Buch: Freiheitsgeld

von Andreas Eschbach, 2022 Lübbe

Das Buch ist ein science fiction Roman, da er in der Zukunft von 2064 spielt. Er zeigt eine durchtechnisierte und überwachte Gesellschaft, in der das bedingungslose Grundeinkommen zum sog. Freiheitsgeld umbenannt wurde, und vielen Leuten der Sinn abhanden gekommen ist. Es handelt sich um eine sehr wahrscheinliche Zukunft, meiner Meinung nach. Die Handlung findet in Deutschland statt, und entgegen den amerikanischen narratives gibt es hier keinen Helden, der alle vor dem bösen System rettet. Es ist zu spät! Für uns könnte das ein deutlicher Hinweis sein, denn die Anzeichen gehen bereits in diese Richtung.

Bargeld wurde abgeschafft, die Autos fahren selbstständig-oder auch nicht, – und eine Arbeit zu finden ist ein Privileg, für das man einen hohen Preis zu zahlen bereit ist. Nun, ganz glaube ich nicht, dass solche Perfektion erreicht wird, und auch in jener Gesellschaft gibt es Wege, die Technik zu umgehen. Also der echte Freiheitswille der Menschen findet immer einen Weg, auch wenn es wohl nicht so viele Menschen sind, die es durchschauen und auch noch den Mut haben, sich gegen die, die angeblich es gut mit uns meinen, aufzulehnen. Ein bisschen Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Und der Roman ist spannend sowie kurzweilig zu lesen, hier schreibt ein Autor und nicht ein Sendungsbewusster .

Aufräumen

Gestern habe ich einen Aufräum-Ratgeber durchgeblättert. Magic Cleaning von Marie Kondo. Nun ja, sie ist Japanerin und sie hat vermutlich auch eine Zwangsneurose. Sie machte einen Beruf daraus. Doch ich erinnere mich sehr gut, in Japan geht man achtsam mit den Dingen um, und es ist üblich, schöne Dinge sparsam und kostbar zu verwenden. Mein Traum. Ich folgte ihrem Rat nicht, mit der Kleidung zu beginnen…aber ich sortierte drei Kisten Bücher aus. Wie komme ich zu 200 Büchern? Ich bin zu lange nicht mehr umgezogen. Dabei gebe ich die meisten eh schon weiter, in die Tauschhütten, zu Freunden. Leider gehe ich auch gern auf Flohmärkte, aber nicht zum Verkaufen. In Japan trägt man keine gebrauchte Kleidung, das hat mit dem Glauben zu tun, den Ehren der Verstorbenen. Darum ist die Ratgeberin so besessen vom Wegwerfen. Wenn man Platz hat, also solange man Platz hat, findet sich für all das erst mal eine Ecke. Das ist der Fehler. Und gebrauchte Kleidung ist so billig, dass sogar ich mir viel davon leisten kann.

Ich kenne ein paar echte messies, viel schlimmer als ich. Aber den Sammeltrieb habe ich auch. Wie meine Eltern. Besondere Steine, besondere Hölzer, Kristalle, Pyramiden, Kartendecks, eigentlich ist die ganze Wohnung ein Altar. Aber man verstopft sein Leben…mit Erinnerungen. Das Interessante ist, dass mein Gedächnis nicht besser wird, ganz im Gegenteil. Es ist gar nicht mehr so wichtig, mich an alles zu erinnern. Es war nämlich zu viel.

Und ja, bei Dingen wie Schmuck und anderen, da ist schon Energie der Vorbesitzer drin, auch in den Häusern selbst, das ist ja eine der Aufgaben von Geomanten, die unschönen Seelenabdrücke und ähnliches abzulösen. Im feng shui-die chinesische Geomantie – ist auch für alles eine bestimmte Himmelsrichtung vorgesehen und nach Elementen sortiert. Es ist kompliziert, finde ich. Aber die Grundidee habe ich im Seminar von Sabine Wolf- Die dritte Haut- gelernt.

Flagge zeigen

Und das ist für mich die Flagge von Tibet.

https://www.arte.tv/de/videos/111739-000-A/tibet-china-das-stille-verschwinden/?utm_source=pocket-newtab-de-de

Eine gute Geschichtsdoku über das, was mit Tibet passiert ist. Eine ungeheure Tragödie, die kein Ende findet.

