Von Hinten

Das ist gar nicht so einfach, sich selbst von hinten zu sehen. Gesehen bei Amorak, sie hat die gleiche Haarfarbe und es sieht toll aus. Ich hatte das gar nicht mehr vor, dieses leuchtende Rot. Aber ich vergaß die Zeit, während ich mit dem Handtuch auf dem Kopf einen sehr schönen kleinen Film schaute.Die Frau in Blau. https://www.ardmediathek.de/video/die-frau-in-blau/die-frau-in-blau/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyOTMxMDc

Joachim Krol ist immer noch einer der besten Schauspieler, und um Kunst geht es da auch. Ich bin raus aus dem passiven Loch, habe wieder mein Auto und gestern mit drei Menschen eine tolle Trommelsession erlebt. Wir haben uns ausgetobt, das tut so gut! Und gesungen. Das konnte geschehen, weil unser Meditationsanleiter halt krank war, andere auch, und so meditierten wir gar nicht…zudem die tolle Frau, die shrutibox und Didjeridoo mitbrachte und der Gastgeber, bei dem allerlei Instrumente herumstanden, am warmen Holzofen und überhaupt.

Wortreich

Ein paar Worte sind mir aufgefallen. Ich bekomme ja ständig Werbung für Hörgeräte angezeigt. Das hat mit meinem schwerhörigen Freund zu tun, der seine verloren hat und seit Längerem leben wir halt ohne. Man überlegt sich dann genau, wie kurz man etwas sagen kann.

Die Kürze führt zu Missverständnissen, ist aber auch ein Merkmal unserer Region im hohen Norden. Die letzte Werbung schrieb: Glasklar verstehen. Witzig finde ich das, weil glasklar ganz glasklar ein Attribut des Sehens ist und eher für Brillen geeignet. Und in einem Klappentext für ein Buch fand ich den Begriff: Wortblind. Das habe ich auch noch nie gehört. Es könnte aber auf so manchen Bekannten zutreffen. Aber müsste es nicht „worttaub“ heißen? Wortblind kann man nur als Lesender sein, aber dann würde man ja nicht lesen können. Ist schon klar, es meint eine Person, die nur eine eingeschränkte Auswahl an Sprache und Wortschatz zur Verfügung hat. So wie man hier zu allem Möglichen sagt, es sei schön. Schön ist der Sammelbegriff für Erlebnisse, Konzerte, Wetter, weniger für Menschen, und auch von der ursprünglichen Bedeutung abgekommen.

Ein spannendes video hörte ich gestern, auf das der Begriff schön nicht zutreffen würde, aber intelligent, nur für Leute, die das Thema Philosophie interessiert. Den Begriff „Dark enlightenment“ kannte ich noch nicht, aber ich habe eine Vorstellung gehabt, dass es hier um Okkulte Ideen geht. Neu war mir, dass enlightenment in Amerika nicht nur „Erleuchtung“ bedeutet, sondern auch „Aufklärung“. Aufklärung im Sinne der Aufklärung, die uns in Europa von der Macht der Kirche und der Monarchie einst befreite. Das Gegenteil von selig verzücktem Erleuchtungsstreben ist hier gemeint. https://youtu.be/hDrlus1rz3Y?si=3sfFXRNQbK3KFEot

Leider aber auch nichts Gutes in diesem Falle, was hinter manchen Mächtigen steht. Worte haben Macht, und sie werden oft bewusst umgedeutet. Wer nur noch Technik sieht, weil das seine Welt ist, es ist die Welt für ihn- der betrachtet auch das Wort:“Kristallkörper „als etwas Materielles. Wo der herkommt, weiß ich wirklich gar nicht. Ich bin im Verein „Kristallmensch“ und würde da sicher eine Antwort finden. https://kristallmensch.net/kristallmensch-was-ist-das/Für mich war das nie etwas, was in dieser Welt schon verwirklicht ist. Ganz glasklar kein Glas, sondern Kristall. Kristalle sind Speicher von Energie und Information und werden auch materiell so eingesetzt.

Als angelernte Buddhistin spielte der Diamantweg eine Rolle in meiner Sprachwelt, eine Sprache , die ich erst erlernen musste. In nicht immer richtigen Übersetzungen aus dem Amerikanischen ging manches verloren, was ich bei Lama Anagarika Govinda zum Beispiel sehr viel besser verstehen konnte.

