Wintervogel

Nun, welcher das nun genau sein soll, kann ich nicht sagen. Ich habe schon Rotkehlchen und manchmal einen Gimpel. Aber dies könnte auch ein ausgedachter Fenstervogel sein, die Bilder sind nicht vom NABU. Die schicken mir auch immer mal welche, für deren Lebensraum ich spenden sollte.

Ja, aber ich mache das ja anders. Abgesehen von Katzen Nr. 1 und Hunden Nr. 2 gehört mein Herz den Vögeln. Ich habe das Glück, dass es hier so viele davon gibt, sogar Möven, Kraniche, und heute auf dem Wege durchs Dorf ließ sich ein Bussard fast vor dem Auto nieder, er hatte da etwas entdeckt.

Ich füttere, und das ist ganz schön teuer geworden! Jemand schenkte mir diese Futterstellen, die man hoch aufhängen kann, und da gehen solche Mengen hinein! Die hören erst auf, wenns leer ist….

Meisen, Spatzen, Kleiber, ein Eichhörnchen kommt vorbei. So oft bedauere ich, von den hohen Bäumen umgeben zu sein, im Schatten und quasi wie eingesperrt mein Blick. Ich hätte so gern eine offene Landschaft vor der Nase. Ich bin lieber am Wasser als am Wald. Aber das ist nun mal der Lebensraum der Vögel. Und es gibt immer etwas zu sehen. Ein Fasan schleicht sich herbei. Bei der kleinsten Bewegung rennt er laut schimpfend durch die Luft, bis er endlich abhebt.

Die Hühner aber müssen offenbar drinnen bleiben, in ihrem Waggon. Da drängeln sie sich viel zu eng, sonst sind sie immer draußen. Es gibt da so ein Häuschen, wo man ihre Eier kaufen kann, am Automaten! Die sind gut, frisch. Ich würde niemals mehr Eier im Supermarkt kaufen.

Max am kleinen Katzenfriedhof. Ein bisschen sieht es ja auch so aus, mit all den Koniferen. Das war vor 10 Jahren alles schon da. Aber irgendwie-kleiner.

Max ist so glücklich draußen. Besonders wenn ich den Staubsauger zücke, ist er weg- wie alle anderen auch.

„Rund um Weihnachten“

Päckchen packen! Ich reise nicht zur Familie. Ein Teil davon ist in Köln, der andere in Berlin, und meine Schwester um die Ecke. Wir feiern hier vielleicht noch die Sonnenwende am Feuerplatz mit. Es gibt da eine Singgruppe und da wird immer gesungen. Weihnachtlich wird es nicht bei mir, aber freundschaftlich. Wir rätseln noch am Menu herum. Eigentlich kommen da am Heiligen Abend immer nur Männer und alle essen Fleisch. Die Frauen haben Kinder und Enkel und sind ausgebucht. Ich habe keine. Alleine habe ich diese Tage auch schon verbracht, das war nicht immer schön. Aber schöner als bei meinem alten Vater doch. Er war mir schon immer zu anstrengend, das hat mit Alter nichts zu tun.

Er ist ja nicht allein. Man kann das schwer beschreiben, aber das Weihnachtsfest dort war mir immer schrecklich. Mit Überforderung hat das wohl zu tun. Mit Unehrlichkeit und Getue, Schauspielerei und Materiellem. Ich bin denen jedenfalls auch zu anstrengend, und so akzeptiert man mein Wegbleiben seit Jahrzehnten…Die Einzige, die wirklich in die Kirche ging und an Jesus glaubte, war seine Mutter und das ist nun schon 50 Jahre her.

Ich weiß noch sehr gut, als ich 5 oder 6 jahre alt war, da waren wir ja noch sehr aufgeregt und durften dann ins Wohnzimmer, wo der Weihnachtsmann zwei große Puppenwagen gebracht hatte mit großen Riesenbabys und ich war offenbar so überwältigt, dass ich verstummte und an die Decke guckte. Oma meinte, das Kind ist krank! Ich hatte wochenlang Puppenwagen gezeichnet und konnte wohl nicht glauben, dass das Wünschen gewirkt hatte!

