Buch: Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena, Roman, 2008, Kiepenheuer & Witsch

Nun habe ich doch wieder ein Buch gelesen. Mir war nicht mehr danach gewesen, mein Hiersein war bedeutungsvoller. Dieses Buch lag schon länger da, und es war genau der richtige Moment. Es kommt ja nicht so oft vor, dass ich am Ende über eine Geschichte weinen muss, doch diese Woche bin ich nah am Wasser gebaut. Und es geht ja gut aus Deshalb weine ich ja. Weil man es so hoffte, nachdem so viel so dicht erzählt wurde, aus einem norddeutschen Dorf, wie ich es nun auch kenne. Die Autorin haut da Sätze raus- die treffen richtig . Es geht hier um drei Generationen,zwei Schwestern, dann drei Schwestern und anschließend zwei Kusinen. Diese Verflechtung, die sich zu einem Drama entwickelt, ganz subtil, ganz kühl und zurückhaltend, nimmt mich wirklich sehr mit.

Wie man sich verhält, wenn man als Heranwachsende ein Trauma erlebt hat, ohne dass je darüber gesprochen wird, ohne dass dieses Wort überhaupt jemals vorkommt, und auch anderes wie Demenz und Heimweh und Bücher und Freundschaft…darüber wird erzählt. Meisterinhaft, und das Norddeutsche schimmert überall durch wie die goldenen Ballkleider der Tanten, die die Mädchen sich überziehen, um zum Schwimmen im See zu radeln. Die Bilder sind wunderbar.

Und es tut auch weh. Denn in welcher Familie gibt es nicht solche unausgesprochenen Verwerfungen, und auch die unterschiedlichen Schwestern…ein altes, geerbtes Haus…Erinnerungen. Und etwas daraus machen, ein eigenes Leben erschaffen, dennoch.

Memoiren

Nennt man das noch so, die Lebenserinnerungen? Meist gibt es die nur von berühmten Personen. Ich habe aber auch schon einmal ein Dossier über das Leben der dementen alten Dame gelesen, die ich half, zu betreuen. Und da staunte ich doch, wie sie einst mit ihren drei Kindern aus der DDR flüchtete, und sie nur einzeln durch den Zaun brachte, und es wurde verständlich, warum sie so oft in fürchterliche Ängste ausbrach, glaubte ihr Bett würde weggefahren und solches.

Jahrzehnte später, als alle Kinder groß waren und alles gut gegangen war.

Ich habe angefangen, über meine Erlebnisse zu schreiben, die auch lange her sind. Die meisten, die ich kenne, wissen nicht viel davon. Ich wollte mir die Reaktionen ersparen, und ich werde es auch nicht öffentlich tun. Ich weiß noch gut, wie ich die Kollegen immer mit Erzählungen unterhalten sollte, weil ich jahrelang im Ausland war, mit Abstand das Interessanteste erlebt hatte, wobei ich nur ausgewählte Dinge ansprach. Es macht aber Sinn, denn etwas vergesslich werde ich doch auch, und wie ich vor kurzem merkte, macht es mir selber Spaß, im Tagebuch zu lesen. Das schreibe ich erst seit ein paar Jahren wieder. Ich habe Tränen gelacht, weil ich ja nun weiß, wie es weiterging….

Das Tagebuch ist eine Sache-ob das wahr ist, was da steht? Es ist eine meist sehr emotionale Ansicht, die sich wieder verändert, und daran kann man Prozesse sehen, über einen Zeitraum. Wer wird das schon wollen, später. Doch Orte, an denen ich vor 40 Jahren war, sind nun unwiederbringlich verändert. Ich sehe sie lieber so, wie sie waren, denn zum Guten hat sich keiner gewandelt.

