Buch: Die vier Toten von Tibet

Eliot Pattison, Aufbau Verlag, 2020

Noch einmal Eliot Pattison, diesmal habe ich den neuesten Band der Krimireihe gelesen, die so viel mehr ist als Krimi. Mit China und Tibet treffen zwei total gegensätzliche Extreme aufeinander, wie er meisterhaft darzustellen versteht. Ich lerne, dass der Autor ein Anwalt ist.

Nun passieren im Buch wundersame Dinge, wie man sie sich wünschen würde im Angesicht der Ohnmacht gegenüber totalitären Systemen. Und wer weiß. Tibeter jedenfalls sind fähig, daran zu glauben. Ich bin wieder tief beeindruckt .

Zwar auf englisch, doch bietet die webseite des Autors einiges an Hintergrund und das tun die Romane übrigens auch- ich habe hier viel gelernt, was ich im buddhistischen Kontext nicht unbedingt erfahren habe, so wie er im Westen oft gelebt wird.

Es geht hier um Menschlichkeit. Es geht überhaupt bei allem um Menschlichkeit. Und der Titel des Buches, die vier Toten- nun. Es sind ja so viel mehr als Vier.

Buch: Das tibetische Orakel

von Eliot Pattison, 2002

Das Buch ist der dritte Band einer Reihe von mittlerweile 10 Tibet-Krimis, die so viel mehr sind als spannende Geschichten. Es wird uns vor Augen geführt, dass es sich hier um eine hochentwickelte Kultur handelt, die gnadenlos zerstört wird.

Fast 500 Beiträge habe ich nun auf dieser blog-Seite, und sicher habe ich bereits darüber geschrieben.

“ Das Herz der Welt“ von Ian Baker zeichnet eine Expedition in die Tsangpo-Schlucht auf den Spuren alter Prophezeiungen nach. Hier in den wilden Schluchten spielt auch der Roman von Eliot Pattison.

Die Natur dieses unvergleichlichen Landes , als Dach der Welt wird das Gebirge ja auch bezeichnet, ist die Grundlage jener speziellen Heilkunst und Vorstellungswelt, die unwiderruflich mit ihr verloren geht. Warum eigentlich wird das nicht als Völkermord bezeichnet? Weil China ja so wichtig für uns ist….und so schnell beleidigt…..man sieht es im Roman.

Ja, das ist die Gegenwart, abseits von Romanen. Man kann nur hoffen, dass der Berg sich das nicht gefallen lässt. Mir liegen Tibet und der Buddhismus dieser Ausprägung sehr am Herzen. Beides ist mächtig, sonst hätte es nicht diese Gegner.

Im Roman wird sehr deutlich eine Sichtweise gepflegt, die die Seele des Landes und die von Menschen, die die ihre noch spüren, als verbunden darstellt. Und das aus Sicht verschiedener Beteiligter. Ein sehr umfassendes und nie polemisches Mosaik. Dennoch schätze ich, der Autor dürfte Tibet nicht mehr betreten…Es wäre auch ein Denkanstoß, dahingehend dass bei uns so viele Menschen eine innere Leere empfinden oder ihr Streben auf Oberflächliches beschränken. Ich werde nun auch die anderen Bände lesen, um mehr zu lernen. Es hielt mich tagelang in Atem, was bei mir selten geworden ist, und dann weiß ich wieder, wofür mein Herz brennt.

https://www.morgenpost.de/politik/article409636070/china-staudamm-tibet-yarlung-tsangpo-klima-ausbeutung-wasser.html

Bücherhütte August

Zu den Büchern, gerade eingesammelt, kann ich noch nichts sagen. Außer, natürlich, das wunderbare Kräuterbuch, in dem ich blätterte, und welches auch sehr gut geordnet ist und ein schönes Hardcover hat. Ein besonderes Cover, darauf stehe ich wirklich. Es gibt eine besondere Grafikkunst, das sind Buch Cover.

Was mich immer wundert, sind die Titel. Ich glaube, selten ist es der Autor selbst, der einen Titel auswählt. So habe ich doch tatsächlich schon wieder ein Buch gegriffen, das ich schon gelesen habe, vor einiger Zeit….Die Tarotspielerin. Spricht mich an. Aber es gibt eben auch so furchtbar viele ähnliche Titel, man glaubt es kaum. Bestimmt gibt es Die Schachspielerin, Die Billiardspielerin, Die Eisläuferin, Die Teppichweberin. Die Wanderhure sowieso, aber auch Die Wanderheilerin, Die Wunderheilerin, …

In den meisten Fällen geht es da um eine mittelalterliche Figur, kann auch gut recherchierter Kontext sein, aber es muss eine besonders starke Frau sein, mit der wir uns identifizieren….Sie überlebt Sklaverei und Pest, wehrt sich gegen Kirchenmänner und hat eine Gabe, in der sie so gut ist, dass sie ihr Aufstiegschancen sicherte, von denen ich nicht glaube, dass es die in solchen Mengen gab.

