Der Traum

vom Schreiben eines Buches, ach. Nun finde ich diese Schreibmaschine im Sperrmüll, im Nachbardorf ganz zufällig im Vorüberfahren. So wie es immer ist. Nein, Zufall ist es nicht; ich nenne das synchrone Ereignisse, Absichten, die dem Universum mitgeteilt werden und für die es die Möglichkeiten bereitstellt. Aber natürlich mache ich das bewusst. Die unbewussten werden auch verwirklicht, nicht immer zum Vorteil. Und beim Betrachten der Schreibmaschine kommen Bilder von Schriftstellern in den Sinn. So etwas von früher. Als das noch ein Beruf war, der einen Ruf hatte….einen romantischen, verwegenen, verrufenen oder auch freien und nicht immer erfolgreichen, aber das war egal. Dem Schriftsteller vermutlich nicht egal, aber dem Bild schadete das nicht. Auch die Schriftstellerinnen waren besondere Frauen, natürlich gerade! Als ich so ganz jung war, da waren sie meine Heldinnen. Ein wenig habe ich mein Leben nach ihrem Einfluss gestaltet. Geschrieben habe ich aber nie, bis vor einigen Jahren, wo ich merkte, dass ich eine ganze Menge zu erzählen hätte. Hätte. Ich beobachte. Das Ordnen der Eindrücke ist so viel schwieriger. Es gibt so viele Bücher, richtig begeistert komme ich vom Buchladen zurück, wo die neu und mit wunderbaren Coverbildern versehen, mit neuen Titeln und Geschichten aus der ganzen Welt auf Leser warten….Das ist eine Welt für sich, ich bin eine Leserin. Bücher sind Freunde. Welten, Parallelwelten, Zeitlinien, Sprünge und Familien. Ich finde Beschreibung von Landschaft wichtig, zum Beispiel. Weil in meinem Kopf alles lebendig wird. Und daran erkennt man auch das Gute an einem Buch. Aber ich sehe, dass bei anderen das gar nicht stattfindet, im Kopf. Ob diese Bahnen schon so früh angelegt werden? Da habe ich ja Glück gehabt.

Buch: Hippie, von Paulo Coelho

Ich las jetzt die englische Ausgabe, kann also zu einer Übersetzung nichts sagen. Also, jedenfalls kenne ich Hippies, die auch heute noch Hippies sind, ich kenne junge Hippies. Die nennen sich nicht so. Das nun alles auf 1970 einzuschränken, finde ich heutzutage extrem beschränkt. Was ist doch alles daraus geworden, Gutes, weniger Gutes, eine andere Welt, in der wir jetzt leben, aber dennoch sind Ideale und auch Erfahrungen erwachsen von jenen, die diese Länder auf diese Weise entdeckten und sich selbst dabei auch. Eine Kultur in sich entstand. Die immer wieder sich verändert, kommerzialisiert wurde ohne Ende, doch die Ideale gibt es sehr wohl.

Tja, dieses Buch lässt mich ratlos und etwas enttäuscht zurück. Hippie? Dieser Roman ist nicht über Hippies. Diese Geschichte ist über den Autor selbst, dessen Reise im Magic Bus nach Nepal bereits in Istanbul endete, und das kam mir schon so vor, je mehr ich mich dem Ende des schmalen Bandes näherte. Aber jetzt mal ehrlich, die Abenteuer auf solch einer Reise begannen doch in Asien erst! Da finde ich es doch reichlich gewagt,dem Buch diesen Titel zu geben. Coelho bleibt immer der Autor, der Beobachter,- selbstverständlich auf der Suche nach Gott, wie in jedem seiner Bücher, hier sogar indem er diese Absicht in einige andere der mitreisenden Personen ebenfalls projeziert. Die er ja entwirft, also ist das seine Freiheit. Gut. Es gab gewiss viele der Hippies, die diese Suche in sich trugen. Aber dafür, dass er das Buch erst 2018 schrieb, also aus einem Altersrückblick heraus, oder etwa nicht, ist es ganz schön schwach. Was hätte man alles aus dem Thema machen können!. Nun ja, ich erinnere mich kurz an T.C. Boyle, der hatte es irgendwie besser hingekriegt….