So etwas vergesse ich nicht. Und auch später: immer war alles etwas zu groß, zu schwer, zu teuer, …und nie das, was ich gewollt hätte…Doch auch gab es schöne Pullover, selbst genähte Kleider, gute Bücher. Als ich schon über dreissig war, bekam ich ein Paket und brach in Tränen aus. Weil es zu viel war, für meine Nerven.

Ich machte die Fotografenlehre und alle Wünsche drehten sich um Kameras. Und da kam dann eine an- mit mindestens fünf Objektiven dabei- damals war nichts digital. Ich hätte mich so gefreut über eine Kamera mit einem Objektiv. Und mehr konnte ich nicht bewältigen. Kann man das verstehen? Ich habe die auch nie benutzt….

Große Wünsche und große Geschenke machen mir Schuldgefühle. Denn nichts ist umsonst. Immer muss ich klar stellen, dass ich nicht nice bin. Ich bin zu ehrlich. Das muss sein. Ich kann mich aber unendlich freuen über kleine schöne Gesten und davon gibt es mittlerweile auch genug . Ich mache auch gerne kleine Geschenke. Wenn ein paar Katzenleckerli mit im Päckchen sind, freut mich das so! Es ist Aufmerksamkeit.

Wenn dann noch jemand Katzensitter spielen würde, damit ich mal verreisen kann, das wäre das Beste.

Buch: Bonjour Agneta

Neuanfang auf Französisch, Roman von Emma Hamberg, aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn, dtv, 2024

Ich hatte nun ein paar Tage Zeit, die Geschichte in mir zu bewegen. Sie hat mich bewegt. Es ist natürlich ein typisches Frauenbuch von der Frau mit 50, die in einer lieblosen Ehe steckt und nicht verstanden wird. Sie erlebt sich in Frankreich neu und anders, und verändert ihre zu klein gewordene Welt.

Das ist schon fast ein Klischee in sich, wäre da nicht diese wirklich sarkastische Weise, über sich selbst – es ist aus Sicht von Agneta geschrieben- zu denken. Der Verlag nennt es Ironie, doch da zeigt sich wieder, dass ich all solche Ironie, Zynismus und Gehässigkeit nicht leiden mag. Es ist halt eine drastische Darstellung von depressiver Selbstsabotage, wie ich sie auch ganz gut kenne. Auch ich habe etwas Agneta in mir gehabt.

Vermutlich gibt es auch in Frankreich strenge und zwanghafte Ehemänner und Frauen, die sich klein machen, nicht verstanden werden. Die Welt, in die Agneta als vermeintliches Aur Pair Mädchen gerät, birgt jedoch eine Überraschung und hier wird es auch interessant. Es ist das exzentrische Zuhause eines homosexuellen Künstlers, der in den Achzigern seines Lebens langsam dement wird.

Es stellt sich heraus, dass Agneta gut mit Chaos zurechtkommt! Sie kommt aus sich heraus, sie darf sein wie sie ist. Es sind schwere Themen, die mit Humor gehandelt werden. Was mir nicht gefällt, aber auch realistisch ist, ist der viele Alkohol, mit dem diese Lockerheit erreicht wird. Agneta ist so sehr das typische Bild einer versteckten Frau, die zur heimlichen Alkoholikerin werden kann. Das ist aber nicht thematisiert. Sehr wohl aber ausgelebte und unausgelebte Libido: Lebensfreude sowie auch Sexualität, Sinnlichkeit bis ins Alter.

Sehr gut gefällt mir das Sprachdurcheinander aus Fränzösisch und Schwedisch, von dem der Demente mal die eine mal die andere Sprache spricht. Es wird Wert gelegt auf das Wort, auf die Mentalität, die sich auch durch Sprache zeigt. Und wichtig ist das Denken: wie sehr sich ein Künstlergehirn unterscheidet, indem wir in Metaphern und Assoziationen denken; Ideen können nur hervorkommen, wenn man die eingefahrenen Strukturen nicht verhärten lässt.

