Das Glück

Die Zeitschrift happinez bietet uns eine Schreib-challenge an. Teile dein Glück. Und zwar das Glück, das durch die Zeitschrift ausgelöst wurde, glaube ich. Es ist eine hochwertige, schön gestaltete Zeitschrift mit teils interessanten Beiträgen, in denen es mehr oder weniger um Spiritualität und Selbstfindung geht. Das ist ja nicht das Gleiche.

Na jedenfalls versuchte ich über Glück zu schreiben- das ist eine echte challenge. Ich könnte tagelang über Unglück schreiben, wie so Viele. Das scheint auch zu helfen. Aber Glück – es hört sich so klischeehaft an…wie so manches in dieser Zeitschrift, ach in allen vermutlich.

Ich hatte Glück, immer wieder.

Aber das tolle Glückgefühl, das ich erinnere, war auf dem Schiff nach Teneriffa, 2010, als zwei Hippies auf ihren Gitarren spielten, das Schiff war voller Portugiesen, die nach Madeira fuhren, wir waren auf dem Weg und fast angekommen.

Das Glück war die Freiheit.

Die Hippies betrunken.

Der Schlaf wenig.

Danach dann Nervenzusammenbruch- der Katzensitter hatte monatelang weder den Garten begossen noch die Katzen gefüttert, überall lag dreckiges Geschirr herum, und gleich nach unserer Ankunft brachte die Katze drei Babies im Wandschrank unter.

Die Rückfahrt ein halbes Jahr später mit dem gleichen Schiff war nicht glücklich.

Unsere Katzen kletterten verzweifelt in den Käfigen umher, in die sie auf dem Fahrzeugdeck mussten, ich weiß nicht wie Tierschützer die Transporte aushalten. Völlig voller Schrecken war das Alles. Und lange kein Glück, nur Freude, viel Angst. Natürlich war das Finden einer Wohnung an sich ein Glück. Aber glücklich war ich damit nicht.

Nun kann das auch nicht sein, wenn nur das Dazwischen, die Freiheit das wahre Glück ist. Das ist eben genau wie im Spirituellen- nicht ganz in dieser Welt, sondern mit dem Blick in andere, mit Aussicht auf höhere schönere und wärmere Welten, mit einem Bein im Paradies, dass uns nach wie vor versprochen wird. Und man kann einen Hauch davon erhaschen.

Jetzt steh ich aber mit beiden Beinen hier rum, unter sogenannten bodenständigen Leuten, und bin ganz froh. Ich koche Apfelmus. Die Katzen von damals sind alle schon im Paradies, in den ewigen Jagdgründen und ich hoffe, dass sie dort wieder Zähne haben.

Diese Sehnsucht nach paradieshaften Zuständen kann einen weit von sich weg bringen. Das habe ich erlebt, das ist gut und richtig. Das müssen nicht alle. Wer hat’s gesagt: Einer von den bekannten Lehrern, Alberto Villoldo: Jeder Traum verwandelt sich irgendwann in einen Albtraum.

Richtig. Eine Vision ist etwas anders.

Buch: Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena, Roman, 2008, Kiepenheuer & Witsch

Nun habe ich doch wieder ein Buch gelesen. Mir war nicht mehr danach gewesen, mein Hiersein war bedeutungsvoller. Dieses Buch lag schon länger da, und es war genau der richtige Moment. Es kommt ja nicht so oft vor, dass ich am Ende über eine Geschichte weinen muss, doch diese Woche bin ich nah am Wasser gebaut. Und es geht ja gut aus Deshalb weine ich ja. Weil man es so hoffte, nachdem so viel so dicht erzählt wurde, aus einem norddeutschen Dorf, wie ich es nun auch kenne. Die Autorin haut da Sätze raus- die treffen richtig . Es geht hier um drei Generationen,zwei Schwestern, dann drei Schwestern und anschließend zwei Kusinen. Diese Verflechtung, die sich zu einem Drama entwickelt, ganz subtil, ganz kühl und zurückhaltend, nimmt mich wirklich sehr mit.

Wie man sich verhält, wenn man als Heranwachsende ein Trauma erlebt hat, ohne dass je darüber gesprochen wird, ohne dass dieses Wort überhaupt jemals vorkommt, und auch anderes wie Demenz und Heimweh und Bücher und Freundschaft…darüber wird erzählt. Meisterinhaft, und das Norddeutsche schimmert überall durch wie die goldenen Ballkleider der Tanten, die die Mädchen sich überziehen, um zum Schwimmen im See zu radeln. Die Bilder sind wunderbar.

