Besuch
Hier habe ich einen Besuch gemacht auf der Marsch. So heißt die Gegend nahe der Nordsee vor Büsum. Es ist die Kohlanbauregion. Pferde, Schafe, Touristen.
Windmühlen zuhauf.
Besuche von etwa 2 Stunden sind einfach für mich. Länger wird leicht anstrengend. Bald werde ich Besuch haben, der länger bleibt, ein oder zwei Wochen. Ich muss mich etwas vorbereiten, Platz und Ordnung schaffen, damit das nicht aus dem Ruder läuft. Und ich freue mich auf den jährlichen Sommerbesuch der Freunde, mit denen ich etwas unternehmen kann.
Hat man Besuch, ist man immer in der Gastgeberrolle, und darum wohne ich auch lieber im Apartement, wenn ich dann bei ihnen zu Besuch bin. Dort auf La Gomera bin ich dann im September, und die Häuser sind viel enger und ich bin es gar nicht mehr gewohnt, so dicht zu sein, andernfalls auch immer draußen, öffentlich und von anderen gesehen.
Ein bisschen viel Aufregung habe ich vor jeder Reise, ist ja auch schon wieder drei Jahre her. Ganz schnell gewöhnt habe ich mich wieder an die Wärme, die Leichtigkeit, das langsame lässige Schlendern in Schlappen. Auch hier, und war erstaunt, dass ich gestern erstmals wieder Socken anziehen musste.
Bei den Nachbarn war Polterabend. Also Leute vom Dorf, die zweite Generation, auf jeden Fall über dreißig, mit Kindern, mit vielen vielen Anverwandten.
Aufwändige Hochzeiten erinnere ich nur aus meiner Fotografenzeit im Studio, da musste ich die Fotos der klassischen Paare in Weiß im Labor austarieren und vervielfältigen. Heute versetzt man einfach die Köpfe, wenn nur einer lächelt.Oder die Augen zu hat. Also digital versetzen , meine ich natürlich…als wenns darauf ankommt bei der Ehe…ich habe es jedenfalls nie gekonnt, und habe nun derzeit die längste Beziehung meines Lebens. Sonst hatte ich die Katzen länger…
Pause
Heute muss ich eine Pause machen, also eine Tagespause. Während jeden Tages mache ich viele Pausen, wie es mir passt und kann wohl gar nicht mehr mit anderen zusammen etwas tun, was Stunden dauert. Dabei bin ich so früh unterwegs gewesen, dass ich ganz allein an der Badestelle war! Endlich konnte ich mich mal bewegen.

Am Sonntag konnte man das nicht mehr…
Von den Krimis mache ich eine Pause, es gibt so viele davon, und absurde Geschichten. Echte Morde, wie heute in den Nachrichten, lassen einen sprachlos zurück. Mehrere meiner Bekannten arbeiten in Einrichtungen für das Jugendamt. Sie haben es nicht leicht.
In Wahrheit muss man die Mörder nicht immer suchen, und wir lesen die Geschichten eher wegen der Rätsel und des Ambientes, wenn sie denn in Italien spielen.
Vor kurzem schaute ich einen Donna Leon ( verfilmte Krimireihe die in Venedig spielt) der ersten Stunde, mit Joachim Krol, der ja eigentlich ein sehr guter Schauspieler ist. Aber ich finde deutsche Schauspieler, die Italiener darstellen wollen, einfach nur peinlich. Da gucke ich wirklich lieber echte Italiener, wie den Kommissar in den Alpen. Oder Ripley, die Serie ist so englisch wie nur geht. Und auch menschlich melancholisch, es geht hier um mehr Gefühl als um tote Körper, die von Pathologen im Film wie Dinge behandelt werden.
Die Fundbücher von heute dagegen- Fantasy und Komödie, -sind eine willkommene Abwechslung. Atlantis von Marion Zimmer-Bradley ist natürlich ein Klassiker, den ich schon gelesen haben muss, irgendwann. Manchmal kann ich mich auch nicht erinnern, denn ich hatte Jahre, dreißig Jahre her, zB, da las ich ebenso viel wie heute .Da fand ich Bücher in der Bücherei. Die in vielen Büchern verborgene Weisheit hat mir viel gegeben.
Manches ist eben auch wahr….Willst du eine Botschaft vermitteln, schreibe lieber einen Roman. Aber die Verlage geben ja wohl ihrerseits die Aufträge heraus mit den Themen, die angesagt sind. Viel Geschichtliches und Regionales.
„Die Mittsommerlüge“ von Katrine Norregaard ist eine Ausnahme, aus dem Dänischen, ist eine besondere Familiengeschichte, die Tabus anspricht, von einer ganz jungen Frau geschrieben , die die best novel competition einer Zeitung 2016 gewann, menschlich so gut, wie ich mit zwanzig sicher nicht beobachten konnte. Damals hatte ich gar keine Worte.
Bärenklau
Diese prachtvollen Pflanzen befinden sich gleich hinter unserem Supermarkt. Die betonierte Parkfläche endet gleich an der Natur. Und nicht weit davon ist ein Schweinestall. Das ist allerdings was Modernes, nicht so wie man sich das im Bilderbuch vorstellt. Es riecht aber natürlich, also wenn das natürlich ist…