Und ich habe es ja selbst erlebt, wie Weiblichkeit in anderen Ländern anerkannt und bewundert wird. Es ist ein neues Gefühl, als Frau wahrgenommen zu werden. Das Buch ist ja nicht einmal alt. Es soll dieses Jahr einen zweiten Band geben, auf den ich eigentlich gespannt bin. Besonders gefällt mir natürlich das cover, welches mich magisch anzog auf dem Büchertisch des Flohmarktes. Ich kaufte es in der ersten Minute.

Nun habe ich die ganzen Gedanken, die inneren Selbstgespräche niedergeschrieben. Solche sind das Laster von Agneta ebenso: Sie spricht nichts aus, sondern redet mit sich selbst. Mit verschiedenen Stimmen , die verraten, dass die Fremdbestimmung bis ins Innere geht, wenn sie von Beginn des Lebens an übermächtig wird. Man glaubt , nicht richtig zu sein. Man ist überzeugt davon.

Die Geschichten anderer können das zurechtrücken, und deutlich machen, dass die eigene Entscheidung für das Glück verantwortlich ist. Glück hatte vor allem jener alte Mann, der aus dem engen Leben zwangsweise herausgeworfen wurde, als er jung war- „so einer“ war völlig indiskutabel als Vater seines Sohnes, – er erlebt eine lebenslange große Liebe, doch wartet er auch jede Woche auf seinen Sohn, der ihn nun endlich kennenlernen will, „bevor es zu spät“ ist.

Nicht jeder hat das große Glück, aber das kleine Glück 42 Käsesorten zu probieren, und schöne Unterwäsche zu tragen,…nun das ist gar nicht zu verachten. Coming-of-age nennt man die Filme, wo es vom Teenager zum Erwachsen werden geht…aber wie nennnt man diese anderen Phasen? Becoming your self? Gibt es das in diesem Zeitgeist?

Fieber

Es ist ja nur ein Schnupfen, so hieß es früher, wenn man in dem Zustand noch zur Arbeit erschien. Heute immer noch, aber nicht bei mir. Wird man empfindlicher, trägt man es schwerer wenn das Alter zunimmt. Ich habe natürlich alle Mittelchen von Ingwer bis Orangen, CDL, und einen kalten Waschlappen für die Stirn. Nur Lust auf irgendwas habe ich so gar nicht. Warm einkuscheln, Radio an, rollenweise Taschentücher. Aber eure blogs zu lesen, dazu reicht es doch! Es ist so interessant und so viel besser als Nachrichten. Grüße an die Damen, die ich lese.

Buchrezept

Diese gut lesbaren Bücher sind nach dem gleichen Rezept gebacken. Und es kommt an. Immer gibt es eine Liebesgeschichte einer enttäuschten Frau, die noch jung und auf dem Weg ist, zu sich selbst zu finden. Es gibt dann wieder einen Mann, von dem sie Enttäuschendes erwarten. Aber es gibt auch diese zeitlichen Sprünge in eine Vergangenheit und Familiengeschichte, Zeitzeugen, und aufgedeckte Geheimnisse. Das ist, besonders in den französischen und irischen Romanen, eine Historie aus den letzten Weltkriegen. Man bekommt den Eindruck, dort sei manches nicht so vergessen, auf ganz andere Art als hier bei uns mit den offiziellen Gedenkpflichten. Und diese Bücher vermitteln das sehr gut. Es ist keine Romantisierung wie in manch einem Mittelalterroman.

Und dass es eine America-first Bewegung bereits zur Zeit des zweiten Weltkrieges gab, lernte ich bei Barbara Davis, wo man auf den Spuren der Familiengeschichte entdeckt, dass so manche keine Einmischung in diesen Krieg wünschten. Diese Geschichten so leicht zu schreiben, ist sicher nicht so leicht. Es gibt auch einen großen Respekt vor den Künsten und den Wegen der Vorfahren. Dazu aber auch meist eine klar wahrgenommene Frauengeschichte, mit all den Nachteilen, denen Frauen ausgesetzt waren, die als selbstverständlich galten. Ich mag diese Zusammenstellung von heute und damals, und wie oft wir lernen müssen., uns von dem Übernommenen zu lösen.