Nur ich. Mit Sicherheit habe ich mich zum Guten gewandelt! Oder doch, mein Heimatort, den ich nie so nenne,- Köln-Rodenkirchen, -der ist zu einem lebenswerten schicken Vorstadtort geworden, am Rhein war er natürlich vorher schon. Wir spielten da am Rheinufer, als es tote Fische anschwemmte., in den siebzigern. Wir hatten mehrere leerstehende Grundstücke, auf denen wir spielten. Ein Müllplatz mit einem alten Bunker, ein verwildertes Grundstück mit einem Orangenlager, die wir manchmal versuchten, am Feuer zu braten- es schmeckte scheusslich. Ein leerstehendes Haus, das war mit Stacheldraht abgesperrt, durch den wir uns zwängten- die Kinder der Straße, einige Jungs und wir drei Geschwister. All das ist mittlerweile mit Neubauten zugestellt. Es ist mir vollkommen fremd geworden, auch mein Elternhaus.

Das Wort Heimat ist ein Fremdwort für mich. Ich blieb nie lange irgendwo. Aber zuhause fühlte ich mich an manchen Orten. Und wenige liebe ich. Eckernförde gehört dazu, und obwohl es nur eine Stunde Fahrt ist, fahre ich selten. Die alten Freunde, zerstreut, verloren, und auch anderen geht es so: Man fährt hier nie so einfach von der Westküste an die Ostseeküste, und umgekehrt. Im Sommer, wenn es schön ist, ist Eckernförde überfüllt, man hat auch so viel was hier los ist…

Das Meer der falschen Schuhe

Wenn ich einen Roman schreiben könnte, dann würde er vielleicht so heißen. Das erinnert aber möglicherweise zu sehr an Aschenputtel. Ich denke dabei an all die Schuhe, die ich nicht trage, seit ich vor einem halben Jahr die Barfußschuhe entdeckt habe. Ich will nichts anderes mehr.

Selbst die vom Flohmarkt, zwei Nummern zu groß, sind bequemer und besser.

Nun, oder der Roman könnte heißen: Der Erzähler. Gibt es vielleicht schon. Es ist mir ein Rätsel, wieso ich die erzählten Geschichten in Büchern und Filmen verschlinge, wenn mir aber ein Bekannter auf der Straße begegnet, der nicht mehr aufhört zu reden, dann sind sie mir ein Greuel.

Ein guter Erzähler! Ein Lehrer, natürlich, und Liedermacher. Jeder kennt ihn hier. Man will nur all die Geschichten nicht so ausführlich…Ich war also in Friedrichstadt um die Ecke, wo Pulks von Touristen unterwegs sind und mit den kleinen Booten durch die Grachten kutschiert werden.

Guten Kaffee gibt es im Cafe Boenchen, obwohl ich denke es müßte Cafe Boehnchen heißen. Von Bohne. Diese kleine Stadt hat auch einen wunderbaren Buchladen, die Buchhandlung Stümpel, gemeinsam mit dem Wunschbecher, der Keramikstube.

Warum das Haus nebenan leer steht, habe ich nicht gefragt. Da scheint es ein Problem zu geben, denn um die Märchenstadt zu erhalten, sind hohe Denkmalschutzauflagen nötig, und viele der kleinen Häuser- wirklich klein! – sind schon Ferienwohnungen geworden. Man lebt da auch auf dem Präsentierteller. Halt, das wollte ich doch gar nicht erzählen. Ich bin ja fast so schlimm wie der Bekannte…

Ich habe mir nämlich ein Buch gekauft, ein neues! Deshalb gehe ich lieber selten in diesen Laden.

Es heißt “ Yoga Town“, von Daniel Speck, und es geht da um eine Indienreise zur Hippiezeit. Ich berichte nach dem Lesen.

