Buch: Bücherberge

Der diesjährige Dorfflohmarkt- wir sind ein sehr kleines Dorf- ist gelaufen. Mit einem Freund radelte ich durch die Straßen, es zieht sich längs weil soviele Wiesen, Pferdehöfe und ein freilaufender -Hühnerstall dazwischen liegen. Und nun ziert ein sagenhafter Stapel von 13 ungelesenen Büchern mein Heim! Ich bin schon dabei, und erfreue mich an einem Klassiker des Krimis, zumindest ist er so geschrieben, er spielt in Paris, ist von einer Frau und erinnert mich an Fred Vargas, die Meisterin des Pariskrimis. „Kommando Abstellgleis“ Ein Fall für Kommissarin Capestan, von Sophie Henaff ,Penguin Verlag. 2018 .Es gibt sogar einen zweiten Band. Also gar nicht alt, aber es vermehrt die Riege verrückter, versoffener und anderer Außenseiterpolizisten, die hier in einer Einheit zusammenarbeiten sollen, bzw. einfach aus dem Weg sein.

Sonderlinge sind schon die Lieblingsprotagonisten aller Romane, nicht wahr. Was wäre auch langweiliger als das normale. Das allerbeste Buch überhaupt, tief zu Herzen gehend, ist mir ausgeliehen worden von einem sehr sensiblen Freund: „Für Polina“ von Takis Würger, in dem es eben um einen hochsensiblen Pianisten geht, aus dessen Sicht die Welt eben nicht einfach zu bewältigen ist, und die Liebe…einfach wunderschön zu lesen, sprachlich auch, und niemals nullachtfuffzehn. Dabei dachte ich erst, oh nein, so was Schweres will ich jetzt nicht….

Doch dann ist es seltsam, dass ich die beiden Bert-Hellinger – Bücher, die ich schon kenne und lange studiert habe, enorm interessant finde, und mir wieder zulegte! Eine Seltenheit, doch bei der Praxis einer Rückentherapeutin zu finden. Sie drehen sich immer um schwere Schicksale, und ungewöhnliche Lösungen. Das ist alles alt, Hellinger ist verstorben, aber ich denke, seine Saat ist aufgegangen.

„Ordnungen der Liebe“, Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Knaur, 2001

Zweierlei Glück“ von Gunthard Weber Hrsg., Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers,Auer,2001

Ja, die Themen der meisten Romane sind menschliche Verwicklungen, Entwicklungen und vor allem Bewältigungen von Schicksal. Über jedes Dorf könnte man vermutlich einen spannenden Roman schreiben. Wenn ich denn die Ausdauer hätte.

Buch: Das rote Adressbuch

Roman, Sofia Lundberg, 2018

Es ist eines der vier Bücher, die ich heute mitnahm in unsrer Büchertausch-Ecke. Ich las es noch nicht.

Ebenso wie zwei weitere ist es ein Buch von einer Frau, in Ich-Form geschrieben. Einmal schwedisch, einmal italienisch, einmal norddeutsch. Das Ich macht es irgendwie wahr. So persönlich. In ein Ich kann ich mich besser hineinversetzen als wenn da ein Name steht. Ich las ja so gern Tagebücher, von Anais Nin, von Simone de Beauvoir, ganz früher. Das waren meine role models, meine influencerinnen, aber sicher. Als hätte es das nie gegeben…

Das vierte Buch ist ein Tagebuch, das es in sich hat. Die Aufzeichnung einer wahren Entführung auf den Phillippinen.

Buch: Schwester

Roman, von Mareike Krügel, Piper 2021

Der Titel , das Wort allein bewirkt schon etwas in mir. Ich habe eine Schwester, fast gleich alt wie ich, seit Jahrzehnten. Und mittlerweile ist sie natürlich einer der ganz wenigen,Menschen, die mich so lange kennen. Die soviel gemeinsames erlebten, aber es anders erlebten. Wir sind verschieden, so wie die Schwestern in Mareike Krügels Buch.