Advent Advent

Ich bin dieses Jahr etwas nostalgisch eingestimmt, womit ich gar nicht so die Weihnachtsfeste meine, die es in meiner Familie gab. Ich mochte das nie. Weder christlich noch materiell. Aber all dieses bunte Lichtergeglitzer, das habe ich mir in Spanien aufgeschnappt, wo man mit dem Kitsch zu leben versteht.

Und ich entdeckte auf dem Flohmarkt so viel Wunderbares, so dass es nun also Mäuseprinzessinnen gibt auf dem improvisierten Weihnachtsbäumchen.

Schönen Advent also, Lichterfest.

Inselfeeling

http://www.infocanaria.de/html/hautacuperche.html

Das ist ein KI erzeugtes video, welches mir gut gefällt! Shola selbst ist hier mit der Statue des Hautacuperche im Valle Gran Rey zu sehen. Es ist toll, wie in so kurzen Sekunden so viel Aussage rüberkommen kann. Es ist „nur“ eine Werbung für Kleider? Ach nein. Die Liebe und Verbindung zur Insel La Gomera, sie dauert für alle, die einst dort lebten, immer an.

Hautacuperche selbst wird in den Beschreibungen als Mörder genannt, was ja doch eine gewisse Verzerrung der Geschichte darstellt. Die Canarios haben ihren Stolz und sehen sich bis heute nicht ausschließlich als Spanier. Soweit ich weiß, haben Genetische Analysen ergeben, dass die Ureinwohner einst mit Berbern aus Nordafrika verwandt waren. Auf La Gomera besteht noch die größte Übereinstimmung mit Ureinwohnergenen.

Shola kam auf die Insel, und sie malte. Heute macht sie daraus auch wunderschöne Kleider und Seelenbilder, und sie ist so ein kreativer spiritueller Geist, der inspiriert und weitergibt.

Ich selbst würde mich nicht mit der bekannten Statue darstellen, bin aber ebenso verbunden und liebe die Berge wie das Meer sowie manches mehr…(und Sholas Bilder)

Unsichtbar

Noch nicht vorhanden, – die Kugeln zum Weihnachtsbaum. Und tatsächlich, die KI hat mir geholfen. Nachdem ich mich beruhigt hatte, konnte ich die Anweisung überhaupt erst verstehen…und ausführen. Die unsichtbare Intelligenz. Das Problem ist immer, dass ich denke, ich verstehe es sowieso nicht. Unterdessen guckte ich den interessanten Beitrag

https://www.ndr.de/kultur/kunst/hamburg/genie-oder-blender-ard-doku-ueber-wunderkind-leon-loewentraut,loewentraut-100.html

um einen Künstler, von dem ich noch nie gehört hatte. Muss man auch nicht. Ich finde ihn aber sympathisch, abgesehen vom Kunstverständnis. Die Kritiker, nun ja, sie sind wirklich…arrogant. Aber wenn auch ich eben so malen könnte, ich würde ja auf die ganze show kein Lust haben. Dazu muss man schon Ausdauer haben. Ach und ich bin auch nicht mehr up to date, was die moderne Welt angeht. Hu, die Post! Meine neues Buch kommt gerade an! Es heißt: Das Echo vergessener Bücher“, von Barbara Davis. Denn mal tschüss bis später…

Du lieber Himmel

…sagte meine Mutter immer, wenn gar nichts klappte.

Nun hatte ich mich leichtsinnigerweise mal abgemeldet, und muss mich auf allen Geräten neu einloggen. Denk mal nicht, dass man mich lässt! Ich soll ein neues Passwort haben, das wollen sie aber auch nicht. Also keine Fotos vom handy…von meiner schönen Weihnachtsdeko, die ich unterdessen bastelte. Ich glaube, ich gehe nun wieder stricken. Ommmmmmmmm.

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