Tätigkeiten gibt es viele, und es ist unendlich langweilig, daraus einen Titel zu machen. Früher gab es Ideen. Poetische Worte. Titel, die neugierig machten. Ist nicht etwas Besonderes an uns, ohne dass wir immer etwas tun und leisten und schaffen! Ich hoffe, diese Mode geht mal vorüber. Vor allem waren Frauen Mütter. Ich träumte letztlich von meinen beiden Großmüttern.

Eine war eine Magd auf dem Bauernhof. Die andere hatte vier Kinder, und sie wäre Hutmacherin geworden, wenn nicht die Tante mit dem Hutladen zu früh gestorben wäre. Doch von ihnen beiden lernten wir noch manches an Tätigkeiten, die Frauen immer machten.

Das Lesen und das Schreiben lernten wir auch, und ich hoffe frau kann es noch lange tun bis ins hohe Alter, auch wenn die Finger nicht mehr wollen.

Buch: Darwins Faktor

Von M.A. Rothman. 2019, Primordial Press Selbstverlag

Das Buch ist ein Thriller und auch ein science fiction Roman, denn es geht um Gentechnik und medizinische Möglichkeiten. Sehr gut erklärt wird nebenbei, wie das eigentlich funktioniert und gleichzeitig, wie diese Technik missbraucht werden kann. Das ist ein wenig drastisch dargestellt, und auch der Zufälle sind viele, die nicht so glaubwürdig sind. Aber vielleicht ist das in ähnlichen Romanen auch so, zur Verdichtung der Handlung und Eingrenzung des Personenkreises. Das kann ich gar nicht beurteilen. Es gibt welche mit komplizierteren Verflechtungen.

Es handelt sich um ein wichtiges Thema, im Vorwort schreibt der Autor selbst, dass ihn die „Pandemie Covid“ “ praktisch überholt hat, was sicher manch einem Autor so erging, dass er glaubte , in seinem eigenen Roman zu sein. Ich bin nicht sicher, auf welcher Seite der Autor steht, aber man kann eine Menge zwischen den Zeilen herausfinden, wo der Forscher selbst sympathisch dargestellt wird, der ein Heilmittel gegen Krebserkrankungen sucht. Und auch der Druck, unter dem er steht, ist nicht unerheblich. Eine Stimme für die Wissenschaftler.

Eine große Rolle spielt das FBI sowie manche Geheimdienste bzw. verschiedene Abteilungen, wo auch nicht alle die Bösen sind. Es war wirklich sehr spannend zu lesen und manchmal war ich ein wenig verwirrt von den vielen Namen der verschiedenen Chefs und Professoren, aber ich konnte den Hauptpersonen gut folgen in ihrer eigenen Problematik.

Und das war immer wieder vor allem der Schrecken der Krebserkrankung. Und zu welch zweifelhaften Methoden Betroffene greifen, wenn es ihnen als letzter Ausweg angeboten wird. Da geht es keineswegs um alternative Heilmethoden, sondern – um Ärzte.

Nun, es geht fast gut aus, wäre da nicht noch die eine mutierte Kreatur entkommen, das heißt unentdeckt. Absichtlich mutiert, verändert durch Gentechnik, und ich glaube nicht, dass das nicht real wäre. Nur die etwas plakative Form der Folgen -naja- . aber wer weiß es schon. Denn all das unterliegt in Echt natürlich der Geheimhaltung. (im Roman auch)

Ein Roman, nach allen Regeln der Kunst geschrieben, den kein Verlag haben wollte, weil sie ihn nicht einordnen konnten. Der Autor bittet um Verbreitung, daher dieser blog.

Buch: Bücherhütte Juli

Ich wurde wieder beschenkt mit Schätzen!