Dieses Buch ist ein wahrer Schatz, es geht um nicht weniger als die Frage, was ist das Richtige zu tun, und warum wählt man eine Art zu leben. Hat man immer die Wahl? Eine sehr herzerwärmende Entwicklungsgeschichte in der auch Fragen offen bleiben dürfen.

Ich erzähle nicht den Inhalt. Ich habe bemerkt, dass viele Rezensenten dies tun, es nimmt aber etwas weg. Es nimmt der Handlung ihren Lauf, ihre wunderbare Sprache, den Humor und noch viel mehr. Nur so viel: Da es sich bei einer der Schwestern um eine Hebamme dreht, die Hausgeburten betreut, ist dieses Buch auch für alle interessant, denen dieses Thema ein Anliegen ist. Ich würde sagen, alle werdenden Mütter oder solche , die es werden wollen. Ich bin keine Mutter, aber ich hörte von diesen Geschichten anderswo auch, es ist ein wichtiges Thema!

Von dieser Autorin aus Kiel – ganz nah- möchte ich mehr lesen und zum Glück gibt es auch noch mehr Romane aus ihrer Hand. Freier werden von den Ängsten, die so viel im Leben unbewusst bestimmen, davon kann man nie genug bekommen.

fantasy or real

Gestern war mir nach „fantasy“. Also nach einer Form der Literatur, die sich in anderen Welten bewegt.

Oft sind diese wohl für Teenagermädchen geschrieben und äußerst vorhersehbar. Oder ist das das Gute daran, im Gegensatz zur realen Welt, die derzeit ein Kuddelmuddel ist, man weiß schon gar nicht mehr, was man denken soll. Da sind doch so strenge Regeln, nach denen sich ein fantasyroman – die ganze Trilogie – auch das ein Muss, entwickelt, geradezu etwas zum Festhalten. Da ist das Böse noch richtig Böse. Es werden auch seltsame Werte berichtet, zum Beispiel Schmerzen muss man aushalten, wenn man ein Schattenjäger ist. Oder als ein Schattenwesen erst recht. Man kann sich ja nicht immer aussuchen, was man ist.. Manch einer wird vom Vampir gebissen, selbst zu einem und das, obwohl die beste Freundin eine Vampirkillerin ist, und so ändern sich dann doch die alten Regeln….innerhalb der Regelwelt natürlich. Vielleicht kann man in die Besetzung der Chroniken der Unterwelt einfach mal bestimmte Politikernamen einsetzen, wird wohl auch funktionieren. Fast glaubt man nicht mehr, was man sieht …als seien diese Filme wahr geworden, diese Klischees, in denen immer ein Böser die Welt an sich reißt. Und dass man das nicht mehr unterscheiden kann, dahinter liegt gewiss auch eine Absicht. Aber- mit Phantasie hat das alles nichts zu tun. Phantasie erdenkt Neues, ist geistiges Finden und Schaffen, und nicht nur für Kinderbücher. Kreativ ist auch so ein Wort, dass heute schon für das Ausmalen von vorgedruckten Mustern gilt. Kreativ ist quasi jeder, der einen Stift halten kann.

Ich fuhr jedenfalls im hellsten Sonnenschein zum Sozialkaufhaus in der Kleinstadt, der einzige Ort, wo sich noch günstig Bücher erstehen lassen, die nicht uralt sind. Die Fantasyromane erkennt man gut an den Goldschnörkeln auf dem Einband. Prägedruck. ( 10 Jahre alt) Draußen Minusgrade, da muss ich was zum Lesen haben. Ich lese nebenbei auch noch die Filmkritiken der Berlinale, da berichten sie auch von einem Science-fiction-Film, der offenbar Realitäten abbildet und deshalb in den USA nicht so recht fertig wurde.“ „Mickey 17“ werde ich mir irgendwann gern mal ansehen. Unbequemes darf man eigentlich am ehesten in Fiktion aussprechen. Also am Ungefährlichsten. Doch, auf der Berlinale geht es schon hoch her. https://filmekommentieren.wordpress.com/2025/02/17/berlinale-tagebuch-2025-teil-1/ Danke für die Berichte!

