Bücher

Ich habe heute einen Buchpodcast entdeckt, https://www.ardaudiothek.de/episode/buecher-ohne-gedoens-der-buchpodcast-mit-miriam-pede/warum-gehoert-in-bredstedt-der-platz-in-der-sonne-nicht-den-buechern/ndr-1-welle-nord/13888443/

Das ist schön, weil da kleine Buchläden in Schleswig-Holstein besucht werden, mitsamt den interessanten Büchern. Neulich schrieb doch jemand, sie habe sich vorgenommen, 75 Bücher im Jahr zu lesen. Das kam mir ungeheuer viel vor. Und nun musste ich überlegen. Bei 2 Büchern in der Woche sind das ja schon hundert Bücher! Die habe ich vermutlich geschafft. Aber viele davon vergesse ich auch gleich wieder. Wie einen Film. Und schreiben will ich über die wenigsten. Und die lese ich auch gar nicht so schnell. Das schönste Buch dieser Woche ist von 2005, „Willkommen im BLUE MOON CIRCUS“ von Michael Raleigh, Hoffmann und Campe. Aus dem Büchertausch.

Die Geschichte hat mich wirklich mitgenommen, aus der Sicht eines kleinen Waisenjungen, der 1919 in einem Zirkus aufgenommen wird. Die damaligen Gegebenheiten werden schonungslos erzählt, die Armut und das Reisen durch die amerikanischen Staaten. Wundervoller Humor und die Erlebnisse lassen einen bis ans Ende nicht los! Schon als Kind war mir natürlich Zirkus ein Sehnsuchtsort, für dieses Kind war das erst nicht so. Aber Zirkus ist Leidenschaft der Beteiligten selbst, die alles in die Vorstellung geben und wissen, welch eine Rolle es spielt, für jene kleinen Städte , in denen die Leute kaum eine Abwechslung kennen. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen!

Und doch ist das ja erst hundert Jahre her. Hätte man sich das „Heute“ vorstellen können? Können wir uns die Welt in hundert Jahren tatsächlich ausdenken?

Darum geht es in manchen Projekten, wie können wir eine lebenswerte Zukunft manifestieren, und doch hakt es da ein wenig in alten Vorstellungen und Mustern, aus denen heraus zu denken etwas schwer ist. Dann werden erst mal wieder die ganzen Hindernisse aufgezählt, das Negative was alles weg soll…vielleicht ist das eben ein Lernort, die Erde ein Schulplanet…und erst mit der Auseinandersetzung kann man in das „bessere“ finden. Oder vermeintlich bessere. Wie viele Philosophen und Ideologen haben das schon gemacht! Aber wurde es besser?

Ich glaube, es wurde enorm vielfältiger, das Leben und manches Mal auch wie ein bunter Zirkus, zu dem luftige Nummern und schwere Wagen gehören, Menschen die alles zusammenhalten und natürlich der Zirkusdirektor.

Es ist leichter, es so zu sehen: als Vorstellung, die einmal endet und wir staunen und spenden Applaus.

Buch: Die Spuren meiner Mutter

von Jodi Picoult, Bertelsmann 2016

Das ist das schönste Buch, welches ich in diesem Jahr gelesen habe. Und ich habe viele gelesen! Vielleicht ist auch gerade mein Herz so offen, dass eine Geschichte über Trauer tief ankommt und ich sie annehmen kann. Über Trauer? Nun ja, über Elefanten und Mütter, Elefantenmütter, die mich so berührt haben, und eine Elefantenforscherin, die deren Trauer erforscht, wenn eins ihrer Kinder stirbt.

Man kann es gar nicht so einfach sagen…Die Sicht verschiedener Personen wird in den Kapiteln erzählt, mehr und mehr entrollt sich die Wahrheit, über der ein dichter Schleier liegt. Man beginnt, sie ins Herz zu schließen, und wünscht sich die bestmögliche Lösung, und auch dass die Hellseherin, die ihre Gabe verlor, wieder sehen kann….Und dass es den Elefanten gut geht….man erfährt da wirklich sehr viel Wahres über diese Riesen, nicht nur schönes über ihr Leben unter den Menschen.

