Beziehungen sind alles. Jegliche Form davon ist wichtig fรผr unser Leben. Allerdings gibt es auch jede mรถgliche Art, diese zu stรถren oder zu zerstรถren. Frรผher sagten wir: Die haben sich gar nichts mehr zu sagen, so wollen wir nie werden-wenn wir ein sich anschweigendes altes Ehepaar im Cafe sahen. Heute denke ich: vielleicht ist einer schwerhรถrig und jede Unterhaltung wรผrde ziemlich laut werden.
Mein alter Nachbar ist nun auch im Heim untergekommen. Wenn die beiden sich im Garten stritten, war das weithin hรถrbar. Und sie stritten immer. Ich weiร nicht ob sie nun froh oder traurig ist. Sie hat ja Kinder und Enkelin im Haus. Ich fand ihn oft grenzwertig, denn er kam immer so nah heran, wie Schwerhรถrige auch sonst, aber ich kann das nicht aushalten, wenn man in mein Energiefeld eindringt ohne Erlaubnis. Aber wer grรผรt mich schon mit Guten Morgen, junge Frau?
Das Schlimmste in meinen Augen ist diese Rechthaberei. Fรผr manch ein Ehepaar ist das die Form ihrer Beziehung, sie leben in einer Art Hรถlle und merken es nicht mal. Wenn nichts anderes mehr geht, dann hรคlt man an diesen negativen Verbindungsstrรคngen fest. Mit mir nicht! Denn das versuchen auch andere Leute. Dieses: Du hast aber letzte Woche das gesagt und bla. Ich denke nur, der klaut mir wieder meine Energie!
Ich selbst war auch nicht anders, bis ich die Sinnlosigkeit des Musters erkannte. Und es ist auch sehr angenehm miteinander, wenn man nichts zu sagen hat. Frรผher konnte ich Schweigen nicht aushalten, ich empfand es als Strafe. Das war sie auch in meiner Kindheit. Wieder etwas, dass ich gemeistert habe.
Denn Verbindung geht viel tiefer, nur kann ich das oft anderen nicht begreiflich machen, dass mich die Oberflรคche unendlich langweilt. Ich sehe so viel, an Kรถrperhaltung und warum jemand eine Geschichte festhรคlt und so weiter. Nur wollen die Leute das ja alles gar nicht wissen, und sagen kann ich das auch nicht. Es klingt wahrscheinlich verletzend oder ruft Abwehr hervor.
Mit meiner Familie habe ich selten Kontakt. Sie kennen mich am lรคngsten, aber nicht am besten. Ich vermeide es, denn das worin man mich halten wollte, bin ich nicht. Als schwarzes Schaf ist man verdammt, das Versagen zu vollfรผhren. Ich habe neuerdings so etwas wie Stolz in mir entdeckt! Es gibt da allerdings ein neues schwarzes Schaf, das ist Mist. Als wenn diese Familie das brauchen wรผrde, auch sie vermeidet den Kontakt aber das allein hilft nicht.
Wie lange zieht sich so etwas durch die Generationen…Da finde ich es wunderbar, in einer schamanischen Trance meinen Ahnen zu begegnen, solchen die ich nicht kannte, denn es ist zu lange her, dass sie durch die Steppe zogen mit ihren Herden, vielleicht stolz und frei, sicher auch in tiefer Verbindung mit ihren Tieren und auf Wanderschaft mit den Jahreszeiten. Alle unsere Verwandten-mitakuje oijasin- so heiรt es im indigenen Gebet, das sind alle Lebewesen. Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich. Und die Winde, die Erde selbst. Die Sterne.
Es ist auch eine Beziehung, eine die oft geheilt werden muss. Das geht durch den Kรถrper.
Ohne das , davon bin ich รผberzeugt, wird es keine gesunde Gesellschaft geben. Und manche sind auf diesem Weg, aber viel zu wenige. Tรคglich werden zahllose Traumata neu gebildet, in den Kriegen, Fluchten, Toden. Nun sagen manche, die meisten heutigen Menschen seien junge Seelen, die das Leben auf der Erde noch erfahren wollen.Wir sind auf jeden Fall alte Seelen, (durch viele Inkarnationen) , die langsam genug davon haben, aber auch gebraucht werden. Bevor diese Sichtweise ausstirbt.
Vielleicht reden viele Indigene mit der Erde, damit es nicht noch schlimmer kommt. Ja , alle die nur im Kopf leben, mรถgen das lรคcherlich finden. Sie wissen nichts und erfahren nichts als ihre eigene Gedankenwelt. Und da nรคmlich fรคngt sie an, die selbst erschaffene Hรถlle.
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