Buch: Das letzte Bild

Roman von Anja Jonuleit, dtv

Ein so spannendes Buch wie ein Krimi, und doch eine berührende Aufarbeitungsgeschichte von Generationen. Von Deutschland bis nach Norwegen hinein. Irgendwann war dieses Buch auch ein Spiegelbestseller, wie viele, die ich in der Bücherhütte finde. Und ja, so ein Thema geht auch alle an und ist gesellschaftlich relevant, nicht nur während ein Buch aktuell ist. Doch ist es ja ein Wahnsinn, wie viele Neuerscheinungen es jährlich gibt, gerade wieder zur Buchmesse.

Und wie viele Bücher wohl nicht gedruckt werden! „Das letzte Buch“ wäre auch ein toller Titel, und das wird es hoffentlich nie geben! Gespannt bin ich noch auf “ Das Buch, in dem die Welt verschwand“, von Wolfram Fleischhauer. „Die Bücherdiebin“ habe ich schon einmal erwähnt. Viele Bücherschreiber empfinden das Buch an sich als eine Welt, über die sich Geschichten um Geschichten spinnen lassen.

„Mogador“ von Martin Mosebach fand ich noch, ein geniales Innenbild , welches in die Lebenswelt von Marokko versetzt die Fremdheit der Welten quasi seziert…sprachlich genial. So hat meine Dorfgemeinschaft mich mit Worten versorgt über die Feiertage. Dazu hatten wir ein wunderschönes Osterfeuer, da wurde ein wenig gesungen und man sah sich endlich wieder nach dem Winter. Und zu guter Letzt der Einstandsspaziergang im Steinzeitpark, in dem die Museumspädagogen seit gestern wieder im Einsatz sind. https://steinzeitpark-dithmarschen.de/veranstaltungen/ Neu dazu gekommen ist die Rolle des Schamanen, von einem klugen Medizinhistoriker ausgeführt, der uns wirklich in den Bann zog. Und neu dazu gekommen ist das Cafe mit dem guten Kuchen.

Das letzte Bild wird es hoffentlich auch nie geben, und wie im erstgenannten Buch ist eine alte Kamera mit einem nie entwickelten Film manchmal das, was alles erklärt….für mich sind es die stetig geführten „Fototagebücher“, die sich zwar in seltsam benannten Ordnern verstecken und vergessen werden, aber eines Tages -hoffentlich- ein Bild unserer Tage zeichnen, für wer weiß welche späteren Historiker.

PS.: Das letzte Buch gibt es tatsächlich schon. Und zwar mehrfach!

Buch: Freiheitsgeld

von Andreas Eschbach, 2022 Lübbe

Das Buch ist ein science fiction Roman, da er in der Zukunft von 2064 spielt. Er zeigt eine durchtechnisierte und überwachte Gesellschaft, in der das bedingungslose Grundeinkommen zum sog. Freiheitsgeld umbenannt wurde, und vielen Leuten der Sinn abhanden gekommen ist. Es handelt sich um eine sehr wahrscheinliche Zukunft, meiner Meinung nach. Die Handlung findet in Deutschland statt, und entgegen den amerikanischen narratives gibt es hier keinen Helden, der alle vor dem bösen System rettet. Es ist zu spät! Für uns könnte das ein deutlicher Hinweis sein, denn die Anzeichen gehen bereits in diese Richtung.

Bargeld wurde abgeschafft, die Autos fahren selbstständig-oder auch nicht, – und eine Arbeit zu finden ist ein Privileg, für das man einen hohen Preis zu zahlen bereit ist. Nun, ganz glaube ich nicht, dass solche Perfektion erreicht wird, und auch in jener Gesellschaft gibt es Wege, die Technik zu umgehen. Also der echte Freiheitswille der Menschen findet immer einen Weg, auch wenn es wohl nicht so viele Menschen sind, die es durchschauen und auch noch den Mut haben, sich gegen die, die angeblich es gut mit uns meinen, aufzulehnen. Ein bisschen Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Und der Roman ist spannend sowie kurzweilig zu lesen, hier schreibt ein Autor und nicht ein Sendungsbewusster .

Flagge zeigen

Und das ist für mich die Flagge von Tibet.

https://www.arte.tv/de/videos/111739-000-A/tibet-china-das-stille-verschwinden/?utm_source=pocket-newtab-de-de

Eine gute Geschichtsdoku über das, was mit Tibet passiert ist. Eine ungeheure Tragödie, die kein Ende findet.

Dazu der Roman von Federica De Cesco: „Die Tochter der Tibeterin“, ausgesprochen realistisch, von 2004. Den ersten Band „Die Tibeterin“ las ich vor langer Zeit. Ich folgte tibetischen Lehrern des Buddhismus. Die Geschichte von Gewalt und Exil, von unbeirrbarem Glauben und Widerstand eines Volkes berührt mich tief, die Landschaft unvergleichlich. Als ich in den achzigern in Asien weilte, war es zum ersten Male möglich, nach Tibet zu reisen. Ich tat es nicht. Wer weiß. warum das besser war. Doch ich hörte die Geschichten von anderen Reisenden im Hostel in Hongkong, wenn diese zurückkehrten. Die Ersten. Ich las viele andere Bücher.