Und auch über Verstorbene, die nicht wissen, dass sie tot sind. Davon gibt es einige, davon gehe ich aus und finde es ein wunderbares MIttel, welches in diesem Roman genutzt wird, auch erklärt wird, wie die Kommunikation in solchem Falle aussehen kann.

Das hört sich merkwürdig an? Nun, merkwürdig, lesenswert, bedenkenswert und zu Tränen gerührt mochte ich das Buch gar nicht beenden. Doch- im Original heißt es „Leaving Time“, und das sagt es viel besser. Wenn eine Elefantenmutter tagelang über ihrem Jungen getrauert hat, kommt die Herde, um sie wieder zum Leben zu bewegen und zu unterstützen. Wenn es genug ist, dann ist die Leaving Time, dann wendet sie sich wieder der Gemeinschaft zu. Vergessen wird sie nie.

Mich hat es tief beeindruckt, dass die Elefantenfamilie an den Knochen erkennt, wer von ihnen der Gestorbene war und diesen sowie auch fremden Elefantenknochen die Ehre erweisen und diese mit dem Rüssel streicheln.

Kunst auf dem Land

Am Wochenende gab es viel zu bestaunen, Flohmarkt ist ja immer irgendwo und diesmal erstand ich einen Mittelalterumhang für den Freund. Die für Männer sind nämlich nicht ganz lang, und er hat eine Zipfelmütze weil für Elfen gedacht. Es findet in der Stadt Heide regelmäßig ein großes Mittelalterevent statt, dieses Jahr waren wir nur zu Besuch in der Arche Warder, wo Freunde lagerten, und er hatte nichts richtiges anzuziehen.

Dann gibt es in diesen Wochen den jährlichen Kunstgriff, bei dem Künstler der Region Ausstellungen machen und einiges andere mehr.

http://KUNSTGRIFF 30/2024: Skulpturengarten in Hägen 14. September 2024 – 14:00 – 19:00 Uhr Veranstaltungsort: Atelier Elke Schadwell, 25779 Hägen, Dorfstraße 9 Veranstalterin: Atelier Elke Schadwell, Dorfstraße 9, 25779 Süderheistedt-Hägen, Telefon: 04836/1231, Mobil: 0152-02792195, E-Mail: Schadwell@web.de, Internet: www.elke-schadwell.com

Diese schöne Ausstellung von Elke Schadwell habe ich besucht und bin sehr begeistert. Ich kannte Elkes Atelier schon, es befindet sich zwei Dörfer weiter. Der Garten ist wie eine große Parkanlage, mitten in einem Dorf mit Kuhställen und Biogasanlagen, ist ja klar, dass diese Leute aus der Stadt zuzogen. Und in diesem Garten wiederum die kleinen wundersüssen Figuren, die sich wie Naturwesen einfügen und ganz sicher sind diese ebenfalls entzückt von dem Raum, der ihnen hier gegeben wird.

Wir aus der Stadt haben einen anderen Blick für die Umgebung als die Menschen, die hier aufwachsen. Mit der Zeit versteht man das auch, denn sie sorgen für Ernährung und müssen unglaublich vieles im Blick haben. Manchmal ist auch jemand dabei, der hellsichtig ist, und die Naturwesen erkennen kann, wie mein früherer Geomantielehrer Hans Hansen aus Nieby an der Geltinger Bucht, der 40 Jahre lang Biobauer war, bis er sich mit über 60 entschloss, sein Wissen weiterzugeben und Geomantie zu unterrichten.

Wenn Städter zuziehen, machen sie erstmal alles falsch. Die Jahreszeiten kennen, die einzelnen Elemente, und sich langsam eintunen, das braucht Zeit.

Ob diese Künstlerin an die Naturwesen wirklich glaubt, weiß ich nicht, aber – sie werden sichtbar in ihrer tiefgründigen Arbeit.

Die Lesung von Heiner Egge im Atelier war gut besucht und wurde von der Trommelgruppe im Garten eingerahmt. Aus „49 Geschichten“ las er vor .