Bücher

Ich habe heute einen Buchpodcast entdeckt, https://www.ardaudiothek.de/episode/buecher-ohne-gedoens-der-buchpodcast-mit-miriam-pede/warum-gehoert-in-bredstedt-der-platz-in-der-sonne-nicht-den-buechern/ndr-1-welle-nord/13888443/

Das ist schön, weil da kleine Buchläden in Schleswig-Holstein besucht werden, mitsamt den interessanten Büchern. Neulich schrieb doch jemand, sie habe sich vorgenommen, 75 Bücher im Jahr zu lesen. Das kam mir ungeheuer viel vor. Und nun musste ich überlegen. Bei 2 Büchern in der Woche sind das ja schon hundert Bücher! Die habe ich vermutlich geschafft. Aber viele davon vergesse ich auch gleich wieder. Wie einen Film. Und schreiben will ich über die wenigsten. Und die lese ich auch gar nicht so schnell. Das schönste Buch dieser Woche ist von 2005, „Willkommen im BLUE MOON CIRCUS“ von Michael Raleigh, Hoffmann und Campe. Aus dem Büchertausch.

Die Geschichte hat mich wirklich mitgenommen, aus der Sicht eines kleinen Waisenjungen, der 1919 in einem Zirkus aufgenommen wird. Die damaligen Gegebenheiten werden schonungslos erzählt, die Armut und das Reisen durch die amerikanischen Staaten. Wundervoller Humor und die Erlebnisse lassen einen bis ans Ende nicht los! Schon als Kind war mir natürlich Zirkus ein Sehnsuchtsort, für dieses Kind war das erst nicht so. Aber Zirkus ist Leidenschaft der Beteiligten selbst, die alles in die Vorstellung geben und wissen, welch eine Rolle es spielt, für jene kleinen Städte , in denen die Leute kaum eine Abwechslung kennen. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen!

Und doch ist das ja erst hundert Jahre her. Hätte man sich das „Heute“ vorstellen können? Können wir uns die Welt in hundert Jahren tatsächlich ausdenken?

Darum geht es in manchen Projekten, wie können wir eine lebenswerte Zukunft manifestieren, und doch hakt es da ein wenig in alten Vorstellungen und Mustern, aus denen heraus zu denken etwas schwer ist. Dann werden erst mal wieder die ganzen Hindernisse aufgezählt, das Negative was alles weg soll…vielleicht ist das eben ein Lernort, die Erde ein Schulplanet…und erst mit der Auseinandersetzung kann man in das „bessere“ finden. Oder vermeintlich bessere. Wie viele Philosophen und Ideologen haben das schon gemacht! Aber wurde es besser?

Ich glaube, es wurde enorm vielfältiger, das Leben und manches Mal auch wie ein bunter Zirkus, zu dem luftige Nummern und schwere Wagen gehören, Menschen die alles zusammenhalten und natürlich der Zirkusdirektor.

Es ist leichter, es so zu sehen: als Vorstellung, die einmal endet und wir staunen und spenden Applaus.

Buch: Das Super Geniale Rezept Der Lois Clary

von Robin Sloan, 2019, Heyne

Bücher um gutes Essen! Der zweite Roman, welchen ich las, war „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ von Petra Hülsmann, Bastei Lübbe, 2016. Ein bisschen das übliche fürFrauenbuch, welches ich an einem Tag durch habe und wo man Lust auf schönes Essen bekommt. Dieses hatte die etwas vorhersehbare Liebesgeschichte wie man es von den leichten Komödien kennt. Naja, Glück ist wenn man trotzdem liest….