Der Roman von Alonso Cueto, er spielt in Peru, ist außerordentlich dicht und spannend, dabei geht es nur um eine Schulfreundschaft zweier Frauen…

Und das Kinderbuch von Jan Prochazka ist etwas ganz Besonderes: Ich las es als Kind. An mein Alter damals kann ich mich nicht erinnern, an das Buch sehr wohl. Es hat mich nämlich sehr stark beeindruckt, allerdings auch mit Schrecken. Geschichten des Krieges, aus Kindessicht erzählt, das nahm mich mit. Diese Grobheit der Menschen. Und andererseits kam ja meine Familie daher, aus diesem Krieg, von dem auch die Eltern und Großeltern manchmal sprachen.

Die andere Geschichte, die ich erinnere, war in unserem Lesebuch und sie hieß: Nachts schlafen die Ratten doch. Sie war ebenso erschreckend, denn die kleine Schwester eines Jungen war unter einem Schuttberg begraben, und der Junge passte auf, dass ihr die Ratten nichts tun konnten. Diese Fakten waren so ungeheuerlich für mich in meinem wohlbehüteten vielleicht zu wohlbehüteten Zuhause, in dem die Grobheit durchaus durchbrach, man war ihr ausgeliefert. Noch heute scheue ich zurück vor Büchern aus dem Krieg, weil sie mich so hineinziehen. Ganz anders bei Krimis, die kann ich lesen. Aber nicht die grausamen. Noch liegt der Roman Wolfsmond von Julio Llamazares im Regal, über die Diktatur in Spanien.

Es sind wahre Krimis, so würde ich es sagen. Nun auch Gedichte aus Südamerika sind nicht unpolitisch. Wie oft mussten die Autoren ins Exil! Diktatur, Despotentum, Machtmissbrauch, Massenmord, all das findet statt. Immer noch. Und es ist der größte Schrecken, weil man so machtlos dagegen ist wie ein Kind, ausgeliefert und eben das auch eine der größten Ängste von Menschen.

Buch: Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena, Roman, 2008, Kiepenheuer & Witsch

Nun habe ich doch wieder ein Buch gelesen. Mir war nicht mehr danach gewesen, mein Hiersein war bedeutungsvoller. Dieses Buch lag schon länger da, und es war genau der richtige Moment. Es kommt ja nicht so oft vor, dass ich am Ende über eine Geschichte weinen muss, doch diese Woche bin ich nah am Wasser gebaut. Und es geht ja gut aus Deshalb weine ich ja. Weil man es so hoffte, nachdem so viel so dicht erzählt wurde, aus einem norddeutschen Dorf, wie ich es nun auch kenne. Die Autorin haut da Sätze raus- die treffen richtig . Es geht hier um drei Generationen,zwei Schwestern, dann drei Schwestern und anschließend zwei Kusinen. Diese Verflechtung, die sich zu einem Drama entwickelt, ganz subtil, ganz kühl und zurückhaltend, nimmt mich wirklich sehr mit.

Wie man sich verhält, wenn man als Heranwachsende ein Trauma erlebt hat, ohne dass je darüber gesprochen wird, ohne dass dieses Wort überhaupt jemals vorkommt, und auch anderes wie Demenz und Heimweh und Bücher und Freundschaft…darüber wird erzählt. Meisterinhaft, und das Norddeutsche schimmert überall durch wie die goldenen Ballkleider der Tanten, die die Mädchen sich überziehen, um zum Schwimmen im See zu radeln. Die Bilder sind wunderbar.

Und es tut auch weh. Denn in welcher Familie gibt es nicht solche unausgesprochenen Verwerfungen, und auch die unterschiedlichen Schwestern…ein altes, geerbtes Haus…Erinnerungen. Und etwas daraus machen, ein eigenes Leben erschaffen, dennoch.

Memoiren

Nennt man das noch so, die Lebenserinnerungen? Meist gibt es die nur von berühmten Personen. Ich habe aber auch schon einmal ein Dossier über das Leben der dementen alten Dame gelesen, die ich half, zu betreuen. Und da staunte ich doch, wie sie einst mit ihren drei Kindern aus der DDR flüchtete, und sie nur einzeln durch den Zaun brachte, und es wurde verständlich, warum sie so oft in fürchterliche Ängste ausbrach, glaubte ihr Bett würde weggefahren und solches.

Jahrzehnte später, als alle Kinder groß waren und alles gut gegangen war.