Nö, lieber Autor, da müssen wir dann selber noch mal ran, Hippies .

Schlüssel Wörter

Damit meine ich nicht die Wörter, die in den täglichen Nachrichten zur allgemeinen Gehirnwäsche wiederholt werden. Ich meine auch nicht die zeitgeistigen Modewörter. Ich meine damit ganz alte Wörter.

Wenn ich so nachsinne, dann scheint mir, ein Wort wie UR haben die in englisch nicht….

Urzeit. Urvertrauen. Urlicht. Uralt.

Es muss ein wirklich altes Wort sein, Hiess nicht eine der drei Nornen so ähnlich? Sie hiess Urd, die Bezeichnung für das Schicksal. Verdandi und Skuld waren die anderen.

In anderen Momenten kommen mir englische oder spanische Wörter , die bedeutsam sind. Ich meine Wörter, die eine Geschichte, eine Erinnerung heraufbeschwören. Oder der Klang. Und solche Wörter sie wurden und werden in der Magie und in Gebeten gesprochen, solche Wörter sind auch die Mantras welche in sanskrit gesungen werden. Oder auf tibetisch. Oder in Stammessprachen der ganzen Welt.  Wörter, die noch eine Verbindung haben oder sie hervorbringen, da die Linie ihrer Herkunft so alt ist.

Wörter oder Worte?

Manche Sprachen haben bildhafte Ausdrücke und für jemanden, der alles bildhaft sieht, ist das angenehm. Sogar in der Übersetzung bleiben dann die Bilder erhalten, es war in Romanen des magischen Realismus, dass mir das besonders gefiel.

Zuletzt habe ich viel gelesen, von Alberto Villoldo, einem schamanischen Lehrer, leider aber aus dem Amerikanischen übersetzt, das mir fast nie wirklich gefällt. Das Spanische hat viel mehr Ausdruckskraft. Dennoch ist er von Bedeutung!

Dazwischen kam mir ein Island-Krimi, „Das gefrorene Licht“, von Yrsa Sigurdardottir. Er spielt in einem Esoterikhotel auf Island…gruselig! Hier haben es mir die Namen angetan! Sieh nur, der Name der Autorin schon! Alles noch nie gehört. Ich glaube mal, das sind auch alte Worte.

Wenn ich zu den Naturwesen spreche, mache ich das oft auf englisch. Ich habe keine Ahnung warum. Das Platt hier aus dem Norden und das Englische haben ja auch einen gemeinsamen Ursprung. Und singen….singen ist toll. Einfach so, wie die Amazonasleute icaros singen. In Trance singen, in einen anderen Zustand fallen, durch Klang. Lieder, die aus dem Spontanen kommen, Lieder die sich reimen, Dank für das was ist. Dank für mein Leben, für Frieden, für die Erde und ihr gesamtes Leben. Gracias a mi vida. Gracias a la tierra, gracias al sol.

 

 

Über einen Film

Über das Buch kann ich nichts sagen. Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt von Sven Regener (2013) wurde zu einem Film gleichen Titels (2016). Es geht darin um jemanden, der „abgestürzt“ war,  in der Psychiatrie gewesen war und sich nun aus dem Milieu der Beschädigten wieder ein Leben zurückholt. Genau wird nichts über die Krankheit ausgesagt. Nur dass vermutlich Drogenmissbrauch dazu geführt hat.

Es ist ja eine Komödie. Soweit das möglich ist. Mit wirklich plattem Humor.

Erst denke ich, der Film hat das Thema verschenkt. Karl trifft auf seine alten Kumpels, die immer noch wie die Irren weiterfeiern, und er wirkt dazwischen wie ein Fels in der Brandung. Es stellt sich heraus, dass er das auch ist, denn die anderen werden immer irrer und hüpfen wie die Deppen auf Trip durch die Nächte. das Ganze spielt sich ja in der Szene der Technomusik und ihrer DJs ab.

Charly Hübner spielt den Karl, und durch die prägnanten Sätze kommt doch etwas Tieferes durch die Nebel der oberflächlichen künstlichen Fröhlichkeit um ihn herum. Einerseits will er wieder dazugehören, andererseits hat er mit dem Leiden zu kämpfen, muss auf sich aufpassen und  merkt, was er dazugewonnen hat durch diese Erfahrung.

