Gebrauchte Bücher

Das ist eigentlich klasse, dass Bücher beim Gebrauchen nicht verbraucht werden, so wie andere Dinge. Sind sie überhaupt Dinge? In meinen Augen nicht, sie sind lebendig bleibende Geschichten und untrennbar mit ihren Autoren verbunden. Ich habe wieder eine Rundfahrt gemacht zum Markttreff Delve und ein wenig die Stapel sortiert, die jemand dort abgelegt hatte. Richtig gefreut habe ich mich über Francoise Sagan, “ Ein bisschen Sonne im kalten Winter„, ein Klassiker, der in meiner Jugend schon einer war. Und mittendrin bin ich in einer spannenden Geschichte von Claude Gallay: „Die Brandungswelle„. Die Französinnen, -welche Erholung von diesen amerikanischen Frauenromanen, die immer in Amerika spielen. Werden davon zehnmal so viele übersetzt oder gibt es so viele? Da ist mehr Handwerk dabei als echte Kunst.

Ach ist das arrogant….aber ich liebe nun mal ausführlichere Beschreibungen, die eine Stimmung erzeugen. Schließlich SEHE ich das vor dem inneren Auge beim Lesen. Reichtum von dem, was der Autor sieht. Andere sehen weniger. Und ein bisschen gebrauchtes Sehen bestellte ich auchin Form von Gomerakrimis…besonders gespannt bin ich auf “ Brandwunden“ von Klaus Rose- kenne ich den? Ich weiß nicht. ( Anmerkung : Den kann ich nicht kennen. Das Buch ist ein sprachliches Desaster) Jedenfalls spielt das Buch an einem echten Ort, den ich sehr gut kenne, und zwar nach dem großen Waldbrand von 2012, der mir sehr unter die Haut ging, obwohl ich ein Jahr zuvor wegzog. Ich könnte sagen, zum Glück. Denn Freunde wie alle anderen Anwohner des Tales wurden evakuiert und verloren zum Teil alles. Noch heute gibt es Ruinen von damals, obwohl das Grün wieder über die Wunden wuchs. Aber nicht alle.

Auch aus Portugal hörte ich von persönlichen Tragödien, Brände betreffend.

Da ich gestern wieder Blätter fegen durfte, die Eichen vom Ehrenmal, mir heute die Knochen weh tun, muss ich einen Lesetag einlegen…trotz Sonnenschein. Der Frühnebel sah wunderbar aus.

Fundbücher

Ein interessanter Fund in der Bücherecke, zwischen all den entsorgten Kochbüchern und eher alten christlichen Ratgebern: Florinda Donner-Grau? Auch das ist nicht neu, das ist mir klar. Offenbar ist sie schon in den Neunzigern verschwunden, nach Carlos Castenedas angeblichem Tode.

Ich habe immer versucht, ihn zu lesen, aber gestehe, dass mich das nur verwirrt hat. Mit ihr ist es ähnlich, obwohl die Sprache mir sehr viel verständlicher ist. es geht ja um das Gleiche, nur eben bei den Frauen. Geht es um Schamanismus? So einfach kann ich das nicht beantworten. Jedenfalls nicht um das, was uns heutzutage angeboten wird, mit Krafttiersuche und Trommelgruppe. Da handelt es sich eher um Kindergarten.

Aber was diese Tolteken da machten,- es bleibt ein Rätsel,- es ist für Eingeweihte, solche, die sich komplett in die Traumwelt hineinbegeben, weil sie die Fähigkeit dazu besitzen. Es lässt sich schwer beschreiben, und andauernd weiß sie nicht, ob sie träumt oder wach ist oder vielleicht ist sie auch auf Peyotetrip. Wer weiß das denn. Im Grunde ist es nicht wirklich interessant, wenn man das Geheimnis nicht lüftet. Da die Lehrer dieser Kunst sich teleportieren können, auf höchster Stufe von Transformation arbeiten, ist das auch nicht primitiver Schamanismus, was Leute sich so vorstellen.