Nun, ich war später da, die Hippies waren noch da. Ich konnte das Buch jedenfalls nicht liegen lassen. Zweimal war ich in Indien, doch das führt jetzt zu weit…

Buch: Bücherberge

Der diesjährige Dorfflohmarkt- wir sind ein sehr kleines Dorf- ist gelaufen. Mit einem Freund radelte ich durch die Straßen, es zieht sich längs weil soviele Wiesen, Pferdehöfe und ein freilaufender -Hühnerstall dazwischen liegen. Und nun ziert ein sagenhafter Stapel von 13 ungelesenen Büchern mein Heim! Ich bin schon dabei, und erfreue mich an einem Klassiker des Krimis, zumindest ist er so geschrieben, er spielt in Paris, ist von einer Frau und erinnert mich an Fred Vargas, die Meisterin des Pariskrimis. „Kommando Abstellgleis“ Ein Fall für Kommissarin Capestan, von Sophie Henaff ,Penguin Verlag. 2018 .Es gibt sogar einen zweiten Band. Also gar nicht alt, aber es vermehrt die Riege verrückter, versoffener und anderer Außenseiterpolizisten, die hier in einer Einheit zusammenarbeiten sollen, bzw. einfach aus dem Weg sein.

Sonderlinge sind schon die Lieblingsprotagonisten aller Romane, nicht wahr. Was wäre auch langweiliger als das normale. Das allerbeste Buch überhaupt, tief zu Herzen gehend, ist mir ausgeliehen worden von einem sehr sensiblen Freund: „Für Polina“ von Takis Würger, in dem es eben um einen hochsensiblen Pianisten geht, aus dessen Sicht die Welt eben nicht einfach zu bewältigen ist, und die Liebe…einfach wunderschön zu lesen, sprachlich auch, und niemals nullachtfuffzehn. Dabei dachte ich erst, oh nein, so was Schweres will ich jetzt nicht….

Doch dann ist es seltsam, dass ich die beiden Bert-Hellinger – Bücher, die ich schon kenne und lange studiert habe, enorm interessant finde, und mir wieder zulegte! Eine Seltenheit, doch bei der Praxis einer Rückentherapeutin zu finden. Sie drehen sich immer um schwere Schicksale, und ungewöhnliche Lösungen. Das ist alles alt, Hellinger ist verstorben, aber ich denke, seine Saat ist aufgegangen.

„Ordnungen der Liebe“, Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Knaur, 2001

Zweierlei Glück“ von Gunthard Weber Hrsg., Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers,Auer,2001

Ja, die Themen der meisten Romane sind menschliche Verwicklungen, Entwicklungen und vor allem Bewältigungen von Schicksal. Über jedes Dorf könnte man vermutlich einen spannenden Roman schreiben. Wenn ich denn die Ausdauer hätte.

Prozesse im Tagebuch

Ein Freund erzählte dieser Tage, er habe seine Manuskripte geordnet. Er ist 70 und ich wußte nicht, dass er schreibt.

Das sollte ich auch mal tun, dachte ich. Dabei stoße ich auf erstaunliche Dinge, besonders meine Tagebücher, – den gesuchten Text habe ich immer noch nicht entdeckt- und finde sie erhaltenswert. So ist dies auch ein Weg des Bewahrens außerhalb des dunklen Köfferleins, des Erinnerns und Gestaltens.

Zumal es nun gewünscht wurde, dass ich eine Traumreise anleite, was ich lange nicht mehr gemacht habe, schaue ich hinein ins Innere.

Da ist so unendlich viel zu finden. Traumreisen waren eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber auch so habe ich einiges erlebt und umgewandelt in Erfahrung.

Das jedenfalls war Schmerz, der lange anhielt! Mittlerweile laufe ich nur noch in Barfußschuhen und meinen Füßen geht es gut.

Auf das Datum kommt es hier im Grunde gar nicht mehr so an. Eigentlich sind Tagebücher nach Datum sortiert, wenn man die Kisten mit der Jahreszahl sortieren nennt. Aber schade um die Schätze, die verborgenen.

Heute muss man alles abfotografieren zum Sortieren…und die inneren Reisen werden aufgemalt.