Und es tut auch weh. Denn in welcher Familie gibt es nicht solche unausgesprochenen Verwerfungen, und auch die unterschiedlichen Schwestern…ein altes, geerbtes Haus…Erinnerungen. Und etwas daraus machen, ein eigenes Leben erschaffen, dennoch.

Kräuter, Kaffee, Buch

Den historischen Roman “ Der Kaffeehändler“ von David Liss las ich so nebenbei. Dabei ist er allerdings ganz schön schwierig, was die ganzen Börsen und Handelsgeschäfte anging. Ist einfach überhaupt nicht mein Thema. Leider kam gar nicht viel über Kaffee selber drin vor. Nur eben, wann er nach Europa zuerst importiert wurde und welch eine Goldgrube es wurde….das ist es ja heute noch.

Der Roman spielt in der Mitte des 17 Jahrhunderts, als die Ost-Indische Kompanie viel Macht hatte über den Welthandel. Die hat ihn sozusagen erfunden… Was wirklich sehr interessant war, ist die Rolle der jüdischen Gemeinschaft und auch viele Details, die mir völlig unbekannt waren. Auch damals verfolgt von der Inquisition in Spanien und Portugal, baute sich eine Art Parallelgesellschaft auf. Die Bedeutung von Amsterdam und die Besonderheiten der Stadt sind auch ausführlich dargestellt. Ich gebe zu, dass ich die Wirren der grausamen Methoden nur noch überflogen habe…Eines habe ich begriffen: Wie unredlich der Handel an der Börse vonstatten ging. Und sicher ist das noch so.

Ja, was meine ich mit nebenbei- das Lesen war als Pause gedacht zwischen Kräutertrocknen- Pfingstrosenblüten, Labkraut, Brennessel- und dem Kräuterausreißen an Stellen, die komplett zuwuchern. Brombeeren zum Beispiel, sie tauchen immer wieder auf- und das auch noch an Stellen, wo sie noch nie waren! Dann war es aber doch sehr heiß, bis zum Gewitter am gestrigen Abend, und ich musste etwas mehr sitzen als machen. Schwimmen in der Eider ging, und die Musikantenbörse in Garding wurde auch eröffnet. Das war schön, Hinz und Kunz in sommerlicher Bekleidung, der hardrock-Sänger hatte schon einen roten Kopf, aber noch alles recht verhalten. Die ganz große Stimmung war noch nicht. Nur der Bigharmonicaman schafft es natürlich, den besten blues rüberzubringen, spielte aber in einem sehr kleinen Cafe, wo man kaum einen Zeh bewegen konnte.

Ja das wars, viel mehr gibt es nicht zu sagen. ich höre nebenbei swing auf Rockradio.de, die wöchentliche Jazzsendung. Nebenbei, alles so.

Buch : Kochbuch

Um ein ordentliches Essen zu fabrizieren, kaufte ich Auberginen im Netz, Hack in der Plastikpackung (Buuuh), ebenso die saure Sahne, den Reibekäse, (den gäbe es auch ohne) und so weiter. Bei der Herstellung von Moussaka half mir ein Kochbuch! Ganz altmodisch , nennt es sich doch Balkanküche und wurde einst von Burda (man erinnert sich: eine Frauenzeitschrift mit Mode, Kosmetik, Kochrezepten) herausgegeben. Es war auch ein Verlag, stimmt. Oder ist es noch?

Meine Mutter sammelte seit den siebziger Jahren Kochbücher von Time Life, mit aufwändigen Berichten über Herstellung der Lebensmittel, ganz klasse. Ich behielt nur das japanische und das indische. Sie war eine leidenschaftliche Köchin.

Das kann man von mir erst viel später sagen. Und allzu aufwändig mag ich es auch nicht. Immerhin, ich kann Eier vom freilaufenden Hühner-Stall in meiner Straße holen, auch wenn sie vorher noch in einen Schuppen mit Automat kommen ( die Eier), wo man das Geld reinsteckt, und sie gekühlt werden. Die haben da sogar vier Hähne, die hundert Hühner. Ich kann auch bei Freunden kaufen.