Er war ein deutscher Buddhist der ersten Stunde. Als meine Mutter vor dreissig Jahren starb, hat er mir mit einem kleinen Büchlein wertvolle Hilfe gegeben (Buddhismus im Abendland), denn damals sprach sonst niemand hier über Tod. Der Diamant der Buddhisten ist nie materiell gewesen. Er ist einfach das wertvollste Äquivalent, was man finden konnte. Auch da geht es um Klarheit.

Es schneit wieder

Im Weidentipi habe ich die eine Futtersäule aufgehängt. Es ist ein wenig Schutz für die Vögel, die sehr schnell zwischen den Ästen ein und aus hüpfen können. Und auch die Katzen können nicht einfach so hinein und hinterher.

So ist das gedacht. Ich muss aber feststellen, dass besonders die Amseln, Drosseln und Spatzen am liebsten vom Boden picken. Alles was beim Anflug der Meisen herunterfällt, an Sonnenblumenkernen, wird unten aufgepickt. In rasender Geschwindigkeit wird die Futtersäule geleert, auch bei Schneefall und eisigem Ostwind. Der Schnee fliegt waagerecht von Osten.

Das Futter im Ort war schon ausverkauft. Und Weizenkörner frisst hier keiner! Die will ich auch nicht liegen haben im Garten. Nun, wer gähnt hier so müde vor sich hin. Martha setzt keinen Fuß vor die Tür. Nur die Schneekatze, die mit dem Maine-Coone-Fell, -sie ist perfekt getarnt bei diesem Wetter. Sie liebt es kalt. Aber nass dann doch nicht.

Im Frühjahr werde ich nicht mehr füttern, denn die Jungvögel kennen die Gefahr nicht. Ich freue mich, dass wieder so viele Amseln unterwegs sind, denn die waren letztes Jahr durch eine Krankheit fast ausgestorben. Nun aber flattern sie erbost umeinander herum und gönnen den anderen keinen Brocken vom Apfel. Wenn sich Katze nähert, merken sie es sofort und warnen alle mit ihrem Ruf.

Ein Versuch

Ich beteilige mich zum ersten Mal an den Etüden von Christiane, ein Versuch.

Pia schreibt jeden Morgen. Sie hat eine Gruppe, die schon auf ihre zynischen Texte lauert, die alles und jeden durch den Kakao ziehen. Dabei ist Kakao eigentlich ein zu schönes Getränk, um das unangenehm zu finden. Immerhin ist er süß. Pia jedoch ist bitter. Vielleicht braucht sie deshalb den Kakao. Die Verbitterung mancher Leute wird immer ausufernder, sozusagen wie ein riesiges Gewohnheitstier, mit dem sie ihre eigene Verfassung rechtfertigen.

Es klingt schon oft so, als würden Politiker und überhaupt jeder, der glaubt Polarlichter seien etwas Natürliches statt von Haarp erzeugt, oder an was auch immer glaubt, dies absichtlich alles erzeugen, um sie zu erzürnen. Erzürnung ist ein Gefühl, das man gegen Jeden einsetzen kann. Es bewahrt sie davor, womöglich ihre Bitterkeit zu erkennen, die sie mit Humor verwechselt.

Aber vielleicht würde eine Kakaozeremonie helfen. Das ist seit einiger Zeit in anderen Kreisen en vogue, in exklusiven spirituell angehauchten Zirkeln. Dort ist der Kakao nämlich bitter, echter Kakao besonders zubereitet, und bekanntlich hilft Gleiches gegen Gleiches im Prinzip des Heilwerdens.

Ich gebe zu, dieser Text ist auch schon leicht erbittert…

Eine trudelnde Feder

Wieder lag ich in dieser Nacht eine Weile wach, und dachte über mein Leben nach. Über das vergangene: diesmal waren die neunziger dran. Ich war wie ein Blatt im Wind, oder eher eine Feder, die sich aufwärts in die Lüfte erhebt? Immer wieder Neuanfänge, Versuche, Verzagen, Träume, neue Begeisterungen.

Man sagt ja, wenn Leute sterben, würde das Leben in Sekunden vor ihrem Auge vorüberziehen. Ich frage mich, wie es das schaffen will. Vielleicht muss man vorher damit anfangen. Oder manche Menschen werden sehr alt, damit das alles Zeit hat, ins Archiv abgelegt zu werden. In der Akasha-Chronik soll s ja eh alles gespeichert sein, das ist beruhigend. Man erfährt dann nach seinem Leben, was man alles bewirkt hat mit seinen Taten – und Gedanken.