Buddhistin war ich erst später, ich glaube aber sicher schon in früheren Leben. Ich fand zu dem Karmapa, zu Zen und der Bön-Tradition. Ich las über versteckte Schatztexte, und den Ursprung von Zhangzhung vor 20000 Jahren. Der sehr schamanistische Ursprung. Auch einem tibetischen Arzt begegnete ich. Seit 2001 hängt die grüne Tara über meinem Bett.

Der magische Ort 1

Sie nannten es den magischen Ort.
Tatsächlich brachte die Eigenart des Ortes, möglicherweise eine Art von Magnetismus in den Bergen , verborgene Kristalle oder was immer diesen Zustand hervorrief, eine Form des Vergessens mit sich. Man vergaß den Rest der Welt, obwohl er hier täglich aufs Neue in Gestalt der ankommenden und abreisenden Personen anwesend war. Dies erschien mit der Zeit ebenso wie die Wellen der Gezeiten, die auch manchmal größer und wilder waren, dann wieder freundlich. Wer blieb, wurde zu einem Bestandteil des Ganzen. Und das waren dann eben sie, die mithilfe des magischen Ortes ebenfalls geheimnisumwittert erschienen. Wer sie einmal gewesen waren, interessierte nicht mehr.

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Das Fernsehen

Wir verbrachten einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher, dem sogenannten Fernsehgerät. Ein Krimi war langweiliger als der andre, und ich glaube, die sind nur noch für alte Leute. Sicher, wir sind langsam und junge Leute gucken netflix oder sonstwas. Daher frage ich mich, warum heißt es fern sehen. Und Television bedeutet auch nicht fern sehen, sondern Nah sehen. So wie bei Teleobjektiv.

Die Krimilandschaft der Deutschen hat sich in unzählige Regionalserien aufgeteilt, ein Kommissar gewöhnlicher als der nächste. Und nun gibt es den Trend, atypische Personen darzustellen, um uns etwas aufzuwecken. Das machen die Schweden, und die Australier alles viel besser. Nun gut, die haben auch die Landschaft für großartige Bilder, und die verschrobenen Originale. Und die Schriftsteller.

Ich weiß es ja, das genre erfordert gewisse Strukturen, die müssen eingehalten werden. Wie im Handwerk, und eben da scheidet sich das von Kunst.

Ein Film, diesmal von den Franzosen, der noch Tage im Kopf verblieb, war : Who killed Marilyn? Da ist der die Geheimnisse aufdeckende ein Krimischriftsteller, ein bekannter, und die Fälle haben etwas mit seinen Krimis zu tun, die von allen gelesen werden. Das ist mal eine vielschichtige Idee! Da es im Juragebirge spielt, wird einem kalt beim Gucken, denn es gibt nur Schnee dort.

Ja natürlich sehe ich gar nicht fern, ich „streame“. Sonst wäre ich ja an die Uhr gebunden, und das muss ich nicht mehr, Ich lebe im flow. Ich mache alles dann, wenn es mir gerade einfällt. “ Wenn es passt“ Das geht gut wenn man allein ist, sonst eher nicht. Außer auf La Gomera, da ist der Standardsatz schon : ja mal schaun, wenns passt. Man kann sich auf nichts verlassen…man sieht sich sowieso.

Der flow und der stream, also der Strom fließt, der aus Wasser und auch der Energiestrom , dafür verbrauchen wir ihn also. Ich bin mit Schuld, dass die Strommasten und Sendetürme und Windmühlen um uns errichtet werden. Da wird die Landschaft eng, statt weit und macht auch im Film nichts mehr her. Anstatt das Echte wahrzunehmen, sind wir programmiert auf die Bilder von anderswo, auf gekünstelte plots, und wo wäre es noch anders?

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Bücher, Hunde, Eis

Carlos Ruiz Zafon: „Der Schatten des Windes“ hat mich zuletzt beeindruckt, ich kannte den Autor schon und der schafft es, einen so in die Geschichte hineinzuziehen, dass man nicht mehr aufhören kann. Zugleich war in meiner kleinen Welt so viel los, ich wurde 66 Jahre alt und wollte das feiern. Dann nahm ein Freund einen verwahrlosten Hund auf, den ich tagsüber betreuen darf. Eine gute Lösung, denn ich will mehr laufen und liebe Hunde. Meine Katzen aber eben nicht so….denen kann ich es nicht mehr zumuten, dass ein Hund ständig ihr Reich bewohnt. Der kleine Kater allerdings soll es lernen, dass er keine Angst haben muss. Ein anderer Hund, der uns oft besucht, hat kleine Kater zuhause, die mit ihm kuscheln. Doch mein Mäxchen spuckt und springt, wenn der Riese sich nähert. Aber Mäxchen wird selbst stetig größer und hat schon die ersten Mäuse gefangen! Er gibt mächtig damit an, wenn er sie herumschleudert, die toten. Fressen tut auch er die Spitzmäuse nicht.

