Uhrwerk

Ja, komisch, dass man sagt: Die Zeit wird umgestellt. Denn die Zeit kann man nicht umstellen, sie ist unendlich. Seit wir die Zeit messen, sollten wir sagen Uhrwerk Sonne, und an deren Zeit ändert sich ganz natürlich etwas, wie schön im Frühling! Ich sah so eine spannende Sendung von Terra X, über Forschungen am Meer, und da hiess eine Expedition Uhrwerk Ozean. So stand es groß auf dem Forschungszeppelin.

Natürlich ging es um das natürliche Ineinandergreifen der Vorgänge in Meer und Himmel, schier unbegreiflich in der Perfektion. Der Mensch guckt sich das nur an, lernt und versucht es oft zu ändern.

Selbst einer der Forscher sagte, er hat Angst, daß das, was er herausfindet über den Regen, nachher zum Regenmachen in Situationen missbraucht wird, die man im großen Ganzen nicht einschätzen kann. Ich fürchte, so wird es sein, denn es wird ja schon längst mit so vielem gemacht! Und hilflos ist der Mensch, wenn schon ein kleiner Schiffsbohrwurm ganze Holzschiffe zerstören kann.

Uhrwerke hat der Mensch erfunden, und damit das Denken und das Gefühl aller verändert. Man stellt die Zeit um…das Uhrwerk im Kopf. Ich habe einmal Jahre mit einer Stechuhr am Arbeitsplatz gearbeitet, und weiss, wie es wirkt.

Es fiel mir auch nicht leicht in Kulturen zu sein, wo man nicht pünklich ist, aber man kann das auch lernen!

Aber der Ozean, meine Güte- das ist nun wirklich der Urgrund unseres Lebens, ein Urwerk vielmehr. Wie abstrakt und entfremdet kann man denn noch werden, und die Sprache macht das. Es gibt aber auch ein neues Lieblingswort der Heilslehrer: Flow. IM Flow sein ist sozusagen nichts anderes als alles Denken und Begrenzen sein zu lassen, auch die Bewertung, und nee, nix da, Leute dazu muss man ein Buch lesen und einen Wochenendworkshop mitmachen. So, oder lange genug am Ozean sitzen, vielleicht?

Ky 2022

Grundlagenforschung

Die experimentelle Archäologie erforscht die Wege, die Menschen in der Steinzeit und zu anderen Zeiten verwendeten, wie sie Nahrung und ihre Kulturgegenstände wie Tonkrüge und Kleidung herstellten. Ich in meiner eigenen Weise denke, vielleicht ist es auch gut für die Zukunft, daran zu forschen. Diese Pflanze, die Brennnessel, jedenfalls ist gesund und nahrhaft. Sie gibt uns auch Fasern, aus denen alles mögliche hergestellt werden kann. Ich habe auch massenhaft davon, sie vermehren sich gern. Und so sammle ich diesmal die Samen, um sie zu rösten. Erste Erkenntnis: nach dem Sieben oder vor dem Sieben liegenlassen, damit die vielen winzigen Tierchen das Weite suchen können. Brille aufsetzen! Sonst sieht man die gar nicht.

Jäger, Sammler, Gartenbau, Fischer und Hirten,- aus der Lebensweise entwickelt sich die Kultur und die Spiritualität mit der Natur. Die ist niemals von der Umgebung getrennt gewesen. Was man liebt, das ehrt man. Was man kennt, das liebt man. Man wird das, wenn es einen nährt.

Mein Leben ist ein Forschungsprojekt.

Erstaunt finde ich den Begriff Unkraut in meiner Pflanzen app. Nur der Ackerbau hat diesen hervorgebracht. Ich finde hier nur Wildkräuter, die mein Überleben sichern, Heilkräuter, die für meine Gesundheit sorgen, und die genau wissen, in welchem Umfeld sie am besten überleben.

So wie wir, mit ihnen, die Immunität, also unsere Widerstandskraft stärken. Allein das Wort Immunsystem stört mich schon. Es ist da draussen! Wir zerstören es gerade von Aussen!