Dazu der Roman von Federica De Cesco: „Die Tochter der Tibeterin“, ausgesprochen realistisch, von 2004. Den ersten Band „Die Tibeterin“ las ich vor langer Zeit. Ich folgte tibetischen Lehrern des Buddhismus. Die Geschichte von Gewalt und Exil, von unbeirrbarem Glauben und Widerstand eines Volkes berührt mich tief, die Landschaft unvergleichlich. Als ich in den achzigern in Asien weilte, war es zum ersten Male möglich, nach Tibet zu reisen. Ich tat es nicht. Wer weiß. warum das besser war. Doch ich hörte die Geschichten von anderen Reisenden im Hostel in Hongkong, wenn diese zurückkehrten. Die Ersten. Ich las viele andere Bücher.

Buddhistin war ich erst später, ich glaube aber sicher schon in früheren Leben. Ich fand zu dem Karmapa, zu Zen und der Bön-Tradition. Ich las über versteckte Schatztexte, und den Ursprung von Zhangzhung vor 20000 Jahren. Der sehr schamanistische Ursprung. Auch einem tibetischen Arzt begegnete ich. Seit 2001 hängt die grüne Tara über meinem Bett.

Heute

Das Wochenende war sonnig und so war ich einfach unterwegs. Ich besuchte einen Flohmarkt, kam mit neuen Kleidern nach Hause, die ich noch nicht tragen kann, zu kalt. Dazu gleich vier Bücher von Federica DeCesco, deren erstes ich vor langer Zeit las und ich finde sie wieder großartig. „Die Silbermuschel“ gibt diesen wunderbaren Einblick in die japanische Kultur, wenngleich von 1996, und zugleich ist es thematisch das Schattenthema sexueller Missbrauch und seine Folgen. Und seine mögliche Heilung.

Zeitgleich läuft wieder ein onlinekongress über den Äther, einer von vielen, normalerweise finde ich dieses Format der Interviews ermüdend, zumal man sich vier davon täglich anhören müsste, wenn man nicht bezahlen will. Dann darf man 24 Stunden kostenlos hören. Es geht um weibliche Kraft und Musik, und das ein oder andere Neue gibt es doch kennenzulernen. Ilan Stephani muss frau einfach einmal hören, so direkt sie über die Verzerrungen der Sexualität in unserer Gesellschaft spricht, und zugleich niemals wertend. Ein channelmedium Andrea Stümpel fand ich auch spannend. Und dann sprach sie auch noch von meiner Herzensinsel La Gomera!

Im Garten war ich natürlich .

Das Alte

Ich bin ja nun alt. Und ich bin auch oft für das Alte. Ich freue mich über alte Bücher, und wenn ich eines finde von 1970, dann ist das ein Schatz. Eigentlich könnte ich „das Alte“ mit „Werte“ übersetzen. Ich  mag Klassiker, auch die Krautrockmusik von 1970. Es gibt so vieles, was ich damals gar nicht kannte. Da war ich ja auch erst 12.

Ich finde das Buch “ Gespräche mit Seth“ von Jane Roberts, nie gelesen, aber viel davon gehört.Und endlich die Gelegenheit, mich selbst zu überzeugen. Wertvoll ist mir das, weil so viele darauf aufgesprungen sind, auf den Zug, ohne die gleichen ernsthaften Absichten zu haben. Aber ich schätze die Kommunikation mit der geistigen Welt, mit Wesenheiten des Kosmos, um endlich einen Sinn zu entdecken. Um Identität zu erweitern. Und habe reichlich eigene Erfahrungen gemacht, nun, es gibt immer noch nicht mehr Menschen, die was davon verstehen. Zu viele lassen sich über den Tisch ziehen. Aber das gehört dazu, dass man aufmerksam wird, die eigene Fähigkeit entwickelt, ernsthaft. So lernt man auch. Ich werde es nun erst mal lesen, bis dann, Ky.