Lese langsam

Das ist leichter gesagt als getan…Ich bin einfach zu schnell geworden. Besonders wenn ein Buch so spannend ist. So ging es mir mit “ Das Ritual des Wassers“ von Eva Garcia Saenz, einer Spanierin, die eine Trilogie von Krimis schrieb, in sehr schöner Sprache schrieb, welche in der alten Stadt Vitoria im Baskenland sich zuträgt. Der Krimi ist zugleich ein Füllhorn von historischem Wissen und eine Reisebeschreibung, und auch etwas fantasy fehlt nicht. Ich bestellte gleich den nächsten Band…aber, wegen der Kürze des Vergnügens will ich es mir schwer machen: Ich bestellte ihn auf spanisch, und – weil ich jedes dritte Wort nachsehen muss, ebenfalls auf deutsch. Nun sehen was passiert.

„Los Senores Del Tiempo“ ist um ein Drittel dünner als die deutsche Ausgabe, dafür ist der Name der Autorin viel länger, nämlich Eva G.a Saenz De Urturi und das ganze nennt sich Trilogia de la Ciudad Blanca.

Nun ich fürchte lesen und lernen sind zwei verschiedene Tätigkeiten…das Gehirn macht sie nicht zusammen…Ich war im Englischen schon mal so weit, dass ich nicht mehr übersetzte, sondern direkt auf englisch dachte. Das Spanische lernte ich erst vor ein paar Jahren und es verblasst schon wieder, weil nicht im Gebrauch. Ich muss es laut lesen! Macht ja nichts.

Buch: Das Super Geniale Rezept Der Lois Clary

von Robin Sloan, 2019, Heyne

Bücher um gutes Essen! Der zweite Roman, welchen ich las, war „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ von Petra Hülsmann, Bastei Lübbe, 2016. Ein bisschen das übliche fürFrauenbuch, welches ich an einem Tag durch habe und wo man Lust auf schönes Essen bekommt. Dieses hatte die etwas vorhersehbare Liebesgeschichte wie man es von den leichten Komödien kennt. Naja, Glück ist wenn man trotzdem liest….

Und das Buch, in dem es um Sauerteigbrot geht, ist so absolut schräg und wunderbar, von einem Mann geschrieben, aber in der ichform als Frau. Hier gibt es einfach nicht dieses Liebestralala. Diese Frau ist – wie eigentlich immer in diesen Büchern- ebenfalls schüchtern, zurückgezogen, und so weiter, und wie immer wandelt sie sich und wird zu einer selbstbewussten Persönlichkeit aufgrund eines Zufalls, eines Impulses der von außen kommt und das ist in diesem Fall das Sauerteigbrot.

Im anderen Buch ist es der Koch…Wir sehen hier einen Weg des sozialen Miteinanders, der ganz unterschiedliche Menschen vereinen kann. Das amerikanische Buch befasst sich auch mit dem fastfooddilemma, aber alles in lustiger Form und ich sehe ein, dass diese Bücher für viel jüngere Menschen geschrieben sind. Es geht um die Frage von Lebendigkeit, und das kann auch auf Nahrung zutreffen. Das hört sich seltsam an….aber der Sauerteigansatz lebt…

Es wäre schade, zuviel zu erzählen. Das Vergnügen liegt in der Würze.

Und da ich gestern einige Zuccini aus heimischer Überproduktion geschenkt bekam und auch noch ein sehr gutes Öl, gab es ein Kochvergnügen. Besonders verwandelt hat mich das nicht, denn gutes Essen ist mir schon lange eine Freude, auch wenn es nicht teuer sein muss. Auf dem Land da kann man Eier von Freunden kaufen und andere Festlichkeiten.

Es w

Buch: Junge Frau,am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

von Alena Schröder, Roman, dtv,2021

Eben sah ich noch, dass in einem anderen blog ein zwei Künstler als Magier und Wortmagier bezeichnet wurden. Und ja, das sind sie auch. Auch diese beiden, die ich hier gerade gelesen habe. Dieser Titel erlaubt sich ein Bild vorzustellen. Und mit dem Bild im Kopf möchte man mehr wissen….

Das andere Buch: „Das Leben kleben“ von Marina Lewicka auch dtv , von 2010 hat eine verwandte Thematik, nämlich das Auftauchen von jüdischer Vergangenheit im Leben von jüngeren Menschen, die bisher nie damit zu tun hatten. Und somit Schicksale, die bis in die Gegenwart reichen, aufgerollt werden und uns erinnern. Die ganz persönliche Betroffenheit der jungen Frauen, die diese Leben aufdröseln und verstehen wollen, bringt die Geschehnisse viel näher als jede Dokumentation.