Und ich kann Milch vom Bauern holen, was sehr interessant ist. Und Kohl sowie Möhren bekommt man auch am Straßenrand.

Eine Art Volksküche lernt man auch in dem Kochbuch: Mexikanische Feste, Die Fiestas der Frida Kahlo.

Und ein kanarisches Kochbuch habe ich irgendwo, wo man mojo rojo machen kann und ähnliches. Das Gofio kann man sich tatsächlich von Teneriffa bestellen, sowie den Kaffee, der da viel besser schmeckt, in einem Kanarenshop. https://kanaren-shop.com/einkaufen/

Das ist doch toll, ich habe jedoch das Glück, dass meine dort lebende Freundin bald zu Besuch kommt. Am liebsten habe ich den rosa Pfeffer, den ich mal selbst von dem schönen großen Baum pflücken konnte. Das ist mir etwas wert. Das ist ein Wert.

Bücher

Schon wieder kam ich mit einem ganzen Stapel interessanter Titel aus der Bücherhütte..auf dem Weg vom Steinzeitdorf, wo der Sommer eingezogen ist. Schon bald beginnt das Steinzeittreffen der experimentellen Archäologie, wie jedes Jahr. Lesen, zwischen den Gartenarbeiten, wenn der Rücken nicht mehr mitmacht, aber entfernt mich auch aus dem Hier und Jetzt, wenn es mich wirklich einfängt. ja gewissermaßen gefangen bin ich dann in einer anderen Zeitschleife. Aber auch hier will ich nicht alleinig gefangen sein, mich immer auch in anderen Realitäten bewegen, nur nicht zuviel…

Die Erdung nicht verlieren, ist wichtig. Manchmal langweilig. Ja, früher habe ich mir so viel Zeit immer gewünscht. Sie ist das größte Geschenk! Unverbaute Zeit, unverbaute Aussicht, nur die Zukunft ist natürlich begrenzter als früher…das heißt, die Träume müssen sich anpassen und kleiner werden…Manchmal gehen sie mir auch ganz verloren. Keine Ziele mehr. Tägliches Versorgen der Lieben, was soll ich kochen, naja ich kann ja drüber schreiben, aber sonderlich interessant ist das vermutlich nicht. Ich müsste reisen. Neu hingucken. Dänemark ist so nah. Aber mit dem Hund ist es nicht so gut….man hört, die sind da sehr rabiat, falls mal was auffällt. Einer Frau, die im Krankenhaus war, haben sie drei Hunde eingeschläfert. Auch ist unser Hund auf der Liste gefährlicher Arten,…

Meine Nachbarn haben zwei neue Tierschutzis, jung, es bellt die ganze Zeit! Das macht aber nichts, der Abstand ist groß, man sieht nichts durch die vielen Bäume, und es krähen auch Hähne und Lämmer nach ihren Müttern…

Das Meer der falschen Schuhe

Wenn ich einen Roman schreiben könnte, dann würde er vielleicht so heißen. Das erinnert aber möglicherweise zu sehr an Aschenputtel. Ich denke dabei an all die Schuhe, die ich nicht trage, seit ich vor einem halben Jahr die Barfußschuhe entdeckt habe. Ich will nichts anderes mehr.

Selbst die vom Flohmarkt, zwei Nummern zu groß, sind bequemer und besser.

Nun, oder der Roman könnte heißen: Der Erzähler. Gibt es vielleicht schon. Es ist mir ein Rätsel, wieso ich die erzählten Geschichten in Büchern und Filmen verschlinge, wenn mir aber ein Bekannter auf der Straße begegnet, der nicht mehr aufhört zu reden, dann sind sie mir ein Greuel.

Ein guter Erzähler! Ein Lehrer, natürlich, und Liedermacher. Jeder kennt ihn hier. Man will nur all die Geschichten nicht so ausführlich…Ich war also in Friedrichstadt um die Ecke, wo Pulks von Touristen unterwegs sind und mit den kleinen Booten durch die Grachten kutschiert werden.

Guten Kaffee gibt es im Cafe Boenchen, obwohl ich denke es müßte Cafe Boehnchen heißen. Von Bohne. Diese kleine Stadt hat auch einen wunderbaren Buchladen, die Buchhandlung Stümpel, gemeinsam mit dem Wunschbecher, der Keramikstube.