Manches kann man sich auch wie eine Psychose vorstellen. Eine vollkommen anders erlebte Wirklichkeit. Ist nicht schön, wenn man da nicht mehr herauskommt. Also wenn Leute da unvorbereitet und ohne Begleitung und unter Zuhilfenahme von Drogen hineingeraten, kann das böse enden.

Gestern noch hörte ich einen Vortrag von Gabriel Cousens, der deutlich machte, dass sich dabei das Gehirn verändert und Besetzungen möglich werden von Entitäten, also Fremdseelen oder Wesen, die den Ungeschützten benutzen. Ich finde es sehr gut, dass solches in Betracht gezogen wird von Heilern und in diesem Falle ist das sicher ein selbst Eingeweihter, der über die vielen Fallen Bescheid weiß. https://frankfurter-ring.de/referenten/cousens-gabriel/

Erstaunlicherweise scheint er in der Schweiz zu praktizieren. Hätte ich ihn nicht in der MathiasBerner Akademie entdeckt, hätte ich Zweifel. Aber so bringt mir das erheblich mehr als die alten Castanedabücher. Man kann aber tatsächlich Einweihungen bekommen, die man gar nicht als solche erkennt, wenn man verwirrt ist und in seiner Kultur auf nichts vorbereitet wird. Das sage ich aus eigener Erfahrung. Dann dauert es Jahrzehnte, um das zu integrieren und ein paar Lehrer sind hilfreich. Klare Lehrer.

Alte Bücher, Altes Handwerk

Nun doch noch einmal einen Karl May Band in den Händen zu halten….wie kleingedruckt, wie ausführlich die Landschaftsbeschreibungen und die Indianerromantik…Ich habe sie alle verschlungen als Kind. Irgendwie spielte es keine Rolle, dass es da nur Männer gab. Das was sie taten, wollte ich auch erleben. Mit dem Wissen, dass Karl May nie dort war, und seine Bücher im Knast schrieb, möchte ich das nicht wieder lesen!

Die Romantik hat sich mancherorts gehalten ungeachtet der Tatsache, das echte Indigene es immer noch schwer haben in ihrer jeweiligen Heimat. Auch sind so einige zu uns gekommen um uns zu unterrichten, über Wurzeln, die uns bereits unbekannt waren.

Zu den Dingen, die unsere Vorfahrinnen taten, gehört das Spinnen und Weben, und so habe ich einen Anlass, über Ellie zu berichten, die sich jährlich mit einem Kreis Frauen zum Wolle spinnen trifft.

Im Freilichtmuseum am Kiekeberg ist ihre Wolle und mehr auch zu erwerben. Man kann dort mitmachen bei Vorführungen und ich glaube , auch Akkordeon spielt sie wieder mit Lieder singen zur Weihnachtszeit. Ellie ist ein vielseitiges Talent und sie bringt es unter die Leute!

Sie hält die Kunst unserer Vorfahren in Ehren, nicht nur im Museum, sondern ganz lebendig.

Das andere Buch, das mir gebracht wurde, von Fanny Hurst, ( Seitenstraße des Lebens, 1961, Bertelsmann Lesering) dreht sich wohl um das Thema der Frauenrolle und war für Frauen. Aber wir lasen eben auch Karl May. Die einen durften alles, – die anderen nichts, um nicht in Verruf zu geraten.

Nun, der Ruf war uns irgendwann egal, aber doch nicht ganz. Je nachdem, wo frau lebt.

In den indigenen Kulturen waren diese Unterschiede noch vorhanden.

Licht und Schatten

Auf meinen Frühstückstisch fällt von hinten her ein schmaler Sonnenstreifen und macht morgens einen sehr langen Schatten von allem, was dort liegt. Der Schatten ist völlig immateriell und beweglich. Das Licht natürlich auch. Er erscheint nur zeitweise größer als das Objekt…

Einige Gedanken noch, die auch mit dieser Messe zusammenhängen, die Immaterielles verkauft. Vielleicht geht es auch um das Zeigen an sich, das Darstellen, und zwar von heilenden Methoden und Konzepten, die in die Stille und nach Innen führen, hier aber innerhalb eines überfüllten Großraumes mit dicht gedrängten Ständen und einem unglaublichen Stimmengewirr präsentiert werden jährlich. https://www.weite-horizonte.de/messe/