Wir Älteren haben noch viel in der Schule gelernt darüber, doch das scheint gar nicht mehr so zu sein.Ich erfuhr hier auch noch einiges, was ich nicht wusste.

Auch ist das zweite Buch ja kein deutsches, sondern man befindet sich in London, wo es so manches Flüchtlingsschicksal gab und gibt, und diese sich verzahnen. Dazu sind die gegenwärtigen alltäglichen Probleme gar nicht unwichtiger , denn auch sie drehen sich um Bindungen, Zuhause und Heimatgefühle.

Diese Bücher sind schön und gut, was heißen soll, dass sich ernsthaftes auch wunderbar lesbar darstellen lässt. Gute Bücher sind ja eher die, die schwer zu lesen sind, hier ist das aber anders. Es ist die Kunst der Wortmagierinnen, es auch schön und witzig und traurig zugleich zu machen und ein versöhnliches Ende zu finden.

Phantastisch

Der Flohmarkt ist wieder einmal fantastisch, das Wetter dazu ebenfalls und ich war froh, dass ich nach anfänglichen Schmerzen wieder gerade stehen konnte und los. Denn gestern haben wir einen Hänger voller Brennholz abgeladen, wobei mein Freund noch drei Stunden sägte. Tanzen gehen konnte ich danach nicht mehr, trotz Weltmusikfest, wir lagerten vor dem Bildschirm mit einem tollen alten Sci-fi namens „12 monkeys“. Und den kannte ich noch nicht. Sind die älteren Filme nicht doch die besseren? Ich habe überhaupt noch nie den hier ganz jungen Brad Pitt in einer derart guten Rolle gesehen. Auch wenn es durch die chaotische Wirrnis ziemlich anstrengend war.

Das kann man vom Flohmarkt auch sagen. Es ist eine gute Übung. Nach etwa eineinhalb Stunden hatte ich nicht mal die Hälfte gesehen, aber meine von mir erlaubten 30 Euro ausgegeben. Es wurde auch sehr warm. Der größte Marktplatz – äh Deutschlands?- nämlich befindet sich in Heide. Schattenlos. Und die Phantastische Literatur-Reihe, herausgegeben von Jorge Luis Borges in 30 Bänden, die kannte ich auch noch nicht. Fünf davon fanden sich in einer der vielen wirklich vielen Büchergrabbelkisten, und dann mit diesen wunderschönen Buchcovern gestaltet, für 50 cent das Stück. Das bei jungen Leuten immer, die nicht so den Wert erkennen, oder jegliches Interesse daran. Tatsächlich hatten sie sonst Titel wie Yoga für Doofe, oder Kochbuch für Doofe. Die besseren Dinge werden von älteren Damen verwaltet, die frisch frisiert und blondiert wissen, was ihre Kleidung wert ist. Und der Schmuck und so weiter.

Im Moment sind die Kunstpelzmäntel der vorletzten Saison überall im Angebot, auch viel Lederjacken, oder unechte. Und so unglaublich witzige und spannende Dinge, von deren Existenz man nicht mal in Jahrzehnten geahnt hatte. Wie in der fantastischen Literatur Südamerikas, die ich schon lange liebte.

Buch: Krimi oder Roman

Natürlich ist auch der Krimi ein Kriminalroman. Und auch, wenn er meisterlich geschrieben ist, was nicht immer der Fall ist, so folgt er einem Rezept. Das Geheimnis ist dann eben die Würzung beziehungsweise die Differenziertheit und, nach meiner Sicht, auch die Verteilung von Gut und Böse in nicht eindeutige Kategorien.

Und das ist meisterlich gelungen im Roman: Die Fotografin, von Anne Chaplet; Verlag Antje Kunstmann. Auf dem Buch steht Roman, und nicht Kriminalroman. Hier wird in einer ganz einfachen verschachtelten Geschichte die Thematik von Opfer und Täter mehrfach auf den Kopf gestellt. Das gefällt mir. Denn das ist etwas, was ich in der Weltgeschichte auch sehe. Die durchaus eine Rolle spielt.

