Isarnho

Entlang des Weges auf dem sogenannten Knick, einem Wall, der die Wiesen begrenzt, steht eine Reihe dieser kraftvollen Eichen. Sie sind die Nachfahren des Eisenwaldes, die ganze Gegend war einst dicht bewachsen mit den Eichen, dem Eisenwald Isarnho.

Ich spüre einen starken Kraftstrom durch den Stamm fliessen. Ich danke den Bäumen, die unseren Ahnen die Balken für ihre Häuser gaben, für unsere Häuser. Ich danke für die Masten der Segelschiffe, und für die Scheite, die ihre Feuer wärmten. Ich danke für alle, die vielleicht vergassen, danke zu sagen.

Und vor der Zeit des Waldes gab es eine Zeit ohne Wald. Da war die Zeit der Rentierjäger, eine Tundra, und sie zogen mit den Herden gegen Norden, als hier mit dem Wald, dem wärmeren Klima eine andere Besiedlung begann.

wir könnten auch von ihnen lernen.

Eine blaue Stunde

Und dann fuhr ich ans Meer.

Es war windstill gestern, heute auch, Morgenfrost. Mir war gar nicht kalt, das Wasser spiegelglatt, die ripples im Sand mit langen Schatten, und dann ging auch schon die Sonne unter, um 16.00 Uhr nachmittags, und gegenüber der Mond auf. Der Leuchtturm blinkte. Der berühmte Leuchtturm von Westerhever, ich war weit weg, und er ist kaum zu sehen.

Das war pures Glück. So was Schönes zu sehen, so viel Raum um mich herum, also so was von schön! Nur zwei, drei Leute mit Hunden waren da. Die Cafes zugesperrt, keine Touristen erlaubt, – wir sind im lockdown.

Und die, die ich sah, lächelten, und waren froh, draussen zu sein. Vogelschwärme. Eine Schar Kibitze, glaube ich, flog über mich hinweg. Die ganze Zeit hörte ich die Wildgänse, aber sie waren auf der anderen Seite des Deichs. Tausende Nonnengänse sind da, und sie unterhalten sich gern. Das Wasser floss langsam ab und enthüllte den Wattboden mit einem Spiel von Pfützen, Rinnsalen und Himmelsspiegelungen. Das Licht wurde blauer.

Als ich zurückfuhr, wurde der Mond deutlicher sichbar, und bei der Brücke von Tönning blickte ich auf die Eider bei Ebbe: auch hier das wunderbare letzte Licht auf dem Wasser, und ein zerfurchter, glänzender Sandboden freigelegt, doch nun war es mir zu kalt um noch mal auf die Brücke zurückzulaufen. Rechts die Sonne, links von mir der Mond.

Während ich noch im Supermarkt etwas einkaufte, grelle Laternen und Maskenpflicht auf dem Parkplatz, Freitag abend, wurde es dunkel. Das letzte Wegstück legte ich auf einer schnurgeraden Straße zurück, den Mond direkt vor mir, und zu allen Seiten dichter Nebel – die Lundener Niederung, ein Feuchtgebiet mit Vogelschutz.

Geomantisches Nähkästchen

So habe ich meine videos genannt, die ich ab und zu auf dieser playlist einstelle. Ich muss sagen, in meinem Nähkästchen sieht es echt bunt und wild aus, und so geht es mir auch, wenn ich anfange etwas zu erzählen. Ich muss mich schon zusammenreissen, ruhig zu sitzen..was war mein Thema?? Aber ich habe selbst gemerkt: da ich viel Zeit habe, freue ich mich auf die wenigen Kanäle, die ich mir regelmässig anschaue, und wenn die da erzählen, wie es ihnen in ihrer Lebenssituation geht. Ich freue mich auch, wenn Künstler ihre Arbeiten teilen, etwas vorlesen, und zeigen, wie man Kürbis einmacht. Also ich will keinen damit langweilen, was ich zum Frühstück esse. Immer wenn ich jemanden sah, der sowas macht, dachte ich: wieso erzähle ich nicht etwas, was ich gelernt habe, und was für die Erde ein bisschen was bringen könnte….

Denn Egokram gibt es schon reichlich. Und ich habe es ja nun bis ins Großmutteralter gebracht. Da darf frau ja eigentlich alles. Ob es nützlich ist, sinnvoll, das muss ich gar nicht beurteilen. Danke an DW für diese Einsicht. Manchmal ist ein Satz eine Inspiration.