Ein gewisser Widerspruch, vor allem auch recht anstrengend für Alle, und ein Konsumtempel, denn die Standgebühren sind ja nicht gering und jeder muss etwas verdienen. Mein lieber Kristallmenschverein https://kristallmensch.net/kristallmensch-verein/ hatte auch manches zu verschenken, Unmengen von Handbüchern, damit das Angebot auch verständlich wird. Sabine Wolfs Konzepte sind sehr umfassend und erfordern tieferes Interesse, wenn man sich entwickeln will.

Ich selbst entdeckte ein paar Klassiker wieder, die mir schon einst Freude machten und brauche keine neuen Konzepte. Warum nicht mal wieder Tom Kenyon hören, einfach genial. https://youtu.be/U3AoEWRSPHU?feature=shared. Man sollte eine gute Musikanlage dafür nehmen.

Das Buch: Manuskript der Magdalena, von ihm und seiner Frau Judi Sion ist lesenswert und sehr persönlich. Ich kannte es schon. Es geht um ihre Schwierigkeiten im Leben, die nicht klein waren und wie geistige Führung half, sie zu meistern.

Ein Buch von Carlos Castaneda: Die Kraft der Stille, nahm ich auch mit, nur um mal wieder reinzuschauen. Es sind Geschichten aus dem Leben. Ich bin der Meinung, das kann man sich nicht einfach ausdenken, vielleicht aber im Innen erlebt haben. Das ist ganz egal, denn innere Reisen sind genauso real und hilfreich wie äussere Ereignisse. So ganz verstehen kann ich ihn aber nicht.

Einen krassen Wälzer von David Wilcock: Mysterien des Aufstiegs, Kopp Verlag, fand ich noch, – ob ich das weiterlese weiß ich noch nicht. Dann eine Reisebeschreibung zu einem nepalesischen Schamanen , der ihr in einem Traum erschien: Susanne Krämer, „Am Saum des Himmels“. Sie ist eine ernsthafte Schamanin und mir auch von früher bekannt.

„Die Stimme der Göttin“ Hrsg. Renate Schilling. Liegt auf dem Stapel….In keinem der Bücher geht es nur um Licht. Es geht um ganz viel Schatten, der durchlaufen wird und eine neue Haltung, die anschließend entsteht. Ich finde nach jeder Herausforderung immer zu Dankbarkeit, wenn sie überstanden ist. Das können ganz kleine Dinge sein, die mir aber übermäßig schwer erscheinen.

Aber es finden sich realiv schnell Lösungen mittlerweile. Bei mir geht es um Gesundheit, Schmerz, und ein Haus, für das man alles mögliche tun muss, Heizregelungen und so weiter. Das wollte ich nie, ich war eine Nomadin ohne Verpflichtung. Und nun dieser Klotz. Andrerseits- Zuhause. Das was eben fehlte zuvor und vor allem -tja, das ist die Frage der Fremdbestimmung.

Jemand sagte mir, sie sei nirgendwo zuhause. So ging es mir auch. Aber jetzt, vielleicht bin ich an mehreren Orten zuhause. Zuhause, Zu Hause? Ja genau. Ein Haus ist auch ein lebendiges Etwas. Da wo Andere das bestimmen, bin ich eher nicht zu Hause. In Büchern, Worten, im Geiste, beweglich und immateriell .

Plattform

Ich bin hier auf einer Plattform, das ist mir bewusst. Irgend jemand hat die aufgebaut und stellt die Mittel zur Verfügung. Und das sogar umsonst- naja. Ohne Werbung geht das nicht. Und ohne unser Aller Inhalte geht es auch nicht, so klein unsere einzelnen Beiträge auch scheinen mögen.