Leider aber – und so ist es – ist sein Status in der Gesellschaft grundsätzlich abgewertet , als verrückt gelten ja die, welche nicht mehr klarkommen. Deutlich sieht man die „normal Verrückten“, die akzeptiert werden, egal ob Alkohol oder andere Drogen auf dem Tablett stehen. Doch nun sind es diese, die ihn wieder aufnehmen; wie er sagt: die nehmen jeden mit, sogar ein Meerschweinchen, und sogar einen wie mich. Der Satz trifft ins Herz.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, das Selbstbewusstsein braucht lange, um sich zu erholen. Die Selbstverständlichkeit der Identität wurde gebrochen. Das Bild von Realität wurde erschüttert. Aber in der Zerbrochenheit kann man nicht bleiben, man muss versuchen, sich wieder zusammenzusetzen. Und das scheint hier im Film als nicht einfach, aber gelingend, und kann ja durchaus Mut machen.

Die Frage ist, warum will man Mitglied im Deppenzirkus sein….

Die von Sozialarbeitern betreute WG wird als Team vorgestellt, sehr echt,…doch auch die miteinander arbeitenden DJs werden als Team vorgestellt, und der Spielraum der Freiheit ist da recht groß. Ich glaube das ist der Schlüssel. Den Betreuten wird die  Freiheit entzogen. Sie wird ihnen nicht zugetraut.

Sie trauen sie sich selbst nicht mehr zu. Die anderen fangen nicht immer Sinnvolles mit ihrer Freiheit an.

Und jetzt schlage ich doch nicht etwa die Parallele zu unserer aktuellen Entmündigungssituation, nein. Ich bin da halt sehr hellhörig, weil ich durch einen solchen Prozess gegangen bin. Die üblichen Kategorien von verrückt und normal sehe ich anders, vielleicht weil ich ernsthaft versucht hatte, wieder normal zu werden.

Man kann nur noch auf sein eigenes Gespür für die Wahrheit vertrauen.

Und der soundtrack, by the way, der war richtig gut. Musik ist die beste.

Der Film ist noch für eine Woche in der Mediathek von arte zu sehen.

 

Buch: confessions of a Hope fiend

Was kann das nur bedeuten…der Übersetzer sagt: Hoffnungs Unhold. Ach ja, wirklich, ein Unhold. Das war er wohl für die damalige Gesellschaft: Timothy Leary. Eine Hoffnung aber auch für andere. Soweit ich weiss, war er der Vorreiter einer Alternativkultur, die mit der Hilfe von Drogen wie LSD andere Seiten der Wirklichkeit erkannte. Die sogenannte Wirklichkeit ist ja immer eine Art Übereinkunft. Wie sehr sich diese überhaupt gewandelt hat, seit 1973, als „confessions of a hope fiend“ erschien, wie sehr diese Erforscher der Welten, von denen Viele andere Länder bereisten, Fortbildungen und Erfahrungen bei Urwaldschamanen oder in buddhistischen Klöstern erhielten und unsere Bewusstseinswelt erweiterten, indem sie Kunst und Bücher schufen, Filme und Sichtweisen, unsere Bewusstseinswelt tatsächlich beeinflussten- ist das nicht klar? Auch die Wissenschaft interessiert sich ja mittlerweile dafür, Gehirnforschung usw. und natürlich wird alles genutzt- wenn nicht zur Erweiterung, dann zur Beeinflussung und Programmierung unserer Gehirne.

Ich lese es auf englisch, wie er aus dem Knast entweicht, wohin die amerikanische Gesellschaft damals unweigerlich Leute wie ihn aus der Gesellschaft entfernen wollte.  Bücher schreiben durfte er dort nicht. Er schrieb heimlich, wie so viele.

Eine Erinnerung, dass es Mut braucht und vor allem den Willen, sein Gehirn selber zu programmieren. Wir tun es ja täglich, ganz ohne Absicht.