Leider bin ich nicht fähig, Filme ordentlich zu schneiden, Fotos reinzusetzen etc. Es ist schwer für mich, das zu lernen. Es gibt da so Bretter vorm Kopf. Dabei macht man es uns schon so leicht hier.

Was ich sagen wollte, ich habe zwar eine Geomantieausbildung, aber seither habe ich vieles erlebt, und auch wenn ich traditionelle schamanische Rituale sehe, so muss ich die nicht genauso gestalten. Es gibt für jeden einen eigenen Weg, mit Eckpunkten, die wirklich essentiell sind.

Feuerritual

Gestern habe ich zum ersten Mal eine richtige Yanantin-Despacho gemacht, soweit das nach meiner Anleitung und den Zutaten so ging. Das Anrufen von Spirits mache ich ja schon viel länger.

Es dauerte eine Zeit, bis ich genau wusste, was ich denn wünsche. Denn es handelt sich um eine Wunsch- oder eine Dankeszeremonie. Und man überlegt besser zweimal, um den Wunsch nicht allzu sehr einzugrenzen. Doch die Absicht ist hier nicht, eine Art Bestellung abzugeben, wie es in manchen Büchern heisst. Die Absicht ist das Eingebundensein im Universum, eine Kommunikation mit allen Elementen, mit Natur in ihren Formen und Namen. Eine Würdigung. Bei diesem despacho werden Blätter verwendet, in diesem Fall einfach aus dem Garten. Da liegen eben gerade so viele herum…es ist November. Am Ende wird alles zu einem Bündel geschnürt, und heute früh habe ich es in der kleinen Feuerhütte verbrannt. Auch das dauert. Erst qualmt es und ich muss raus aus der engen Hütte. Die Nachbarn nebenan bauen an einem carport, da wars etwas laut.

Sehen konnten sie mich nicht. Auf die Idee wären die nie gekommen, was das wohl soll…Ich mache da öfter mal Feuerchen an, auch um steinzeitliche Töpferversuche zu brennen, im offenen Feldbrand, wie es heisst. Da braucht man besseres Holz, als die paar Äste, die ich eingesammelt hatte.

Am Feuer ist immer so ein gutes Gefühl, es wird mal richtig heiß und die Flammen tanzen so lebendig. Die schrillen Sägen, das Baustellenradio, das entlockte mir nur ein Lächeln. Wir sind ja nicht allein auf der Welt. Obwohl ich schon fast am Ende davon lebe.

Mittendrin im Leben.

Sonne, Mond und Sterne

Ich setze voraus, dass ich weder naiv noch leichtgläubig bin.

Doch in letzter Zeit befasse ich mich mit der Astrologie und versuche, die Prinzipien zu verstehen. Systeme haben mich schon immer begeistert. Hier aber geht es eher darum, die übergeordneten langfristigen Kräfte zu erkennen, denn das gibt mir einen Sinn für Hoffnung oder wenn nicht das, so Geduld. Mit dem, was so im menschlichen Kollektiven nicht zu erkennen ist. Es ist kein Zufall, dass sich Menschen in schwierigen Zeiten solchen Mitteln und Methoden zuwenden. Oder auch verschiedenen Glaubensrichtungen. Irgendetwas muss uns doch Halt geben. Allerdings waren es früher, also ganz früher einmal, man meint es sei im Märchen gewesen,- die Herrscher selbst, die ihre Astrologen zu Rate zogen, und zwar, um günstige Stellungen zu nutzen.

Die Bauern, Hirten und Jäger taten das wohl auch, ganz einfach weil sie wussten, dass Sonne und Mond einen erheblichen Einfluss haben auf das was wächst,auf das Meer, auf Geburten, das Verhalten von Tieren und vieles mehr. Daraus haben sich überhaupt Religionen entwickelt! Wir sehen die Himmelskörper, die uns Leben geben, als das, was wir nicht beeinflussen können. Dem heutigen Menschen ist das unangenehm, dass es so etwas gibt. Er will sich mächtig fühlen, über alles. Dabei bräuchte er doch nur dem natürlichen Fluß zu folgen, dann würde sich eine Art von sicherem Gespür wieder entwickeln können. Der Himmelsfluß.