Mir wurde gerade eine neue Plattform vorgestellt von Bekannten, sie nennt sich Tribe und soll spirituell sein. Oder werden. Das Vorstellungsvideo ist für mich abschreckend genug um hier darüber zu meckern…Erst mal sind es drei Männer, wieder nur Männer, und es geht um business. Das Wort Freiheit ist zwar groß geschrieben, aber letztendlich….https://tribe.de/free/about . Seht selbst.

Das video ist mit großkotziger Musik hinterlegt, vollkommen hektisch und auch die gezeigten Gebäude- ich glaube sie bauen die- scheinen mir nur Betonklötze zu sein.Ich mag das nicht mal angucken! Wir Spirituellen sollen uns nun beteiligen und unsere Gaben da reingeben, während uns noch mitgeteilt wird, wie viele Millionen die da investiert haben!!

Ich erinnere mich an eine andere Plattform namens Momanda, wo es das schon einmal gab. 2011 eröffnet, ist das heute nur noch für bekannte professionelle Autoren und Seminarleiter offen, die Verträge abschließen müssen, die die Massen anziehen.

Wir waren damals ein bunter Haufen tolle interessante Leute, so einige davon kenne ich noch, es ist ja nicht so lange her. Wir diskutierten im Forum,, boten unsere Gaben an, informierten, es gab ALLE spirituellen Wege, echte und falsche. Mit Lile an Eden machten wir sogar ein Buch zusammen, das der freien Energie helfen sollte! Das alles fiel in sich zusammen. Es geht um business, und das scheint mir doch bei den Jüngeren nur noch digital zu existieren.

Viel Fingerspitzengefühl fehlt mir da. Ich glaube, das Neue wird von Frauen erschaffen, auch sie erlernen die Mittel für Erfolg- zum Beispiel den workshop von Madita Böer zur souljourney https://mesa-schule.de/würde ich empfehlen, ebenso Sonja Emilia rainbow, https://www.schamanismus.net/Das sind Frauen, die den schamanischen Weg über lange Jahre von indigenen tribes erlernt haben.

Das nämlich regt mich wirklich auf: so eine Plattform „Tribe“ zu nennen. Die alte Form von Stammeskultur ist nicht wirklich für die neue Welt geeignet! Und doch ist es die Form, die den größten Zusammenhalt bietet und die größte Verbindung zu den Ahnen. Es ist gelebte Welt und nicht digital. Computerspiele imitieren all das und etliche Filme.

Aber Stammeskulturen haben auch seltsame Formen hervorgebracht: Immer die Abgrenzung zu anderen, grausame Rituale und Tabus, Abwertung andersartiger Mitglieder bis zur Tötung, das ist bekannt aus Büchern und Erfahrungen von Forschenden.

Meine Empfehlung dazu ist „Der letzte Schamane“ von Juri Rytcheu ( aus Sibirien) , ein Roman über die Zerstörung von Stammeskultur. Denn das ist das Seltsame: Die echten Stämme werden nicht geschätzt oder unterstützt. Ganz im Gegenteil, gelten sie in ihren Heimatländern immer noch als rückständig, werden überhaupt nicht gehört oder verstanden, und es ist zu befürchten, dass sie jetzt auch in Bolivien keine Stimme mehr erhalten, wo sich der erste indigene Präsident des Landes mittlerweile im Dschungel vor seinen Gegnern verschanzt. Aber man will alles von ihnen haben: Ihr Land, ihre Farben und Ideen und ihr Wissen, ihre Pflanzen und Drogen und Geschichten.

Kunst ist in all diesen ursprünglichen Stämmen eine wichtige Form für Ritual, Zeremonie, Kleidung und so weiter. Ich finde das Fehlen von Gefühl für Schönheit und natürliche Ästhetik ein Manko, ein Fehlen von Verbindung. Nana Nauwald ist ebenfalls eine Künstlerin, die mit dem Indigenen lebt und daraus schöpft auf vorbildliche Weise. Ich denke ja nicht, dass Männer das nicht können.

Bücherhütte August

Zu den Büchern, gerade eingesammelt, kann ich noch nichts sagen. Außer, natürlich, das wunderbare Kräuterbuch, in dem ich blätterte, und welches auch sehr gut geordnet ist und ein schönes Hardcover hat. Ein besonderes Cover, darauf stehe ich wirklich. Es gibt eine besondere Grafikkunst, das sind Buch Cover.