Diese Projekte waren natürlich für mich. Sie machten mich reicher und froher.

Kürbistasse

Nun bin ich also dabei, jeden Tag eine Tasse zu zeigen, wie von Juzicka-Jess (Amorak) für den April als Blogparade angeregt. Wenn ich mal so viele Tassen finde. Dieses schöne Ding ist eine Tasse aus einem Kürbis gefertigt, vermutlich in Mexiko. In Gebrauch sind solche Tassen für Matetee, mit dem dazugehörigen Strohhalmlöffel, durch den man trinken kann ohne Teeblätter einzusaugen. Ein metallener Löffelstrohhalm.

Ich benutze sie selten, doch ich freue mich an Natürlichem und Handwerkskunst.

Mir wurde von einer Freundin gezeigt, wie man den Mate richtig trinkt, allerdings ist er mir so viel zu stark. Sie wuchs auf in Chile und fährt dort auch jährlich hin. Es ist so eine Art Nationalgetränk dort, ebenso in Argentinien. Ich bin ja schon dem Kaffee verfallen, und daher ist noch zusätzliches Koffein nicht zuträglich für meine Nerven.

Ach sieh mal genau hin, im Hintergrund gibt es noch eine Tasse auf einem Foto. Ein Reisefoto, während des Wartens auf die Fähre auf Teneriffa entstanden, im Cafe.Im Hafen von Los Christianos. Da fotografiere ich praktisch alles, was ich freudig wiedererkenne, auf jeder Reise in vertraute Gefilde. Es ist leider schon 2 Jahre her.

Buch: Schwester

Roman, von Mareike Krügel, Piper 2021

Der Titel , das Wort allein bewirkt schon etwas in mir. Ich habe eine Schwester, fast gleich alt wie ich, seit Jahrzehnten. Und mittlerweile ist sie natürlich einer der ganz wenigen,Menschen, die mich so lange kennen. Die soviel gemeinsames erlebten, aber es anders erlebten. Wir sind verschieden, so wie die Schwestern in Mareike Krügels Buch.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz, es geht um nicht weniger als die Frage, was ist das Richtige zu tun, und warum wählt man eine Art zu leben. Hat man immer die Wahl? Eine sehr herzerwärmende Entwicklungsgeschichte in der auch Fragen offen bleiben dürfen.

Ich erzähle nicht den Inhalt. Ich habe bemerkt, dass viele Rezensenten dies tun, es nimmt aber etwas weg. Es nimmt der Handlung ihren Lauf, ihre wunderbare Sprache, den Humor und noch viel mehr. Nur so viel: Da es sich bei einer der Schwestern um eine Hebamme dreht, die Hausgeburten betreut, ist dieses Buch auch für alle interessant, denen dieses Thema ein Anliegen ist. Ich würde sagen, alle werdenden Mütter oder solche , die es werden wollen. Ich bin keine Mutter, aber ich hörte von diesen Geschichten anderswo auch, es ist ein wichtiges Thema!

Von dieser Autorin aus Kiel – ganz nah- möchte ich mehr lesen und zum Glück gibt es auch noch mehr Romane aus ihrer Hand. Freier werden von den Ängsten, die so viel im Leben unbewusst bestimmen, davon kann man nie genug bekommen.

Film: „Schrotten“

https://www.arte.tv/de/videos/055864-000-A/schrotten/

Diesen Film von 2016 sahen wir gestern auf, arte tv, wo er in der Mediathek noch zwei Monate erhalten bleibt. Wunderbar. Zeitweise mutet er an wie ein Western, in der norddeutschen Provinz. Der spezielle Familienzusammenhalt von speziellen Berufsgruppen mit viel Witz und Komik erzählt. Auch die Frage was überhaupt legal und illegal ist, wie sich die Grenzen verwischen, und vor allem, dass auch Schlips-und Kragenträger mitnichten brav und legal handeln.