Bücher, Hunde, Eis

Carlos Ruiz Zafon: „Der Schatten des Windes“ hat mich zuletzt beeindruckt, ich kannte den Autor schon und der schafft es, einen so in die Geschichte hineinzuziehen, dass man nicht mehr aufhören kann. Zugleich war in meiner kleinen Welt so viel los, ich wurde 66 Jahre alt und wollte das feiern. Dann nahm ein Freund einen verwahrlosten Hund auf, den ich tagsüber betreuen darf. Eine gute Lösung, denn ich will mehr laufen und liebe Hunde. Meine Katzen aber eben nicht so….denen kann ich es nicht mehr zumuten, dass ein Hund ständig ihr Reich bewohnt. Der kleine Kater allerdings soll es lernen, dass er keine Angst haben muss. Ein anderer Hund, der uns oft besucht, hat kleine Kater zuhause, die mit ihm kuscheln. Doch mein Mäxchen spuckt und springt, wenn der Riese sich nähert. Aber Mäxchen wird selbst stetig größer und hat schon die ersten Mäuse gefangen! Er gibt mächtig damit an, wenn er sie herumschleudert, die toten. Fressen tut auch er die Spitzmäuse nicht.

„Bücher, Hunde, Eis“ weiterlesen

Das Vergessen

Ich werde immer vergeßlicher. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zu viele Sachen habe oder wenn ich unterwegs bin, so ziemlich alles dabei habe, was im Falle eines Falles wie Regen usw. benötigt werden könnte.

Jedenfalls – ich bin nicht die Einzige- werden nach einem workshop-Wochenende Unmengen von Dingen gepostet, die liegen geblieben sind. Diesmal brauchte ich vier Wochen, um zu merken, dass das tatsächlich mein Rucksack war, der da liegenblieb…Und wie es so ist; weil ich diesen abholte, machte ich einen Abstecher in meinen Lieblings-Steinzeitpark, und weil ich zu früh dran war, bog ich noch einmal zur Büchertauschhütte ab.

Es war bestimmt eine höhere Fügung, die mich genau an diesem Tag dorthin führte. Jedes Dorf hat andere Leser. Und hier standen die alten Bücher, vor allem immer Konsalik, den früher irgendwie jeder las, und heute nicht mehr. Henry Miller nahm ich mit, denn ich las den mal, als ich in den Augen meiner Mutter viel zu jung dafür war. Ja, ich kann es nachvollziehen. Aber ich war ja schon immer neugierig.

Das Buch, welches ich dann fand, machte mich sprachlos: Es war „Ich aber sage Euch“ von der Buchela, ein Buch welches ich einst las und nie vergaß. Ich suchte es, es war nicht mehr zu kriegen. Ich schrieb schon mal über die Buchela. Sie war eine bekannte Seherin und hat uns nicht nur Ratschläge für die Zukunft hinterlassen, sondern eine bewegende Lebensgeschichte.

Und diese lohnt es sich zu lesen, sie hilft sehr gut gegen das Vergessen.

Das Suchen, Verlieren, Vergessen. Alles folgt einem Pfad, auch die Umwege sind sinnvoll.

Dann gab es noch die kleine Ausstellung über frühe Archäologinnen in Schleswig-Holstein, auch dies zum Erinnern. Denn diese mussten über eine Menge Durchsetzungskraft verfügen, hatten aber offenbar fast nur durch Familienbande und Ehemänner einen Fuß in das Metier gesetzt.

So, das Eine hat nun mit dem Anderen so gar nichts zu tun, wie so oft bei mir…

Ky 23

Buch: Im Hexenhaus

von Alice Hoffmann,Roman,deutsch 1996 Goldmann

Über fantasy

Ich habe ja keine Ahnung, über die Regeln und Muster, denen eine Literaturgattung zu folgen hat. Trilogien sind beliebt, bei der fantasy, junge Leute auf der Heldinnenreise. Diese folgt tatsächlich einem Weg, nämlich zumeist dem in die Unterwelt, dem Kampf und dem anschliessenden sehr knappen nie vollständigen Sieg über das Böse. Dieses allerdings wird in allen Formen ausgeschmückt , gruseliger gehts nicht mehr, und es scheint eine eigenartige Faszination zu haben.

Was mir bereits als Kind in Geschichten gefiel, war die Magie, und ich fand es äusserst ungerecht, dass ich dieser nicht mächtig war. Dabei hilft ja das Lesen allein nicht. Das Schreiben aber- das ist ein schöpferischer Akt und könnte ein Weg der Magie des Wortes sein.

Zuletzt fand ich irgendwo einen Band von Jo Schneider, er nannte sich „Den Knochen der Abgrund“ ein magischer Titel. Es war der zweite Band einer Trilogie, ich kaufte noch den dritten hinterher. Eine reichlich verwirrende Handlung, der ich aufgrund der ständig neuen Wesenheiten kaum noch folgen konnte. Das bewirkte, dass ich es nicht in zwei Tagen schaffte, wie sonst.