Was mich immer wundert, sind die Titel. Ich glaube, selten ist es der Autor selbst, der einen Titel auswählt. So habe ich doch tatsächlich schon wieder ein Buch gegriffen, das ich schon gelesen habe, vor einiger Zeit….Die Tarotspielerin. Spricht mich an. Aber es gibt eben auch so furchtbar viele ähnliche Titel, man glaubt es kaum. Bestimmt gibt es Die Schachspielerin, Die Billiardspielerin, Die Eisläuferin, Die Teppichweberin. Die Wanderhure sowieso, aber auch Die Wanderheilerin, Die Wunderheilerin, …

In den meisten Fällen geht es da um eine mittelalterliche Figur, kann auch gut recherchierter Kontext sein, aber es muss eine besonders starke Frau sein, mit der wir uns identifizieren….Sie überlebt Sklaverei und Pest, wehrt sich gegen Kirchenmänner und hat eine Gabe, in der sie so gut ist, dass sie ihr Aufstiegschancen sicherte, von denen ich nicht glaube, dass es die in solchen Mengen gab.

Tätigkeiten gibt es viele, und es ist unendlich langweilig, daraus einen Titel zu machen. Früher gab es Ideen. Poetische Worte. Titel, die neugierig machten. Ist nicht etwas Besonderes an uns, ohne dass wir immer etwas tun und leisten und schaffen! Ich hoffe, diese Mode geht mal vorüber. Vor allem waren Frauen Mütter. Ich träumte letztlich von meinen beiden Großmüttern.

Eine war eine Magd auf dem Bauernhof. Die andere hatte vier Kinder, und sie wäre Hutmacherin geworden, wenn nicht die Tante mit dem Hutladen zu früh gestorben wäre. Doch von ihnen beiden lernten wir noch manches an Tätigkeiten, die Frauen immer machten.

Das Lesen und das Schreiben lernten wir auch, und ich hoffe frau kann es noch lange tun bis ins hohe Alter, auch wenn die Finger nicht mehr wollen.

Buch: Bücherhütte Juli

Ich wurde wieder beschenkt mit Schätzen!

Der Roman von Alonso Cueto, er spielt in Peru, ist außerordentlich dicht und spannend, dabei geht es nur um eine Schulfreundschaft zweier Frauen…

Und das Kinderbuch von Jan Prochazka ist etwas ganz Besonderes: Ich las es als Kind. An mein Alter damals kann ich mich nicht erinnern, an das Buch sehr wohl. Es hat mich nämlich sehr stark beeindruckt, allerdings auch mit Schrecken. Geschichten des Krieges, aus Kindessicht erzählt, das nahm mich mit. Diese Grobheit der Menschen. Und andererseits kam ja meine Familie daher, aus diesem Krieg, von dem auch die Eltern und Großeltern manchmal sprachen.

Die andere Geschichte, die ich erinnere, war in unserem Lesebuch und sie hieß: Nachts schlafen die Ratten doch. Sie war ebenso erschreckend, denn die kleine Schwester eines Jungen war unter einem Schuttberg begraben, und der Junge passte auf, dass ihr die Ratten nichts tun konnten. Diese Fakten waren so ungeheuerlich für mich in meinem wohlbehüteten vielleicht zu wohlbehüteten Zuhause, in dem die Grobheit durchaus durchbrach, man war ihr ausgeliefert. Noch heute scheue ich zurück vor Büchern aus dem Krieg, weil sie mich so hineinziehen. Ganz anders bei Krimis, die kann ich lesen. Aber nicht die grausamen. Noch liegt der Roman Wolfsmond von Julio Llamazares im Regal, über die Diktatur in Spanien.

Es sind wahre Krimis, so würde ich es sagen. Nun auch Gedichte aus Südamerika sind nicht unpolitisch. Wie oft mussten die Autoren ins Exil! Diktatur, Despotentum, Machtmissbrauch, Massenmord, all das findet statt. Immer noch. Und es ist der größte Schrecken, weil man so machtlos dagegen ist wie ein Kind, ausgeliefert und eben das auch eine der größten Ängste von Menschen.