Natürlich werden Konstellationen, die sich in Zyklen bewegen, als der Tierkreis betrachtet, eine sehr alte Weise, von der Erde aus betrachtet. Die Sichtweise ist aus dem Weltraum heraus ganz anders. Doch das spricht nicht gegen sie. Es handelt sich um eine Ordnung, in anderen Bereichen gibt es auch verschiedene Blickwinkel, die für verschiedene Zwecke gebraucht werden. Auch Astrologen verwenden unterschiedliche Methoden. Manche sind sogar der Ansicht, dass ihr Volk von einem der fernen Sterne abstammt und warum sollte das nicht so sein? Man muss seinen Geist mal etwas weiter bewegen, wenn man alte Zeiten und neue Zeiten begreifen will. Da hier alles im Kreis geordnet ist, hat man doch schon eine sichere Warte. Alles ganz einfach, oder?

Buch: Drachenmeer

von Nancy Farmer, Weltbild 2004, Originaltitel: The Sea of Trolls

Dieses ist ein Jugendbuch, was ich aber erst ziemlich spät gemerkt habe. So dicht und spannend war es gleich, dass ich sofort in die Geschichte hineingezogen wurde. Man erfährt viel über die Nordmänner und wie deftig es bei ihnen zuging. Die Mystik der isländischen Welt wird grossartig eingewoben. Oder umgekehrt , ein Weg des Erwachsenwerdens wird eingewoben, indem wir am Leben und der Sicht von Jack teilhaben, der von einem alten Barden zum Lehrling ausgewählt wurde und nun mehr schlecht als recht in ein Abenteuer geworfen wird, das seine Kenntnisse weit übersteigt. Dennoch, sind wir mit ihm am Ende sehr viel klüger und mutiger und wissen, worauf es wirklich ankommt.

Das erstaunt mich immer wieder an den Jugendbüchern: Dass so viel echte Weisheit darin verborgen ist. Es geht ja nicht nur um Unterhaltung, ein solches Buch zu schreiben ist viel schwieriger und die Autoren machen sich die Mühe, mit Archetypen, die als Vorbilder gelten können. Zum Vergleich kann ich heranziehen: Drachenromane von Markus Heitz, auch grossartig und bunt, bedient sich auch alter Quellen, alle Geschichten sind im Grunde alte Mythen. Dennoch folgt Heitz nicht dem Weg des Helden, wie er z.B. im Tarot bildlich wieder gegeben wird. Alle alten Archetypen kommen auch dort vor. Sie beginnen mit dem Erwerb von Werkzeugen, dem Hineingeworfenwerden in eine Aufgabe, fremde Welt, das Durchqueren des Tunnels, der Unterwelt und der Hilfe überirdischer Kräfte, wenn man denn den Zugang zu ihnen findet. Dann wird der erfolgreiche Held oder die Heldin am Ende nach Hause zurückkehren und dort mit Respekt aufgenommen.

Allerlei gruselige Wesen säumen diesen Weg von Jack. Wir erleben seine Zweifel und Ängste mit, und wie seine Mitstreiterin von einem traumatisierten Kind ohne Freunde und Familie zu einer geheilten Persönlichkeit wird. Und das, indem jeder mit den Werten der andersartigen Gesellschaft ins Reine findet. Denn die noch andersartigere Welt von Jötunheim, dem Land der Trolle, macht es nötig.

Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Erdmagie, die dort ganz im Norden sehr stark ist, und mit der Jack umzugehen lernt, wobei es klar wird, dass zuviel davon für Menschen auch schädlich sein kann. Dieser Beruf, mit der Erdmagie als Barde oder Skalde dem eigenen Dorf oder Volkzu dienen, wird realistisch dargestellt, das kann ich aus einer eigenen Ausbildung zur Geomantin so sagen.

Im Grunde ist diese Geschichte selbst so eine Art von Ausbildung darin, aber es wird natürlich in der Reihe: „Phantastische Welten“ geführt, so dass bloss niemand auf die Idee komme, da sei was Wahres dran!

Wir müssen solche Bücher haben!

co Kayute)

Die Spannung steigt

Angesichts unterschiedlicher Orte betrachte ich so eine Art Zeitspanne. Manche reden von Zeitlinien, und ja die gibt es. Doch die kann man wechseln, zusammenlegen, es ist persönlich für den Einzelnen. Was aber – ich forsche hier eigentlich so ganz ins Blaue, eher mich von den beherrschenden Esoterik-ansichten zu befreien – denn die sind auch von gestern. Von vorgestern. Allerdings, damit meine ich nicht die Schamanen. Die bleiben nämlich up to date, machen stetig ihre Befragungen und Prophezeiungen. Die sind auch nicht immer für die ganze Welt.

