gar kein Gärtner für mich machen.
Haaa, die Tomate gehört nicht dazu..das ist ein Werk der Krähe, offenbar schmeckt nicht alles. Die bekommen meine Reste, ein gegenseitiges Arrangement. Nur tagsüber natürlich, andere Gäste wollen wir nicht.
Der freche Kater- er ging auf alle meine drei los! Sie trauen sich nicht mehr an ihm vorbei. Und was nun- er ist gesund und kastriert, das bringt alles durcheinander. Ständig sind die sozialen Beziehungen hier im flow….Das was immer passiert: Jetzt kommt ein neuer unkastrierter! Weil keiner das Revier hält, vielleicht war das wohl eine dumme Entscheidung von mir? Er hat nämlich auf meinen Strandkorb gepinkelt. Oder wer. Jedenfalls sah ich Schwarznase plötzlich durch meine Küchentür lugen- und das obwohl Freund mit Hund zu Besuch war.
Ich habe mich zum Dorfflohmarkt angemeldet.
Und ich bin so aufgeregt: Heute geht’s zum Reisebüro. Die Reise selbst soll erst im halben Jahr sein, aber es fühlt sich an wie morgen. Ängste kommen hoch, meine Güte das gibt’s doch nicht. Das wird ja jedes Mal schlimmer.
“ Das Lied der Kämpferin„- schöner Titel. Gabs im Supermarkt als Mängelexemplar. Es ist eine Science- fiction-Story – von einer Frau, Thema eine Frau, mehrere. Scifi ist nur für die Harten, sagte ich noch zu jemandem. Aber das übertrifft was ich so kannte….Klar ist es Literatur. Sprachlich excellent. Wenn man die genauen Beschreibungen von Grausamkeiten mag, von perversen Umwandlungen, in einer Welt, die keine mehr ist. Ich versuche es zu vergessen, aber das geht leider nicht, wenn man es einmal im Kopf hat.
Die Erde ist da wie immer schon zerstört und einige haben sich vor Jahrzehnten in eine Raumstation gerettet, die wie ein Gefängnis ist. Das Leben dort verändert ihre Körper und sie werden weniger menschlich. Älter als 50 darf auch keiner werden, und es gibt keine Kinder.
Die Rückblicke drehen sich um eine besondere Frau, die magische Kräfte hatte und zwar geht es mehr oder weniger immer um Leben erschaffen. Das alles ist ebenfalls düster und erinnert an Horror, Vampirfilme oder solches Genre, das ich mir nie nie nie angucke. Die Autorin ist aber so gut- sie hat magische Kräfte, dass sie Bilder erschafft, die man nicht vergisst. Man sei also gewarnt, das ist nicht komisch. https://www.wikiwand.com/en/Lidia_Yuknavitch
Auf deutsch finde ich diese biografischen Hinweise nicht, jedoch versteht man nun bei dieser Kindheit, warum die Autorin Lidia Yuknavitch solche Dinge schreiben kann. Sie sind nicht erfunden.
Man mag an T.C. Boyle denken, der auch dazu fähig ist, groteske boshafte Dinge zu erfinden, die aber nie ganz ohne Komik sind. Sarkasmus und etwas Menschenfeindlichkeit dazu. Die spielen immer in unserer Welt und zwar recht gegenwartsnah.
Der Genesis-Plan von James Rollins ist dagegen ein klassischer Spionage-Roman, in dem nichts fehlt…alte Nazis, moderne Agenten, mutierte Tiere. Von Kopenhagen bis in den Himalaya bis Südafrika geht die Jagd, bei der man kaum zu Atem kommt. Ja manchmal weiß man nicht mehr genau, wer wer ist. Und hier werden Experimente mit Menschen gemacht, die auf den Naziplänen basieren, einen besseren Übermenschen zu erschaffen. Also im Grunde der umgekehrte Fall, bevor es nicht mehr zurück geht zum „normalen“ Menschen, was sich nämlich hinterher alle sehnlichst wünschen, wenn es zu spät ist.
Ich finde durchaus in Romanen, dass kluge Menschen sich über dieses unser Menschsein Gedanken machen, nur an entscheidender Stelle scheinen diese Klugen nicht zu existieren. Der Optimierungswahn ist immer noch im Rennen, der Wettbewerb ist grausam und es ist nur zu hoffen, dass junge Generationen dem nichts mehr abgewinnen können. Es ist nur schade, wenn sie einfach dabei so scheitern, dass sie Schaden nehmen.
Was ist denn heute mit mir los? Ich bin total auf Krawall gebürstet. Die Nase läuft. Es fing an mit dem Kater, der auf die Katze losging. Ich schrie ihn an und jagte ihn nach draußen, in meinem Haus will ich keine Kämpfe! Zumal ER ja der Neue ist, und sich nun aufspielt. Ich muss doch meine Babys beschützen. Nun, er ist nicht sehr empfindlich. 10 Minuten später haben wir uns schon wieder vertragen.