Bücher

Schon wieder kam ich mit einem ganzen Stapel interessanter Titel aus der Bücherhütte..auf dem Weg vom Steinzeitdorf, wo der Sommer eingezogen ist. Schon bald beginnt das Steinzeittreffen der experimentellen Archäologie, wie jedes Jahr. Lesen, zwischen den Gartenarbeiten, wenn der Rücken nicht mehr mitmacht, aber entfernt mich auch aus dem Hier und Jetzt, wenn es mich wirklich einfängt. ja gewissermaßen gefangen bin ich dann in einer anderen Zeitschleife. Aber auch hier will ich nicht alleinig gefangen sein, mich immer auch in anderen Realitäten bewegen, nur nicht zuviel…

Die Erdung nicht verlieren, ist wichtig. Manchmal langweilig. Ja, früher habe ich mir so viel Zeit immer gewünscht. Sie ist das größte Geschenk! Unverbaute Zeit, unverbaute Aussicht, nur die Zukunft ist natürlich begrenzter als früher…das heißt, die Träume müssen sich anpassen und kleiner werden…Manchmal gehen sie mir auch ganz verloren. Keine Ziele mehr. Tägliches Versorgen der Lieben, was soll ich kochen, naja ich kann ja drüber schreiben, aber sonderlich interessant ist das vermutlich nicht. Ich müsste reisen. Neu hingucken. Dänemark ist so nah. Aber mit dem Hund ist es nicht so gut….man hört, die sind da sehr rabiat, falls mal was auffällt. Einer Frau, die im Krankenhaus war, haben sie drei Hunde eingeschläfert. Auch ist unser Hund auf der Liste gefährlicher Arten,…

Meine Nachbarn haben zwei neue Tierschutzis, jung, es bellt die ganze Zeit! Das macht aber nichts, der Abstand ist groß, man sieht nichts durch die vielen Bäume, und es krähen auch Hähne und Lämmer nach ihren Müttern…

Phantastisch

Der Flohmarkt ist wieder einmal fantastisch, das Wetter dazu ebenfalls und ich war froh, dass ich nach anfänglichen Schmerzen wieder gerade stehen konnte und los. Denn gestern haben wir einen Hänger voller Brennholz abgeladen, wobei mein Freund noch drei Stunden sägte. Tanzen gehen konnte ich danach nicht mehr, trotz Weltmusikfest, wir lagerten vor dem Bildschirm mit einem tollen alten Sci-fi namens „12 monkeys“. Und den kannte ich noch nicht. Sind die älteren Filme nicht doch die besseren? Ich habe überhaupt noch nie den hier ganz jungen Brad Pitt in einer derart guten Rolle gesehen. Auch wenn es durch die chaotische Wirrnis ziemlich anstrengend war.

Das kann man vom Flohmarkt auch sagen. Es ist eine gute Übung. Nach etwa eineinhalb Stunden hatte ich nicht mal die Hälfte gesehen, aber meine von mir erlaubten 30 Euro ausgegeben. Es wurde auch sehr warm. Der größte Marktplatz – äh Deutschlands?- nämlich befindet sich in Heide. Schattenlos. Und die Phantastische Literatur-Reihe, herausgegeben von Jorge Luis Borges in 30 Bänden, die kannte ich auch noch nicht. Fünf davon fanden sich in einer der vielen wirklich vielen Büchergrabbelkisten, und dann mit diesen wunderschönen Buchcovern gestaltet, für 50 cent das Stück. Das bei jungen Leuten immer, die nicht so den Wert erkennen, oder jegliches Interesse daran. Tatsächlich hatten sie sonst Titel wie Yoga für Doofe, oder Kochbuch für Doofe. Die besseren Dinge werden von älteren Damen verwaltet, die frisch frisiert und blondiert wissen, was ihre Kleidung wert ist. Und der Schmuck und so weiter.