Und das Buch, in dem es um Sauerteigbrot geht, ist so absolut schräg und wunderbar, von einem Mann geschrieben, aber in der ichform als Frau. Hier gibt es einfach nicht dieses Liebestralala. Diese Frau ist – wie eigentlich immer in diesen Büchern- ebenfalls schüchtern, zurückgezogen, und so weiter, und wie immer wandelt sie sich und wird zu einer selbstbewussten Persönlichkeit aufgrund eines Zufalls, eines Impulses der von außen kommt und das ist in diesem Fall das Sauerteigbrot.

Im anderen Buch ist es der Koch…Wir sehen hier einen Weg des sozialen Miteinanders, der ganz unterschiedliche Menschen vereinen kann. Das amerikanische Buch befasst sich auch mit dem fastfooddilemma, aber alles in lustiger Form und ich sehe ein, dass diese Bücher für viel jüngere Menschen geschrieben sind. Es geht um die Frage von Lebendigkeit, und das kann auch auf Nahrung zutreffen. Das hört sich seltsam an….aber der Sauerteigansatz lebt…

Es wäre schade, zuviel zu erzählen. Das Vergnügen liegt in der Würze.

Und da ich gestern einige Zuccini aus heimischer Überproduktion geschenkt bekam und auch noch ein sehr gutes Öl, gab es ein Kochvergnügen. Besonders verwandelt hat mich das nicht, denn gutes Essen ist mir schon lange eine Freude, auch wenn es nicht teuer sein muss. Auf dem Land da kann man Eier von Freunden kaufen und andere Festlichkeiten.

Es w

Buch: Junge Frau,am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

von Alena Schröder, Roman, dtv,2021

Eben sah ich noch, dass in einem anderen blog ein zwei Künstler als Magier und Wortmagier bezeichnet wurden. Und ja, das sind sie auch. Auch diese beiden, die ich hier gerade gelesen habe. Dieser Titel erlaubt sich ein Bild vorzustellen. Und mit dem Bild im Kopf möchte man mehr wissen….

Das andere Buch: „Das Leben kleben“ von Marina Lewicka auch dtv , von 2010 hat eine verwandte Thematik, nämlich das Auftauchen von jüdischer Vergangenheit im Leben von jüngeren Menschen, die bisher nie damit zu tun hatten. Und somit Schicksale, die bis in die Gegenwart reichen, aufgerollt werden und uns erinnern. Die ganz persönliche Betroffenheit der jungen Frauen, die diese Leben aufdröseln und verstehen wollen, bringt die Geschehnisse viel näher als jede Dokumentation.

Wir Älteren haben noch viel in der Schule gelernt darüber, doch das scheint gar nicht mehr so zu sein.Ich erfuhr hier auch noch einiges, was ich nicht wusste.

Auch ist das zweite Buch ja kein deutsches, sondern man befindet sich in London, wo es so manches Flüchtlingsschicksal gab und gibt, und diese sich verzahnen. Dazu sind die gegenwärtigen alltäglichen Probleme gar nicht unwichtiger , denn auch sie drehen sich um Bindungen, Zuhause und Heimatgefühle.

Diese Bücher sind schön und gut, was heißen soll, dass sich ernsthaftes auch wunderbar lesbar darstellen lässt. Gute Bücher sind ja eher die, die schwer zu lesen sind, hier ist das aber anders. Es ist die Kunst der Wortmagierinnen, es auch schön und witzig und traurig zugleich zu machen und ein versöhnliches Ende zu finden.

Buch: Krimi oder Roman

Natürlich ist auch der Krimi ein Kriminalroman. Und auch, wenn er meisterlich geschrieben ist, was nicht immer der Fall ist, so folgt er einem Rezept. Das Geheimnis ist dann eben die Würzung beziehungsweise die Differenziertheit und, nach meiner Sicht, auch die Verteilung von Gut und Böse in nicht eindeutige Kategorien.