Der Heißluftballon. Das ist mal eine interessante Synchronizität, denn ich hatte eine Andersweltreise gemacht. Da begegnete mir auch eine Seele, wie so oft, die etwas Hilfe brauchte, und ich hörte ihm zu. Dann visualisierte sich ein solcher Heißluftballon, in dessen Körbchen er aufwärts in den Himmel schweben konnte. Und der war genau so gestreift. Als ich aufblickte sah ich, dass der ganze Himmel voll mit solchen Ballons war! Manchmal sieht man das, an Tagen mit den passenden Winden. Aber dieses Jahr noch nicht – in echt. Und hier- im Baumarkt – eine Solarlampe als Ballon! Die wollte mit…
Auf der 12 Kilometer-Fahrt ins Städtchen sah ich viele Bäume, die vom letzten Sturm vorgestern zerstört wurden und teils schon abgesägt wurden. Ich war schon morgens um acht im Baumarkt, weil die Farbe ausgegangen war und ich die Waschküche zu Ende streichen wollte. Also, trotz der Hitze konnte ich einiges schaffen, weil ich um sechs Uhr aufwache und die frühen Morgenstunden nutze. Dann bin ich aber auch geschafft und darf den Rest des Tages ans Wasser oder so.

wiedergefunden
So manches entdecke ich wieder, weil Bilder und Objekte nun mal weggelegt werden müssen. Die gefilzten Medizinrad-Schilde fand ich in einem Kissenbezug, auf dem ich täglich gesessen hatte- also wirklich, das ist schon achtlos….Dabei sind das wie so Vieles heilige Medizinbündel, mit Bedeutung!
Es gibt auch ein Kissen, das mit -gewaschenen- Hundehaaren gefüllt ist. Witzigerweise schlafen die Katzen da gern drauf. Die gehäkelten Täschlein zum Umhängen waren auch Schilde, mit Zitronengras und Salbei gefüllt und verschlossen.
Im Buch „Die 13 Clan-Mütter “ machte Jamie Sams dreizehn Schilde, für jede der heiligen Frauen einen. Es berührt mich sehr. Da ist so viel wiederzufinden, was Weiblichkeit bedeutet.
Die dreizehn ist Mond-Medizin, auch im Mutter-Erde -Kreis sind wir dreizehn Frauen. Warum wohl wurde diese Zahl „verteufelt? Es geht um Werte, die in Vergessenheit gerieten. Andere Werte als die, die in der heutigen Macher-Welt zählen. Auch geht die Zahl 13 über die ständige 12ergruppe hinaus, die so oft als entscheidende Herrscher in Geschichten und Ritualen genannt wird. Sie ist eine Stufe weiter! Verboten! Eine andere Art Zyklus, mit dem Mond verbunden. Und Mondkalender waren auch früher mancherorts in Gebrauch.
Ein kurioses Ritual auf Teneriffa: warum badet man die Ziegen? Es ist religiös…https://www.puertodelacruz.com/los-origenes-del-bano-de-las-cabras/
KRÖTE
Der Rauch traf sich mit den Strahlen der untergehenden Sonne, einen Moment lang. Feuer machte ich nur, um die Würstchen zu grillen.
Es sind die Momente, nach denen ich mich gesehnt hatte, heiß und trocken, für mich beginnt nun das leben. Für die Kröte sieht es anders aus, sie hatte sich in der Erde verbuddelt und ich hielt sie plötzlich in der Hand beim Umtopfen. Es gibt ja genug schattige feuchte Plätze hier. Erdbeeren werden rot über Nacht, Kürbispflanzen strecken Tentakel aus und die Rosenblüten duften und zerfallen. Ich kann eigenen Koriander auf den Salat tun, und Basilikum.