Dogma

Ich habe da mit jemand zu tun,- ein harter Knochen. Ich beiße mir mal wieder, die Zähne aus. Nun ist aber Schluß! Ich habe ja schon mal über Abwehr geschrieben, über Verletzlichkeit und dieser Dinge mehr. Es wäre manchmal nötig, dass das Gegenüber diese seine eigene erkennt, und auch merkt, dass er mit mir eigentlich seinen eigenen verletzten oder verletzlichen Seelenteil ablehnt und weit weg wünscht, er kann mich einfach nicht ertragen.

Und es ist nicht mein Vater, obwohl der auch so ist.

Es herrscht auch so eine Art von Dogma, das nicht ideologisch ist, oder doch?- jedenfalls wird es in der ganzen Gegend so weitergegeben. Glück ist was für Weicheier, oder so ähnlich. Die Identifizierung mit dem harten Leben ist so groß, dass man stolz darauf ist. Die Verletzungen sind dann letztendlich körperlicher Art. Es werden auch andere ordentlich beleidigt, grob beschimpft, herabgewürdigt, vor allem sollten sie sich erlauben, es besser zu haben oder besser zu wollen.

Und die Frauen sind auch so. Sie sind wie Männer. Sanftheit und Anmut, das wäre schon zu viel. Die sollen zu was nütze sein. Und den Mund halten. Und sobald sich jemand wirklich mal hübsch macht, ist das übertrieben, das ist fehl am Platze, sich herauszuputzen, eingebildet und was sonst. Es wird gelästert was das Zeug hält. Das Leben auf dem Lande, von dem so viele träumen in der Stadt, weil man ja angeblich frei ist. Heute ist das! Nicht in den fünfziger Jahren.

Frei ist man auch in einer Großgemeinschaft nicht, einem Wohnprojekt, von dem einige wieder träumen, da wo man ja Gleichgesinnte hätte. Das ist nicht wie im Bilderbuch. Landarbeit, Tiere versorgen, das ist hart.

Vielleicht geh ich doch noch mal weg.

Regenbogen tribe

Es gab einmal eine indianische Prophezeiung, dass sich ein Stamm aus „many colors“ , vielen Farben wie ein Regenbogen bilden würde, um die Erde vor dem Untergang zu retten und zu heilen. oder so ähnlich.

Seit Jahrzehnten gibt es die rainbow gatherings auf der ganzen Welt, in großen Gruppen trafen sich internationale Hippies, musizierten und lebten zusammen für eine Zeitlang, an der Natur, organisierten gemeinschaftliche workshops, Kochgruppen, Rituale. Diese Treffen dürfen nie online bekannt gegeben werden. Derzeit ist das offensichtlich nicht so einfach, sich zu treffen. Auch waren sich die Menschen nicht immer einig und friedlich, die Festivalkultur brachte ein Konsumverhalten hervor. Manche verschmutzten die Natur, oder nahmen zu viele Drogen, oder wie ich es von einem Treffen auf einer kleinen Insel weiss, verteilten sich nach einem solchen Treffen auf privatem Grund 500 Hippies über die Insel, die kein Geld für eine Unterkunft hatten, schissen Ansässigen in die Gärten oder klauten das Obst. Es gab danach endlose Diskussionen, denn die ansässigen Ausländer waren selbst mal Hippies, die in den Höhlen wohnten, aber mussten sich über Jahrzehnte mit einer katholischen Bevölkerung arrangieren, die es nun mal nicht so toll findet, wenn nackte Frauen vor ihrer Kirche tanzen. Und es war ein hartes Leben, nicht einfach so frei und „alles gehört allen“, wie die jungen rainbow people es sich vorstellen. Heilung und Respekt vor der Natur fehlt eigentlich überall. Und ich selbst kann sagen, dass ich aus der Stadt kommend Zeit brauche, um die lebendigen Abläufe einer Landschaft erst zu begreifen und zu erkennen. Bis hin zur eigenen Ernährung ist ein Weg.