Und das ist meisterlich gelungen im Roman: Die Fotografin, von Anne Chaplet; Verlag Antje Kunstmann. Auf dem Buch steht Roman, und nicht Kriminalroman. Hier wird in einer ganz einfachen verschachtelten Geschichte die Thematik von Opfer und Täter mehrfach auf den Kopf gestellt. Das gefällt mir. Denn das ist etwas, was ich in der Weltgeschichte auch sehe. Die durchaus eine Rolle spielt.

Das Rezept des Üblichen langweilt sowieso. Wer einmal mehrfach an Familienaufstellungen teilgenommen hat, wird erkennen. Diese folgen ebenfalls einem Rezept, Konzept, da wird die Geschichte von allen Seiten beleuchtet, mehr noch: Sie wird erlebt. So ähnlich stelle ich mir das in einem guten Buch auch vor. Ich erkenne jedenfalls, dass Gerechtigkeit an sich ein Konzept ist, welches nicht immer wahr ist. Und dass ich, die ich so unter Ungerechtigkeit litt, oft extrem rechthaberisch wurde, in dem Wahn , gesehen werden zu wollen mit meinem Schmerz. Da vergass ich auch das Vergeben und litt so weiter….

Diese wunderbare Buch war das Einzige, welches ich auf dem Dorfflohmarkt fand, ein Nachbardorf im Norden mit wunderschönen Gärten und Garageneinfahrten, auf denen viel Kinderspielzeug und Babykleidung ausgebreitet lag. Fast passte das Dorf noch in den Roman, der auf einem französischen Dorfe stattfindet, in dem Jeder Jeden kennt.

Hier ist das so, dass man mich nicht kennt, sondern die Vorbesitzer meines Hauses, fast wie im Roman, und dann bin ich auch noch Fotografin….Ich wohne bald 10 Jahre hier, das ist nichts, wenn sich alle aus der Schule kennen. Ich will auch nicht jeden kennen, um Himmels Willen niemals!

Ich kenne ein paar ganz schräge interessante Leute, und die machen Musik und so, von denen kennt man dann die Mütter oder so. Die sich dann auch schon Jahrzehnte kennen, und ich bin froh dass ich daran teilhaben darf.

Buch: Unter der Haut

von Gunnar Kaiser, Roman, 2018

Ich muss sagen, ich habe soeben erst begonnen zu lesen und war schon vorher sicher, etwas Kostbares in den Händen zu halten. Man kann sagen: Glückliche Fügung, doch meine Intuition funktioniert auf dem Flohmarkt einwandfrei. Ist ja auch eine Übungssache. Bei manchen Dingen gebe ich vorher ein ins Gehirn: Das suche ich…Doch nicht im Traum wäre mir eingefallen, dass mir ein Roman von Gunnar Kaiser begegnet. In Heide. Wo man Bücher überhaupt schon mit der Lupe suchen muss auf dem Flohmarkt, und dann sind es meist Liebesromane. Oh ja, ein paar alte Nazibücher gabs sogar auch. Und dann ….DER Gunnar Kaiser? ich wusste nicht mal, dass er Romane geschrieben hat, denn das war „vor corona“, wie man heutzutage so leichthin sagt. Mir ist Gunnar Kaiser- der ja auch letztes Jahr viel zu jung verstorben ist, was die Tragik noch vergrößert-bekannt als einer der wenigen wahrhaftig ehrlichen und konsequenten Menschen, die mir halfen, mit unermüdlichen Berichten und Interviews und respektvoller Wortwahl in allem diese „coronazeit“ zu überstehen. Als eine von Jenen, die anderer Ansicht war und dieses auch verteidigte, hatte ich das bitter nötig. Denn diese Zeit ging uns tatsächlich unter die Haut, und da ist sie noch. So manchmal scheint es, als sei sie vorbei ohne großes Drama. Aber das stimmt nicht.