Lassen wir uns nicht verrückt machen von anderen! Wenn Leary durch seine Drogen unfähig geworden wäre, hätte er das nicht geschafft. Er hat Meditation und Techniken genutzt. Er war Schriftsteller , hat alles hinterfragt und in Sprache gebracht.

Drogen sind nicht alle gleich, sind gefährlich in den falschen Händen, vor allem wenn man schon verwirrt ist. Das lässt sich vorher nicht absehen, ich kenne viele Geschichten von Psychosen und Psychiatrie. Drogen werden heute zum Tanzen einfach so genommen, um sich ins Unbewusste zu katapultieren, in eine Trance, durch die man im schlimmsten Fall ohne Landkarte taumelt. Diese Welten wollen gelernt werden.

Ich bin gespannt, heute abend um 20.15 gibt es auf arte tv einen Spielfilm zu sehen, der dies zum Thema hat:

„Magical mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt.“

Erwähnt werden muss: der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sven Regener, 2013

c0) 15.07.2020 Ky

 

 

Gedanken zur Zeit

Einige tracks meiner Lebensspur laufen parallel und treffen sich immer wieder in Kreuzungspunkten. So habe ich gerade mit einer Übungsreihe Kriya-Yoga begonnen, das kannte ich so noch nicht und habe mich spontan entschlossen, wegen der Wirbelsäule und um mich zu beruhigen, etwas zu tun, dass ein Ziel hat. Die erste Übung ist eine Art von rebirthing. Das macht man 40 Tage. Und so werde ich jeden Tag neu geboren. Das ist irgendwie toll. Es gibt jeden Tag Gelegenheit, das Ziel für dieses Leben zu wählen.

Ja, und dann fielen mir durch eine Wohnungsauflösung Kisten mit Büchern in die Hände. „Gedanken zur Zeit“ weiterlesen

Buch: Der erste Mensch

20200404_123326Buch: Der erste Mensch

von Xavier-Marie Bonnot

Kriminalroman., Unionsverlag, 2020

Das Buch gibt Rätsel auf.

Wer ein Buch über Archäologie erwartet, könnte enttäuscht sein. Wer einen Krimi erwartet, könnte enttäuscht sein. In erster Linie ist es für mich ein Roman, der in die Kategorie anspruchsvollere Kriminalliteratur gehört. Es geht in der Geschichte überwiegend um die Psyche des Menschen, und es werden uns nicht die Beschreibungen der Psychiatrien von heute und von früher erspart. Dem Kommissar, welcher der Baron genannt wird (er steht kurz vor der Rente) liegt das Thema, was den Menschen zum sogenannten Verrückten macht, auch zum Gefährlichen, persönlich am Herzen. Wir wissen noch nicht genau, warum. Er hat mit diesem speziellen Fall jedoch schon lange zu tun.

Der Bogen spannt sich weit bis in die Urgeschichte, die Ursprünge des Menschseins, und wieweit wir diesen Urmensch noch in uns tragen. Dies wird mit Hinweisen auf Archäologiegeschichte  untermalt.

Tatsächlich erscheint die Story anfangs verworren, analog zu der inneren Verfassung des gestörten Menschen, der hier die Hauptperson ist, der Täter mitsamt seinem Umfeld und seiner Lebensgeschichte. Die Sicht klärt sich mit den Entdeckungen, ich verzichte hier auf eine Beschreibung.

Soweit ich das beurteilen kann, sind die archäologischen Verweise korrekt wiedergegeben. Ich finde ein Zitat von Michel Foucault , welches im Buch genannt wird, sehr aufschlussreich und die aufgeworfenen Fragen über einen Kriminalroman hinausreichend:

„Der Weg vom Menschen zum wahren Menschen führt über den verrückten Menschen“

Es ist ein französisches Buch. Auch das spielt immer eine Rolle. Wir finden immer wieder wunderbare Landschaftszuordnungen und Informationen.

Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Schamanismus allerdings sehe ich weniger, es handelt sich mehr um die Ansicht schamanischer Inhalte durch die Augen eines Schizophrenen, der durchaus dadurch Hilfe fand, die ihm dann aber genommen wurde.