Vorgestern kam der Freund vom Schafescheren wieder mit einem großen Sack voller Wolle direkt vom Schaf, Also Wolle, die dreckig, fettig und irgendwie gut riechend irgendwie wohin musste. Ich wusch und wusch und trocknete und stopfte Kissen voll und der Rest bleibt erst mal in dem Schuppen.
Manche Kissen bekommen noch Salbeiblätter oder Melisse.

Es tut gut, in der Natur zu wirken, wenn ich alles nach meinen Möglichkeiten ausrichten kann. Also arbeiten früh morgens, dann ganz lange Siesta und viel trinken. Für die Menschen von der Müllabfuhr und der Straßenreinigung sieht es anders aus, die in voller Montur in der prallen Sonne stehen. Man stöhnt schon wieder, nachdem man zuvor über den harten Winter, den vielen Schnee, den vielen Regen gestöhnt hatte.
Ich nicht. Bei Sonne gehe ich in den Schatten und beschwere mich nie! Die Badestelle am Fluss ist überfüllt, aufblasbare boards und Gummiboote, Jungvolk vom Dorf…

Meine Außenküche ist auch eine Erinnerung an Spanien. Das Brodeln des Kaffees jedes Mal ein Ritual. Mein persönliches Teneriffa, eine Zelebration, und nun frage bloß keiner wie so oft geschieht: Warum gehst du denn da nicht wieder hin?
Endlich Rente aber nie genug, endlich Zeit aber Haus Katzen Liebe und auch viele andere Gründe halten mich in diesem Ort, der auch einer ist, wo andere Urlaub machen. So viele müssen sich nach Meer sehnen, hier ist es vor der Haustür. Zwar das falsche, aber ich beschwere mich ja gar nicht.
Hier ist family, das ist nicht selbstverständlich. Das erfordert Einlassen und Zeit nehmen und Beständigkeit, ein Fremdwort meines bisherigen Lebens. Dieser Ort hat mich vielleicht gebraucht.
Übergriffig
Ich beobachte und erlebe, dass die Sensibilität für eigene Übergriffigkeit nicht besonders gut vorhanden ist bei einigen Mitmenschen. Dafür aber die für jene der Anderen umso mehr. Das aber ist ja eher verzerrt und nicht sensibel. Als sensibel betrachte ich die Fähigkeit, aufzunehmen was feine Schwingung, Hintergrund, wahrhaftig ist. Nicht nur das Gesagte sondern mehr als das.