Dennoch geht es in diesem Roman ja um ganz anderes. Oder geht es etwa doch um die Freiheit? Das könnte ich mir gut vorstellen, und dass Gunnar Kaiser ein Künstler des Wortes, ein kluger Philosoph und dazu auch ein sehr guter Lehrer gewesen sei, davon kann sich jeder in seinen videos überzeugen.

Und wir haben ihn gekannt. Er hat ja so viel von sich gezeigt und gegeben.

Die Hardcover Ausgabe vom Berlin Verlag ist schön gestaltet mit einem Prägedruckumschlag, wirklich für Buchliebhaber geschaffen. Und lieben kann ich es schon auf den ersten Seiten. Gunnar Kaiser ist mein Held. Wie ich dem Interview entnehme, ist das Buch bereits in 6 Sprachen erschienen.

Fiktive Gegenwart

Oder wie soll ich es nennen…Ich schreibe ja nicht gern Schlechtes über Bücher, ich bin nur eine Leserin und kenne mich nicht aus in dem Geschäft. Aber wenn ein schlecht geschriebener Roman, ein Thriller soll es sein, ein Spiegel bestseller Schild aufweist,- wundere ich mich. Der Spiegel ist ja sozusagen zum Bewerter der Literatur geworden, so oft wie man dieses Schild bei gebrauchten Büchern findet. Dieser Thriller ist nicht alt. Er kam im coronajahr 21 heraus, und ich erstand das Mängelexemplar im Supermarkt. Mir scheint, dieses Buch war eine Auftragsarbeit eines Journalisten, Jahrgang 58 wie ich, Handwerk ersichtlich, doch vollkommen lieblos . Die Thematik aktuell- was passiert, wenn das Internet ausfällt. Komplettes Chaos. Keine neue Idee, sondern recht real. Als science fiction-Leser kann man sich nur über die Einfallslosigkeit des Buches wundern, und ich hoffe gar, dass die Geheimdienste nicht derart bescheuert sind wie dargestellt. Noch blöder allerdings wird die Masse des Volkes dargestellt, die sich als Aluhutträger und rechtsextreme Dummies über Regierung und Eliten aufregen, während die echten Drahtzieher der Sabotage- anders kann das anscheinend nicht passieren- die üblichen Verdächtigen sind. In Wahrheit ist wohl alles noch viel komplizierter. Ah, es handelt sich auch nicht um einen bestseller, sondern nur um einen bestseller-Autor. Sein erstes Buch „42 Grad“ handelt von- na was wohl. Vermutlich endet die Welt dort ebenfalls im Chaos, wenn wir nicht brav unser co2-Soll erfüllen. Es gibt viel bessere Romane über diverse Katastrophen. Nur wenn sie in Deutschland spielen, sind sie derart langweilig. Das Denken der Figuren ist einfach…einfach. So sind wir nicht.

Und dann gibt es die beispielhafte Familie, in der sogar ein Flugzeugabsturz überlebt wird, nunja schon irgendwie dilettantisch, finde ich. Wie heißt überhaupt das Buch? „System Fehler“ von Wolf Harlander. Zum Thema haben wir derzeit auch eine norwegische Serie auf ard

https://www.ardmediathek.de/serie/the-fortress-oder-thriller-serie/staffel-1/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RoZS1mb3J0cmVzcw/1

Die muss ich (?) noch zu Ende schauen, obwohl ähnlich vorhersehbar . Beispielhafte Familien geraten in die Mühle der Systeme. Ein Land schottet sich ab, während Europa bereits im Chaos versinkt, doch auch dies scheint nicht als Lösung zu taugen. Es ist aber das, was wir uns vorstellen, nur nicht ganz so zivilisiert. Diese Kritik muss ich nicht selber schreiben, sie findet sich hier

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/serien/die-norwegische-tv-serie-the-fortress-19646494.html

Sogar der Titel ist nicht neu, es gab schon mehrere Filme mit dem Namen.

Und klar, ich kenne die Überlegungen sehr gut, Denn uns hat man ja bereits versucht auszuschließen aus dem System.

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