Die Träume waren wild. Und dann begab ich mich an den Playa del Ingles, und war wahrhaftig am Strand. Kein Traum. Mein Herz füllte sich mit Freude. Ich hörte die Wellen, sah die Gischt sprühen, wenn das Wasser mit Wucht an die Felsen schlug. Ich spürte den schwarzen feinen Sand an den Zehen, ich begann zu tanzen, ich flog und war mit den Delphinen im Wasser. Eine Visualisierung, die aber von selbst geschah.

Es ist nämlich so, dass ich mittlerweile Angst bekomme vor der langen Reise. Ich bin immer gern geflogen, ich mochte es schon, am Flughafen zu sein, an den Häfen und all die Reisenden zu erleben. und doch ist es ziemlich anstrengend geworden. Ich bin kein Mensch für zwei Wochen Urlaub. Ich bin der Mensch für oneway-Tickets und Abenteuer- gewesen. Brauche ganz viel Zeit.

Ich wollte da bleiben und nicht zurück müssen, denn ich denke schon jeden Tag dann ans zurück müssen, bevor mein Herz sich wagt, dort einzulassen. Und alles ist ein wenig von Trauer gefärbt, über das Vergangensein des intensiven Erlebens, das mal gewesen ist. wie mit der alten Liebe, die man sich nicht mehr hervorholen kann. Da denke ich so manches Mal: ein Glück, dass ich mit dem nicht zusammenblieb.

Dann wäre so vieles Neues nicht geschehen.

Ein Tagoro auf der Insel La Gomera, Kanaren. Sie sagen, ein Dreschplatz der Ureinwohner. Oder vielleicht auch ein heiliger Platz, ein Ort der Versammlung?

Bücher

Immer wenn jemand den Keller ausräumt, dann wird mein Freund zum Entrümpeln bestellt. Und wenn dabei Bücher anfallen, landen die bei mir. Unter anderem…ER liest nicht.

Ich lernte schon früh den Unterschied zwischen Literatur und Trivialliteratur. Unter letztere Kategorie fielen sicher auch die Hanni und Nanni Romane , die ich als Kind verschlang. Und ebenso die „readers digest“- der Name sagt es schon- Bände, die in ordentlicher Reihe im Regal meiner Großeltern standen, die eben eigentlich keine Leser waren. Diese leicht verdaulichen Geschichten las ich dort begeistert, wenn wir zu Besuch waren. Es war in den Sechzigern, und die, die mir gestern auf den Tisch fielen, sind aus den Achzigern. Gelacht habe ich schon heute früh, als ich die „Kurzfassung“ von Romanen entdeckte, dabei Gerald Durrell mit “ Nichts als Tiere im Kopf“. Wie gern ich das vielleicht als Kind gelesen habe? Ich erinnere mich da nur an die Alexandria -Trilogie von Lawrence Durrell, die wiederum bei meinen Eltern stand, die hatten aber eher kein Bertelsmann-Abonnement.

Täglicher Schreibanreiz
Zähle fünf Dinge auf, die du tust, weil sie dir Spaß machen.

Von dem verstand ich nicht viel. Aber sie gefielen mir, so exotisch. Erst durch die Familiengeschichte der Durrells, die ich als Film sah, habe ich gelernt, dass auch Gerald Durrell Bücher geschrieben hat.

Ich bin verwundert, „Neger“ war auch Anfang der Achziger noch ein ganz normales Wort. Ich weiß nicht mehr, über was wir uns damals aufgeregt haben, eher über Atomraketen. Wir hörten punk. Bevor es mich nach Indien verschlug, wo ich dann in Asien für einige Jahre nur noch Madonna und Michael Jackson zu hören bekam.

Das waren die neuen Bücher 1978, wie ich eben lernte. Was mir richtig gefällt, ist Iggy Pop, der immer noch auf der Bühne steht mit fast achzig. https://www.arte.tv/de/videos/127030-000-A/iggy-pop/. Wie die Zeit vergeht.

Ausnahmezustand

Das ist ein ganz vernünftiger Beitrag, wenn man erst einmal verstanden hat, dass diese Phänomene einen Einfluss auf uns alle haben. Das äußere Feld- das innere Feld- ganz getrennt sind sie nicht. Ich fühle mich wacher. Aber nicht unruhig. Unruhig bin ich schon im Normalzustand, aber eher so, dass , sobald ich schlafen gehe, und es ruhig und dunkel ist, im Kopf der Film beginnt. Wach eben. Es kommen mir derzeit so viele Szenen aus meinem Leben in den Sinn, genaue Erinnerung.

Nicht unbedingt wichtige Szenen. Vielleicht ist Ausnahme auch schon normal. Wir haben doch so lange auf diese Zeit gewartet. Am Himmel fällt mir die Venus auf. Hier gab es keine Polarlichter.

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