Schon immer hat die Forscher diese mögliche Verbindung fasziniert, der Urmensch in uns, wurden doch zu Beginn der westlichen Forschung alle Schamanen als psychisch Kranke oder Epileptiker betrachtet. Allein das ist schon eine ungeheure Ethnozentrik gewesen, die sich hartnäckig gehalten hat in der Sicht von Wissenschaftlern. Nun gut, der Autor bedient sich einiger Klischees, nicht zuletzt dessen des selbst gestörten Psychiaters…

Auch das natürlich ein Klassiker. Doch Experimente, die tatsächlich mit Kranken gemacht wurden, erscheinen uns heute selbst reichlich gestört.

Da mich diese Themen selbst ausführlich interessieren, ich mich über Jahrzehnte eingelesen habe, sowohl über psychische Krankheiten als auch über Schamanismus, erscheint mir der Roman ausserordentlich interessant, wenn ich auch zwischendurch es so gruselig fand, dass ich ihn weglegte. Es ist keine einfache Lektüre, die Menschheitsfragen werden berührt, unter der Oberfläche.Und darum möchte ich es unbedingt weiterempfehlen.

Es bietet sich an, selbst ein wenig weiterzuforschen über unsere ersten Vorfahren, über Handabdrücke in Höhlen und vieles mehr!

Buch: Die wandernde Erde, von Cixin Liu

Buch: Die wandernde Erde, Cixin Liu, Heyne2019

Selten lese ich ein neu herausgekommenes Buch, dazu noch einen Bestseller. Doch als ich diesmal einen Buchladen betrat, wurde mir das Ausmass des Kommerzes, einer Buchindustrie  erst bewusst. Ich schritt durch die Abteilungen: Liebeswerke, Deichkrimis, fantasy, science fiction. Dort blieb ich stehen.

Ich wurde neugierig.

Die Titel der laut aufgemachten Taschenbuchreihe von Cixin Liu erinnerten mich an etwas. Die drei Sonnen, die wandernde Erde…mir kamen Szenarien in den Sinn, die ich zu anderer Zeit in den sog. channelings von Medien gelesen hatte. Medien, also die Art von Menschen, die Botschaften empfangen, in diesem Falle Botschaften Ausserirdischer. Eines dieser Bücher nannte sich „Der Photonenring“, von Virginia Essene und Sheldon Nidle in Gesprächen mit Sirianern niedergeschrieben. ( ch-falk-Verlag, Im Original „You are becoming a galactic human, 1994, Amerika, auf jeden Fall das ältere der beiden Bücher, auch wenn „Die wandernde Erde“ bereits in China 2008 erschien, 10 Jahre früher als bei uns!)

Und aus diesem Grunde erstand ich den dicken Erzählband von Cixin Liu mit dem Titel: Die wandernde Erde. Ich denke, dass die meisten Bestseller nicht zu solchen werden, weil sie erhabene Literutur zu bieten haben. Sie werden an die Spitze gepuscht, weil sie gesellschaftlich relevante Themenkomplexe aufwerfen, und diese im Sinne wichtiger Leute beantworten.

Das tun sie natürlich auf subtile Weise. Cixin Liu ist tatsächlich ein Meister darin. Die überwiegend gewaltigen zukünftigen Weltgesellschaftsprobleme, die bei ihm beschrieben werden, kann ich kaum lesen, ohne die Geschichte Chinas und die Strukturen, die Traumata, Ideale und Ziele jenes Volkes ebenfalls im Hinterkopf zu haben. Ich sehe, allerdings, so gut wie alle aktuellen science fiction Romane des Verlages, die beworben werden, befassen sich mit dem Ende der Welt. Immer sind die Bedrohungen übermächtig, der Einzelne geht unter.

Das scheint in der aktuellen Gegenwart oft vorzukommen.

Es sei denn, Einzelne werden zu Helden des Volkes stilisiert, aus einfachen unbedeutenden Einzelnen kann jemand werden, der alle rettet oder zumindest das Ganze voranbringt. Soweit ist uns die Ideologie und die Propaganda bekannt. (Jedes Konzept, nicht nur sog. Kommunismus) Das ist der Aufhänger, um den Leser, Kunden, Jedermann/frau mitzunehmen. Jeder träumt von Bedeutung.