Warum das Haus nebenan leer steht, habe ich nicht gefragt. Da scheint es ein Problem zu geben, denn um die Märchenstadt zu erhalten, sind hohe Denkmalschutzauflagen nötig, und viele der kleinen Häuser- wirklich klein! – sind schon Ferienwohnungen geworden. Man lebt da auch auf dem Präsentierteller. Halt, das wollte ich doch gar nicht erzählen. Ich bin ja fast so schlimm wie der Bekannte…

Ich habe mir nämlich ein Buch gekauft, ein neues! Deshalb gehe ich lieber selten in diesen Laden.

Es heißt “ Yoga Town“, von Daniel Speck, und es geht da um eine Indienreise zur Hippiezeit. Ich berichte nach dem Lesen.

Nun, ich war später da, die Hippies waren noch da. Ich konnte das Buch jedenfalls nicht liegen lassen. Zweimal war ich in Indien, doch das führt jetzt zu weit…

Medizinrad

Gerade am Samstag nahm ich an einem workshop teil, in dem mit Hilfe des Medizinrades und der Geburtsdaten , mit inneren Reisen noch wichtige Themen bewusst werden und wenn möglich auch bearbeitet.

Da kommt es also: Das Schuldthema. Vielmehr das Schuldgefühl-Thema, das ich ständig mit mir herum trage und welches mich dazu bringt, viel für andere zu tun, mehr zu geben als zu nehmen, – was wiederum anderen Schuldgefühl erzeugen kann…

Bei kranken Tieren ist es so eine Sache: Ich bin hilflos, doch aus Erfahrung ist es meist der Tierarzt auch. Er tut nur anders und es kostet viel Geld, zu wissen, warum man jetzt nichts mehr machen kann.

Gestern sah ich dann noch einen guten Film, “ Die Tote vom Jakobsweg“, in welchem das Thema Schuld eine große Rolle spielte. Besonders das katholische Umfeld in Santiago de Compostela war meisterlich dargestellt, ein interessanter Ort für so einen düsteren Film. Zwar mit deutschen Schauspielern, doch gut gemacht. https://www.tittelbach.tv/kritiken/die-tote-vom-jakobsweg/ (Echte spanische Filme thematisieren oft Dramen, familiäre Dramen, und es kommt dem sehr nah)

Auch auf dem Jakobsweg zu pilgern, ist für viele ein Weg um Vergebung zu bitten und kann mit echter Schuld einhergehen. Aber wie lässt sich diese definieren. Selbst wenn uns von Kindheit an Schuldgefühle antrainiert werden, sicher ist das mit narzisstischen Elternteilen, dann haben diese auch nur bedingt Schuld- wenn sie ihre eigenen Schuldgefühle komplett nicht ertragen können und sie projezieren nach Außen. Sie wissen es nicht und lernen es nicht.

Wir haben nun beschlossen, die Medizinradreise zu einer Jahresgruppe zu machen, eine gute Gelegenheit, viele Aspekte über die Steine zu beleuchten und sich zu kennen. Der Steinkreis ist in der Ponywiese eingelassen. Die Gastgeber machen selber mit, unermüdliche coworker für unsere Gruppen.

Sogar eine Jurte wird nun angebaut.

Das Bild vom dem Büchlein entspricht nicht ganz dem unseren Rad, ist aber ein schönes Zusatztool.

Dein persönliches Indianerhoroskop„, Kenneth Meadows, Flechsig, 2004. Wir arbeiten auch noch mit dem Aszendenten. Die Struktur wird hier gut erklärt und wunderschöne Illustrationen machten einen Klassiker daraus.

Buch: Bücherberge

Der diesjährige Dorfflohmarkt- wir sind ein sehr kleines Dorf- ist gelaufen. Mit einem Freund radelte ich durch die Straßen, es zieht sich längs weil soviele Wiesen, Pferdehöfe und ein freilaufender -Hühnerstall dazwischen liegen. Und nun ziert ein sagenhafter Stapel von 13 ungelesenen Büchern mein Heim! Ich bin schon dabei, und erfreue mich an einem Klassiker des Krimis, zumindest ist er so geschrieben, er spielt in Paris, ist von einer Frau und erinnert mich an Fred Vargas, die Meisterin des Pariskrimis. „Kommando Abstellgleis“ Ein Fall für Kommissarin Capestan, von Sophie Henaff ,Penguin Verlag. 2018 .Es gibt sogar einen zweiten Band. Also gar nicht alt, aber es vermehrt die Riege verrückter, versoffener und anderer Außenseiterpolizisten, die hier in einer Einheit zusammenarbeiten sollen, bzw. einfach aus dem Weg sein.