Ich habe angefangen, über meine Erlebnisse zu schreiben, die auch lange her sind. Die meisten, die ich kenne, wissen nicht viel davon. Ich wollte mir die Reaktionen ersparen, und ich werde es auch nicht öffentlich tun. Ich weiß noch gut, wie ich die Kollegen immer mit Erzählungen unterhalten sollte, weil ich jahrelang im Ausland war, mit Abstand das Interessanteste erlebt hatte, wobei ich nur ausgewählte Dinge ansprach. Es macht aber Sinn, denn etwas vergesslich werde ich doch auch, und wie ich vor kurzem merkte, macht es mir selber Spaß, im Tagebuch zu lesen. Das schreibe ich erst seit ein paar Jahren wieder. Ich habe Tränen gelacht, weil ich ja nun weiß, wie es weiterging….

Das Tagebuch ist eine Sache-ob das wahr ist, was da steht? Es ist eine meist sehr emotionale Ansicht, die sich wieder verändert, und daran kann man Prozesse sehen, über einen Zeitraum. Wer wird das schon wollen, später. Doch Orte, an denen ich vor 40 Jahren war, sind nun unwiederbringlich verändert. Ich sehe sie lieber so, wie sie waren, denn zum Guten hat sich keiner gewandelt.

Nur ich. Mit Sicherheit habe ich mich zum Guten gewandelt! Oder doch, mein Heimatort, den ich nie so nenne,- Köln-Rodenkirchen, -der ist zu einem lebenswerten schicken Vorstadtort geworden, am Rhein war er natürlich vorher schon. Wir spielten da am Rheinufer, als es tote Fische anschwemmte., in den siebzigern. Wir hatten mehrere leerstehende Grundstücke, auf denen wir spielten. Ein Müllplatz mit einem alten Bunker, ein verwildertes Grundstück mit einem Orangenlager, die wir manchmal versuchten, am Feuer zu braten- es schmeckte scheusslich. Ein leerstehendes Haus, das war mit Stacheldraht abgesperrt, durch den wir uns zwängten- die Kinder der Straße, einige Jungs und wir drei Geschwister. All das ist mittlerweile mit Neubauten zugestellt. Es ist mir vollkommen fremd geworden, auch mein Elternhaus.

Das Wort Heimat ist ein Fremdwort für mich. Ich blieb nie lange irgendwo. Aber zuhause fühlte ich mich an manchen Orten. Und wenige liebe ich. Eckernförde gehört dazu, und obwohl es nur eine Stunde Fahrt ist, fahre ich selten. Die alten Freunde, zerstreut, verloren, und auch anderen geht es so: Man fährt hier nie so einfach von der Westküste an die Ostseeküste, und umgekehrt. Im Sommer, wenn es schön ist, ist Eckernförde überfüllt, man hat auch so viel was hier los ist…

Das Meer der falschen Schuhe

Wenn ich einen Roman schreiben könnte, dann würde er vielleicht so heißen. Das erinnert aber möglicherweise zu sehr an Aschenputtel. Ich denke dabei an all die Schuhe, die ich nicht trage, seit ich vor einem halben Jahr die Barfußschuhe entdeckt habe. Ich will nichts anderes mehr.

Selbst die vom Flohmarkt, zwei Nummern zu groß, sind bequemer und besser.

Nun, oder der Roman könnte heißen: Der Erzähler. Gibt es vielleicht schon. Es ist mir ein Rätsel, wieso ich die erzählten Geschichten in Büchern und Filmen verschlinge, wenn mir aber ein Bekannter auf der Straße begegnet, der nicht mehr aufhört zu reden, dann sind sie mir ein Greuel.

Ein guter Erzähler! Ein Lehrer, natürlich, und Liedermacher. Jeder kennt ihn hier. Man will nur all die Geschichten nicht so ausführlich…Ich war also in Friedrichstadt um die Ecke, wo Pulks von Touristen unterwegs sind und mit den kleinen Booten durch die Grachten kutschiert werden.

Guten Kaffee gibt es im Cafe Boenchen, obwohl ich denke es müßte Cafe Boehnchen heißen. Von Bohne. Diese kleine Stadt hat auch einen wunderbaren Buchladen, die Buchhandlung Stümpel, gemeinsam mit dem Wunschbecher, der Keramikstube.

Warum das Haus nebenan leer steht, habe ich nicht gefragt. Da scheint es ein Problem zu geben, denn um die Märchenstadt zu erhalten, sind hohe Denkmalschutzauflagen nötig, und viele der kleinen Häuser- wirklich klein! – sind schon Ferienwohnungen geworden. Man lebt da auch auf dem Präsentierteller. Halt, das wollte ich doch gar nicht erzählen. Ich bin ja fast so schlimm wie der Bekannte…

Ich habe mir nämlich ein Buch gekauft, ein neues! Deshalb gehe ich lieber selten in diesen Laden.