Da ich mich mit einigen Orten, die für mich Kraftorte waren, vor 15 oder vor 10 Jahren, wo ich lernte und intensive Erfahrungen hatte, sehr verbunden fühle, auch in Kontakt bin, und jetzt an einem Ort lebe, der mit richtig viel Schwere überhaupt nicht „mein Ding“ war, und nun erkenne ich plötzlich, dass das in der Zukunft ganz anders sein mag.

Orte haben besondere Eigenarten, immer, was auch mit dem vorherrschenden Element wie Wasser, Wind etc. zusammenhängt. Orte haben unsichtbare Hüter oder den Ortsgeist und andere. Das ist jetzt mal so grob gesagt, ohne kompliziert zu werden. Mit denen, die z.B. in großen Bäumen sind, kann man gut kommunizieren.

In schwierigen spannungsreichen Zeiten kann man sich immer einen Ort suchen, wo man sich geerdet und verankert fühlt. Auch in der Stadt wird es das geben. Gebäude sind ja teils so geplant, dass sie etwas verkörpern. Schamanen verankern sich im Sonnensystem. Da kann nichts schief gehen oder den Blick trüben. Für sie ist das nichts Fernes, wir sind immer Teil davon. Ein wenig kommt im Westen unser inneres Bild dadurch, dass uns Gott als weit weg im Himmel beigebracht wurde. Ich mag das Bild davon, dass wir , im Zentrum des Universums, ein göttlicher Funke sind, jeder von uns.

Aber wie ist es möglich, dass manche Orte nun in einer Zeit von 2008 verblieben sind, während andere vorausfliegen, es scheint mir die Verwirrung auch daher zu kommen. Die unterschiedlichen Verordnungen, Pläne, Verzettelungen. Es liegt an denen, die dort wirken, auch energetisch. Sind sie auf Zukunft ausgerichtet, mit den Füssen im Jetzt, oder leiern sie ihre alten Methoden und Gebete herunter, denn dann könnten sie in einer Blase gefangen sein, einer alten Energie.

Das ist besonders in Gruppen der Fall, wo alle das gleiche glauben. Sie beziehen ihre Identität daraus und es ist nicht leicht, das zu ändern.

Gerade hörte ich einen Bauern sagen, dass sie nach 3 Dürrejahren immer noch nicht wieder aufgeholt haben, was sie an Futter für ihre Tiere ernten hätten müssen. Er hoffe auf ein normales Jahr im nächsten Jahr. Das ist verständlich, doch ich kann da nur mit dem Kopf schütteln…In trockenen heissen Gegenden gibt es im Allgemeinen keine Milchwirtschaft mit vielen Tieren in großen Ställen. Das ist nicht leicht zu sehen, wenn man so in seinem Alltag verankert ist. Aber es muss sich viel mehr verändern! Das sehe ich.

Und wer das nicht erkennt, der wird es dann womöglich schwer haben. Die Expansion der Milchindustrie hat doch absurde Ausmaße angenommen, wie viel von den Produkten wird weggeworfen, weil sie geringe Haltbarkeit haben, Strom zum Kühlen brauchen, das ist doch alles dumm und nicht überlebensfähig, wenn wir in dieser Welt weiter leben wollen.

Das sind alles verschiedene Bereiche von Energie, doch die Spannung steigt in allen Bereichen! Mehr später…

co) Kayute

Buch: Großmutters Haus

von Thomas Sautner, Roman, Picus Verlag Wien 2019

Das Buch ist ein hübsche hardcoverausgabe mit Umschlag und Lesebändchen in grün. Waldgrün. Dies ist keine große Geschichte. Es ist eine kleine Geschichte, in der es um das große Ganze geht. Das eigene Leben, die Literatur, die Wahrheit, – Gott und die Wörter.

Es könnte ein Klischee sein: die alte Dame, die im Wald lebt mit Kräutergarten der besonderen Art. Die moderne Hexe aus dem Bilderbuch. Wenn man nicht so genau wüsste, dass es das gibt. Das Umschlagbild des Bandes wird von Cannabisblättern geziert, so dass man durchaus annehmen könnte, es sei ein humorvoller kluger Anstupser zur Legalisierung von Drogen. Aber nein, so platt ist es nicht wie es ausschaut. Es geht nämlich um den richtigen Umgang, mit allem.