Tolle Schauspieler erwecken die Geschichte zum Leben. Es geht um einen Schrottplatz. Früher, als wir Kinder waren, da haben uns solche Orte fasziniert, wie lost places, Sperrmüll, Flohmärkte heute noch, denn sie sind Geschichten. Sie sind Bilder, fern von diesem wohlgeordneten Elternwohnzimmer, dem bürgerlichen Schein, dem verordneten Bravsein. Es steckt in mir drin, die Sehnsucht nach dem Wilden. Das Wilde in mir, vielmehr, das was immer in die Natur wollte. Denn da ist diese organische Ordnung, die sich anderswo auch von selbst einstellt, wenn man sie lässt. Ja, ich kenne auch Menschen, bei denen es fast so aussieht wie auf dem Schrottplatz. Wobei es sich häufig einfach um das Arsenal der Gerätschaften handelt, die auf dem Land zum Einsatz kommen, also der altmodischen Art. Klar, die Nachbarn haben auch einen alten Pflug als Deko auf dem Hof, mit Blumenkasten drauf. Das meine ich nicht. Wenn man die moderne Landwirtschaft mit ihren heutigen Fahrzeugen um sich hat, täglich, dann ist das andere schon Nostalgie. Ich mag alte Geräte. Metall. Rost. Zugewachsen mit Disteln und Brombeeren….

Ein Satz von Gor Rassadin https://www.youtube.com/watch?v=ofDRAvhxFVI– er erklärt uns manches über Russland – (Achtung trigger für Andersdenkende) hat mir sehr gefallen, in etwa: Der Russe hat einen andere Vorstellung von Freiheit. Sie ist für ihn die Wildnis, das offene, ungeordnete.Bei uns ist regulierte Freiheit, also was wir als solche betrachten. Die Gesetze die regeln, welche Freiheit jeder haben soll usw. Es werden mehr und mehr. Nichts wird dem Zufall überlassen. Das Leben ist ja auch nicht zufällig, aber es ist ein organisches Gebilde aus Resonanzen.

Es entfaltet sich- wenn es gelassen wird, wenn es dazu kommt. Das ist so wie beim Malen.

Ich habe schon im Ausland gelebt, wo das teils noch so war. Früher, heute vielleicht nicht mehr. Man nennt es chaotisch, aber nur wenn man das Geflecht dahinter nicht versteht. Beziehungen, Familienbande, Verpflichtungen, – Energien und feinstoffliche Ätherkräfte, was alles am Erschaffen beteiligt ist. Schrott ist Rohmaterial, wertvoller Stoff, und aus ihm wird Neues hergestellt.

fantasy or real

Gestern war mir nach „fantasy“. Also nach einer Form der Literatur, die sich in anderen Welten bewegt.

Oft sind diese wohl für Teenagermädchen geschrieben und äußerst vorhersehbar. Oder ist das das Gute daran, im Gegensatz zur realen Welt, die derzeit ein Kuddelmuddel ist, man weiß schon gar nicht mehr, was man denken soll. Da sind doch so strenge Regeln, nach denen sich ein fantasyroman – die ganze Trilogie – auch das ein Muss, entwickelt, geradezu etwas zum Festhalten. Da ist das Böse noch richtig Böse. Es werden auch seltsame Werte berichtet, zum Beispiel Schmerzen muss man aushalten, wenn man ein Schattenjäger ist. Oder als ein Schattenwesen erst recht. Man kann sich ja nicht immer aussuchen, was man ist.. Manch einer wird vom Vampir gebissen, selbst zu einem und das, obwohl die beste Freundin eine Vampirkillerin ist, und so ändern sich dann doch die alten Regeln….innerhalb der Regelwelt natürlich. Vielleicht kann man in die Besetzung der Chroniken der Unterwelt einfach mal bestimmte Politikernamen einsetzen, wird wohl auch funktionieren. Fast glaubt man nicht mehr, was man sieht …als seien diese Filme wahr geworden, diese Klischees, in denen immer ein Böser die Welt an sich reißt. Und dass man das nicht mehr unterscheiden kann, dahinter liegt gewiss auch eine Absicht. Aber- mit Phantasie hat das alles nichts zu tun. Phantasie erdenkt Neues, ist geistiges Finden und Schaffen, und nicht nur für Kinderbücher. Kreativ ist auch so ein Wort, dass heute schon für das Ausmalen von vorgedruckten Mustern gilt. Kreativ ist quasi jeder, der einen Stift halten kann.