Ja, toll, nun ist er gesund , kastriert, aber immer noch ein alter Streuner mit viel Kampferfahrung. Egal, das war noch vor dem Kaffee und ich bin seitdem von der Rolle. Da begannen die ersten Nachrichten einzutrudeln, eine Einladung zu: Feminismus gegen Faschismus, auf dem Marktplatz. Ich rege mich auf. Ein Benutzen des Frauentags, so empfinde ich das, von einer Gruppe. Dabei geht es doch um uns alle! Grrr. Ich schreibe dem Freund meine Ansicht.
Dann fällt mir auf, dass ich mir gestern die im Preis herabgesetzten Rosen gekauft habe, und dass die auch wegen des Frauentags angeboten wurden, was ich völlig unmöglich finde. Als sei das eine Art Muttertag! So kann man etwas Wichtiges ebenfalls „herabsetzen“. Und im Radio redet einer in Neudeutsch mit -Innen und Doppelpunkt, man kann ihm kaum folgen. Wie gesagt, mich regt alles auf.
Ich finde nicht mal mit den vertrauten Leuten einen Konsens. Das geht schon länger so. Man schickt mir videos, wo ich nicht die erste Minute überstehe. Mal abgesehen von den Außerirdischen Themen, KI-Stimme, Autowerbung, KI -BIlder, – ich bin empört. Soll ich mir von jungen Männern noch was über Spiritualität erzählen lassen? Nein danke. Und rechts stichelt gegen links, und umgekehrt, das innerhalb einer Gruppe, wo alle möglichen und unmöglichen Glaubensdinge aufkommen. Keiner mag dem anderen wirklich nachgeben, keiner weiß was wahr ist, behauptet das aber. Ich bin ja nicht mal in einer dieser sogenannten Plaudergruppen, ich halte das nicht aus. Die Sprache, die Worthülsen, Versatzstücke von Ideologen, mittelalterliche Weltbilder, und sagt es nicht, auch die flache Erde ist im Rennen. Und die einen mögen die anderen nicht, sind aber beide meine besten Freunde.
Ach ja, Frauentag. Das spielt ja gar keine große Rolle in meinem Leben. Unsere Zeitung hatte eine fette Überschrift: Der 8. März ist jeden Tag. Ich denke nur, was ist denn das für deutsch. Das ist doch verkehrt. DER achte März ist jeder Tag, Jeder Tag ist WIE der achte März. Passte wohl nicht in die Zeile. Das ist aber typisch Dithmarscher Schnack, hier wird so manches verdreht, und ich fange auch schon an.
Alles ist verdreht. Im Offiziellen, in den videos, …puh. Ruhig bleiben.
Den Storch unseres Dorfes hörte ich heute früh. Im anderen Dorf sind schon beide da. Und es werden die Motorräder angemeldet, die Wohnmobile und die Boote wieder ans Wasser gefahren. Der Dorfflohmarkt und die Kulturtage sind schon angekündigt. Die beruhigende Kontinuität der alljährlichen Wiederholung. Ich bin schon stundenlang draußen. 17 Grad sind so was von warm, da bricht der Schweiß aus beim Harken.
Dieses Jahr ist anders, denn ich plane eine Reise für September. Da kann ich mich dann freuen, auch wenn der Sommer wieder zu Ende geht. Besser jetzt als zu spät. Es ist ja schon wieder drei Jahre her. Und man kann ja auch eine schlechte Erfahrung durch eine gute ersetzen. Das bezieht sich eigentlich eher auf das Reisen mit ANDEREN. Alleine reisen war immer gut, ich treffe ja dort Freunde. Aber dennoch ist es sehr anstrengend. Ob man mit denjenigen dann klarkommt, zeigt sich erst im Spannungsfeld dessen.
Kleine Wunder und Zeichen: Obwohl ich die Farbe für die Küchenwand dreimal neu anmischte, traf ich exakt den richtigen Farbton wieder. Ohne messen und abzählen der Menge ( wie beim Kochen)
Als ich früh erwachte, schien der Mond über den Spiegel (siehe Beitragsbild) durch eine Lücke zwischen Häusern, durch eine Lücke in meinem Vorhang exakt so, dass ich ihn sehen konnte. Das ist immer wieder erstaunlich, diese Lichteffekte. Ich nehme sie wahr, weil ich etwas darauf trainiert bin. Spiegel sind speziell. Neulich nahm ich mal unser Trommeln auf mit dem Selfievideo, und da erschien mein ganzes Zimmer -spiegelverkehrt. Das war eine ganz seltsame Erfahrung. Man sieht das zwar manchmal auf Fotos, da ist was verkehrt. Aber alles war -verkehrt! Nun, im Grunde ist das bei Fotos natürlich immer so….sie sind ein Abbild.