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Alter

Alter, es muss wohl am Alter liegen. Immer wieder begegnen mir Menschen, die begeistert etwas Neues entdeckt haben, – etwas, was ich schon längst wieder ad acta gelegt habe.

Da geht es um die Ernährung, natürlich, auch ich bin ja begeistert über alles was gesund scheint. Besser, gut sein, das Essen, was dich über andere stellt, die böse sind. Langweilt mich schon. Und angefeindet wird man von den Guten, nicht wenig- also wenn das Vegane die Menschen friedlich und freundlich machen würde, ja dann …aber das scheint gar nicht so zu sein. In jenen Jahren waren meine Nerven extrem empfindlich und man mag das „höherschwingend “ nennen, zuletzt war es einfach nicht geerdet, voller Ängste, eben das Gegenteil von bodenständig. Und dann will man, dass alle anderen Rücksicht nehmen, weil man sie nicht mehr erträgt. Ich kann auch nicht mit unsensiblen Leuten, aber ich muss mit ihnen leben.

Und bei anderen Dingen merke ich, oh was ist das, das haben wir doch in den achziger Jahren schon gemacht, besser geworden ist die Welt seitdem leider ganz und gar nicht. Straßentheater gegen die Gier, anprangern der Bösen, der Elite, ach ja. Da könnte man nostalgisch werden. Wie kommt es denn nur, dass das alles nichts genützt hat. Stattdessen sind die Organisationen, die dagegen sind, selbst millionenschwere player geworden dank ihrer Unterstützer, die sich mit ihren Spenden freikaufen wollen, um zu den Guten zu gehören.

Und dann wird man aufgrund des Alters auch noch für schuldig an der Misere erklärt. Begeistern tut mich überhaupt nur noch wenig. Gestern sah ich einen science fiction von 2002, der „minority report“von Stephen Spielberg, der auf einem Buch von 1956 basiert!

Und man würde sagen, so unrealistisch ist das nicht. Es gab genug Warnungen. Und Programmierungen. Sogar die besonderen Fähigkeiten besonderer Kinder werden ausgenutzt, in Staaten die das Potential erkannt haben. Am Ende ist es im Film dann immer der Chef selbst, der sein eigenes Kontrollsystem umgehen kann und das auch tut!

Gut sein ist ohnehin zeitgeistabhängig. Offenbar von Religionszugehörigkeit abhängig. Interessiert aber die Leute an den Hebeln ganz und gar nicht. Mit Gutsein kommt man da nicht hin. Ich würde eher sagen, annehmen der eigenen abgespaltenen bösen Aspekte macht mehr Sinn, statt diese ständig ins Aussen zu projizieren. Wir leben in der dualen Welt, genug Hölle ist dabei, die wir nicht sehen wollen.

Das Vergessen

Ich werde immer vergeßlicher. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zu viele Sachen habe oder wenn ich unterwegs bin, so ziemlich alles dabei habe, was im Falle eines Falles wie Regen usw. benötigt werden könnte.

Jedenfalls – ich bin nicht die Einzige- werden nach einem workshop-Wochenende Unmengen von Dingen gepostet, die liegen geblieben sind. Diesmal brauchte ich vier Wochen, um zu merken, dass das tatsächlich mein Rucksack war, der da liegenblieb…Und wie es so ist; weil ich diesen abholte, machte ich einen Abstecher in meinen Lieblings-Steinzeitpark, und weil ich zu früh dran war, bog ich noch einmal zur Büchertauschhütte ab.

Es war bestimmt eine höhere Fügung, die mich genau an diesem Tag dorthin führte. Jedes Dorf hat andere Leser. Und hier standen die alten Bücher, vor allem immer Konsalik, den früher irgendwie jeder las, und heute nicht mehr. Henry Miller nahm ich mit, denn ich las den mal, als ich in den Augen meiner Mutter viel zu jung dafür war. Ja, ich kann es nachvollziehen. Aber ich war ja schon immer neugierig.

Das Buch, welches ich dann fand, machte mich sprachlos: Es war „Ich aber sage Euch“ von der Buchela, ein Buch welches ich einst las und nie vergaß. Ich suchte es, es war nicht mehr zu kriegen. Ich schrieb schon mal über die Buchela. Sie war eine bekannte Seherin und hat uns nicht nur Ratschläge für die Zukunft hinterlassen, sondern eine bewegende Lebensgeschichte.

Und diese lohnt es sich zu lesen, sie hilft sehr gut gegen das Vergessen.

Das Suchen, Verlieren, Vergessen. Alles folgt einem Pfad, auch die Umwege sind sinnvoll.

Dann gab es noch die kleine Ausstellung über frühe Archäologinnen in Schleswig-Holstein, auch dies zum Erinnern. Denn diese mussten über eine Menge Durchsetzungskraft verfügen, hatten aber offenbar fast nur durch Familienbande und Ehemänner einen Fuß in das Metier gesetzt.

So, das Eine hat nun mit dem Anderen so gar nichts zu tun, wie so oft bei mir…

Ky 23

Buch: Im Hexenhaus

von Alice Hoffmann,Roman,deutsch 1996 Goldmann

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