Ja, ich wollte mich eigentlich auf die Gruppe von Zeit im Wandel beziehen, wo wir nun auch als „Regenbogenstamm“ ausgerufen wurden. Wir haben hier in einem Kongress und online retreat, sehr fruchtbar, mehrere indianische Lehrer kennengelernt. Die TeilnehmerInnen sind wohl überwiegend Deutsche, so es ja in unserer Sprache stattfindet. Jetzt bin ich nicht wirklich sicher, ob mich gemeinsame Werte mit den anderen verbinden. Es ist doch etwas ganz anderes, wenn man sich in einer echten Gruppe persönlich gegenüber steht. So kann ich aus Erfahrung einer Geomantieausbildung sagen, es war ein ungeheuer heilsamer Prozess, wir alle hatten intensive Erfahrungen, das ist nun 15 Jahre her, und ich bin mit fast niemandem der 15 Teilnehmer mehr in Kontakt. Während des ganzen Jahres war es auch nicht so, dass ich alle gut leiden mochte, aber wir spiegelten uns die Lebensthemen, und die Geomantie gab dafür eine Struktur vor, in der wir alte Wunden fanden, und Orte und uns selbst erlösten von störenden Energien und vieles mehr. Es ist nicht so einfach wie ein Licht und Liebe senden per Mausklick. Es war auch wichtig, den hellsichtigen Lehrer dabeizuhaben!

Ich bin sicher, die TeilnehmerInnen, die sich jetzt gerade bei Alicia in Guatemala befinden, gehen durch ähnlich starke Prozesse. Das sind Initiationen auf dem Weg.

Im Moment scheint viel Chaos stattzufinden, und ich bin dankbar für jede dieser Gruppen, die sich ernsthaft in solche Prozesse begeben. Ich glaube, alle zusammen sind Zweige eines tribes, eines Stammes, an dem einmal neue Früchte wachsen werden. Und die Wurzeln finden wir in uns, in der Landschaft, den Ahnen und den Sternen.

Ky 3/2021

Seelenplan

Gestern abend durfte ich an einem ungewöhnlichen Kreis teilnehmen, was durch zoom meetings ermöglicht wird. Beim online retreat von Alicia Kusumitra ( https://www.kusumitra.de/ ) , der noch die ganze Woche währt, erlebte ich eine kraftvolle Befeldung von Andreas und Monika Pott, die heilende Impulse auslöst und tatsächlich konnte ich das spüren. Sehr deutlich spüren, waren wir doch insgesamt ein Kollektiv von ca. 600 Teilnehmern! Plus eine Katze, denn die spürte es auch und legte sich direkt vor den Bildschirm! Also das ist schon was Großes, sich zugehörig zu fühlen zu einer Gruppe, die sich in der Seele verbunden fühlt. Doch besonders ging es um den jeweils eigenen Seelenplan, und die Offenheit von Alicia und auch dem Ehepaar Pott, über ihren eigenen Weg zu sprechen, tut gut, bringt uns einander nahe. Denn wie oft denkt jeder, ach das kann ich sicher nicht und die bringen besondere Voraussetzungen mit….doch eben habe ich ja ganz ähnliches erlebt, lebte lange im Ausland und das Geld reichte nicht mehr, all diese Erfahrungen kenne ich.

Und nun bin ich auf einem Dorf in einem warmen Zuhause, mit 7 Katzen und der eisige Wind pustet durch die Bäume. Mein Freund ist gerade wieder zu mir zurückgekommen…weil ich meine Härte aufgeben konnte, gelernt habe, und denke, da ist noch viel Liebe zu geben. ( Oder haben meine Wunsch-Despacho-Rituale gewirkt, an das Universum) Aber irgendwas ist da noch zu erledigen: genau, der Seelenplan lässt mir keine Ruhe. Ausserdem ist die gesellschaftliche Entwicklung im Aussen doch nicht gerade ermutigend und danke, da hat mir das Interview mit Christina von Dreien Mut gemacht. Ich sage nur, es gibt Hilfe und Unterstützung, die sich jeder holen kann, auf vielen Wegen, doch für mich ist Spirit essentiell wichtig, der alles zusammenhält. Keine Regierung kann das erledigen für uns.