Das Rezept des Üblichen langweilt sowieso. Wer einmal mehrfach an Familienaufstellungen teilgenommen hat, wird erkennen. Diese folgen ebenfalls einem Rezept, Konzept, da wird die Geschichte von allen Seiten beleuchtet, mehr noch: Sie wird erlebt. So ähnlich stelle ich mir das in einem guten Buch auch vor. Ich erkenne jedenfalls, dass Gerechtigkeit an sich ein Konzept ist, welches nicht immer wahr ist. Und dass ich, die ich so unter Ungerechtigkeit litt, oft extrem rechthaberisch wurde, in dem Wahn , gesehen werden zu wollen mit meinem Schmerz. Da vergass ich auch das Vergeben und litt so weiter….

Diese wunderbare Buch war das Einzige, welches ich auf dem Dorfflohmarkt fand, ein Nachbardorf im Norden mit wunderschönen Gärten und Garageneinfahrten, auf denen viel Kinderspielzeug und Babykleidung ausgebreitet lag. Fast passte das Dorf noch in den Roman, der auf einem französischen Dorfe stattfindet, in dem Jeder Jeden kennt.

Hier ist das so, dass man mich nicht kennt, sondern die Vorbesitzer meines Hauses, fast wie im Roman, und dann bin ich auch noch Fotografin….Ich wohne bald 10 Jahre hier, das ist nichts, wenn sich alle aus der Schule kennen. Ich will auch nicht jeden kennen, um Himmels Willen niemals!

Ich kenne ein paar ganz schräge interessante Leute, und die machen Musik und so, von denen kennt man dann die Mütter oder so. Die sich dann auch schon Jahrzehnte kennen, und ich bin froh dass ich daran teilhaben darf.

Krimisucht

Machen Krimis süchtig? Das kommt darauf an, ob sie gut sind…also ich denke, möglich ist das. Ich las in letzter Zeit einige, doch lieber sind sie mir, wenn sie auch lustig sind. Überhaupt liegt das nur an diesem unmöglichen Regen, und all that I want is drei Wochen Sonne hintereinander.

Sonne verändert alles, das gesamte Bewusstsein….wobei ich das den Drogen nicht zugestehe, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr nehme, aber ich beobachte das: die angebliche Bewusstseinserweiterung findet da ganz und gar nicht statt. Wenn schon, dann eine Wahrnehmungsverschiebung, das ist ja nicht das gleiche. Ebenso bei vielen spirituellen Angeboten: sie berühren Emotionen. Und wo alles beides geschieht, das ist Musik….für mich oft ein Sprung in andere Zustände, die der Körper erinnert. Und daher bin auch ich durch alte Musik manipulierbar. Gern habe ich das selbst in der Hand und lasse mich nicht den ganzen Tag von Radiosendern bedudeln, die für Oldies wie mich gemacht sind, mit weichgespülter Wohlfühlmusik. Im Moment stehe ich auf Krautrock.

Zum Krimi, den ich gerade genoss: Achtsam morden im Hier und Jetzt, von Karsten Dusse. In einer wahnwitzigen Geschichte wird da eine durchaus ernsthafte spirituelle Suche geschildert, wie sie viele von unseren Zeitgenossen durchlebten. Ich wurde erst viel später dazu inspiriert, denn ich war ja schon süchtig, als die anderen zu solchen Sekten gingen. Wenn man sie so nennt. Zu einer Sekte wäre ich niemals geeignet gewesen. Zu Abhängigkeit sehr wohl.

Ich weiß noch, wie mich eine neue Nachbarin fragte ob ich eine Katzenzucht hätte- ob der Anzahl meiner Haustierchen- und ich verstand jedes Mal: Haben Sie eine Katzensucht? Oh weia, ich wusste keine Antwort…wie peinlich.