Das Intro ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Welt der Bücher, und welche Bedeutung die für manche haben kann, dem echten Leser spricht es aus dem Herzen. Dennoch, aus Sicht der Enkelin jener alten Dame im Wald erleben wir, wie es ist, sich zu sehr in der Parallelwelt anderer aufzuhalten und das eigene Leben eine Nebensache werden zu lassen.

Das eigene Leben als Wert zu erkennen, darum geht es auch. Auf wunderbare, ja märchenhafte Weise erzählt sind hier zwei Wochen, in denen sich das verändert für die junge Frau. Es ist ein mutmachendes, unaufgeregtes Buch. Und so sagt es uns, dass es auf jedes einzelne Wort ankommt, von uns, von jedem.

Es sagt uns auch, dass es heilsame Entwicklung gibt. Was mir am besten daran gefallen hat: Die Sprache.

Die Einfälle. Das Tal der Dichter. Die Beobachtung des Alltäglichen. Die Nebenfiguren. Die Pflanzennamen. Die Abwesenheit von moralischem Zeigefinger. Die Vielfalt der Welt im kleinsten Raum.

Es ist die Geschichte einer Entfaltung.

Ich habs viel zu schnell gelesen. Noch einmal mit Genuss. Zitat aus dem Buch: „Und weil ich das Leben nicht verstand, möcht ich´s einmal noch beschreiben

co) Kayute

Einweihung

Das Wort hört sich erst mal so ziemlich religiös an. Eine Weihe heisst, etwas heilig zu machen, oder? Und meist bedarf es einer gewissen Vorbereitung und Lehrzeit, bis jemand „eingeweiht“ ist. Das gilt ja auch für die profanen Lehrinstitute, wo dann am Ende der Ausbildung die Ermächtigung steht, einen Beruf auszuüben.

Nun, ich spreche heute von einer schamanischen Einweihung, oder Kraftübertragung. Eine solche habe ich unter dem Namen Munay-Ki erhalten, und da geschieht diese einmal durch Menschen, die in einer Linie stehend eine Kraft mitsamt der damit verbundenen Verantwortung weitergeben, sowie durch die Spirits, welche diese begleiten. Es geht um Heilung und den space, also „heiligen“ Raum, der dafür geschaffen wird. Schamanismus ist keine Religion, das muss ich als erstes sagen. Er ist die älteste Form von Kontakt mit sichtbaren Naturkräften und ebenso unsichtbaren, die Menschen durch Erfahrung und das Erleben unterschiedlicher Bewusstseinsschichten gesammelt und weitergegeben haben. Daraus entsteht der Begriff einer Linie von Wissen und Kraft. Ich denke, wir können da sehr froh sein, dass wir heute die Möglichkeit haben, dass andere Kulturen diese bewahrt haben und erst seit kurzem überhaupt an uns weitergeben dürfen. An uns westliche rationale analytischen Bildungsmenschen, die schon einige Jahrzehnte lang versuchen, eine andere Sichtweise zu begreifen. Eine große Zahl von spirituellen Lehrern standen persönlich und durch ihre Bücher zur Verfügung, und niemals war ich bisher entschlossen, mich einer Richtung zu verpflichten. Auch wenn ich viele Lektionen aus den buddhistischen Schulen lernte, die mir hilfreich durch schwierige Zeiten waren, eine Basis gaben, dann später zu inneren schamanischen Reisen aufbrach und zu äusseren Gruppenerfahrungen im Mantrasingen, Meditieren und der Kraftorterfahrung in der Geomantie, so kam erst in diesem Jahr der Punkt. Alles auf einen Punkt zu bringen.

„Einweihung“ weiterlesen

Verlorene Seelen

Das haben wir früher mal so gesagt: der ist eine verlorene Seele, oder ich bin eine solche. War ich auch mal. Es wurde für jemanden gesagt, der nirgendwo richtig hingehörte, einsam war oder einfach keinen Zugang zum Leben fand. Unsere Kultur kennt also den Begriff.

In schamanischen Strukturen -(und damit meine ich keine religiösen Komplexe oder Kontexte) -, da gibt es diesen Begriff ebenfalls, und man geht davon aus, dass eine Seele tatsächlich in anderen Schichten des Bewusstseins verloren gegangen ist, in Anderswelten oder sogar gestohlen wurde von Wesenheiten, die sich dort aufhalten.