Vor ca 10 Jahren hatte ich mal die Idee, an einem Schamanenfestival teilzunehmen, und dort einen workshop zum Thema Feuersteine anzubieten. Es wurde nichts draus, ich hätte nicht mal das Fahrgeld gehabt, aber auch das ganze Festival fiel ins Wasser. Eine Holländerin wollte das an dem Grenzort Kleve aufziehen, doch es scheiterte an irgendwas. Und ein paar Jahre später, nach noch mehr Grenzerfahrungen, die sich auch an der Suche nach einem Wohnort entzündeten, mit 20 Katzen im Gepäck,…landete ich also in einem kleinen Dorf namens Kleve, im Norden von Deutschland. An der Grenze nach Nordfriesland. Es gibt hier sehr wenig spirituelle Angebote. Einfach wenig Menschen. Ein Segen in der heutigen Lage. Wir dürfen frei umherlaufen!

Und die Idee von einem Schamanencamp kommt nun wieder, nach dem Erleben des heilenden Energiefeldes. Manchmal können ruhig ein paar Jahre Vorbereitung nötig sein, aber den Fokus darauf zu setzen ist wichtig. Ich glaube, solche Orte werden gebraucht, wo junge Leute zusammenkommen können, na ich werde meine Vision entwickeln. Unterstützung wird sich finden, wenn ich darum bitte. Etwas ganz Tolles habe ich in den letzten Jahren kennengelernt: Durch ein Steinzeitdorf hier in der Nähe konnte ich an internationalen Steinzeittreffen teilnehmen. Das ist im Museum, quasi lernen wir hier Techniken der Lederherstellung, Flintsteinbearbeitung und vieles mehr von experimentellen Archäologen. Und da kamen junge Leute, Familien, und zwar kommen sie jedes Jahr wieder! Sie kleiden sich in Felle und wohnen gemeinsam in den Hütten. Da gibt es sogar Veganer, ich selbst hatte Jahre kein Fleisch mehr gegessen. Das änderte sich. Natur ist manchmal eklig. Aber es werden auch Pfeil und Bogen gebaut., Körbe geflochten, Feuer machen geübt. Es gibt Menschen, die Wildnisschulen öffnen, das Überleben in der Natur üben und Kenntnisse erlernen.

Nur, dass man halt im Museum öffentlich ist und den Besuchern, ebenfalls viele Familien, erzählt wie die Vorfahren so gelebt haben. Es wurden auch schon einige Filme dort gedreht. Für mich ist dieser Stamm- wir haben einen authentischen finnischen Schamanen / Archäologen, der uns in einer Bärenzeremonie Schutz und Segen für das Jahr gerufen hat, eine Verbindung zu unseren nordischen Ahnen, eben an diesem Ort wo sich alte Steinzeitgräber finden. Das Treffen findet im Sommer zwei Wochen lang entweder in Albersdorf oder in Dänemark statt. Authentische Steinzeitkleidung ist Pflicht.

Doch, es ist Verbundenheit, aber es fehlt eine spirituelle Gemeinschaft. Der Finne hat seinen Clan in Finnland. Also mir würde die fehlen, und die finde ich gerade bei Alicia, und Robert, und Matthias, die heute abend für uns Teilnehmer einen Frauenkreis und einen Männerkreis anleiten. Online, aber echt.

Ich werde weiter berichten. Co Kayute 2021

Wahrheit

Dies ist wirklich direkt aus Dörfern in Guatemala und die schwierige Lage der indigenen Menschen. Ich habe Hochachtung vor dieser Dame, die das Richtige tut, und Klartext darüber spricht, wie diese Lage entstanden ist. Menschen hungern und es ist mir ein Anliegen, dass solche Berichte aus erster Hand weiter geteilt werden, und dass wir tun, was geht , um zu helfen.

Wir haben vergleichsweise noch wenig Grund zu jammern. Es sieht so aus, als wenn die Armen der Welt systematisch von allem Einkommen und allen Möglichkeiten abgeschnitten werden.

Davon abgesehen kommen in diesem Kongress auch einige indigene SchamanInnen und indigene Großmütter zu Wort, um mit uns etwas zu teilen, ihr Erbe und ihr Wissen. Auch davor habe ich große Achtung. Wie auch immer man zu Spiritualität steht, sie ist ein Erbe der ganzen Menschheit, Teil unseres Seins.