Ich fuhr jedenfalls im hellsten Sonnenschein zum Sozialkaufhaus in der Kleinstadt, der einzige Ort, wo sich noch günstig Bücher erstehen lassen, die nicht uralt sind. Die Fantasyromane erkennt man gut an den Goldschnörkeln auf dem Einband. Prägedruck. ( 10 Jahre alt) Draußen Minusgrade, da muss ich was zum Lesen haben. Ich lese nebenbei auch noch die Filmkritiken der Berlinale, da berichten sie auch von einem Science-fiction-Film, der offenbar Realitäten abbildet und deshalb in den USA nicht so recht fertig wurde.“ „Mickey 17“ werde ich mir irgendwann gern mal ansehen. Unbequemes darf man eigentlich am ehesten in Fiktion aussprechen. Also am Ungefährlichsten. Doch, auf der Berlinale geht es schon hoch her. https://filmekommentieren.wordpress.com/2025/02/17/berlinale-tagebuch-2025-teil-1/ Danke für die Berichte!

Schriftstellerfilme

Davon gibt es sicherlich einige , denn Schriftsteller schreiben nun mal gerne über Schriftstellerleben. Manchmal können sie sich auch gar nichts anderes vorstellen. In vielen Romanen ist die Hauptfigur Buchhändlerin, auch sehr beliebt bei uns Leserinnen. Ich fand gerade zwei sehr unterschiedliche Filme zum Thema, oder war das Thema eher doch das Liebesleben von Frauen, die älter werden, Vielmehr verheirateten Frauen, irgendwie scheint es da doch ein Problem zu geben, das fast immer auftaucht.

Absolut lächerlich war der folgende Film: https://www.ardmediathek.de/video/filme/der-vamp-im-schlafrock/hr/NGE2OTNiZGYtNzM1OC00ZjJjLWI2NzctMjAzYjU5NjQ0MWQ0

Deutsch, deutscher, am schlimmsten Klischee kommt keiner vorbei. Ich meine, der ist von 2001 und nicht von 1960! Nicht zu fassen, wie eine Ehe dargestellt wird. Ich kann da ja nicht mitreden, habe aber eine Lösung für die Frauen um die 50. Ausbrechen aus Gewohnheit immer, den passenden Mann mit 60 kennenlernen und ein wunderbares Altersleben haben. Vielleicht hatte ich einfach Glück, denn die meisten sind ja schon vergeben oder Alkoholiker.

Der nächste Film ist französisch und sehr viel interessanter.“ Zwischen den Zeilen“ ist der Titel. Und da geht es auch wirklich um Bücher! Hochkarätig besetzt und intellektuell. https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNmY4YzE2MzYtMmQ1OS00Mjc3LWE3ZDAtNzdiZmQ0NjEyNzc3

Weiterhin empfehlen muss ich : “ Die Kommune“,“ und der geht nun wirklich sehr zu Herzen. Wo bei den Franzosen alles leicht und spielerisch ist, endet das im dänischen Retrofilm nicht glücklich.

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMTBhODNjNTQtYTc1ZC00ZWU5LTlhYjQtOTgzMDQ1Zjk4YTVj

Eigene Wege gehen hilft , auch einen Seitensprung zu vergessen. Scheint so. Wie, das ist für mich selbst ein Wunder. Aber langweilige Ehen sind keine Lösung. Allein bleiben eigentlich auch nicht.

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