Was zu weit geht, ist aber auch individuell. Nur in einer Gruppe, wo es einen geschützten Raum explizit geben soll, da geht manche persönnliche Meinung zu weit, die den anderen angreift, bewertet, und verurteilt.
Ich bin wirklich froh, dass ich ein großes Fest erleben durfte, in dem Menschen Menschen waren und bleiben. Viele bekannte Gesichter, neue auch und ein Miteinander auf weitem Raum der Wiesen und kleinen Bühnen und workshops. Ich tanzte mit bei den fünf Rhythmen in einer Jurte, und bei Saunatemperatur wurde dabei manches ausgeschwitzt. Man konnte anschließend im Ententeich baden. Kinder, Hunde, Zelte, bunte Musik, Ein reichhaltiges Buffet.
Alle kamen von verschiedenen Orten, bis nach Glückstadt reichte die Weite.
Es gab einen kleinen Junenmarkt, das ist eine Art Tauschkonzept aus Frankreich, eigentlich G une, welches hier als Junen benannt wird. https://monnaie-libre.fr/An den theoretischen workshops habe ich dazu aber nicht teilgenommen…ich hatte schon genug von sowas, als ich vor 20 Jahren an einem Wohnprojekt teilnahm.
Ich glaube, ich eigne mich nicht wirklich für solche Gemeinschaften, in denen alles abgesprochen werden muss und Regeln und so weiter. Schon Räume mit dreißig Leuten eng beieinander und stundenlanges Gerede überfordert mich einfach. Aber einzeln hab ich sie alle lieb, naja nicht alle natürlich. Ich denke auch manches was ich nicht sage.
Ich hörte eine schöne Musik, ein Paar die sich virtutes nennen, sie ist eine dänische Sängerin. Der Name kommt von den sieben Tugenden. Auch Ilan https://www.youtube.com/@Louiscabala hat uns schön besungen mit „good vibrations“ und zusammen mit Maike und Chris. Am schattigen Waldrand wurde getrommelt.
Viele Gemeinschaften, die seit etwa dreißig Jahren oder länger bestehen, auch damals Aufbruchszeit, leiden mittlerweile an Alterung….junge Leute legen sich nicht so früh fest und nicht mehr auf einen Ort. Dafür aber gibt es Gruppen für workaways und Wohnen gegen Hand u.a., die das zeitweise möglich machen.
Aber gerne malte ich am großen Gemeinschaftsbild mit, das Motto „Voneinander füreinander“ . Ausschnitte auf den Bildern.



Ich mag es aber auch nicht, wenn meine Ecke „übermalt“ wird. Von wegen Übergriff. Kann es gelingen, geht es gut, oder auch nicht,. Die Balance zu finden ist nicht so leicht.
Gefreut habe ich mich auch über zwei Bücher, die ich mit geschenkten Junen ertauschen konnte. „Die 13 Original Clan Mütter“ von Jamie Sams sowie „Medizin für diese Zeiten“ von Cambra Skade. https://wordpress.com/reader/feeds/105585557, die auch hier ihren blog betreibt und viele schöne gehaltvolle Künsterinnenbücher gemacht hat.


Danke
Ein Ort an dem wir einander begegnen
„Jenseits von Richtig und Falsch ist ein Ort, an dem wir einander begegnen“. Rumi
Ich hörte den Satz gestern von Monika, die uns immer wieder mit ihrem Straßentheater erfreut.
https://youtu.be/ZWee4Y4j8do?si=yWq1xs59tEFDOb_O
Dort fand in Büsum eine Vereidigung von 2000 Soldaten statt. Die kapierten vermutlich nicht viel von dem Theater. Interesse findet es eher auf tiktok.
Jenseits all dieser politisch eingefärbten Diskussionen und Missverständnisse begegnen wir uns als Menschen. Am Wochenende zum Sommerfest, und auch jeden Tag. Ich war dieser Tage Teil eines Mutter-Erde-Kreises und es war wunderschön.
Und genau dort fand echte Begegnung statt jenseits von Darstellen wollen. Wir sind eben doch alle Menschen, die die Welt verbessern wollen. Ich würde dafür nur nicht mehr auf die Straße gehen, sondern eben jenseits dieser Wege wirken. Mit jenen Kräften, die in uns und durch uns Heilung erschaffen. Im Bewusstsein beginnt alles, was später Form annimmt. Darum finde ich es so wichtig, nicht das Negative zu fokussieren.