Uns heute bekannt ist, dass dies im Falle von einem Trauma passieren kann, auch bei Drogenmissbrauch und anderen Abhängigkeiten und vielen anderen Gelegenheiten wie Gewalt und Krieg.

Heute arbeiten Schamanen vermehrt daran, solche verloren gegangenen Seelenanteile für Personen, denen es nicht gut geht, die darunter leiden, aufzuspüren und zurückzurufen. Ein Schamane ist auch eine Art Detektiv. So wie James Bond hat er seine Spezialwerkzeuge, die er allerdings in Traum und in Tranceritualen einsetzen kann, und ja sogar Bilder aus Filmen können hilfreich sein, weil diese immer archetypische Figuren zeigen und Situationen, die uns triggern. Die in uns altes Trauma wiedererleben lassen. Im Film wird es aufgelöst, meist.

Nun gibt es noch andere verlorene Seelen: im Falle dass Menschen schon ihre Körper verlassen haben und gestorben sind. Auch davon finden nicht alle nach Hause oder dahin, wo es ihnen gut ginge. Die sind nicht böse, aber sie sammeln sich oft an bestimmten Orten und das ist für die Lebenden, wie man sich vorstellen kann, nicht angenehm. Denn so manche dieser Seelen wissen gar nicht, dass sie auf der anderen Seite gelandet sind, oder wollen in jedem Falle wieder einen Körper bewohnen.

Nun sind besonders solche verloren wirkenden Lebenden, die nicht so ganz zu Hause in sich sind, sehr interessant für die zweite Art von verlorenen Seelen. Es kann sein, dass diese sich dazu begeben, und mitunter können das ganz schön viele sein. Mit einer solchen Last im Energiefeld wird der noch lebende Mensch sehr schwer und oft richtig krank.

Und einen fähigen Schamanen oder Heiler zu finden ist nicht überall so einfach. Zumal man ja nichts über diese Zusammenhänge weiss in unserer Gesellschaft und ich bin der Meinung, dass das viel bekannter sein sollte.

Es ist nicht nötig, dafür ein fremdes Glaubenssystem zu adaptieren, und man muss jetzt auch keine Angst bekommen.

Es scheint ja im Gegenteil so, dass Menschen geradezu fasziniert sind von düsteren Szenarien. (Man kann sich kaum ausmalen, wie viele solcher Schattenseelen aufgrund der gesamten Weltgeschichte noch im Umlauf sind, und natürlich macht ein Schamane das nicht allein, sondern mit seinen Verbündeten und Spirits)

Mir fiel auf, dass gerade sogenannte lost places in Mode gekommen sind. Alte Fabrikhallen, morbide Industriestrukturen, aber auch kahle Wüsten, verlassene Orte eben. Ich kenne diese Anziehung, die mich in meiner Jugend als Fotografin auch gepackt hatte. Gern werden diese Orte in Filmen genutzt, um düstere Szenen darzustellen. Nun, ich glaube oft ist man da nicht wirklich allein….mit anderen Sinnen nimmt man etwas wahr, wir nennen es das Energiefeld.

Das ist der Grund, warum ich es schlimm finde, dass Schulklassen zu Besuchen in KZ´s gezwungen werden, aber was bedeutet das heute noch. Kinder werden etlichen Gefahren ausgesetzt, sie sind besonders angreifbar. Aber sie haben auch einen Schutz.

Es gibt Gruppen von Geomanten, die versuchen, solchen verstorbenen Seelen in ehemaligen Lagern zu Frieden zu verhelfen. Oder Buddhisten, die an Schlachthöfen meditieren. Oder Heiler, die Seelen befragen, was sie noch brauchen. Ich kann diese Arbeit hoch anerkennen, denn das ist wirklich hart. Denn da die Sprache nicht direkt ist, sondern durch den Körper erfolgt, sieht man die Bilder und spürt auch die Schmerzen und den Tod. Ebenso kann das in Aufstellungen -constellation work- geschehen.

Und ebenso in der Rückholung der abgekapselten Seelenanteile, die einem Menschen verloren gingen. Sie lassen sich wiederfinden, dazu muss der Wissende und Mutige bereit sein, ihnen in die Welten zu folgen, wo sie sich verbergen. Es kann langsam und achtsam geschehen.

Nun habe ich viele Themen angesprochen, die gewiss noch vertieft werden müssen. Doch wie es jeder im Einzelnen macht, ist verschieden und individuell. Habt keine Angst vor Eurer Seele!

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