Ich finde es natürlich genial, wie man sich so viel ausdenken kann, und wieviel doch alle Elemente mit der schamanischen Reise gemeinsam haben, wobei ich nicht davon ausgehe, dass eine so junge Autorin eine solche Ausbildung erhalten hat. Nicht in diesem Leben. Überhaupt ist ja wohl die fantasy das heutige Märchen und bildet Kinder und Jugendliche im Wissen um Magie, Parallelwelten und Scheinwelten aus. Ich weiß nicht, ob Autoren das so sehen, eine von der ich es wußte, ist Barabara Wood.

Die schamanische Reise, für Anfänger zumeist zur Krafttiersuche angeboten, öffnet Tore, und es ist angesagt, eine/n Lehrerin dafür zu haben. Die sollte man sich gut aussuchen. Denn nicht nur Schönes begegnet dir im eigenen mit dem inneren Auge sichtbaren Raum. Reale Ereignisse hinterlassen Spuren und es braucht das Erlernen von Werkzeugen. Es klingt zwar nett, wenn man gegen alles einen bunten Energiewirbel schleudern kann, doch wie im Buch hört der Kampf da niemals wirklich auf. Je mehr du kannst, umso mehr Herausforderung wartet. Und das wahre Ziel…ich sehe es nicht im Siegen gegen etwas Böses, welches die Verkörperung und Resonanz mit dir sucht, weil du ihm die Tore öffnest. Ziel ist für mich immer Verstehen , das Veränderung hervorruft. Da hat Jo Schneider eine Menge von. Ein Lebensziel ist das lernen.

Was lese ich parallel: die Prophezeiungen des Nostradamus, frühe fantasy oder Wahrheit, Die beschädigte Göttin, von Hans Bemman, einem ganz frühen Vertreter (Stein und Flöte) .

Ky 23

T.C.Boyle

T.C. Boyle

Vielleicht schrieb ich schon einmal über ihn? Ich bin lange ein Fan dieses Schriftstellers gewesen, er ist aus meiner Zeit sozusagen. Nun bekam ich das neue Buch: „Blue Skies“, der Titel wurde nicht ins Deutsche übersetzt. Und ich mochte dieses Buch überhaupt nicht leiden!

Im Grunde war es nichts Neues, ich erinnere ähnlich grandiose Beschreibungen von Katastrophen aus früheren seiner Bücher, in denen sie mich wirklich mitrissen. Dem Prozess einer Frau, die zur Alkoholikerin wird, mochte ich aus persönlichen Gründen nicht nahe kommen. Er mochte sie aber wohl auch selbst nicht wirklich. Ein bisschen boshaft und bösartig geht er ja mit ihnen um, seinen Figuren, die so realistisch sind.

Und das ist glaube ich der Punkt; früher schien so ein Szenario hyperrealistisch, und übertrieben.

Heute ist es real.

Die Realität dieser Amerikaner ist nicht die meine, aber was auf der Welt los ist, ist so viel schlimmer und unvorstellbar Gewesenes nimmt Gestalt an…ich finde, er hat sich da irgendwie drum herum gedrückt. Oder sind die Leute wirklich so ….Es gibt keine Lösung, richtig.

Vor dem Lesen sah ich noch die ausführliche Dokumentation auf arte über T.C.Boyle, wirklich interessant! Ist schon ein eigenwilliger Kauz.

Und er ist aber auch ein Star der Literatur, der sich nicht mehr anstrengen muss.

Spiegel-Bestseller, in letzter Zeit lese ich ständig solche, und wenn so viele Leute so Aufgeklärtes lesen, warum bleibt die Welt dann trotzdem so? Weil die meisten gar nicht lesen?

T.C. Boyle schreibt, um zu schreiben. Das glaube ich ihm, dass er das braucht,und daher ist es unerheblich, ob ich das Buch mag. Für Viele ist das Buch vermutlich wichtig, weil die die anderen seiner Wälzer nicht kennen, und hier vielleicht in angenehm aufbereiteter Form das äußerst Unangenehme unserer Realität – serviert bekommen.

Warum denke ich immer an Schlammlawinen, und Dummheit, ich werde manche Szenen nie vergessen, obwohl ich die Titel gar nicht mehr weiß.

Blaue Himmel übrigens…haben sie die in Kalifornien und Florida,….hier sehe ich die eher selten.

2023.

Webseite erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