Sich die Gewässer als rein und klar VORZUSTELLEN. Zum Beispiel. Und wenn man beten will, dann eben damit diesen Zustand zu bewirken, zu rufen, sich in Bildern vorzustellen, anstatt nur an Wissenschaft zu glauben, die uns mit neuer Technik retten soll. So oft ist die Technik gar nicht mit den gesunden Kreisläufen verbunden.
Das Wetter ist jenseits meines Verständnisses. Etwas krass, extrem, seltsam. Ich sehe ja die Schleier des Morgens, bevor sich der Himmel wieder zudeckt. Ist mir auch egal, wenn alle es nicht glauben wollen. Ich beobachte es schon lange. Sommer stundenweise zu haben. Na danke.
Irgendwann
Irgendwann beginnt auch der Sommer, nur nicht jetzt. Sturmartige Windböen fegen durchs Land. Ich friere. Ich heize den Ofen an. Und irgendwie scheint mir, dass ich das jedes Jahr im Juni denke. Wenn dann im August mal drei Wochen am Stück Sommer gewesen sein wird, hoffentlich, dann bin ich zufrieden, aber dann ist er auch schon zuende.
Ich lebe dann jede Minute so als sei sie ganz lang. Das bringt mich zum Wort der „Unzeit“ Zur Unzeit kam mein Kater mitten in der Nacht von einer tagelangen Tour zurück. Er hustet und war voller Zecken. Eine Neumondnacht, das ist Unzeit weil die Stunden nicht gemessen werden im Schlaf.
Das UN ist eine Verneinung. Manchmal aber auch eine Verstärkung, was sich widerspricht. Eine Untiefe ist keine Nicht-Tiefe, sondern eine noch tiefere dunklere unbekannte Tiefe. Ein Untier ist ein gefährlicheres Tier, kaum noch Tier, ebenso wie ein Unmensch kein Mensch mehr sein soll. Vielleicht von UN-ten und Unterwelt.
Das IR ist auch eine Verneinung. Irreal, irrelevant, irre. Irrlicht.
Sowas denke ich in der Nacht zur Unzeit, wenn ich nicht wieder einschlafen kann.
Die Zecke ist ein Untier. In Massen.
Der Tag brachte eine wunderschöne Frauenrunde in einer kuscheligen Jurte. Da fegte der Wind noch lauter draußen herum. Und das Sommerfest wird vorbereitet. Zu Tränen gerührt von einer stillenden jungen Mutter und dem kleinen Murkel. Gibt kaum ein besseres Urbild für das Leben und die Weiblichkeit, um das zu unterstützen trafen wir uns. Denn die Mütter fühlen sich auch alleingelassen. Die Seele zu nähren, dabei würde die Sonne helfen, doch auch die menschliche Wärme. Die menschliche Tiefe, die im Alltag so oft fehlt.
Was sind das da, schon wieder neue Bücher? Tatsächlich guckte ich nur kurz in die nächste Bücherhütte, und fand wieder vier. Wann ich das alles lesen will? Gerade nicht. Diese Antwort kann man bei der Frage nach updates anklicken, und das tue ich somit. Man kann lesen, bis es einem zu den Ohren rausquillt. Dann macht es keine Freude mehr. Das Buch muss passen zum Moment, und eher ist es auch mal dran, in sich hineinzusehen….
Windiger Morgen
Ein Spaziergang im nahen Städtchen, noch zu früh. Der Flohmarkt fand nicht statt, die Läden öffnen ab 11. Die Galeristen saßen noch beim Frühstück, und da gab es immerhin leckere Brötchen beim Sonntagsbäcker. Et Voila, die Rosenstöcke, die so typisch sind für unsere Städtchen hier.



Einige Touristengruppen wandelten bereits durch die Straßen, und ich, verkleidet , ebenfalls in Regenkleidung. Man grüßt. Einer kam vom Tennisplatz, die Boote liegen verwaist, und auf dem Rückweg halte ich am Friedhof, wo eine Tauschhütte daneben steht.


Der jüdische Friedhof wurde von seiner ursprünglichen Lage am Wasser zum anderen Friedhof umgesetzt, wie immer sowas geht. Es gibt viel historische Gedenktafeln, einst war es eine religionsfreundliche Stadt. Ich sehe auch viele Gedenktafeln , gemeinschaftlich, von Toten der 2020iger Jahre. Würde ich einmal hier begraben, hätte ich vielleicht interessante Geister um mich.

Dieser Teil hat gar keinen Zaun, während der Friedhof von Zaun und Toren fest umschlossen ist.

Krähen und Dohlen haben gefräßige Kinder. Wer füttert die alle? Etwas melancholisch könnte man da werden, doch ich hole mir die guten Brötchen und genieße sie Zu Hause. Auf der 10minütigen Fahrt sieht man keinen einzigen Menschen, nur Krähen in Scharen und Schafe über den Eiderdeich verteilt wie weiße Punkte. Das rauhe Wetter, die besondere Meeresnähe und auch rauhe Menschenart hat so manche Schriftsteller einst inspiriert.
Im Radio hörte ich die Kindersendung, mit einem Hörspiel auf plattdeutsch.

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