Sonderlinge sind schon die Lieblingsprotagonisten aller Romane, nicht wahr. Was wäre auch langweiliger als das normale. Das allerbeste Buch überhaupt, tief zu Herzen gehend, ist mir ausgeliehen worden von einem sehr sensiblen Freund: „Für Polina“ von Takis Würger, in dem es eben um einen hochsensiblen Pianisten geht, aus dessen Sicht die Welt eben nicht einfach zu bewältigen ist, und die Liebe…einfach wunderschön zu lesen, sprachlich auch, und niemals nullachtfuffzehn. Dabei dachte ich erst, oh nein, so was Schweres will ich jetzt nicht….

Doch dann ist es seltsam, dass ich die beiden Bert-Hellinger – Bücher, die ich schon kenne und lange studiert habe, enorm interessant finde, und mir wieder zulegte! Eine Seltenheit, doch bei der Praxis einer Rückentherapeutin zu finden. Sie drehen sich immer um schwere Schicksale, und ungewöhnliche Lösungen. Das ist alles alt, Hellinger ist verstorben, aber ich denke, seine Saat ist aufgegangen.

„Ordnungen der Liebe“, Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Knaur, 2001

Zweierlei Glück“ von Gunthard Weber Hrsg., Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers,Auer,2001

Ja, die Themen der meisten Romane sind menschliche Verwicklungen, Entwicklungen und vor allem Bewältigungen von Schicksal. Über jedes Dorf könnte man vermutlich einen spannenden Roman schreiben. Wenn ich denn die Ausdauer hätte.

Buch: Das rote Adressbuch

Roman, Sofia Lundberg, 2018

Es ist eines der vier Bücher, die ich heute mitnahm in unsrer Büchertausch-Ecke. Ich las es noch nicht.

Ebenso wie zwei weitere ist es ein Buch von einer Frau, in Ich-Form geschrieben. Einmal schwedisch, einmal italienisch, einmal norddeutsch. Das Ich macht es irgendwie wahr. So persönlich. In ein Ich kann ich mich besser hineinversetzen als wenn da ein Name steht. Ich las ja so gern Tagebücher, von Anais Nin, von Simone de Beauvoir, ganz früher. Das waren meine role models, meine influencerinnen, aber sicher. Als hätte es das nie gegeben…

Das vierte Buch ist ein Tagebuch, das es in sich hat. Die Aufzeichnung einer wahren Entführung auf den Phillippinen.

Buch: Schwester

Roman, von Mareike Krügel, Piper 2021

Der Titel , das Wort allein bewirkt schon etwas in mir. Ich habe eine Schwester, fast gleich alt wie ich, seit Jahrzehnten. Und mittlerweile ist sie natürlich einer der ganz wenigen,Menschen, die mich so lange kennen. Die soviel gemeinsames erlebten, aber es anders erlebten. Wir sind verschieden, so wie die Schwestern in Mareike Krügels Buch.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz, es geht um nicht weniger als die Frage, was ist das Richtige zu tun, und warum wählt man eine Art zu leben. Hat man immer die Wahl? Eine sehr herzerwärmende Entwicklungsgeschichte in der auch Fragen offen bleiben dürfen.

Ich erzähle nicht den Inhalt. Ich habe bemerkt, dass viele Rezensenten dies tun, es nimmt aber etwas weg. Es nimmt der Handlung ihren Lauf, ihre wunderbare Sprache, den Humor und noch viel mehr. Nur so viel: Da es sich bei einer der Schwestern um eine Hebamme dreht, die Hausgeburten betreut, ist dieses Buch auch für alle interessant, denen dieses Thema ein Anliegen ist. Ich würde sagen, alle werdenden Mütter oder solche , die es werden wollen. Ich bin keine Mutter, aber ich hörte von diesen Geschichten anderswo auch, es ist ein wichtiges Thema!

Von dieser Autorin aus Kiel – ganz nah- möchte ich mehr lesen und zum Glück gibt es auch noch mehr Romane aus ihrer Hand. Freier werden von den Ängsten, die so viel im Leben unbewusst bestimmen, davon kann man nie genug bekommen.

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