Es heißt “ Yoga Town“, von Daniel Speck, und es geht da um eine Indienreise zur Hippiezeit. Ich berichte nach dem Lesen.

Nun, ich war später da, die Hippies waren noch da. Ich konnte das Buch jedenfalls nicht liegen lassen. Zweimal war ich in Indien, doch das führt jetzt zu weit…

Buch: Bücherberge

Der diesjährige Dorfflohmarkt- wir sind ein sehr kleines Dorf- ist gelaufen. Mit einem Freund radelte ich durch die Straßen, es zieht sich längs weil soviele Wiesen, Pferdehöfe und ein freilaufender -Hühnerstall dazwischen liegen. Und nun ziert ein sagenhafter Stapel von 13 ungelesenen Büchern mein Heim! Ich bin schon dabei, und erfreue mich an einem Klassiker des Krimis, zumindest ist er so geschrieben, er spielt in Paris, ist von einer Frau und erinnert mich an Fred Vargas, die Meisterin des Pariskrimis. „Kommando Abstellgleis“ Ein Fall für Kommissarin Capestan, von Sophie Henaff ,Penguin Verlag. 2018 .Es gibt sogar einen zweiten Band. Also gar nicht alt, aber es vermehrt die Riege verrückter, versoffener und anderer Außenseiterpolizisten, die hier in einer Einheit zusammenarbeiten sollen, bzw. einfach aus dem Weg sein.

Sonderlinge sind schon die Lieblingsprotagonisten aller Romane, nicht wahr. Was wäre auch langweiliger als das normale. Das allerbeste Buch überhaupt, tief zu Herzen gehend, ist mir ausgeliehen worden von einem sehr sensiblen Freund: „Für Polina“ von Takis Würger, in dem es eben um einen hochsensiblen Pianisten geht, aus dessen Sicht die Welt eben nicht einfach zu bewältigen ist, und die Liebe…einfach wunderschön zu lesen, sprachlich auch, und niemals nullachtfuffzehn. Dabei dachte ich erst, oh nein, so was Schweres will ich jetzt nicht….

Doch dann ist es seltsam, dass ich die beiden Bert-Hellinger – Bücher, die ich schon kenne und lange studiert habe, enorm interessant finde, und mir wieder zulegte! Eine Seltenheit, doch bei der Praxis einer Rückentherapeutin zu finden. Sie drehen sich immer um schwere Schicksale, und ungewöhnliche Lösungen. Das ist alles alt, Hellinger ist verstorben, aber ich denke, seine Saat ist aufgegangen.

„Ordnungen der Liebe“, Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Knaur, 2001

Zweierlei Glück“ von Gunthard Weber Hrsg., Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers,Auer,2001

Ja, die Themen der meisten Romane sind menschliche Verwicklungen, Entwicklungen und vor allem Bewältigungen von Schicksal. Über jedes Dorf könnte man vermutlich einen spannenden Roman schreiben. Wenn ich denn die Ausdauer hätte.

Prozesse im Tagebuch

Ein Freund erzählte dieser Tage, er habe seine Manuskripte geordnet. Er ist 70 und ich wußte nicht, dass er schreibt.

Das sollte ich auch mal tun, dachte ich. Dabei stoße ich auf erstaunliche Dinge, besonders meine Tagebücher, – den gesuchten Text habe ich immer noch nicht entdeckt- und finde sie erhaltenswert. So ist dies auch ein Weg des Bewahrens außerhalb des dunklen Köfferleins, des Erinnerns und Gestaltens.

Zumal es nun gewünscht wurde, dass ich eine Traumreise anleite, was ich lange nicht mehr gemacht habe, schaue ich hinein ins Innere.

Da ist so unendlich viel zu finden. Traumreisen waren eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber auch so habe ich einiges erlebt und umgewandelt in Erfahrung.

Das jedenfalls war Schmerz, der lange anhielt! Mittlerweile laufe ich nur noch in Barfußschuhen und meinen Füßen geht es gut.

Auf das Datum kommt es hier im Grunde gar nicht mehr so an. Eigentlich sind Tagebücher nach Datum sortiert, wenn man die Kisten mit der Jahreszahl sortieren nennt. Aber schade um die Schätze, die verborgenen.

Heute muss man alles abfotografieren zum Sortieren…und die inneren Reisen werden aufgemalt.

Diese Projekte waren natürlich für mich. Sie machten mich reicher und froher.

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