Ich bewundere manche Schreiberinnen, wie sie persönliche Umstände zu schildern vermögen und ihr Inneres darlegen, was vielleicht nur durch Anonymität möglich ist. Und dadurch auch etwas geben, denn man erkennt sich durchaus wieder und nimmt Anteil. Ich mag nie so viel aus meinem früheren Leben darlegen, mein jetziges Leben ist ausnahmsweise einmal ausgeglichen und das trotz der fehlenden Sonne. Katzen sind nur noch drei! Bücher umso mehr, und das Lesen an sich macht etwas- es nimmt mich raus aus der alltäglichen Situation, die mich oft überfordert- viele Leute, viel Kommunikation und Eindrücke, die ich nicht verarbeiten kann. Ahnlich wie fotografieren- es schafft genügend Abstand um als Beobachter teilzunehmen. Aber natürlich gehe ich trotzdem zu den Stadtfesten, Konzerten und Partys! Der sogenannte Sommer ist so kurz und vollgepackt mit schönen Gelegenheiten! Draussen! Die Musikantenbörse in Garding ist wieder „on“, „live“, und ich kam in den zweifelhaften Genuss, die sogenannte „Scheisskapelle“ zu erleben, wobei man sich wie nach Mallorca (ohne Sonne) versetzt fühlt, die Massen jubeln, sie formieren sich zur Polonäse und dann hört auch bei mir der Spass auf…

Morgen darf ich wieder ein paar bands miterleben, ein echte Geschenk! Denn die Musiker sind echt, sie spielen aus Leidenschaft. Und ich habe gelernt, das alles ganz nüchtern mitzunehmen und mich von Musik verzaubern zu lassen.

Buch: Neue Beute

Das Buch heißt nicht so..Die „Beute“ bezieht sich auf meine neuen alten Fundstücke aus der Bücherhütte. Und zwar besonders erfreut hat mich hier der Märchenband mit den wunderbaren Illustrationen. Zwei ähnliche Bände habe ich schon, und ich erinnere mich dass damals die tschechischen Illustratoren als die allerbesten galten. Damals studierte ich selbst Grafik-Design und wurde nie eine solche, seither hat sich viel geändert. Doch auch die Geschichten sind es wert und ich kann wohl nicht anders, ich werde älter und halte es mit Klassikern und traditionellen Werten- aus meiner Jugend. So mit der Musik, wir besuchten ein Wochenende lang ein kleines Bluesfestival mit Gleichgesinnten. Da fühle ich mich wohl.

Mit den Optionen hier bin ich nicht so vertraut, ich kann neuerdings kein Beitragsbild mehr einfügen. Dafür ein Bild des ganzen Stapels, der hier nun zu lesen ist. Die rechte Seite sind solche, die schon lange bei mir, von verehrten spirituellen Lehrern stammt, Tenzin Wangyal Rinpoche und Lama Anagarika Govinda, die entscheidend halfen, mein Weltbild zu stärken.

Links sind die Romane und Skandinavien ist stark vertreten: Yrsa Sigurdardottir: „Das gefrorene Licht“, Island; Jan Costin Wagner: „Eismond“ spielt in Finnland, Ebba Ibbotson: „Die Morgengabe“, in London; und „Zum Licht“ von Dr. med. Melvin Morse und Paul Perry ist überhaupt kein Roman, sondern über die Erforschung von Nähetoderfahrungen von Kindern, und das fand ich ungeheuer spannend, so dass ich es als erstes lese. Es ist allerdings keine leichte Lektüre. Weil- es ist wahr. All diese Kinder gab es. Das Buch ist nicht mehr neu aber so hoffnungsgebend.

Das Leben nach dem Tod betrachte ich als Selbstverständlichkeit, siehe Lehrer auf der rechten Seite, ob mir Gott dann begegnet sei dahingestellt. Bücher überleben ihre Autoren, wenn auch in der Schenkhütte, wo jemand offenbar mal wieder den Nachlass einer Person meiner Generation entsorgt hat.

Als nächstes bestellte ich sogar ein relativ neues Buch, aus gegebenem Anlass, nämlich möchte ich wieder mehr wissen von Sibylle Berg, an deren Namen ich mich wohl erinnere…schrieb sie nicht mal in der „Brigitte“ und ist mir als schräg in Erinnerung, und hochintelligent, (was man von der Zeitschrift weiß Gott nicht sagen kann, so mainstream ist schon peinlich) und mich interessiert, was Frau Berg in den nächsten Jahren aus der Zeit bei der EU in Brüssel machen wird…

Mainstream ist ohnehin langweilig, die wahren Denker leben in Nischen, und abgelegenen Ecken, ich fürchte das ist immer so. Doch gut, wenn es Verlage für sie gibt. Oder wordpress. Oder womöglich Parteien…

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