Im Moment sind die Kunstpelzmäntel der vorletzten Saison überall im Angebot, auch viel Lederjacken, oder unechte. Und so unglaublich witzige und spannende Dinge, von deren Existenz man nicht mal in Jahrzehnten geahnt hatte. Wie in der fantastischen Literatur Südamerikas, die ich schon lange liebte.

Krimisucht

Machen Krimis süchtig? Das kommt darauf an, ob sie gut sind…also ich denke, möglich ist das. Ich las in letzter Zeit einige, doch lieber sind sie mir, wenn sie auch lustig sind. Überhaupt liegt das nur an diesem unmöglichen Regen, und all that I want is drei Wochen Sonne hintereinander.

Sonne verändert alles, das gesamte Bewusstsein….wobei ich das den Drogen nicht zugestehe, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr nehme, aber ich beobachte das: die angebliche Bewusstseinserweiterung findet da ganz und gar nicht statt. Wenn schon, dann eine Wahrnehmungsverschiebung, das ist ja nicht das gleiche. Ebenso bei vielen spirituellen Angeboten: sie berühren Emotionen. Und wo alles beides geschieht, das ist Musik….für mich oft ein Sprung in andere Zustände, die der Körper erinnert. Und daher bin auch ich durch alte Musik manipulierbar. Gern habe ich das selbst in der Hand und lasse mich nicht den ganzen Tag von Radiosendern bedudeln, die für Oldies wie mich gemacht sind, mit weichgespülter Wohlfühlmusik. Im Moment stehe ich auf Krautrock.

Zum Krimi, den ich gerade genoss: Achtsam morden im Hier und Jetzt, von Karsten Dusse. In einer wahnwitzigen Geschichte wird da eine durchaus ernsthafte spirituelle Suche geschildert, wie sie viele von unseren Zeitgenossen durchlebten. Ich wurde erst viel später dazu inspiriert, denn ich war ja schon süchtig, als die anderen zu solchen Sekten gingen. Wenn man sie so nennt. Zu einer Sekte wäre ich niemals geeignet gewesen. Zu Abhängigkeit sehr wohl.

Ich weiß noch, wie mich eine neue Nachbarin fragte ob ich eine Katzenzucht hätte- ob der Anzahl meiner Haustierchen- und ich verstand jedes Mal: Haben Sie eine Katzensucht? Oh weia, ich wusste keine Antwort…wie peinlich.

Ich bewundere manche Schreiberinnen, wie sie persönliche Umstände zu schildern vermögen und ihr Inneres darlegen, was vielleicht nur durch Anonymität möglich ist. Und dadurch auch etwas geben, denn man erkennt sich durchaus wieder und nimmt Anteil. Ich mag nie so viel aus meinem früheren Leben darlegen, mein jetziges Leben ist ausnahmsweise einmal ausgeglichen und das trotz der fehlenden Sonne. Katzen sind nur noch drei! Bücher umso mehr, und das Lesen an sich macht etwas- es nimmt mich raus aus der alltäglichen Situation, die mich oft überfordert- viele Leute, viel Kommunikation und Eindrücke, die ich nicht verarbeiten kann. Ahnlich wie fotografieren- es schafft genügend Abstand um als Beobachter teilzunehmen. Aber natürlich gehe ich trotzdem zu den Stadtfesten, Konzerten und Partys! Der sogenannte Sommer ist so kurz und vollgepackt mit schönen Gelegenheiten! Draussen! Die Musikantenbörse in Garding ist wieder „on“, „live“, und ich kam in den zweifelhaften Genuss, die sogenannte „Scheisskapelle“ zu erleben, wobei man sich wie nach Mallorca (ohne Sonne) versetzt fühlt, die Massen jubeln, sie formieren sich zur Polonäse und dann hört auch bei mir der Spass auf…

Morgen darf ich wieder ein paar bands miterleben, ein echte Geschenk! Denn die Musiker sind echt, sie spielen aus Leidenschaft. Und ich habe gelernt, das alles ganz nüchtern mitzunehmen und mich von Musik verzaubern zu lassen.

Webseite erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