Zwei Wochen Reise, „Urlaub“, im Hotel…das ist für mich auch irgendwie „verkehrt“. Am Ort, wo ich mich Zuhause fühle. Allerdings empfindet glaube ich eine Million Menschen die kleine Insel als ihr Traumzuhause, da würde es dann schon ein wenig eng. Wir können eigentlich froh sein,wenn wir überhaupt noch dorthin kommen, fliegen können, und wer weiß, wie sich die Umstände noch entwickeln. Und ich bin froh, dass ich ein friedliches naturnahes Zuhause habe.
Das Wort kann man auch so verstehen, dass es jeden Tag ein anderes Gericht zu essen gibt, welches auf einer Karte ausgewiesen wird. So ist es auch mit meinen Tageskarten, die ich gerade wieder aus dem Tarot und dem Schamanenorakel ziehe. In Kombination ergibt sich mehr Sinn. Hier scheinen größere Kräfte am Werk zu sein, die wir versuchen können zu zähmen. Oder damit umzugehen, vielmehr. So groß sind meine schamanischen Fertigkeiten nicht, dass ich schon versucht hätte, den Wind zu zähmen.
Nun, ich hätte das auch schon gewusst, als ich die Nachrichten zum Morgentee hörte. Kräfte sind am Werk, die man wirklich nicht verteidigen muss. Sie reichen mit ihren Ausläufern bis hier herüber, an der Tankstelle sieht man es gleich. Ich hoffe, das Heizöl reicht gerade so, bis die Heizung eh ausgestellt wird. Aber das sind ja keine Sorgen, vergleichsweise.
Der Frühling entfaltet sich, trotz des Morgenfrostes, die Krähen haben schon ein Nest in der hohen Tanne. Zwei Störche sah ich schon fliegen. Der Fasan kommt immer noch täglich und kreischt. Warum macht er das bloß, um von den Mädels abzulenken, die fast unsichtbar im Knick herumpicken? Wäre schön, wenn sie Schnecken fräßen. Ich habe schon zu viel gemacht, an allen Ecken wollte ich, und nun bin ich wieder erkältet.
Kein Ort der Welt ist unwichtig. Genau an unserem Ort halten wir das Leben aufrecht.
Gesammelte Kräfte. Oder ihre Symbole. Meine Medizinbündel und Mesas breiten sich überall aus, sind unübersehbar, Mandalas und Kästchen voller Steine, Farben, Tiere. Wie meine Gedanken auch ausufern in verschiedene Zeiten und Menschen. Im Traum hatte ich heute zwei Tote, also Freunde, mit denen ich reden konnte, Liebe fühlen, wobei sie aber tot waren, wie ich den anderen Gästen auf der Party erklärte. Es war da nichts schlimm dran.
Von Partys sind wir aber noch weit entfernt, das geht hier erst im Sommer los. Also solche, wo ich gern hingehe; ich habe es lieber draußen als in verrauchten Kellern. Ich sah mir aber schon ein paar tolle Konzerte an auf arte TV, die haben das Bardentreffen vom letzten Jahr aufgezeichnet, und- da waren lauter Frauen! Eine ganze Balkanband aus Frauen, das war so toll dass mich nichts hielt und ich tanzte barfuss im Wohnzimmer, wobei ich mir ziemlich steif vorkomme.
Es hat mich gepackt: das Thema, die zwei Schwestern und ein road movie. Der hat es wirklich in sich. Es geht um den Tod. Der Humor ist nicht so ganz meiner, – wenn ich solche Eltern gehabt hätte, wäre ich auch schwer verstört. Aber die sind ja nun tot gewesen (man sieht sie in Rückblicken auf der gleichen Tour) und ihre Asche soll verstreut werden. Viele Überraschungen und Wendungen , während sich in den jungen Frauen ein Prozess vollzieht.
Und da bin ich richtig mitgegangen. Vielleicht, weil ich selbst eine Schwester habe. Weil sie beide unverstanden waren. Weil man ihnen am liebsten helfen wollte…Ich bin ja ein großer Fan von road movies, und solche mit Frauen gibt es nicht so oft. Da fällt mir nur Thelma und Louise ein. Und es stellt sich in diesem Falle heraus, dass sie sich doch sehr gut selbst helfen können.
Und sonst?- Die Sonne scheint, ich muss im Garten vieles tun. Langsam anfangen, alles ist voller Moos! Und darunter unzählige Schnecken! Herrlich draußen zu sein.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.