Kayute 2020

Isarnho

Entlang des Weges auf dem sogenannten Knick, einem Wall, der die Wiesen begrenzt, steht eine Reihe dieser kraftvollen Eichen. Sie sind die Nachfahren des Eisenwaldes, die ganze Gegend war einst dicht bewachsen mit den Eichen, dem Eisenwald Isarnho.

Ich spüre einen starken Kraftstrom durch den Stamm fliessen. Ich danke den Bäumen, die unseren Ahnen die Balken für ihre Häuser gaben, für unsere Häuser. Ich danke für die Masten der Segelschiffe, und für die Scheite, die ihre Feuer wärmten. Ich danke für alle, die vielleicht vergassen, danke zu sagen.

Und vor der Zeit des Waldes gab es eine Zeit ohne Wald. Da war die Zeit der Rentierjäger, eine Tundra, und sie zogen mit den Herden gegen Norden, als hier mit dem Wald, dem wärmeren Klima eine andere Besiedlung begann.

wir könnten auch von ihnen lernen.

Eine blaue Stunde

Und dann fuhr ich ans Meer.

Es war windstill gestern, heute auch, Morgenfrost. Mir war gar nicht kalt, das Wasser spiegelglatt, die ripples im Sand mit langen Schatten, und dann ging auch schon die Sonne unter, um 16.00 Uhr nachmittags, und gegenüber der Mond auf. Der Leuchtturm blinkte. Der berühmte Leuchtturm von Westerhever, ich war weit weg, und er ist kaum zu sehen.

Das war pures Glück. So was Schönes zu sehen, so viel Raum um mich herum, also so was von schön! Nur zwei, drei Leute mit Hunden waren da. Die Cafes zugesperrt, keine Touristen erlaubt, – wir sind im lockdown.

Und die, die ich sah, lächelten, und waren froh, draussen zu sein. Vogelschwärme. Eine Schar Kibitze, glaube ich, flog über mich hinweg. Die ganze Zeit hörte ich die Wildgänse, aber sie waren auf der anderen Seite des Deichs. Tausende Nonnengänse sind da, und sie unterhalten sich gern. Das Wasser floss langsam ab und enthüllte den Wattboden mit einem Spiel von Pfützen, Rinnsalen und Himmelsspiegelungen. Das Licht wurde blauer.

Als ich zurückfuhr, wurde der Mond deutlicher sichbar, und bei der Brücke von Tönning blickte ich auf die Eider bei Ebbe: auch hier das wunderbare letzte Licht auf dem Wasser, und ein zerfurchter, glänzender Sandboden freigelegt, doch nun war es mir zu kalt um noch mal auf die Brücke zurückzulaufen. Rechts die Sonne, links von mir der Mond.

Während ich noch im Supermarkt etwas einkaufte, grelle Laternen und Maskenpflicht auf dem Parkplatz, Freitag abend, wurde es dunkel. Das letzte Wegstück legte ich auf einer schnurgeraden Straße zurück, den Mond direkt vor mir, und zu allen Seiten dichter Nebel – die Lundener Niederung, ein Feuchtgebiet mit Vogelschutz.

Geomantisches Nähkästchen

So habe ich meine videos genannt, die ich ab und zu auf dieser playlist einstelle. Ich muss sagen, in meinem Nähkästchen sieht es echt bunt und wild aus, und so geht es mir auch, wenn ich anfange etwas zu erzählen. Ich muss mich schon zusammenreissen, ruhig zu sitzen..was war mein Thema?? Aber ich habe selbst gemerkt: da ich viel Zeit habe, freue ich mich auf die wenigen Kanäle, die ich mir regelmässig anschaue, und wenn die da erzählen, wie es ihnen in ihrer Lebenssituation geht. Ich freue mich auch, wenn Künstler ihre Arbeiten teilen, etwas vorlesen, und zeigen, wie man Kürbis einmacht. Also ich will keinen damit langweilen, was ich zum Frühstück esse. Immer wenn ich jemanden sah, der sowas macht, dachte ich: wieso erzähle ich nicht etwas, was ich gelernt habe, und was für die Erde ein bisschen was bringen könnte….