Beim Lesen dieser groß angelegten Geschichten von Cixin Liu beschleicht mich als Leserin dennoch ebenso wie jenen Protagonisten nicht selten der Zweifel, ob der Sinn und der Weg der Richtige sei. Als Zuschauer einer möglichen Weltenzukunft dürfen wir die Antwort miterleben.

Es ist also doch ein Effekt zu erwarten, wenn wir uns Vorstellungen hingeben, wie die Erde aus dem Sonnensystem bewegt werden soll, weil die Sonne zu explodieren droht,wenn Ausserirdische landen, die behaupten, uns einst erschaffen zu haben ( herrlich, wie eine Fabel: Um Götter muss man sich kümmern), wenn gigantische Flutwellen und Meteoriteneinschläge zum Alltag gehören und vieles mehr.

Alle Szenarien sind technisch gekonnt  unterlegt, das gehört sich auch so in einer „Wissenschaftsfiktion“.

Nun, es reizt mich nun doch, „Die drei Sonnen“, das wohl bekannteste Buch dieses Autors auch noch in den Händen zu halten. Denn, der Titel erinnert mich seltsam an eine andere Prophezeiung, waren das nun die Sirianer oder andere, deren Visionen uns durch Einzelne vermittelt wurde, welche aus dem Verständnis ihrer Gesellschaft, in den 70igern, 80zigern und noch immer, völlig herausfallen.

Eines ist klar: Niemals würde ich selbst in einer solchen baumlosen von Technik völlig unterworfenen Welt leben wollen. Und doch sind wir auf dem Wege dahin. Ich werde es vermutlich nicht erleben. Weil ich alt bin, nicht weil ich glaube, dass alles gut wird.

Einzelne Helden werden es wohl nicht schaffen, die mächtigen Interessen aufzuhalten. Sie dienen nur dem Gewissen, in der Illusion es werde etwas getan, Das sehe ich ebenso radikal wie mancher science fiction Autor, dessen Fiktion längst Wirklichkeit ist, und zu seiner Zeit schon war. Wir lasen sie in der Schule, George Orwells „1984“und „Schöne neue Welt“!

Gewiss sind geköpfte Störche und Raubvögel, die unter den Windmühlen der angeblichen Energiewende liegen, und heimlich entsorgt werden, das geringere Problem. Zwischen den Zeilen liegt so oft die Wahrheit. Jeder muss sie suchen.

co) Kayute

Buch: Kalenderwurm und Perlenpost

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, dass wieder einmal gebraucht zu mir kam. Auch ältere Bücher waren Moden unterworfen, doch ist der Blick abseits des aktuellen main stream immer wieder mal sehr erhellend! Es  macht klar, wie viele Deutungsmöglichkeiten sich aus einfachen Wahrheiten und Sozialverhalten entwickelt haben.
Dieses Buch vonWolfgang Wickler und Uta Seibt heisst

KALENDERWURM UND PERLENPOST
Biologen entschlüsseln ungeschriebene Botschaften
Spektrum akademischer Verlag 1997

Aus der ethnologischen und archäologischen Forschung werden Beispiele vorgestellt, wie Völker jeweils Darstellungen auf Kleidung, Töpferei und Bauten aus ihrer realen Umgebung ableiteten. Dies ist ausgesprochen spannend, denn die Phantasie von Archäologen wird dadurch erweitert und wir verstehen so viel mehr über Ursprünge von Glaubensinhalten! Wie aus einem Wurm eine Schlange wurde. Und dabei einfach die Ernährung und Festtage der Einheimischen übersehen wurden. Das kommt heute nicht mehr vor, die Fachbereiche arbeiten viel mehr zusammen.. Leider werden ausserhalb der Wissenschaft alte Ansichten oft ungeprüft weitergetragen.

Überprüfung unterschiedlicher Quellen ist immer ein Muss!
Auch zwei Vorträge über religiöse Kunst haben mir vorgeführt, wie zeitgebunden Ansichten waren. Doch vor allem haben sie mir Bildmaterial von ungeheurer Schönheit vorgeführt. Gucken wir mal, was dran ist…
KayUte Kühn 2018

 

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