Denn Egokram gibt es schon reichlich. Und ich habe es ja nun bis ins Großmutteralter gebracht. Da darf frau ja eigentlich alles. Ob es nützlich ist, sinnvoll, das muss ich gar nicht beurteilen. Danke an DW für diese Einsicht. Manchmal ist ein Satz eine Inspiration.

Leider bin ich nicht fähig, Filme ordentlich zu schneiden, Fotos reinzusetzen etc. Es ist schwer für mich, das zu lernen. Es gibt da so Bretter vorm Kopf. Dabei macht man es uns schon so leicht hier.

Was ich sagen wollte, ich habe zwar eine Geomantieausbildung, aber seither habe ich vieles erlebt, und auch wenn ich traditionelle schamanische Rituale sehe, so muss ich die nicht genauso gestalten. Es gibt für jeden einen eigenen Weg, mit Eckpunkten, die wirklich essentiell sind.

Buch: Drachenmeer

von Nancy Farmer, Weltbild 2004, Originaltitel: The Sea of Trolls

Dieses ist ein Jugendbuch, was ich aber erst ziemlich spät gemerkt habe. So dicht und spannend war es gleich, dass ich sofort in die Geschichte hineingezogen wurde. Man erfährt viel über die Nordmänner und wie deftig es bei ihnen zuging. Die Mystik der isländischen Welt wird grossartig eingewoben. Oder umgekehrt , ein Weg des Erwachsenwerdens wird eingewoben, indem wir am Leben und der Sicht von Jack teilhaben, der von einem alten Barden zum Lehrling ausgewählt wurde und nun mehr schlecht als recht in ein Abenteuer geworfen wird, das seine Kenntnisse weit übersteigt. Dennoch, sind wir mit ihm am Ende sehr viel klüger und mutiger und wissen, worauf es wirklich ankommt.

Das erstaunt mich immer wieder an den Jugendbüchern: Dass so viel echte Weisheit darin verborgen ist. Es geht ja nicht nur um Unterhaltung, ein solches Buch zu schreiben ist viel schwieriger und die Autoren machen sich die Mühe, mit Archetypen, die als Vorbilder gelten können. Zum Vergleich kann ich heranziehen: Drachenromane von Markus Heitz, auch grossartig und bunt, bedient sich auch alter Quellen, alle Geschichten sind im Grunde alte Mythen. Dennoch folgt Heitz nicht dem Weg des Helden, wie er z.B. im Tarot bildlich wieder gegeben wird. Alle alten Archetypen kommen auch dort vor. Sie beginnen mit dem Erwerb von Werkzeugen, dem Hineingeworfenwerden in eine Aufgabe, fremde Welt, das Durchqueren des Tunnels, der Unterwelt und der Hilfe überirdischer Kräfte, wenn man denn den Zugang zu ihnen findet. Dann wird der erfolgreiche Held oder die Heldin am Ende nach Hause zurückkehren und dort mit Respekt aufgenommen.

Allerlei gruselige Wesen säumen diesen Weg von Jack. Wir erleben seine Zweifel und Ängste mit, und wie seine Mitstreiterin von einem traumatisierten Kind ohne Freunde und Familie zu einer geheilten Persönlichkeit wird. Und das, indem jeder mit den Werten der andersartigen Gesellschaft ins Reine findet. Denn die noch andersartigere Welt von Jötunheim, dem Land der Trolle, macht es nötig.

Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Erdmagie, die dort ganz im Norden sehr stark ist, und mit der Jack umzugehen lernt, wobei es klar wird, dass zuviel davon für Menschen auch schädlich sein kann. Dieser Beruf, mit der Erdmagie als Barde oder Skalde dem eigenen Dorf oder Volkzu dienen, wird realistisch dargestellt, das kann ich aus einer eigenen Ausbildung zur Geomantin so sagen.

Im Grunde ist diese Geschichte selbst so eine Art von Ausbildung darin, aber es wird natürlich in der Reihe: „Phantastische Welten“ geführt, so dass bloss niemand auf die Idee komme, da sei was Wahres dran!

Wir müssen solche Bücher haben!

co Kayute)

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